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Wann tranken die Türken ihren Kaffee vor Wien?: Weltgeschichte - alles, was man wissen muss von Wolfgang SeidelGebundene Ausgabe von EichbornAngebote bei Amazon: ab EUR 19,95 ![]() 4,5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3821865121, Erscheinungsdatum: August 2010 |
2 Kundenrezensionen:Bietet einen interessanten Querschnitt durch die gesamte Kulturgeschichte 5 von 5 PunktenDas vorliegende Buch des Autors Wolfgang Seidel, der schon in der Vergangenheit mit teilweise lustigen, immer jedoch höchst informativen Büchern zur Wortgeschichte ("Woher kommt das schwarze Schaf?") zu überzeugen wusste, versucht an Hand von etwa 650 historischen politischen, kulturgeschichtlichen und wirtschaftlichen Schlüsselbegriffen die Geschichte der Welt begreiflich zu machen. Da es chronologisch angeordnet ist, mit der Steinzeit beginnt und bis in die Moderne des 21. Jahrhunderts reicht, eignet es sich nicht nur als Nachschlagewerk für bestimmte Begriffe, Ereignisse und Personen, sondern bietet auch einen interessanten Querschnitt durch die gesamte Kulturgeschichte. Neben Altbekanntem finden sich immer wieder ganz neue Entdeckungen, Hinweise und Gedanken, und die historischen Querverweise, die er immer wieder gibt, sind zum Teil sehr aufschlussreich. Das Buch eignet sich gut als Geschenk für an Geschichte interessierte Menschen. Alles (?) was man wissen muss 4 von 5 PunktenNun ja, ob man in einem Buch wirklich alles finden kann was man wissen sollte, wage ich zu bezweifeln. Selbst im gesamten Brockhaus findet sich ja viel aber nicht alles. Im Buch WANN TRANKEN DIE TÜRKEN IHREN KAFFEE VOR WIEN von Wolfgang Seidel soll aber sicherlich nicht diesem Anspruch Rechnung getragen werden, denn hier findet sich viel Interessantes und auch tatsächlich Wissenswertes, zum Teil auch Vergnügliches und echte Fakten. Der Kanon der ausgewählten Wissensbibliothek wird ohnehin von jeder Generation neu definiert, dieses Buch gibt auf 444 zumindest den Eindruck, dass jede Seite optimal genutzt wurde. Was ich besonders schön gefunden habe, ist die Weltkarte mit allen wichtigen Orte die namentlich genant sind und sich zudem im Buch als Kapitel wiederfinden. Rückblickend fängt das Buch richtigerweise bei der Steinzeit und der letzten Eiszeit an und bewegt sich dann über die ersten Hochkulturen bis zu dem Zeitpunkt wo der Mensch lernt Metalle zu bearbeiten. Die normale Geschichte startet mit der Welt der Antike, geht über die Welt der Bibel zu den Hochkulturen der Neuzeit und endet mit dem Untergang des Römischen Reiches. Bis zum Mittelalter ist es dann nur ein kurzer Sprung und nach diesem geht es weiter zu den Ständen des Reiches, der Welt im Umbruch am Rande der Industriellen Revolution und der Neuzeit mit ihren Weltkriegen. Das Geschichte mit dem heutigen Tage nicht endet weiß jeder der in die Tageszeitung von gestern blickt, Geschichte wird jeden Tag geschrieben. Das Buch bietet in jedem Kapitel kurze Abschnitte zu multiplen Themen und dies jedes Mal sehr informativ, prägnant und unprätentiös in der Darstellung. Leider hat das Buch keine Abbildungen parat, dies ist ein Manko, es wendet sich also an den Intensivleser. Insgesamt gesehne habe ich ein paar Stunden sehr interessiert hin und her geblättert und durch viel Wissenswertes gefunden und gelesen. Die Texte sind frisch und modern geschrieben und das Buch WANN TRANKEN DIE TÜRKEN IHREN KAFFEE VOR WIEN von Wolfgang Seidel hat mit seiner Vielzahl von Kurzkapiteln immer wieder Wissenswertes parat, das schnell gelesen den eigenen Wissensschatz vergrößert oder das bei generellen Wissensdefiziten Abhilfe schafft. Empfehlenswert |
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Bittersüße Heimat: Bericht aus dem Inneren der Türkei von Necla KelekTaschenbuch von Goldmann VerlagAngebote bei Amazon: ab EUR 6,95 ISBN: 3442156033, Erscheinungsdatum: November 2009 |
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Ganz unten. Erweiterte Neuauflage: Mit einer Dokumentation der Folgen von Günter WallraffTaschenbuch von Kiepenheuer & WitschAngebote bei Amazon: ab EUR 2,41 ![]() 4,5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3462019244, Erscheinungsdatum: 1992, Auflage: Erw. Neuaufl. |
Aus der Amazon.de-RedaktionDunkle Kontaktlinsen, ein schwarzes Haarteil und gebrochenes Deutsch reichen aus, um das Ausmaß der beruflichen und gesellschaftlichen Diskriminierung zu erfahren, die Millionen sogenannter Ausländer täglich widerfährt. Zwei Jahre lang (von 1983 bis 1985) war Günter Wallraff Ali Levent, ein Türke, der kein Türkisch spricht. In seiner Odyssee durch die Arbeitswelt fängt er zu sieben Mark die Stunde in einem Reitstall bei Köln als "Drecksarbeiter" an, wird bald des Diebstahls bezichtigt und kündigt wegen der andauernden Repressalien. Auf einem Bauernhof wird er wie ein Nutztier gehalten, darf nicht in die Stadt, um den Hof nicht in Verruf zu bringen. Um seinen Lebensunterhalt zu finanzieren, nimmt er jede Arbeit an. Er besucht Kneipen -- wo ihm Haß und Ablehnung entgegenschlagen -- und den politischen Aschermittwoch der CSU: Als Türke Ali Levent wird er von den "gemütlichen" Bayern zwar nicht zum Bier eingeladen ("Geh, schleich dich, aber hurtig!" -- "Wißt ihr net, wo ihr hiegehört?"), als angeblicher Vertreter des türkischen Faschisten-Chefs Türkes ("Tod allen dreckigen Juden, kommunistischen Hurensöhnen und griechischen Hunden!") bekommt er jedoch von Franz-Josef Strauß persönlich einen unterschriebenen Bildband ("Für Ali mit herzlichem Gruß"). Man muß eben unterscheiden zwischen erwünschten und unerwünschten Ausländern, wie es ein CSU-Politiker kürzlich formulierte. Bei einem Fußball-Länderspiel verleugnet Wallraff alias Levent seine Scheinexistenz, da er sonst um sein Leben fürchten muß -- Neonazis grölen "Sieg heil", "Deutschland den Deutschen", "Türken raus" und werfen "Ali" Zigaretten ins Haar und gießen ihm Bier über den Kopf, obwohl der plötzlich Hochdeutsch spricht und nur noch die deutsche Mannschaft anfeuert. Als Bulettenbrater bei McDonald's sieht er zu, wie mit Toilettenputzlappen die Tische gewischt werden bzw. mit dem Grillschaber ein Klo gereinigt wird. Als Illegaler auf der Baustelle arbeitet er zehn Stunden am Tag unter ständigen Diskriminierungen und Ausgrenzungen und miserablen Arbeitsbedingungen. Er bemüht sich als bekehrungswilliger Moslem um die katholische Taufe, doch nur ein Priester in einer abschüssig gelegenen armseligen Dorfkirche gibt ihm den Segen -- unter Scheinargumenten versuchen die übrigen Pfarrer, ihn desto heftiger abzuwimmeln, je höher sie in der kirchlichen Hierarchie stehen. Beim Arzneimittelversuch stellt "Ali" am eigenen Leib fest, daß Marktzwänge auch Menschenversuche möglich machen. Und seine schlimmsten und ausführlichsten Erfahrungen sammelt Wallraff als Lohnsklave, als Leiharbeiter bei Thyssen, vermittelt durch eine dubiose Vermieterfirma, die den Großteil seines Lohns einsackt und ihn unter erbärmlichen Bedingungen tage- und nächtelang schuften läßt. Die Schichten seiner Kollegen dauern bis zu 72 Stunden lang -- ohne Schlaf. Seine Gesundheit leidet aufgrund des ständig eingeatmeten Drecks, und er sieht sich gezwungen, mit einer List zum Chauffeur des Chefs der Leiharbeiterfirma aufzusteigen, wo er den Alltag eines modernen Sklaventreibers aus erster Hand beobachten kann. Ganz unten ist erschütternd, es ist bewegend und sehr aufschlußreich. Spannend und provokant schildert Wallraff Praktiken, die normal und gängig waren und es teilweise heute noch sind, beschreibt eine Gesellschaft, in der die Diskriminierung in Wirtschaft, Medien und Politik fast schon institutionalisiert ist. Wer sich abseits einer Medienberichterstattung, die zumindest teilweise mit Fug und Recht als tendenziös bezeichnet werden kann, über die tatsächliche Arbeits- und Lebenswelt "ganz unten" informieren will, der muß dieses Buch gelesen haben. --Erik Möller 5 Kundenrezensionen:Wallraff 5 von 5 PunktenHier wird sehr deutlich das wir da unten nach wie vor der Spielball der da oben sind.Darum gibts nur ein Mittel und das ist Gegenwehr. Wer sich fragt... 5 von 5 Punkten...warum sich in Deutschland Parallelkulturen und Ausländerghettos entwickeln konnten braucht nur dieses Buch zu lesen. GANZ UNTEN ist nicht nur ein Bericht über die menschenunwürdigen Arbeitsbedingungen ausländischer Billigarbeiter (heute kann man noch 1-Euro-Jobber und Zeitarbeiter dazurechnen), sondern auch ein Beleg des in Deuschland grasierenden Altagsrassismus. Wenn Menschen im letzten Dreck arbeiten müssen und schlecht bezahlt werden, während ihre Verleier sich an ihrer Arbeit Fett und Reich stoßen, können sie kein Verhältniss zu ihrem Land entwickeln, geschweige denn die Sprache ihrer neuen Heimat annehmen. So kann man in Wallraffs GANZ UNTEN auch die Anfänge der heutigen Parallelkultur der Ausländergemeinden erleben. Geändert hat sich heute relativ wenig, nur arbeiten dank der Harzreformen heutzutage auch Deutsche Leiharbeiter unter menschenunwürdigen Bedingungen. Wallraff müsste sich heutzutage schon gar nicht mehr als Türke verkleiden, er könnte auch als Hans-Günther Schmidt anheuern. Beklemmend 5 von 5 PunktenEine Parallelwelt, die wir uns normalerweise nicht vorstellen können: Wie Menschen, die sich nicht recht wehren können, ausgebeutet werden, zeigt Wallraff im Selbstversuch. Den Kampf Menschenwürde gegen Profitgier hat die Würde auch schon in den 70ern klar verloren. Die immer härteren Bedingungen in der Arbeitswelt haben ihren Anfang schon vor 30 Jahren genommen, insofern ist das Buch auch heute aktuell. Wie erniedrigend und schrecklich Menschen auch in Mitteleuropa der Gegenwart behandelt werden, zeigt Wallraff deutlich. Ein sehr empfehlenswertes Buch! interessantes Thema, aber langweilig zu lesen 2 von 5 PunktenIch hatte den Namen des Autors früher schon öfter gehört, jedoch keine irgendwie gearteten Erwartungen, als ich das Buch vor einigen Wochen second-hand kaufte. Was mir als erstes auffiel war, dass es sich weniger um das Thema "Ausländer" als um "Ausbeutung" handelt. Wenn auch hin und wieder ausländerfeindliche Szenen dargestellt wurden, war keine von ihnen irgendwie überraschend oder besonders aufsehenerregend. Versteht mich nicht falsch: natürlich ist es schlimm wenn man wo liest, dass alle Türken aufgehängt gehören oder so ähnlich, aber das ist doch heutzutage Alltag in allen Medien - oder nicht? Aufregender für mich war die Beschreibung der ARbeitssituationen der Fabriks- und Leiharbeiter - daran hat sich vermutlich bis heute noch nicht viel geändert. (bei der McDonalds-Szene war mir aber eher nach "na-und" zumute - so schlimm war das nun auch wieder nicht. Irgendwer muss nun mal die Speibe wegputzen.) Während sich die ersten Beschreibungen noch durchaus spannend lesen, verliert das Buch durch endlose Wiederholungen derselben Probleme schnell an Drive. Die wörtliche Niederschrift von Interview-Transkripten liest sich nun mal einfach nicht sehr prickelnd, vor allem wenn man dasselbe vorher schon einmal in der Geschichte des Protagonisten gelesen hat, und ein weiteres mal in der Geschichte seines ARbeitskollegen und ein weiteres Mal ... na gut - ich übertreibe. Aber: die Wahrheit ist, dass ich das Buch nur deshalb fertiggelesen habe, damit ich im Amazon einen kompetenten Kommentar über das Ganze abgeben kann. Sonst hätte ich wahrscheinlich nach der Hälfte aufgehört. Ganz unten-Rezension 4 von 5 PunktenZehn Jahre habe ich diese Rolle vor mir hergeschoben. Wohl, weil ich geahnt habe, was mir bevorstehen würde. Ich hatte ganz einfach Angst. Trotz dieser Angst schlüpft Günter Wallraff, geboren am 01. Oktober 1942 in Burscheid bei Köln, zuerst Buchhändler und später Journalist und Schriftsteller, ab 1983, zwei Jahre lang, in die Rolle von Ali Sinirlioglu, den Arbeit suchenden Türken: Ausländer, kräftig sucht Arbeit, egal was, auch Schwerst-und Drecksarb., auch für wenig Geld. Angebote unter 358 458 Mit dieser Anzeige, in verschiedenen Zeitungen veröffentlicht, begann im Grunde die sowohl fesselnde, hoch interessante und leider auch erschreckende, 1985 erstmals erschienene Enthüllungs-Geschichte, welche dem Leser einen exklusiven Einblick in das Deutschland und die Arbeitswelt der frühen 80er Jahren gibt, wie es viele Gastarbeiter und Ausländer erleben mussten und in die sie hineingedrängt wurden. Detailliert schildert Günter Wallraff seine Erlebnisse, die er als Türke Ali Tag für Tag machte in einer von Dreck, Anstrengung und Ausbeutung geprägten Arbeitswelt. Obwohl an manchen Stellen seine Dokumentation als etwas langwierig, oder sogar als langweilig empfunden werden kann, zwingt der Bericht weiter zu lesen. Denn trotz des Fremdschämens, welches an vielen Stellen (nach Meinung der Autoren dieser Rezension) ausgelöst wird, für diese unmenschlichen Bedingungen bzw. Menschenrechtverletzungen, den Schikanierungen und dem Hass denen meist Ausländern und eben die Gastarbeiter damals ausgesetzt waren, verlangt es einen danach weiter zu lesen und noch mehr zu erfahren |
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Sie bauten die ersten Tempel: Das rätselhafte Heiligtum der Steinzeitjäger von Klaus SchmidtTaschenbuch von Deutscher Taschenbuch VerlagAngebote bei Amazon: ab EUR 9,90 ![]() 4,5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3423344903, Erscheinungsdatum: Juli 2008 |
5 Kundenrezensionen:Die Faszination des Faktischen 5 von 5 PunktenWurden die Menschen aus religiösen Gründen sesshaft? Dieser Gedanke liegt nahe, wenn man Schmidts Buch liest. Er selbst behauptet das aber nicht apodiktisch, sondern interpretiert die Funde von Göbekli Tepe, an denen er zum großen Teil selbst beteiligt war, sehr behutsam. Überhaupt ist sein Buch geprägt von einer wohltuenden Seriosität, wenn man es mit anderen Werken vergleicht, etwa "Warum die Menschen sesshaft wurden". Dort etwa spekuliert ein (im Grunde fachfremder) Evolutionsbiologe trotz kaum vorhandener Beweislage einfach mal munter drauf los, dass sich die Menschen niederließen, um Bier brauen und besser dem Rausch frönen zu können. Von solch völlig losgelösten Thesendreschern unterscheidet sich der Experte Schmidt grundlegend. Trotz des wissenschaftlichen Anspruchs ist sein Buch aber auch für den Laien sehr verständlich und gut formuliert geschrieben. Schmidt führt eine Menge Fachbegriffe ein, erklärt aber jeden einzelnen davon direkt im Anschluss. Ein Rezensent hat das kritisiert, ich hingegen finde das gerade gut: Es hat nichts mit Angeberei zu tun. Man kann sowieso davon ausgehen, dass Schmidt das Fachvokabular drauf hat. Das muss so ein Kenner nicht beweisen, aber er bringt es auf unangestrengte Weise dem Leser bei. Der kann davon bei weiterer Lektüre profitieren, denn nicht alle Autoren lassen sich freundlicherweise dazu herab, einem Laienpublikum die Fachtermini persönlich zu erschließen. Das Buch kommt übrigens auch mit einem netten kleinen Accessoire: einem Lesezeichen, auf dem die Urgeschichte tabellarisch aufgeführt ist. Da kann man zwischendurch immer mal wieder spicken, auch wenn Schmidt sich im Text große Mühe gibt, dem Leser zu erklären, von welchem Zeitabschnitt er gerade schreibt. Vielleicht findet mancher die detaillierte Beschreibung der Fundlage(n) zu minutiös. Ich fand sie ganz interessant, da Schmidt erstens gut schreibt und mir zweitens seine Sorgfalt gefällt, den Leser wirklich akkurat ins Bild zu setzen. Ebenso schätze ich seine vorsichtigen Schlussfolgerungen. Man hat nicht das Gefühl, da will wieder mal ein eitler Autor mit flamboyanten, möglichst originellen Ideen überraschen, sondern da ist ein echter Wissenschaftler am Werk, der sich ans Faktische hält und (sich und dem Leser) Raum lässt für künftige Entdeckungen. Für Einsteiger, die nur mal eben so einen lockeren Überblick über die Urgeschichte gewinnen wollen, vielleicht nicht das ideale Erstbuch. Für die, die sich mit der Prähistorie schon ein bisschen beschäftigt haben, aber eine absolut empfehlenswerte Lektüre. Ein schöner Ausgrabungsbericht, spannend wie einroman 5 von 5 PunktenKlaus Schmidt, Archäologe bei den Ausgrabungen zum Göbekli Tepe hat mit diesem Buch einen spannenden Bericht verfasst. Das Ganze lässt sich wie ein Roman lesen und vermittelt nicht die üblich eTrockenheit von Fachbegriffen bzw. sturem herunterzählen von Befunden. Sehr zu empfehlen, auch für neulinge und Leser ohne Vorwissen!! Vorbericht über ein faszinierendes Forschungsprojekt 5 von 5 PunktenDem Team um Klaus Schmidt sind auf dem Göbekli Tepe beachtliche Funde gelungen. Daher konnte die nun vorliegende Publikation eigentlich gar nicht schief gehen; das Faszinosum des steinzeitlichen Heiligtums liegt in seiner Stellung am Übergang zur sesshaften Lebensweise des Menschen sowie in der vielfältigen Bilderwelt des neolithischen Menschen, die am Göbekli Tepe vor Augen tritt. Das Buch ist als Vorbericht zu seit 10 Jahren andauernden Grabungen zu betrachten, dabei ist der Text ist nie zu trocken, gleichwohl stets seriös mit aller gebotenen Vorsicht formuliert, bewegt sich Schmidt doch vielfach auf wissenschaftlichem Neuland und kann, anders als klassische Archäologen oder Ägyptologen, nicht auf eine schriftliche Überlieferung zurückgreifen, um seine Funde in kulturelle Zusammenhänge einzuordnen. Er versucht jedoch bisweilen, einen Bogen zur sehr viel späteren Überlieferung der altorientalischen Hochkulturen zu spannen. Inhalt und Stil des Buches reißen mit. Schmidt versucht einen Mittelweg zwischen allgemein verständlicher Einführung und wissenschaftlichem Vorbericht zu gehen, was ihm erstaunlich gut gelingt. Auf fast 100 Seiten geht es zunächst um Forschungsgeschichte und vergleichbare Fundplätze, dann folgen weitere 100 Seiten mit ausführlicher Beschreibung der Funde und Befunde vom Göbekli Tepe - deutlich wird auch, wie viel bis heute noch nicht ausgegraben ist. Schließlich werden auf gut 70 Seiten Deutungsversuche geboten. Immer macht Schmidt dabei deutlich, wo er Hypothesen und wo er Fakten bringt. Den Wissenschaftler mag ein wenig der bisweilen romanhafte Ton befremden, wenn die Entdeckung des Hügels in fast autobiographischer Schilderung in der ich-Perspektive dargestellt wird. Störend sind zudem die fehlenden Verweise auf die Abbildungen, so dass man im zweiten Abschnitt ständig, auf der Suche nach den erläuternden Plänen und Zeichnungen alleingelassen, das Buch durchblättern muss. Dennoch ist es Schmidts großes Verdienst, sich trotz vieler unsicherer Deutungen oder ungeklärter Fragen zu dieser Publikation entschlossen zu haben und nicht zu warten, bis er vielleicht irgendwann einmal alle sich stellenden Fragen beantworten kann. So liegt am Ende ein erstaunlich "rundes" Buch für Leser mit ganz verschiedenen Interessen vor, das einen faszinierenden Fundplatz wissenschaftlich seriös und dennoch packend vorstellt. Damit zeigt der Verfasser, dass Seriosität und Spannung keinen Widerspruch bilden müssen. Die Faszination der Steinzeitjäger 4 von 5 PunktenFaszinierend, was diese Steinzeitjäger weit vor der Entstehung der ägyptischen Kultur zustande gebracht haben. Wir denken immer, wir Menschen der Neuzeit sind so weit entwickelt ... Nachdem wir uns in letzter Zeit so viel Gedanken wegen der Veränderung des Klimas machen, ist die Beschreibung, was alles in diesem Gebiet wuchs und lebte sehr faszinierend. Dieses Gebiet wirkt heutzutage sehr karg. Es ist das Zeugnis einer Erde, die sich ständig im Wandel befindet. So sehr es zu schätzen ist, dass er Fachsprache und Ausdrücke gebraucht, die für Jedermann verständlich sind, so sehr gerät er dadurch manchmal in viel zu lange Sätze und Abschnitte, die die Ausdauer des Lesers hart testen. Einige seiner Beschreibungen hätte er in der Hälfte der Paragraphenlänge einpacken können. Aber Klaus Schmidt schafft es trotzdem, den Leser bis zuletzt zu faszinieren. Ein sehr interessantes Buch für Leser, die mehr über die Ursprünge unserer Kultur erfahren wollen. Das raetselhafte Heiligtum der Steinzeitjaeger 5 von 5 PunktenDie Entdeckung der Anlage auf dem Goebekli Tepe stellt eine Sensation in der archaeologischen Forschung dar. Eine zehnjaehrige Grabung wurde hier in diesem Paperback (gebundene Ausgabe ebenfalls vorhanden) zusammen gefasst und der Oeffentlichkeit sachlich sauber praesentiert. Mit dem Buch SIE BAUTEN DIE ERSTEN TEMPEL von Klaus Schmidt ist ein Meilenstein der Archaeologie erstmals der Oeffentlichkeit zugaenglich. Das Buch besticht durch seinen sachlichen Aufbau, die Einfuehrung in die Thematik und die vielen Farbabbildungen, welche einem die Steine und die Ornamentik naeher bringen. Gerade die Steine sind es, welche keinen Vergleich mit Stonehenge scheuen muessen und ich bin ueberzeugt, die Ornamentik wird sich noch Weltruhm erwerben. Die Deutungsversuche der Archaeologen sind vorsichtig und Spekulation wird sauber von Faktenwissen getrennt und kenntlich gemacht, Danke dafuer! Als Sachbuch dem Monats ausgezeichnet zeigt das Buch auf, wie wohl der Uebergang von der Jaeger-/ und Sammlergesellschaft in den Bereich der Sesshaftigkeit vonstatten gegangen ist. Auf dem Boden der heutigen Tuerkei in Richtung der syrischen Grenze steht ein archaeologisches Meisterwerk der Frueh-/ und Vorgeschichte der Menschheit, mit einzigartigen Reliefdarstellungen und Skulpturen. 12.000 Jahre ueberdauerte dieses Meisterwerk in der Erde, ungesehen und nicht hinterfragt - es ist nun Zeit, dass sich die Menschen auch mit diesem Erbe auseinandersetzen und ihre Wurzeln hinterfragen. Ein spannendes Buch, dass viele Fragen aufwirft und zu begeistern versteht. Sehr empfehlenswert! |
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Geschichte Istanbuls: Von der Antike bis zur Gegenwart von Klaus KreiserBroschiert von C.H. BeckAngebote bei Amazon: ab EUR 5,50 ![]() 5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 340658781X, Erscheinungsdatum: Februar 2010, Auflage: 1 |
Eine Kundenrezension:Gelungener und kurzweiliger Abriss der Geschichte Istanbuls 5 von 5 PunktenEs sind besonders diese Exkurse, die "Geschichte Istanbuls" von einem einfachen Geschichtsbuch abheben. Hier wird nicht nur die Chronologie eines bestimmten Raumes abgearbeitet, sondern wirklich über den Ort, seine Bewohner, Gebäude und Einrichtungen erzählt und dies mit den historischen Wandlungen verknüpft. Eigentlich sollte das nicht weiter erstaunen, wenn man weiß, dass Autor Klaus Kaiser vorher im Beck Verlag sein Buch "Istanbul. Ein historischer Reiseführer" veröffentlich hat. Die Bücher der Reihe Beck Wissen müssen meist eine Gratwanderung absolvieren. Von Experten geschrieben, basieren sie meist auf deren Standartwerken, die bei Beck erschienen sind. So müssen die kleinen Bücher auf unter 130 Seiten Zusammenfassungen von sehr viel umfangreicheren Werken liefern und komplexeste Zusammenhänge auf wenig Raum erklären. Das kann dazu führen, dass so viele Daten und Fakten genannt werden, dass einem beim Lesen der Kopf schirrt und der Text zu einer bloßen Aufzählung verkommt. Oder aber durch die Reduzierung aufs Wesentliche kann man einen guten, schnellen Überblick erhalten, der durch das Weglassen von allzu vielen Informationen die Zusammenhänge von Ereignissen deutlich machen kann. Die "Geschichte Istanbuls" fällt zum Glück in die zweite Kategorie. Auch wenn viele Entwicklungen nur kurz erwähnt werden können, so kann der Leser doch die verschiedenen Stadien der Stadtgeschichte verfolgen und auch einige Informationen mitnehmen, die man selbst mit Vorkenntnissen so noch nicht kannte. Die kleinen Ausflüge in die Reiseliteratur lockern zudem die Texte auf und sorgen dafür, dass auch 130 Seiten nicht zu trocken werden. Natürlich bleiben auch bei diesem Buch einige Wissenslücken - aber Beck Wissen sollte man eher als einen Einstieg oder eine Zusammenfassung eines Thema verstehen. Diese Funktion erfüllt das Buch perfekt und richtet sich damit nicht nur an Geschichtsinteressierte, sondern auch an alle, die sich wirklich umfangreich auf einen Istanbul-Besuch vorbereiten wollen. |
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Allahs Schatten über Atatürk: Die Türkei in der Zerreißprobe: Die Türkei in der Zerreißprobe. Zwischen Kurdistan und Kosovo von Peter Scholl-LatourTaschenbuch von Goldmann VerlagAngebote bei Amazon: ab EUR 1,41 ![]() 4,5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3442151376, Erscheinungsdatum: August 2001 |
Aus der Amazon.de-RedaktionImmer noch bereist das Journalisten-Urgestein Peter Scholl-Latour alle Winkel unserer Erde, um Material für seine Bücher zusammenzustellen. Diesmal war die Türkei sein Reiseziel, und in Allahs Schatten über Atatürk erklärt er die komplexe Situation dieses Landes. Die Türkei, das ist ein Land der Gegensätze: Kaum 10 Kilometer außerhalb der pulsierenden Metropole Ankara finden sich Ortschaften, die aus einer früheren Zeit zu stammen scheinen. Und dies ist nur ein äußerlicher Widerspruch in einem Staat, der auch innerlich stellenweise bis zum Zerreißen angespannt ist. Mehr oder weniger fundamentalistische Islamisten gehen gegen den säkularen Staat vor, gemeinsam ist allen nationalistischen Türken ihr Unverständnis gegenüber der Situation der Kurden -- das alles sind Aspekte eines Landes, die sich nicht in einfachen Schwarzweißmustern erläutern lassen, aber dringend erklärungsbedürftig sind. Denn die Türkei strebt in die Europäische Union, und es ist wichtig, ihre innere Situation zu verstehen. Scholl-Latour widmet jedem Problemkreis der Türkei ein Kapitel, namentlich den Islamisten, den Kurden, den in Deutschland lebenden Türken, der Glaubensgemeinschaft der Aleviten und dem Kosovo, der historisch eng mit der Türkei verbunden ist. Sein Buch ist eine wichtige Informationsquelle, die die modernen türkischen Entwicklungslinien wie das neuerwachte Nationalbewußtsein aufzeigt. Scholl-Latour liefert aber keine reine Faktensammlung, sondern vielmehr einen mit Informationen gespickten Reisebericht. Er sprach mit einfachen Bürgern vor Ort ebenso wie mit Politikern. Dadurch entsteht ein lebendiges Bild der heutigen Türkei, das aber auch die zum Verständnis nötigen historischen Tatbestände beinhaltet. Trotz aller Gegensätze und Schwierigkeiten entpuppt sich die Türkei als ein faszinierendes Land an der Schnittstelle zwischen Europa und Asien, zwischen Orient und Okzident. --Joachim Hohwieler 5 Kundenrezensionen:Superbuch 5 von 5 Punktenwie alles was ich bisher von Peter Scholl-Latour gelesen habe ist auch dieses Buch ein Musterbeispiel an Vermittlung von kompliziertem politisch-religiösem Wissen eines fremden Landes , diesmal der Türkei - in einer unachahmlichen Form , so dass es jeder versteht ! Er ist und bleibt einer meiner Lieblingsautoren ! umfassend, eigentümlich 5 von 5 Punktenscholl-latour läßt uns teilhaben an seinem unglaublich breiten wissen über historie und gegenwart selbstverständlich nicht nur der heutigen türkei. einiges an vorkenntnissen halte ich jedoch für unabdingbar, weil er sich gern mit selbstverständlichkeit auf begriffe, gruppierungen oder personen bezieht, die nicht jedem geläufig sind. seine ausführungen sind gern persönlich gefärbt.. da er diesen umstand jedoch nicht zu verbergen versucht, schätze ich es als unterhaltsamen bestandteil dieses buches. vielleicht nicht jedermanns/-fraus sache.. umfassendes, interessantes buch! Kenntnisreich & Belehrend 5 von 5 Punkten"Peter Scholl-Latour ist ein ausgezeichneter Kenner der Vergangenheit und der Gegenwart Asiens und des Nahen Ostens". Dieser oder ein ähnlich klingender Satz taucht mindestens in jedem zweiten Satz auf, wenn über Peter Scholl-Latour geschrieben und gesprochen wird. Doch Ehre, wem Ehre gebührt. Der Satz spricht eine Wahrheit aus. Scholl-Latour ist ein wirklicher Experte. Er weiß, worüber er redet und etwas das viel wichtiger ist, er weiß worüber sein Gegenüber redet. D. h. er erkennt schnell, ob jemand versucht ihn mit schönen Worten in die Irre zu führen. Dies wird an vielen Stellen in diesem Buch deutlich. Scholl-Latour wird, was seine Kenntnisse über die Historie und die Machtverhältnisse in Asien und im Nahen Osten angeht, von den meisten seiner Gesprächspartner - zumeist von denjenigen, die nicht wissen wer ihnen gegenübersteht - häufig sehr unterschätzt. So kann er jedoch gut einschätzen, was er von seinem gegenüber halten kann. Dieses Buch über die Türkei - erschienen 1999 - behandelt in fünf Kapiteln sowohl die Vergangenheit als auch die damalige Gegenwart der Türkei. Themen wie Kurdistan, die PKK, Abdullah Öcalan fehlen natürlich ebenso wenig wie damals schon das aktuelle Thema Islamisten und die Diskussion über den Schleier. Je kurze Kapitel sind den "Türken in Deutschland" gewidmet sowie der Glaubensrichtung der Aleviten. Das letzte Kapitel begleitet den Kosovo-Einsatz der türkischen Armee und zeichnet ein Bild der Geschichte dieses historischen Gebiets. Das alles wird in einem einfach zu lesenden und informativen Stil vermittelt. Immer wieder kommen Anekdoten aus den persönlichen Erinnerungen des Autors dazu. Kenntnisreich und belehrend - im positiven Sinne - wird hier Geschichte & Politik vermittelt. Nicht aktuell, aber informativ 4 von 5 PunktenWenn Peter Scholl-Latour über ferne Länder, fremde Kulturen oder Krisenregionen berichtet, so sind das immer auch Innenansichten. Anders als viele zeitgenössische Journalisten, die oftmals nur über selbst gelesenes schreiben, stellt der Altmeister auch in diesem Buch eine Fülle von Informationen zusammen, die er - teils über Jahrzehnte hinweg - in eigener Person vor Ort gesammelt hat. Inhaltlich gelingt Scholl-Latour der angestrebte Brückenschlag aus der osmanischen Geschichte in die Moderne und das bevorstehende 21. Jahrhundert. Dabei beschreibt er schonungslos die Extreme von nahezu westlicher Aufgeschlossenheit bis zu diversen Formen des Radikalismus, ohne gleichzeitig die Vielschichtigkeit der Traditionslinien und der Zukunftserwartungen der Türken zu ignorieren. Da es sich um die Neuauflage eines fast zehn Jahre alten Buches handelt (bezogen auf eine Buchclub-Ausgabe von 2008), bildet der Kosovo-Konflikt einen Angelpunkt für den Ausblick. Inzwischen hat sich die Geopolitik allerdings unvorteilhaft weiterentwickelt, was nicht ohne Einfluss auf die Innenpolitik der Türkei gewesen ist, und sich gerade auch in der Wahl eines des Fundamentalismus verdächtigen Ministerpräsidenten niederschlägt. Insofern hätte das Buch auch eine echte Neufassung verdient. PLS -Schatten.. Atatürk ... 5 von 5 PunktenDie Edition ist zwar nicht mehr die Neueste - jedoch fürchte ich, P-SL hat wieder Mal mit hellseherischen Kräften in die politische Zukunft geblickt. Abschweifungen der letzten Kapitel über das einstige Jugoslawien gehören nicht in dieses Buch - dazu waren sie zu weit hergeholt. |
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Atatürk, Kemal: Mit Selbstzeugnissen und Bilddokumenten von Bernd RillTaschenbuch von rororoAngebote bei Amazon: ab EUR 3,25 ![]() 4,5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3499503468, Erscheinungsdatum: November 1985, Auflage: 9 |
5 Kundenrezensionen:Gravierender Fehler 3 von 5 PunktenEr nannte sich nicht selbst "Vater aller Türken", dieser Titel wurde ihm durch das Parlament als Ehrentitel verliehen! Leider geistert diese Behauptung durch viele Biografien und wird dazu benutzt, die These des Machtmenschen Atatürk zu festigen. Unter anderem bekam er den Titel "Gazi". Es wäre schön wenn man bei den geschichtlichen Tatsachen bleiben würde und so nicht die historischen Fakten verfälscht. Vielen Dank. Guter Überblick über Atatürk, die Geschichte der Türkei 5 von 5 PunktenBis auf eine, für oberflächliche Leser, mißverständliche/unglückliche Analogie mit Hitler ein überraschend gut recherchiertes Buch. Habe es in einem Zug durchgelesen. Hilft sicher viele Vorurteile gegen über das osmanische Reich, die Türkei und Atatürk abzubauen und verändert bei manchem Leser die Perspektive auf die türkische Geschichte, Kultur und Gesellschaft. Sehr empfehlenswert. Interessantes Buch über "den großen Reformer" der Türkei 5 von 5 PunktenWer öfter schon einmal in der Türkei war, wird festgestellt haben, dass man immer wieder auf Kemal Attatürk trifft, da man überall auf Fotos von ihm stößt. Wenn man sich die Frage stellt, wer Attatürk war und was er bewegt hat, so gibt dieses kleine und preiswerte Buch, einen guten Einblick in sein Schaffen. Kemal Attatürk wurde mit dem Namen Mustafa 1881 in Saloniki als Sohn zweier Türken (einem Zollbeamten und einer Bauerntochter) geboren. Seine Eltern waren sehr arm und konnten Kemal somit nicht viel ermöglichen. 1893 trat Mustafa Kemal Attatürk in die Militärschule in Saloniki ein. Von hier aus schaffte er es bis zur Generalstabsakademie in Istanbul. An den Kriegsakademien gab es oppositionelle Treffen, die sich Watan (arab. Vaterland) nannten. Nachdem Attatürk sein Abschlußexamen absolviert hatte, benutzte er seine Zeit, um die Geheimzeitungen von ?Watan" zu drucken und heimliche Versammlungen abzuhalten. Er wurde erwischt und kam ins berühmt berüchtigte ?Rote Gefängnis" in Istanbul. Seine revolutionären Treffen legte man ihm als Jugendsünde aus und versetzte ihn als Hauptmann nach Damaskus. Aber Attatürk ließ sich nicht abschrecken: In Damaskus gründete er erneut Watan-Zirkel und verbreitete seine Theorien unter den Soldaten, so dass es - mit dem Marsch auf Istanbul im Jahr 1908 - zu einer Revolution gegen den Sultan kam. Diese Revolution war aber erst der Auftakt vieler jahrelanger Säuberungskriege gegen die Russen, die Griechen, die Deutschen, Engländer und Franzosen und den Sturz des Sultans. Kemal Attatürk war dem Westen zugeneigt und wollte aus der Türkei einen modernen Staat nach westlichem Vorbild machen. Er hatte zudem auch eine Abneigung gegen die Verbindung von Staat und Religion, wie sie unter dem Sultan Brauch war. Unter Kemal Attatürk wurde die traditionelle Kopfbedeckung, der Fes, verboten und gegen westliche Hüte ausgetauscht. Alle Beamten mussten westliche Kleidung tragen. Pluderhosen, Mantel und Turban waren verboten. Zudem trieb Attatürk die Gleichberechtigung der Frau voran, indem er im ?Türkischen Bürgerlichen Gesetzbuch" von 1926 gleiche Rechte zwischen Mann und Frau vorsah. Mädchen wurde die Möglichkeit der höheren Schulbildung, inklusive Universitäten, eröffnet. Er forderte die Frauen auf, den schwarzen Überwurf (Tscharschaf) bzw. den Schleier abzulegen. Durch ein Gesetz im Jahr 1928 wurde die lateinische Schrift (zuvor wurde das arabische Alphabet), nach europäischem Vorbild verwendet. Die gesamte türkische Sprache wurde in einer linguistischen Aufräumaktion neu gestaltet. Aber dies sind nur einige Fakten über die Epoche unter Kemal Attatürk. Dieses kleine Buch liest sich packend wie ein Krimi. Attatürks reformerische Erfolge werden dargestellt, aber es wird auch ein Attatürk aufgezeigt, der hitzig, durchgreifend und dem Alkohol und Frauen zugewandt war. Alles in allem ein packendes Buch über einen großen Staatsmann und Reformer. Es lohnt sich sehr 5 von 5 PunktenDie Biografie von Kemal Atatürk ist für jeden -nicht nur Türkeireisenden-, der sich für die politische Situation der Türkei interessiert sehr informativ. Vor allem auch Redeauszüge, die auf die Situation Deutschlands vor der Nazizeit eingehen zeigen die Weitsicht dieses Politikers. Absolut lohnenswerte Lektüre. Der Ghazi 5 von 5 PunktenEine Tolle informative kleine Biografie über den Vater der Türkei. Ich kann mich immer wieder über die kleinen Biografien von rororo nur wundern wie sie auf wenigen Seiten einen hervorragenden Überblick über eine Persönlichkeit widerspiegeln. Diese Biografie über Kemal Atatürk ist zwar nicht als Nachschlagewerk geeignet. Für jemanden der nichts oder wenig über Kemal Atatürk weiß ist sie sehr zu empfehlen. Mir gefällt diese kleine Bio" besser als manche große diese ist zwar nicht so ausführlich aber sehr leicht und verständlich zu lesen. |
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Die Eroberung von Konstantinopel 1453 von Steven RuncimanGebundene Ausgabe von C.H.BeckAngebote bei Amazon: ab EUR 14,50 ![]() 5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3406025285, Erscheinungsdatum: Dezember 2007, Auflage: 6. Auflage. |
3 Kundenrezensionen:Einfach ein schönes Buch 5 von 5 PunktenInteressant und faktenreich wird die Eroberung Konstantinopels durch die Türken im Jahre 1453 beschrieben. Die Detailfülle ist gerade richtig dimensioniert: Man lernt vieles, kann sich in die Zeit hineindenken, aber man wird nie gelangweilt. Klar tritt hervor, dass die Eroberung nur wegen der Zerstrittenheit des Westens möglich war - eine Zerstrittenheit, die der Sultan geschickt nutzte. Das Buch ist einfach eine schöne Lektüre für ein paar Abende! gut historisch aufgeschlüsselt, sehr fakten- und detailreich 5 von 5 PunktenEin Buch, dass die Thematik der Eroberung von Konstantinopel durch die Türken von allen Standpunkten beleuchtet und von historischer Seite einen prima Überblick gibt, ohne dass man mit der Thematik der byzantinischen Geschichte zwingend vertraut sein muss. In insgesamt 13 Kaptiteln beleuchtet Runciman den Verfall des byzantinischen Reiches und den Aufstieg der Türken, er gibt einen sehr detailreichen Hintergrund, wie es zur Belagerung kam und wie diese abgelaufen ist. Für Historiker und Geschichtsinteressiert sehr zu empfehlen. Ein herrliches Buch! 5 von 5 PunktenObwohl das Buch schon etwas älter ist (1966), zählt es meiner Meinung nach zu den besten Büchern über die Osmanen bzw. die Eroberung von Konstantinopel. Das zweite Kapitel schildert sehr schön die Entwicklung/Entstehen der Seldschuken und Osmanen und geht dann lebhaft über zur Schilderung der Eroberung. Am Schluss werden noch die einzelnen Quellen bzw. Geschichtsschreiber kommentiert. Ein herrliches Buch! |
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Geschichte der Türkei von Udo SteinbachTaschenbuch von C.H.BeckAngebote bei Amazon: ab EUR 3,90 ![]() 5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3406447430, Erscheinungsdatum: Mai 2010, Auflage: 5 |
Eine Kundenrezension:Wichtiger Beitrag zum historischen Verständnis 5 von 5 Punkten"....sind große Anstrengungen nötig auf dem Feld der Meinungsfreiheit, bei den Frauenrechten, bei den Gewerkschaften und den Rechten der nicht-muslimischen Religionsgemeinschaften." (Olli Rehn, Erweiterungskommissar der EU) Vor der "Geschichte der Türkei" hat timediver® den ebenfalls in der Reihe "C.H.Beck Wissen" erschienenen Band "Nationalismus" von Hans-Ulrich Wehler gelesen. Im Band des Islamwisenschaftlers und ehemaligen Leiters des Deutschen Orient Instituts, Udo Steinbach (Jg. 1943) offenbart sich - bisweilen auch unter umgekehrten Vorzeichen - eine Vielzahl von Aspekten der vorgangenen Lektüre. Nach Erläuterungen zu Schreibweisen und Ausdrücken, Abkürzungen der türkischen Parteien und einem Vorwort zur Situation der Türkei zu Beginn des 21. Jahrhunderts geht Udo Steinbach zunächst kurz auf die geograhische Herkunft und Stammheimat der Türken ein. Ihre Geschichte kann bis in das 6. nachchristliche Jahrhundert in Zentralasien nachverfolgt werden. Beginnend mit der Schlacht bei Mazinkert (1071), in der Alp Arslan dem Byzantinischen Reich eineverheerende Niederlage zufügen konnte, wird die Geschichte der Seldschuken und Osmanen im Zeitraffer dargestellt. Am Ende des multinationalen Osmanischen Reiches, dessen Herrscher als Kalif zudem auch Oberhaupt der islamischen Umma war, steht nach einem Jahrhunderte währenden Aufstieg und schleichender Dekadenz der "kranke Mann am Bosporus". Die Niederlage im ersten Weltkrieg und die revolutionären Kräfte der Jungtürken unter Führung Mustafa Kemals bereiteten dem alten System schließlich ein Ende. Kapitel drei ist der Enstehung der modernen Türkei gewidmet. Hierzu zählen Besetzung des Landes durch ausländische Truppen, vertragliche Regelungen zu den euen Grenzen, Einigung mit Russland, Aussparung eines eigenen Staates für Armenier und Kurden pp. Die kemalistische Republik mit ihren inneren Umgestaltungen und einer Außenpolitik der "völligen Ungebundenheit" stehen im Mittelpunkt des vierten Kapitels. Die Abschaffung des Kalifats, das Verbot zum Tragen des Fes, die Einführung der lateinischen Schrift und die Verlegung der Hauptstadt in das anatolische Ankara sind die wichtigsten Beispiele zur vollständigen Sakularisierung des einstigen Kalifats. Die Neutralität verschafft der jungen Republik auch außenpolitisch eine neue Rolle. Die nachfolgenden Kapitel beschreiben den Weg der Türkei nach dem zweiten Weltkrieg, vom Einparteienstaat zu einer prekären Demokratie. Das Land als Nahtstelle verschiedener Welten und seine neue Rolle. Besondere Themen sind der NATO-Beitritt, die Zypernkrise, der Kurdenkonflikt, die heute Bewertung des armenischen Genozids, der noch im osmanischen Reich stattfand, die militärische Zusamemnarbeit mit Israel, sowie die Rolle des Islam in der türkischen (multikulturellen?) Gesellschaft. Das politische System mit seiner Vielzahl untergegangener und wieder-, bzw. neugegründeter Parteien und eine Zehnprozentklausel zum Einzug ins Parlament à la Türkei sind wohl nirgendwo anders auf der Welt zu finden. Eine deratige Dynamik ist nicht nur in Deutschland nahezu undenkbar. "Die Türkei im Spannungsfeld von Tradition und Wandel" ist Gegenstand des siebten und letzten Kapitels. Als zentraler Punkt sind hierbei die am 3. Oktober 2005 begonnenen Verhandlungen für einen Beitritt des Landes zur Europäischen Union zu sehen. Trotz Kalifat hatte bereits das osmanische Reich nicht nur aus geographischer, sondern auch aus programmatischer Sicht nach Europa gestrebt. Neben dem aufstrebenden Islamismus wird auch ein Ausblick auf die Vermittlerroller der Türkei zwischen Islamischer Welt und Europa, sowie ihre Leitfunktion für alle turanischen Völker bis in die ostchinesische Provinz Xinjiang gerichtet. Neben "Die Türkei im 20. Jahrhundert" und anderen Büchern zu den Themen Islam, Gesellschaft pp., sowie zahlreichen Artikeln in Fachzeitschriften stellt auch der Band aus der C.H.Beck-Reihe Wissen einen wertvollen Beitrag zum Verständnis der jüngeren Geschichte des Landes dar, den jeder gelesen haben sollte, ehe er sich an einer Pro- und Kontra-Diskussion um einen EU-Beitritt der Türkei beteiligt. 5 Amazonsterne. |
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Mrs. Atatürk Latife Hanim: Ein Porträt von Ipek ÇalislarTaschenbuch von btb VerlagAngebote bei Amazon: ab EUR 10,95 ![]() 5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3442740622, Erscheinungsdatum: Oktober 2010 |
3 Kundenrezensionen:Die Geschichte einer Liebe ohne Happy End 5 von 5 PunktenLatife Hanim (der Zusatz Hanim steht für Dame, Frau - 1899-1975) und Mustafa Kemal Pascha (1881-1938), türkischer Soldat, Führer und Staatsmann, der die Republik Türkei gegründet hat und ihr erster Präsident wurde. Zweieinhalb Jahre waren die beiden verheiratet, von 1923-1925. In den Jahren nach der Scheidung wurde Latife von der offiziellen Geschichtsschreibung ignoriert. Ipek Çalislar erzählt mit diesem Buch nicht nur die Geschichte einer Frau, wie sie in einer wohlhabenden Familie aufwuchs, das Zusammenleben, die Zeit nach der Trennung bis zu ihrem Tod, sie zeigt auch die ersten, schwierigen Jahre der Republik, zeigt die gesellschaftlichen Umbrüche und welche Rolle Latife dabei spielte. Die Schwerpunkte reichen dabei von dem gesellschaftlichen Leben bis hin zur türkischen Frauenbewegung. Das türkische Zivilgesetz, welches 1926 in Kraft trat und auf dem Schweizer Zivilgesetz basiert, wurde zumindest laut der Zeitschrift TIME durchaus von Latife beeinflusst. Die Führerin der türkischen Frauenbewegung jener Zeit war jedoch Nezihe Muhiddin. Darüber hinaus geht Ipek Çalislar aber auch auf spezielle Fragen ein: Worauf gründete die Ehe? Spielte bei der Eheschließung Geld eine Rolle? Was waren die Gründe für die Scheidung? Dabei gibt es keine klaren Antworten. Die Zeitzeugen sind tot und so hat die Autorin aus Dokumenten und Aussagen Verschiedenes zusammen getragen, welches sie dem Leser neutral präsentiert. Komplex, nicht einfach. Sicher scheint mir zumindest, dass Atatürk sehr wohl eine gebildete und selbstbewusste Frau schätzte. Warum sonst hätte er Latife geheiratet, sie nachhaltig unterstützt auf ihrem Weg. Hätte er ein Heimchen am Herd gesucht, so wäre Fikriye - eine Verwandte Atatürks und die Frau, die vor Latife seinen Haushalt führte - die richtige Wahl gewesen. Dass Fikriye ihn liebte und durch die Heirat maßlos enttäuscht wurde, zeigt ihr Selbstmord. Nein, meiner Meinung nach schätzte der türkische Führer eine Frau, mit der er auf Augenhöhe leben konnte, die durch ihre Fremdsprachenkenntnisse ausländische Diplomaten beeindruckte, die Reden halten konnte, die selbstbewusst ihre Meinung äußerte. Latife selbst schwieg bis zu ihrem Tode über die Beziehung und hat auch ihre Verwandten zum Schweigen verpflichtet, so dass die Recherchen der Autorin erschwert wurden. Sie musste vor allem Dokumente, Zeitschriften, Zeitungen, Memoiren von Zeitzeugen und andere Bücher als Informationsmaterial nutzen. Zwei Jahre lang dauerten die Arbeiten. Die Bibliografie am Ende des Buches ist erstaunlich umfangreich. Schade nur, dass die meisten Bücher türkische Titel tragen. Des Weiteren sind natürlich nicht nur mehrere Seiten mit Fotografien vorhanden, sondern auch ein Anhang, in dem die wichtigsten Ereignisse (z.B. Gallipoli, Friede von Lausanne, etc.) sowie Personen und sonstige Besonderheiten erläutert sind. Im Text selber sind immer wieder Zitate (kursiv / eingerückt) eingebaut. Diese Zitate sind mitunter auch länger, stören aber zumindest meiner Meinung nach den Lesefluss nicht, sondern unterstützen die Aussagen der Autorin. Mein Fazit: Ipek Çalislar erzählt nicht nur von einer gebildeten, fortschrittlichen Frau, sie zeigt auch unbekannte Seiten des Gründers der Republik Türkei. Seiten, die einem den Menschen Atatürk näherbringen. Gut geschrieben mit gelungener Integration des geschichtlichen Hintergrunds. Meiner Meinung nach empfehlenswert für Leser, die an Biografien Spaß haben oder sich für historische Themen interessieren. Berührende Biografie 5 von 5 PunktenDieses Buch macht deutlich, warum Latife Hanim einen so großen Einfluss auf ihren berühmten Mann hatte. Lange Zeit war leider die allgemeine Ansicht die, dass sie wie eine Katastrophe über Mustafa Kemal Atatürk gekommen war. Sie war emanzipiert, wortgewandt, intelligent und ging Auseinandersetzungen nicht aus dem Weg. Sie hatte, wie ihr Mann, den Traum von einer "westlichen" Türkei - doch sie wurde verstoßen, verleumdet und totgeschwiegen. Wahrscheinlich war sie ihrer Zeit zu weit voraus... Ipek Calislar hat all das "vergessene" Wissen über Latife Hanim wieder hervorgeholt und damit das Bild, das von ihr herrscht, grundlegend verändert. Doch "Mrs. Atatürk" zeichnet nicht nur die bewegende Lebensgeschichte der Latife Hanim nach, sondern auch einen prägenden Abschnitt der Geschichte der Türkei. Ein sehr bewegendes Buch, das seinen Leser mitnimmt in die bewegte Zeit der türkischen Republiksgründung und gleichzeitig auch von einer großen Liebe erzählt, die leider viel zu früh "abgebrochen" wurde. Nicht nur ihrer Zeit war diese beeindruckende Frau weit voraus - auch heute kann sie Vorbild vieler Frauen sein. Die Biografie einer beeindruckenden Frau 5 von 5 PunktenDas Portrait beeindruckt den Leser auf verschiedenste Weise. Man erlebt die Republikgründung aus den Augen der Ehefrau Atatürks, hat Teil am Wandel der Politik und der türkischen Gesellschaft Anfang des 20. Jahrhunderts und erfährt somit die Geschichte der Türkei aus einer vorher nie dagewesenen Perspektive. Latife Hanim ist eine mutige, starke und doch sehr sensible Frau, die das Bewusstsein und den Weg für ein neues Frauenbild in der Türkei ebnete. Gerade dass macht das Buch so lesenswert! Das Leben dieser vielschichtigen Frau nimmt einen in den Bann. Es verknüpft die offizielle Geschichte mit einer persönlichen Sicht und zeigt neben der Liebe zum Staatsgründer auch die Schattenseiten dieser Ehe und die Schwierigkeiten im Kampf um ein selbstbestimmtes Leben. |
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