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Produkt-Bild: Evita Peron

Evita Peron von Alicia Dujovne Ortiz

Taschenbuch von Aufbau Tb
Angebote bei Amazon: ab EUR 5,00

4 Punkte, empfehlenswert.
4 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
ISBN: 374661399X, Erscheinungsdatum: 2007, Auflage: 4., Aufl.
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4 Kundenrezensionen:

Informativ und ehrlich
4 Punkte 4 von 5 Punkten
Eingangs sollte erwähnt werden, dass auch politisches Interesse vorauszusetzen ist. Es ist nicht nur eine Lebensgeschichte von Evita Perron sondern auch die Geschichte Argentiniens damit verbunden. Mein Rat ist, sich in diesem Buch nur auf Evita zu konzentrieren da sehr viele Namen von Politikern, Militärs, Künstler etc. vorkommen, die nur unmittelbar wichtig sind. Gesamt gesehen war es ein sehr informatives und ehrliches Buch bei dem die Autorin sich manchmal auf fremde Autoren und Informanten beruft. Hier wird eine Evita beschrieben, die nicht vielen Menschen bekannt war.
Als wäre man dabei gewesen...
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Diese Biographie über Evita Peron ist derart fesselnd geschrieben, dass ich das Buch kaum mehr aus der Hand legen konnte. Historische Fakten werden nicht lediglich aneinandergereiht, sondern werden so lebendig geschildert, dass man meint, man könne Evitas Argentinien spüren. Vor allem die Hintergrundinformationen zu ihrer Familie, zu ihrem Leben als erfolglose Schauspielerin in Buenos Aires, zu ihrem Mann und zu der damaligen aktuellen politischen Situation in Argentinien, die den Erfolg von Evita zweifellos mitbestimmt haben, werden anschaulich dargestellt und bilden den Rahmen der "Handlung". Speziell Leser, die noch nichts über Evita wissen, finden hier alle Informationen, die sie benötigen, um sich ein eigenes Urteil über die "argentinische Nationalheilige" zu bilden.
Durch die Lektüre dieser Biographie, die wie ein spannender Roman geschrieben ist, bin ich zu einem richtigen Evita-Fan geworden.
Schlechte Übersetzung
3 Punkte 3 von 5 Punkten
Leider ist die Übersetzung des Buches von A. D. Ortiz schlecht gelungen. Zu viele Fehler und schlechte Redewendungen bzw. ein schlechter Stil verderben die Freude an der an sich sehr interessanten und mit vielen spannenden Details versehenen Darstellung von Evita Perons Leben.
Wunderbar!
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Ich kaufte dieses Buch, weil ich mehr über Eva Peron und Argentinien wissen wollte. Und ich wurde nicht enttäuscht. Sehr interessant geschrieben erfährt der Leser nicht nur etwas über Evitas Leben sondern auch über politische Hintergründe dieser Zeit. LESEN!
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Produkt-Bild: Verschwunden: das Fotoprojekt ausencias von Gustavo Germano mit Texten zur Diktatur in Argentinien 1976-1983

Verschwunden: das Fotoprojekt ausencias von Gustavo Germano mit Texten zur Diktatur in Argentinien 1976-1983 von Gustavo Germano, Juan Gelman, Jorge Luis Borges, Horacio Verbitsky

Broschiert von Münchner Frühling
Angebote bei Amazon: ab EUR 23,59

5 Punkte, sehr zu empfehlen!
5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
ISBN: 3940233439, Erscheinungsdatum: August 2010, Auflage: 1
Zoom ± Produkt-Bild: Verschwunden: das Fotoprojekt ausencias von Gustavo Germano mit Texten zur Diktatur in Argentinien 1976-1983

2 Kundenrezensionen:

Das Fotoprojekt zur Diktatur in Argentinien 1976 - 1983
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Wer weiß schon was passiert ist zwischen den Jahren 1976 und 1983 in Argentinien? Wer kennt die Auswirkungen der Diktatur? Dieses Fotoprojekt nimmt uns mit auf eine düstere Reise in diese Zeit und vermittelt mittels Fotos ein vorher und nachher Gefühl - doch halt, was fehlt denn da? Es sind Personen und Gefühle, Gesichtseindrücke und Orte, etwas fehlt und genau dies lässt einen erschauern. Wo sind diese Personen geblieben, niemand weiß es, die Orte sind geblieben, die Menschen aber sind verschwunden...

Mir war ein wenig beklommen ob der Photos, der Namen und der zerstörten Leben. Was geschah in Argentinien zwischen 1976 und 1983. Wo sind die Eltern, die Kinder geblieben? Wo die Ehemänner und wo die geliebten Frauen? Wo die Söhne und Töchter und was taten die Täter?

Die Photos zeigen ein vorher / nachher - Photos vor dem verschwinden und nach dem Verschwinden und das Gefühl der Taubheit bleibt. Diktaturen waren noch nie angenehm und was soll man davon halten das so viele Menschen sterben mussten bis die Sicherheit für alle erreicht ist...

Was denken die Täter, die Sicherheitsleute und was die Zwangsadoptierten Kinder? Man sieht es den Menschen an, die Liebe ist verschwunden, die Zuversicht und die Lebensfreude.

Das Buch DAS PHOTOPROJEKT VON GUSTAVO GERMANO zeigt die hässliche Fratze der Diktatur - egal welcher Überzeugung die Opfer waren, das ist zweitrangig, es zeigt auf, zu was Menschen immer noch in der Lage sein können.

Nicht nur für Argentinien Freunde, nicht nur für Politikbegeisterte, sondern für alle diejenigen denen die Menschheit am Herzen liegt.

Sehr empfehlenswert!
"Jemand wischt/die Folter aus der Zelle/wäscht das Blut weg/die Bitterkeit nicht."( Mario Benedetti)
5 Punkte 5 von 5 Punkten
1976 wurde Isabel Peron in Argentinien durch einen Militärputsch unter Führung des Generals J.R. Videla und seinen Nachfolgern in diktatorisches Regierungssystem, das im Zeichen eines ständig steigernden Staatsterrorismus nicht nur die terroristischen Aktivitäten linksperonistischer und sozialistischer Gruppen bekämpfte, sondern auch die gesamte Oppostition unterdrückte, abgesetzt.

Noch heute kämpfen die Angehörigen der über 30. 000 Verschwundenen um Gerechtigkeit und werden von Künstlers durch entsprechendes Engagement in der Literatur, im Film, im Theater und in der Musik unterstützt.

Im vorliegenden Buch wird man anhand von Bildern und Prosa- sowie Lyriktexten mit dem schmutzigen Krieg der argentinischen Militärs konfrontiert. 15 Fotopaare und die dazugehörigen Biographien geben einen Eindruck von dem unsägliche Leid, das die Argentinier aufgrund des Staatsterrors ertragen mussten.

Gleich zu Beginn wird General Videla zitiert, um die Monströsität des Regimes zu verdeutlichen:"In Argentinien werden alle Personen sterben müssen, die notwendig sind (sic), um die Sicherheit des Landes zu erreichen" (Zitat: Videla, 1975).

Die Bilder jener Tage zeigen junge, sehr fröhliche Menschen. Jedem Bild ist ein Foto von heute gegenüber gestellt, auf dem stets einer Mensch fehlt. All diese fehlenden Personen wurden Opfer des Militärregimes.

In einem der Texte - er wurde am 30.4.1988 von den Müttern der "Plaza de Mayo" verfasst- liest man wie die Militärs ihre grausamen Taten zu exkulpieren versuchten:"Es sind Terroristen, irgendetwas werden sie schon angestellt haben, man muss sie vernichten. Bis zur Erschöpfung wiederholten sie das, die Militärs, der bewaffnete Arm der herrschenden Klasse, und diejenigen, die solches Grauen und so viele Tode durchführten. Eins um das andere Mal wiederholten es die Würdenträger der Kirche, die Gewerkschaftfunktionäre, die verstrickten Richter, die korrupten Politiker, und auch, man muss es aussprechen, ein großer Teil der Mittelschicht, der sein Gewissen für Reisen nach Miami und Importfernseher hergab."(Zitat S. 72)

Zahlreiche schriftliche Dokumente aus jenen Tagen des Terrors sind im Buch nachlesbar und verdeutlichen, was machtbessene Menschen ihren Mitmenschen an zu tun in der Lage sind, wenn man sie nicht einbremst.

Der Schriftsteller Julio Cortázar verfasste 1981 einen Text mit dem Titel " Wirklichkeit und Literatur in Lateinamerika", den man im Buch nachlesen kann. Hier schreibt er u.a. "deshalb sollte jeder, der ein Buch öffnet, das in einem dieser Länder geschrieben und herausgegeben wurde, wo das kritische Denken und manchmal sogar die Phantasie als Verbrechen gelten, es lesen , als halte er eine jener legendären Flaschen in den Händen, die ins Meer geworfen wurden, um eine Botschaft, oder eine Hoffnung so weit zu tragen wie möglich" (Zitat: S. 95).

Im Rahmen meines Politikstudium belegte ich einst bei einem argentinischen Professor, der diesem schrecklichen Terror entkommen konnte, zwei Hauptseminare "Literatur in Lateinamerika(1 und 2)", um das Verhalten der dortigen Mittelschicht an literarischen Texten zu analysieren. Wir befassten uns damals auch mit Cortázar, dessen Texte tatsächlich an Flaschenpost erinnerten, die den Hoffnungsgedanken bis nach Europa trugen.

"Verschwunden" ist ein beeindruckendes Buch, das auf die üblichen Klappentexte verzichtet und stattdessen auf den Innenseiten der Buchdeckel die Namen unzähliger Verschwundener auflistet.

Sehr empfehlenswert.
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Produkt-Bild: Che Guevara: Leben - Werk - Wirkung (Suhrkamp BasisBiographien)

Che Guevara: Leben - Werk - Wirkung (Suhrkamp BasisBiographien) von Stephan Lahrem

Taschenbuch von Suhrkamp Verlag
Angebote bei Amazon: ab EUR 3,44

4,5 Punkte, empfehlenswert.
4,5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
ISBN: 3518182064, Erscheinungsdatum: März 2005, Auflage: 4
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5 Kundenrezensionen:

Super Basiswerk
4 Punkte 4 von 5 Punkten
Ich habe vor einem jahr Kuba bereist und fand es dort echt klasse - immer wieder wird man mit den Legenden und der geschichte konfrontiert. Ich wusste zwar einiges über den großen Che wollte es aber jetzt endlich vertiefen. Es ist nicht sehr ausschmückend aber es herscht eine klare Linie, viel Wissen und eine super Struktur. Werde jetzt noch das Buch von Anderson lesen.
Umfangreich und Treffend!!!
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Diese Buch ist wirklich ein Muss für alle, die mit Shirts, Postern und Buttons von Che ihr Leben schmücken und eigentlich keine Ahnung haben, wer Che Guevara eigentlich war!!!!
In diesem Buch steht alles drin was man über sein Leben wissen sollte, und trotzdem ist es nicht so endlos lang wie manch andere Bücher über Ernesto Che Guevara!!!
Viel Spaß beim Lesen!!!!
Der Hintergrund des "Mythos Che"
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Stephan Lahrem - Che Guevara

Che Guevara gehört heute wahrscheinlich zu den berühmtesten Menschen aller Zeiten. Seine Bekanntheit beschränkt sich dabei allerdings bei den meisten auf das berühmte Portrait-Foto von Alberto Korda, dass auch das Cover dieses Buches ziert, und das Wissen, dass er irgendwie an der kubanischen Revolution Fidel Kastros beteiligt war.
Eine berechtigte Frage ist also, woher dieser enorm hohe Bekanntheitsgrad kommt. Stephan Lahrem geht in seinem Buch dieser Frage auf den Grund. Wie wurde Che zu der Ikone, die er heute ist, und wie viel ist nur Mythos?

Der Untertitel des Buches gibt die Gliederung Preis: "Leben - Werk - Wirkung".
Es beginnt mit Che Guevaras Leben, dass mit den wichtigsten Stationen, Personen und Ereignissen auf gut 50 Seiten nacherzählt wird. (Kindheit & Jugend - Lehr- & Wanderjahre - kubanische Revolution - kubanischer Minister - Bolivianischer Dschungel)
Im zweiten Teil, dem Werk, geht Stephan Lahrem zunächst auf die Tagebücher von Guevara ein, und widmet sich dann auch seinem Dasein als Politiker. Dieser Teil umfasst die nächsten gut 30 Seiten.
Im Teil über seine Wirkung, der knapp 45 Seiten in Anspruch nimmt, geht der Autor schließlich genauer auf den Mythos um Che Guevara ein.

Stephan Lahrem gelingt es sehr gut zu erklären, wie Che Guevara posthum zu der weltberühmten Ikone werden konnte, die er heute ist. Er zeigt, wie Regierungen (z.B. Kuba, DDR...) das Bild, dass ihre jeweilige Bevölkerung von ihm haben sollten, mitbestimmt und geprägt haben, warum er eine der wichtigsten Identifikationsfiguren der Protest- und Friedensbewegung werden konnte, obgleich er selbst den bewaffneten Kampf glorifizierte, und wie es möglich ist, dass verschiedene politische Gruppierungen sich auf ihn berufen, die politisch teilweise in vollkommen entgegen gesetzte Richtungen gehen wie Guevara selbst.
Als Kern des "Mythos Che" sieht Stephan Lahrem die totale Verschmelzung von revolutionärer Theorie und Praxis, wie es sie bei fast keinem anderern jemals gab. Doch darin sieht er gleichzeitig auch die größte Tragik Che Guevaras.

Che Guevara wird heute in Büchern, Filmen, Bildern und Dokumentationen glorifiziert und verehrt. Für Kritik und Aufklärungsarbeit ist da wenig Platz. Daher ist ein Buch wie dieses umso wichtiger. Dabei ist es auch elementar, dass es Lahrem gelingt, den Menschen hinter der Ikone zu zeigen, ohne Che Guevara schlecht zu reden oder herabzusetzen. Es geht ihm nicht darum Che Guevaras Bild zu demontieren, sondern darum zu zeigen, dass er trotz allem eben doch auch "nur ein Mensch" war.
fastzinierend und ergreifent
5 Punkte 5 von 5 Punkten
meine meinung zu diesem buch :ich finde es sehr ergreifent ,denn man erfährt hier nich nur über die revolutions zeit sondern auch über seine eltern ,seine kindheit ,und wie alles zum endschluss kam eine revolution mit fidel zu starten.
ich kann es an allen weiterempfehlen,insbesonders an den leuten die noch nich so viel ahnung über che guevara haben!!!
Che Guevara Leben und Nachwirkung
4 Punkte 4 von 5 Punkten
Stephan Lahrem gelingt es ein schillerndes und gleichzeitig äußerst kritisches Bild des Revoltutionsführers Che Guevara nachzuzeichnen.Die Kindheit in Argentinien wird genauso intensiv beschrieben, wie seine Karriere als Arzt. Lahrem stellt auch die Frage, wie aus einem überzeugten Arzt, der dazu bestimmt ist Leben zu retten, ein blutrünstiger Guerilla Krieger werden konnte, der nicht nur die Revolution Kubas vor 50 Jahren besonders mitprägte, sondern der in den 70 Jahren von der extremistischen Linke zu Christus mit der Knarre avancierte. Daran war nicht allein sein früher Tod im Jahre 68 in Bolivien verantwortlich, sondern auch die Propaganda Fidel Castros, die ihn erst zu einem Märtyrer machte. Heute ist das Foto Che Guevaras auf zahlreichen T-Shirts und Tassen zu finden, doch die Person Ernesto Che Guevara hat mit diesem Konsumrausch nichts mehr zu tun. Gut zu lesen und zahlreiche Fotos. Die Basis Bibliothek von Suhrkamp zu dem auch dieses Band gehört, ist eh zu empfehlen für ein gutes Allegemeinwissen über geschichtsträchtige und literarisch einflussreiche Personen. Ich empfehle aus dieser Reihe auch die Biographie zu Samuel Beckett, Wolfgang Amadeus Mozart und Christoph Kolumbus.
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Produkt-Bild: Eine kleine Geschichte Argentiniens (suhrkamp taschenbuch)

Eine kleine Geschichte Argentiniens (suhrkamp taschenbuch) von Barbara Potthast, Sandra Carreras

Taschenbuch von Suhrkamp Verlag
Angebote bei Amazon: ab EUR 10,00

5 Punkte, sehr zu empfehlen!
5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
ISBN: 3518461478, Erscheinungsdatum: Juni 2010, Auflage: Originalausgabe
Zoom ± Produkt-Bild: Eine kleine Geschichte Argentiniens (suhrkamp taschenbuch)

Eine Kundenrezension:

Sehr gute Recherche über politische Bewegungen in Argentinien
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Der Inhalt des Buches ist sehr gut recherchiert und die politischen Ereignisse chronologisch aufgebaut.Von der Kolonialzeit im 16. Jh. über die Unabhängigkeit im Jahr 1810 bis ins 21. Jahrhundert hinein (natürlich auch der Peronismus Mitte des 20. Jahrhunderts) wird alles gut aufbereitet und ist ansprechend lesbar. Ein sehr ausführlicher bibliografischer Essay am Ende des Taschenbuches rundet das gelungene Büchlein über Argentiniens zahlreiche Auf-und Niedergänge ab. Sehr zu empfehlen, wenn man einen geschichtlichen Überblick über die letzten Jahrhunderte lesen möchte! Danke den Autorinnen Sandra Carreras und Barbara Potthast!
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Produkt-Bild: Traurige Tropen

Traurige Tropen von Claude Lévi-Strauss

Taschenbuch von Suhrkamp Verlag
Angebote bei Amazon: ab EUR 4,80

4,5 Punkte, empfehlenswert.
4,5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
ISBN: 3518278401, Erscheinungsdatum: Juni 1978, Auflage: 19
Zoom ± Produkt-Bild: Traurige Tropen

5 Kundenrezensionen:

stellenweise sprachlos machend
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Wenn Sie noch nicht wussten, was ein Ethnograph ist: hier haben Sie die Möglichkeit, es zu erfahren. Levi-Strauss ist einerseits ein bemerkenswerter Erzähler und verknüpft andererseits geographische Orte und Besonderheiten mit den Eigenarten und den Entwicklungen der Menschen, die dort leben. Darüber gerät er von Brasilien, das das Thema ist, über Amerika nach Indien und Pakistan und lässt seine Beobachtungen frei flottierend in seinen Text einfließen, der auf der einen Seite Reisebeschreibung, auf der anderen Seite philosophisch, ethnologisch, soziologisch und was weiß ich noch alles ist. Daneben lässt der begnadete Schwadroneur noch die eigene Biografie mit einfließen und das Buch überquellen mit historischen und sonstigen Anekdoten. Er untersucht die Entwicklung und Strukturen von Märkten, Städten sowie die Grundlagen des menschlichen Zusammenlebens allgemein und leitet sogar das Phänomen der Freiheit aus diesen Strukturen ab.
Erst im zweiten Teil befasst sich der Autor mit den Ureinwohnern Brasiliens (daher der Titel "Traurige Tropen"), deren Lebensweise und Kultur er bis ins Kleinste aufdröselt und analysiert, ohne dass das einen Moment langweilig wird. Levi-Strauss schreibt aus eigener Erfahrung, da er selbst lange bei den Indianern im Dschungel gelebt hat und weiß das ganze zu einer häufig faszinierenden Melange aus Persönlichem und Wissenschaftlichen zu verknüpfen, die häufig auch in poetischer Sprache und gelegentlich in endlosen Satzkonstellationen daher kommt.
Ein Buch, das man genießen kann, wenn man stellenweise etwas langen Atem mitbringt. Die Studie stammt zwar aus den 30er Jahren, hat aber, was ihre kulturhistorische Bedeutung anbelangt, keinen Deut an Aktualität eingebüßt.
Angesichts der kultur- und am Ende auch noch religionsvergleichenden Substanz dieses Werks bleibt man ob der umfassenden Bildung des Autors manchmal sprachlos. Das Buch ist ungeheuer intellektuell, ohne es den Leser auch nur eine Sekunde merken zu lassen. Da vergibt man dem Autor auch gelegentliche Abirrungen in abstruse Rousseau-Schwärmereien und ähnliches. Eher kritisch sehen muss man natürlich an einige Stellen die Verklärung des Rückständigen, etwa wenn Levi-Strauss die Rolle der Schrift in Frage stellt, oder auch an einigen Stellen die Idealisierung des Dschungellebens als "natürlich", aber diese Kritikfähigkeit sollte man bei einem Leser eines solchen Werks voraussetzen.
Ich hatte als soziologisch Vorgeschädigter angesichts des Titels das übliche Gejammer über das Verschwinden der "ursprünglichen" Kulturen in den brasilianischen Regenwäldern erwartet. Herausgekommen ist wohl angesichts der differenzierten und ungeheuer umfassenden wissenschaftlichen Analyse, die weit über das eigentliche Thema hinausgeht, eines der klügsten Bücher des 20. Jahrhunderts, dem der Titel angesichts der allumfassenden ethnographischen, sozialen und kulturellen Analysen in keinster Weise gerecht wird. Die weitsichtigsten Teile des Bandes sind häufig sogar die, die sich gar nicht mit den "Indianern" befassen.
Unterm Strich ist Levi-Strauß hier eine Verbindung aus wissenschaftlicher Reflektion und Unterhaltung gelungen, die in der Literatur ihresgleichen sucht.
ein bezeichnender titel
5 Punkte 5 von 5 Punkten
?Ich verabscheue Reisen und Forschungsreisende".Mit diesem ersten Satz seiner Ethnographie über mehrere zuvor getätigte Forschungsreisen nach Brasilien ist die Neugier des Lesers geweckt.Und anhand dieses Ausspruchs wären wir schon inmitten der Beweggründe Levi-Strauss' diese Ethnographie zu schreiben.
Für ihn geht es in erster Linie um den Wert der Botschaft, welche durch seine Forschungsreisen verdeutlicht werden soll. Durch falsche Berichterstattung und gewollte Effekthascherei kann der Leser diesen Wert oft nicht erfassen, er wird meistens überschwemmt mit einer Flut von Bildern (z.B. in Form von Reiseberichten), die seine Kritikfähigkeit ermüden lassen, das intensive Studieren - oftmals mehr als mühevoll - auf der Suche nach Wahrheiten bleibt dabei im Hintergrund. Und genau um diesen letzten Punkt geht es Levi-Strauss bei seinen Expeditionen in das Innere Brasiliens.
Das in neun Kapitel gefasste Werk beginnt mit der Beschreibung des Aufbruchs nach Brasilien 1941. Levi-Strauss macht hier deutlich, welche Gedanken ihm währenddessen durch den Kopf gehen. Auch hier lässt sich wiederum eine Verbindung zu dem Zitierten herstellen. Levi-Strauss erklärt, warum er Reisen verabscheut, denn diese zeigen den ?Schmutz, mit dem wir das Antlitz der Menschheit besudelt haben" .Hierbei spielt er auf das Problem der Zivilisation an welche in Massen erzeugt wurde, heutzutage ist nahezu keine Unberührtheit mehr vorzufinden. ?Nie wieder werden uns die Reisen, Zaubertruhen voll traumhafter Versprechen, ihre Schätze unberührt enthüllen. Eine wuchernde, überreizte Zivilisation stört für immer die Stille der Meere.". Anhand dessen versteht sich auch seine Abneigung gegenüber Reiseberichten: Sie geben lediglich eine Illusion dessen vor, was es nicht mehr gibt - im Grunde genommen ein manipulativer Betrug. Der Titel ?Traurige Tropen" macht das verheerende Ausmaß dieser Manipulation der einstigen Ursprünglichkeit deutlich.
Mit einem im dritten Kapitel aufgeführten Rückblick geht Levi-Strauss auf die Geschichte der Kolonisation ein. Er beschreibt am Beispiel der Insel Hispaniola (heute Haiti) die ungeheuerlichen Ausmaße der Überhandnahme durch die europäische Kultur. Die erschreckende Zahl der ca. 200 Eingeborenen, welche 1592 von ursprünglich ca. 100.000 Eingeborenen ein Jahrhundert zuvor noch am Leben waren, macht dies deutlich. Die Geschichte der Indianer ist zugleich die Geschichte der Unterdrückung.
Levi-Strauss geht es nicht allein um die Erforschung der Ureinwohner Brasiliens , für ihn geht es nicht nur darum, die Ursprünge der Menschheit aufzeigen zu können, sondern zugleich auch die Problematik des Reisens heutzutage und dem Verstehen der anderen Kultur. Bei dem Versuch die über tausende von Jahren passierte Entwicklung der Menschheit zurückverfolgen zu können, stößt Levi-Strauss an Grenzen, die Frage des Urteilens über Kulturen stellt sich ihm genauso wie die Problematik der Verachtung der eigenen Kultur. Durch die Betrachtung der fremden Kultur wird ihm dabei die eigene bewusster. An dieser Stelle zeigt sich, dass jeder Mensch einer Gesellschaft, einer Klasse angehört. Für den Europäer bedeutet die neue Welt zunächst, dass es nicht die seinige ist, er allein hat also auch die Verantwortung zu tragen für das Verbrechen, dass er sie zerstört hat und dadurch auch, dass es keine andere mehr geben wird. Anhand der Erforschung der Indianervölker im Mato Grosso (Brasilien) stellt Levi-Strauss also einen weit größeren Kontext her.
Levi-Strauss wendet sich von Sao Paulo aus nach Süden Richtung Parana. Entlang des Rio Tibagy findet man zu beiden Seiten Gebiete, in denen er nun zum ersten Mal in Kontakt mit den ?Wilden" kommt. Allerdings ist auch hier die Berührung mit der Zivilisation erkennbar. Sie zeigt sich z.B. in den brasilianischen Kleidern, der Hacke und der Nähnadel. Allerdings blieben diese Indianer sich weitestgehend selbst überlassen, was deutlich wird, da sie ihre alten Lebensweisen wieder aufgenommen haben.
Im folgenden macht sich Levi-Strauss nun an die Erkundung zweier Eingeborenengruppen, den Caduveos an der Grenze Paraguays und den Bororo im mittleren Mato Grosso. Hierbei stellt er in zum Teil poetischer und gut vorzustellender Weise die fremde Kultur vor, er beschreibt die Sprache, die Wohnverhältnisse, die Kunst, alles das, was das tägliche Leben der Kulturen ausmacht. Auch geht er dabei auf die Schwierigkeiten ein, mit welchen er oftmals konfrontiert wird - bei der nachfolgenden Untersuchung der Nambikwara z.B. ist die Sprache ein großes Hindernis.
Levi-Strauss deckt in sorgfältiger Arbeit die gesellschaftliche Struktur auf, lässt dabei Wert-und Gefühlsurteil trotz der hohen Wissenschaftlichkeit nicht außer acht.
Für Levi-Strauss ist die Ursprungsfrage von großer Wichtigkeit. Nach dem Durchqueren weiter Teile des Landes und im Bewusstsein der Ende seiner Reise fühlt er sich aus der Steinzeit (durch die Nambikwara) in die heutige Zeit zurückversetzt. Durch seine Suche nach dem kaum merklichen Fortschritt der Anfänge kommt er in Berührung mit der armseligsten Form der sozialen und politischen Organisation.
Bei seiner Rückkehr beschreibt er ein sehr erschreckendes Erlebnis während seines Aufenthalts im Campos Novos. Dieses erfahrene trostlose Klima bringt Levi-Strauss ins Grübeln über seine Forschungsreisen. In seinem Versuch die Ursprünge der Menschheit aufzudecken, zeigt sich ihm der Preis, den diese Völker mit ihrem Elend zahlen, damit er die Jahrtausende zurückverfolgen kann. Durch die Rekonstruktion aus nur noch ärmlichsten Überresten einer einst so hochentwickelten Kultur zeigt sich deren trauriges Ausmaß.
An dieser Stelle möchte ich den obenangesprochenen größeren Kontext nocheinmal aufnehmen: Für Levi-Strauss ist ersichtlich, dass das Aussterben vieler Kulturen immer mehr vorangeht. In Konfrontation mit der Zivilisation , mit dem von ihr vorgegebenen ?Fortschritt" sterben viele Kulturen aus, das einzige noch vorhandende Ursprüngliche meint das eben angesprochene Ärmlichste, was sich bei ihnen noch finden lässt - das letzte was noch von ihnen bewahrt wird.
Levi-Strauss schließt sein Werk mit dem Denkanstoß innezuhalten in dem fleißigen Treiben um sich zu entspannen, und das Wesen dessen zu erfassen, was die menschliche Gattung war und noch immer ist: das Loslassenkönnen diesseits des Denkens und jenseits der Gesellschaft. Hiermit wird die sich selbst aufdiktierte Sklaverei des Menschen angesprochen, welcher sich selbst sein Gefängnis macht.
Als Gesamtwerk betrachtet lebt dieses Buch nicht nur durch die Erforschung der Kulturen in Brasilien, darüber hinausgehend werden viel größere Komplexe - das Aussterben der ?primitiven" Kulturen durch die Zivilisation, die Problematik des Verstehens und das Hinterfragen der eigenen Kultur etc. - angesprochen. Levi-Strauss wandelt hierbei zwischen Poesie, Wissenschaft und Reflexion.
Zurück zur Natur! In die heile Welt der Guten Wilden Brasiliens!
4 Punkte 4 von 5 Punkten
Können moderne, aufgeklärte Menschen, die scheinbar für alles, was in der Natur vorgeht, eine Erklärung parat haben, auch wenn diese noch so banal ist, die ihr Leben in einer fremdbestimmten Zivilisationsform in der Einförmigkeit eines irgendwie lebbaren Alltags eingeordnet haben, von einem solchen Buch profitieren? Einem Buch, dass den guten Wilden sozusagen demütig beschreibt und insgeheim damit preist, denjenigen, der aufgrund der ihn überwälzenden modernen Zivilisation dem Untergang schon gewidmet ist? Jedenfalls war diese Buch und all die Forschungen Claude Lévi-Strauss' über die Naturvölker Brasiliens für die 60er Jahre und mithin für die 68er Bewegung ein wichtiger Hinweis für die Tatsache, dass der verfügbare, verführbare Mensch durch Aufklärung und Humanismus, durch festgeschriebene Menschenrechte allein nicht einfach nur gut wird. Lévi-Strauss zeigte in diesem Buch, dass Naturvölker vielleicht gesünder und zufriedener leben, trotz ihrer Einfachheit in Lebensführung und Alltag, trotz ihres Glaubens an Naturdämonen und -götter; einfach aus ihrem eigenen, viel natürlicheren Verständnis und Perspektive auf sich selbst und die Natur. Dass wir sie mit unseren Brillen aus Wissenschaft, aus Fortschrittsgeist und ständig sich selbst überrundender Modernität einfach immer nur falsch sehen, auf falscher Grundlage und aus falscher Perspektive. Nämlich aus unseren eigenen, verkürzten Ansichten und Wissenschaftsmeinungen über uns und sie. So wurde das Buch von Claude Lévi-Strauss Initialie zum Siegeszug von Bewegungen wie Ökologie und Naturschutz. Ein Buch, das auch heute nichts, aber auch gar nichts an seiner Aktualität verloren hat. Man denke nur an Hurricans, an Unwetter in allen Teilen der Welt, an schmelzende Polkappen, an Verschmutzung, an Überbevölkerung usf. Also ein hoch aktuelles Buch in seiner tiefgehenden Wahrheitssuche.
Faszinierende Mischung aus Reisebericht, Autobiografie, ethnologischem Handbuch und philosophischem Traktat
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Auf der Suche nach der ursprünglichen Gesellschaft, die noch nicht durch die Zivilisation deformiert und zerstört worden ist, stieß der französische Ethnologe Claude Lévi-Strauss in den 1930er Jahren auf die Ureinwohner Brasiliens. Unter abenteuerlichen Bedingungen bereiste er die Mato-Grosso-Hochebene in Zentralbrasilien, wo er verschiedene Indianergruppen besuchte. Mit wissenschaftlicher Gründlichkeit analysierte er ihre Lebensweisen und Gesellschaftsstrukturen. Lévi-Strauss glaubte, dass alle Gesellschaften auf einer gemeinsamen Grundlage aufbauen. Die Erforschung dieser ursprünglichen Strukturen menschlicher Gesellschaften stellte er ins Zentrum seines Schaffens und knüpfte damit an das Denken Rousseaus an. "Traurige Tropen" ist eine faszinierende Mischung aus Reisebericht, Autobiografie, ethnologischem Handbuch und philosophischem Traktat. Die kurzweilige Lektüre entführt den Leser in die brasilianische Tropenwelt vom Anfang des 20. Jahrhunderts und ermöglicht einmalige Einblicke in eine heute in Vergessenheit geratene Kultur.
"Wie der Indianer im Mythos bin auch ich so weit gelaufen, wie die Erde es zulässt,"
5 Punkte 5 von 5 Punkten
"Wie der Indianer im Mythos bin auch ich so weit gelaufen, wie die Erde es zulässt, und am Ende der Welt angekommen, habe ich die Wesen und die Dinge befragt und die selbe Enttäuschung erlebt wie er."

"Er stirbt unverzüglich im Besonderen" und lebt unmittelbar wieder auf, wenn er "zwischen zwei Ideen, Eindrücken oder Empfindungen, zwischen zwei Büchern eines Autors oder zwei Bildern ein und desselben Malers eine tiefe Verbindung entdeckt". Verbindungen entdecken, - wie hier die Schilderung von Marcel Proust zeigt-, galt auch für Claude Levi-Strauss (1908-), der just die 100 erreicht und nunmehr seit einigen Tagen überschritten hat. Sein Ruhm und sein Glanz wurde erneut beschienen, diesmal von all den Lobesreden auf einen der bedeutendsten Anthropologen und Ethnologen, im Alter ein Kronzeuge eines Jahrhunderts, ein Intellektueller alter Tage und wie dieses Buch zeigt, ein Belletrist der Wissenschaft.

"Ich verabscheue Reisen und Forschungsreisende" ist der Anfang eines Werkes, einer romantischen Elegie über den Untergang der westlichen Kultur, ein Anfang, der den Leser nichts als neugierig macht, warum der Abscheu ursächlich für soviel Erkenntnis aus dem brasilianischen Tropenwald erzeugen sollte. Es ist in der Tat kein Reisebericht im eigentlichen Sinne und doch ist es einer, der eine Forschungsreise verlebendigt durch die nun hier veröffentlichen Gedanken, Gedanken die geprägt von der Ambivalenz Mensch und Natur, die in den Sinneswahrnehmungen verdeutlichen, mit welchen "Schmutz, [mit dem] wir das Antlitz der Menschheit besudelt haben" Und diese Herkunft all des Negativen, diese Verwüstung von Landstrichen, diese egoistische Beherrschung der Welt ist für ihn nur aus einer Stammeskultur entstanden: der Zivilisation.

Und um sich im Dschungel von Tatsachen und Widersprüchen, im Dschungel der natürlichen Welt und ihrer Bewohner zurechtfinden zu können, benötigt der zivilisierte Mensch Kenntnis von Mythen, von symbolischen Handreichungen. All diese Mythen, so Levi-Strauss, folgen Pattern, wie Mircea Eliade es auch festschrieb.

"Traurige Tropen" hat etwas untröstliches, das ursprüngliche Leben gilt nicht mehr, sie sind vom Abschiednehmen übermächtig bestimmt und ihr Zeichen ist der Tod. Zur Strecke gebracht und aufgescheucht in die Slums der Großstädte, so sieht er die Einwohner sterbender Gebiete. Rationalismus ist für ihn der Täter, der keine Gnade kennt vor den Geheimnissen dieser Welt. Eine gereizte, überreizte Zivilisation stößt vor in die letzten Bastionen der Frische der Natur und diktiert den noch notwendig letzen Abschiedsbrief.

Adresse: die ganze Menschheit. Die Welt begann ohne Menschen und wird wohl so enden. So die Fado-Melodie aus den brasilianischen Tropen, neun Kapitel wie die Struktur eines Requiems. Der Großmeister des Strukturalismus hat an alles gedacht. Und so auch das Ende, in dem er Hoffnung zulässt in der Selbstreflektion der Modernen: "Alles ist verloren, doch nichts ist verspielt. Wir können alles von vorn anfangen."

Mit Rousseau im geistigen Gepäck träumt er von einer "brüderlichen Menschheit" gegen den Verfall. Das war 1955. Sein Werk will verhindern, den letzen Stein zu setzen, um das eigene Gefängnis zu schließen. Noch heute.
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Produkt-Bild: Die offenen Adern Lateinamerikas. Die Geschichte eines Kontinents.

Die offenen Adern Lateinamerikas. Die Geschichte eines Kontinents. von Eduardo Galeano

Taschenbuch von Hammer
Angebote bei Amazon: ab EUR 9,49

3,5 Punkte.
3,5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
ISBN: 3872941623, Erscheinungsdatum: 2004, Auflage: Erw. N.-A.
Zoom ± Produkt-Bild: Die offenen Adern Lateinamerikas. Die Geschichte eines Kontinents.

5 Kundenrezensionen:

Geschichte interessant erzählt, leider etwas veraltet und einseitig
2 Punkte 2 von 5 Punkten
Die Geschichte Lateinamerikas aus der Sicht eines kritischen Lateinamerikaners bringt unter "anderem" Blickwinkel zahlreiche geschichtliche Ereignisse interessant näher, besonders wenn man auf Reisen in diesen Ländern ist. Soweit so gut.

Allerdings "endet" das Buch in den Siebzigern, in welchen es geschrieben wurde - eine Aktualisierung wäre mehr als wünschenswert! Die Kritik am Imperialismus Englands, Spaniens u.v.a. der USA ist dermassen einseitig, dass die Glaubhaftigkeit darunter leidet.
Auswirkung des US Imperialismus
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Ich habe selbst fast 2 Jahrzehnte in Lateinamerika gelebt, und als ich dieses Buch las, war ich mehr als fasziniert. Soviele Dinge die ich hier las, habe ich mit eigenen Augen in Lateinamerika erlebt. Dieser Kontinent wird ausgepluendert und unser kapitalistisches System frisst sich wie eine Heuschreckenplage durch diese Laender. Dies ist kein Buch fuer Leute, die ihren Wohlstand in Europa und Amerika geniessen und nicht wirklich hinterfragen wollen, woher all das kommt. Die Politik, die wir diesen Laendern entgegenbringen ist schon einmal dagewesen. Wir geben ihnen die Glasperlen und nehmen ihr Gold!
Pflichtlektüre für Schulen und Medien!!!
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Dieses Buch ist de absolute Hammer!Ich habe noch kein informativeres Buch über die Geschichte Lateinamerikas gelesen. Eduardo Galeano versteht es seinem Buch eine Seele zu geben, die einen fesselt, schockiert
und nicht wieder loslässt. Knallhart sind seine Fakten, die einem die Augen öffnen, für die Ursachen der Armut Lateinamerikas. Das Buch ist zwar schon 25 Jahre alt, doch geändert hat sich nichts, im Gegenteil,das Kapitalistische System ermordet immer mehr Menhschen und degradiert sie zur Armut.Lesen, lesen,lesen!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
Ein Pamphlet, 30 Jahre alt und nicht besser geworden
1 Punkte 1 von 5 Punkten
Mir wurde dieses Buch geschenkt und ich habe es mit viel Mühe kaum geschafft, über die ersten 10 Seiten hinwegzukommen. Revolutionäres Gelaber mit viel Pseudosubstanz. Fast 400 Seiten und egal wo man das Buch aufschlägt kann man lesen, wie der Arme vom bösen Kapitalist übers Ohr gehauen wurde. Das Buch ist eine große Anklage, darin ist es auch nicht so schlecht. Nur ist das Werk so einseitig dass man es ohne Übertreibung ein Pamphlet nennen kann. Damit kann ich nichts anfangen, Michael Moore-Fans sehen das wahrscheinlich anders.
Nicht mehr zeitgemäß
2 Punkte 2 von 5 Punkten
Ich habe das Buch vor längerer Zeit zum ersten mal gelesen - und fand es damals gar nicht so unerträglich: für ein Buch, dass sich mit der Geschichte eines ganzen Kontinentes beschäftigt, ist es erfreulich kurz gehalten und darüber hinaus auch noch gut lesbar. Das hat ja schließlich auch Methode: Schon im Vorwort beschreibt Eduardo Galeano sein Ziel, weder für ein wissenschaftliches Fachpublikum zu schreiben, noch für Betonideologen, die schon alles wissen.
Der Autor entwirft ein breites Panorama lateinamerikanischer Geschichte: Länder voller Reichtümer und Naturschätze, die über die unterschiedlichen Epochen hinweg immer wieder in ihrer Entwicklung stolpern oder manchmal gar nicht erst richtig auf die Beine kommen - ironischerweise trotz oder vielleicht gerade wegen dieser Naturschätze. Dem wird die an manchen Stellen die Geschichte Nordamerikas gegenübergestellt, das an seiner Ostküste (die zuerst nennenswert von Europäern besiedelt wurde) kaum über Gold, Silber oder ähnliches verfügte und kaum das Ziel von europäischen Raubrittern spanischer oder portugiesischer Provenienz war - Englands Kolonisten wollten "nur" Ackerbau und Viehzucht, neben Religionsfreiheit, versteht sich. Letzteres gab es im Süden nicht, dafür aber Gold in rauen Mengen - man musste es nur seinen Besitzern wegnehmen und zu Barren umschmelzen.
So begann nach Galeano eine Geschichte der Fremdbestimmung eines Kontinents, aber der Autor vergisst nicht zu erwähnen, dass die heimischen Eliten sich selbst immer wieder als unfähig oder unwillig erwiesen haben, daran etwas zu ändern. Auch die unzähligen, oftmals blutigen Militärputsche, die im 19. und zwanzigsten Jahrhundert die Geschichte des Kontinentes prägten, waren meist Resultat dieser Fremdbestimmung.
Nun hat es jedoch in Südamerika in den letzten 25 Jahren kaum noch erfolgreiche Militärputsche gegeben - insoweit scheinen die unseligen Traditionen doch nicht in allen Fällen unsterblich zu sein. Als das Buch Ende der siebziger Jahre geschrieben wurde, war ganz Lateinamerika noch ein fast geschlossener Verbund von Militärdiktaturen. Ungewohnt daran ist auch, dass das einzige Land des Kontinents, dass sich heute zusehends in eine Militärdiktatur zu verwandeln scheint, Venezuela, von einem General regiert wird, der sich fast ganz über einen rustikalen Antiamerikanismus definiert und mit kolumbianischen Drogenguerillas und diversen Terroristen Geschäfte macht, während nichtsdestoweniger die Wirtschaft im Lande kollabiert. Zu Zeiten von den "offenen Adern" war es noch Usus, dass Generäle im Präsidentensessel ihre Ausbildung in geheimen Camps in der amerikanischen Panama-Kanalzone erhalten hatten und ihre Lehrmeister in der Regel nicht enttäuschten. Eine Frage, die das Buch heutigen Lesern nicht beantworten kann ist auch diese: Wieso ist das wirtschaftlich seit Jahren erfolgreichste Land des ganzen Kontinents ausgerechnet Chile, das seit den achtziger Jahren am konsequentesten den Weg der Marktwirtschaft gegangen ist, mithin einer Wirtschaftsform, die Galeano im Einklang mit dem damaligen Zeitgeist durch die Bank verteufelt?
"In Cuba gibt es heute keine Armut" lautet tatsächlich das kurze und gelinde gesagt, etwas naive Urteil des Autors über das sozialistische Massenexperiment auf der Zuckerinsel, dass nicht nur den realen Zuständen dort schon damals Hohn sprach, sondern auch die tausenden politischen Häftlinge ignorierte, die den Fehler gemacht haben, zu sagen, dass es auch unter Castro Armut auf Cuba gibt.
Fazit: Streckenweise zutreffende historische Diagnose, größtenteils lesbar, aber überholt und schon damals naiv in der Therapie.
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Produkt-Bild: Geschichte Lateinamerikas: Von den frühesten Kulturen bis zur Gegenwart

Geschichte Lateinamerikas: Von den frühesten Kulturen bis zur Gegenwart von Stefan Rinke

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ISBN: 3406606938, Erscheinungsdatum: August 2010, Auflage: 1
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Tango Argentino: Portrait eines Landes von Ingo Malcher

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Für Messi sterben?: Der Fußball und die Erfindung der argentinischen Nation (edition suhrkamp) von Pablo Alabarces

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ISBN: 3518126083, Erscheinungsdatum: Mai 2010, Auflage: Deutsche Erstausgabe
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Völker der Sonne: Versunkene Kulturen Südamerikas von René Oth

Gebundene Ausgabe von Theiss
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4,5 Punkte, empfehlenswert.
4,5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
ISBN: 3806219486, Erscheinungsdatum: Sept. 2005, Auflage: 1., Aufl.
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4 Kundenrezensionen:

Eine nette Einführung
5 Punkte 5 von 5 Punkten
René Oth liefert ein nettes kleines Buch aus 160 Seiten und mit vielen gelungen Fotografien und Farbdarstellungen. In dem Vorwort macht Oth auf die schwierige Lage der Indigenes in Lateinamerika aufmerksam. Anschließend behandelt er chronologisch unterschiedliche Hochkulturen, wobei er auch gerne Anekdoten einfließen lässt und auf neuere wissenschaftliche Theorien hinweist. Oth schwankt zwischen journalistischen und sachlichen Stil, er bleibt aber durchwegs gut lesbar und verständlich. Vom fachlichen Standpunkt liefert das Buch einen schönen ersten Einblick in die Materie. Der Anhang liefert eine Chronik und ein kleines Literaturverzeichnis für die weitere Beschäftigung (hauptsächlich deutschsprachigen Titel).
Ideal zur Reisevorbereitung , Geschichte und Anekdoten incl.
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Südamerika ist reich an versunkenen Kulturen. Neben bedeutenden Kulturen wie Inkas, Valdivia, Chavin und Tiahuanaco geht der Autor auch auf die weniger bekannten Vorläufer des Inka-Imperiums ein, wie z.B. die Mochica, deren reich bemalte Tongefäße sich wie keramische Bilderbücher lesen und ihre freizügigen Liebessitten verewigen. Er erzählt von den neuesten Ausgrabungen der geheimnisvollen sieben weißen Städte der Chachapoy, von der Trockenmumie der Chiribaya, von der Goldkultur der Chibcha und dem bislang unentdeckten Eldorado. Ein schönes, leicht zu lesendes Buch mit exotischen Bildern, das sich allerdings ehr an Laien und historisch-ethnologisch interessierte Laien denn an ein Fachpublikum wendet. So fehlen etwa ausführliche Quellennachweise, dabei verbindet das Buch historische Fakten, ethnologische Beobachtungen und geographische Beschreibungen zu einer sehr unterhaltsamen Mischung, die immer noch die Anekdoten aus Geschichte und Gegenwart zusätzliche Würze erfährt. Eine ideale Reisvorbereitung oder ein Schmöker, der zum Träumen einlädt und einige Hintergrundinformationen bietet - aber mehr will das Buch vermutlich auch gar nicht sein (und in dieser Eigenschaft 5 Sterne) daher sollte man keine umfassende historisch-ethnologische Darstellung erwarten.
kleine Mogelpackung
3 Punkte 3 von 5 Punkten
Der Titel des Buches verspricht eine Darstellung der versunkenen Kulturen Südamerikas - beschränkt sich dann aber auf die altbekannten Darstellungen der präkolumbischen Kulturen Perus. Dieser Überblick gibt dem Leser einen guten Einblick in die vielen Kulturen, die es bereits vor den Inka gab. Leider fehlen Darstellungen der präkolumbischen Kulturen in der heutigen Republik Kolumbien völlig, aber auch diese gehören zu Südamerika und hätten eine Darstellung verdient. So gibt der Textteil nur Bekanntes wieder.
Hervorzuheben ist die Ausstattung des Buches mit neu aufgenommenen Fotos. Während der Text nichts Neues bietet, sind die zahlreichen Abbildungen ein Grund für den Kauf des Buches. Für jemanden, der sich einen Überblick über die alten indianischen Kulturen Perus verschaffen will ist das Buch gut geeignet.
Als Einstieg in das Thema bestens geeignet
5 Punkte 5 von 5 Punkten
In seinem Vorwort "Glanz und Niedergang der Altamerikanischen Hochkulturen" stellt der promovierte Kulturwissenschaftler, Ethnologe und Altamerikanist Dr. René Oth zunächst klar, dass der Begriff "Indio" den Lateinamerikanischen Ureinwohnern vielerorts als Beleidigung gilt, während "Indigeno" (Eingeborener) "politisch korrekt" sei. Daneben zeigt eine Landkarte die größte Ausdehnung des Inka-Reiches, das im Jahre 1525 vom heutigen Santiago de Chile im Süden bis nach Quito im Norden reichte. Ausblickend mahnt der Autor für Staaten mit indianischen Minoritäten ein abgestuftes System von Autonomien an, das den Rechten und Bedürfnissen der einzelnen Volksgruppen Rechnung trägt.....

.....um die "Völker der Sonne" in vier Kapiteln, nach geographischen Regionen gegliedert, vorzustellen. Den Anfang machen die (wirklichen) "Goldkulturen", die im gebirgigen Nordwesten Südamerikas, auf dem Territorium des heutigen Staates Kolumbien blühten. In den Hochtälern der Umgebung von Bogotá hatten Angehörige der Sprachgruppe der Chibcha eine hohe Kultur entwickelt, die im Goldrausch der "conquistadores" unterging. Die Legende von "El Dorado", dem "vergoldeten Mann", geht auf einen Kaziken (Häuptling) zurück, der sich zur Amtseinführung den ganzen Körper mit Goldstaub pudern ließ. Fotos von Artefakten, wie dem "Floß des Kaziken von Guatavita" (Seite 14), machen deutlich, zu welchen Leistungen die besten Goldschmiede Altamerikas fähig waren.

Das zweite, und mit 102 Seiten längste Kapitel ist den "Hochkulturen der Anden", deren Völker in chronologischer Reihenfolge präsentiert werden. Den Anfang macht die, nach dem Ort Valdivia in Ecuador benannte prähistorische Zivilisation, die mit 5500 Jahren als älteste der "Neuen Welt" gilt. Als älteste Stadt Südamerikas wird das im Tal des Rio Supe (Peru) gelegene Caral angesehen, das mittels Radiokarbonmethodeauf 2627 v. Chr. datiert wird. Der nach der Ruinenstädte Chavin de Huantar (S. 32) genannte Kunstil breitete sich zwischen 1200 bis 300 v. Chr. in weiten Teilen Perus aus. Der Chavin-Kult, der auf der Verehrung des Jaguars basierte erreichte um 850 v. Chr. seinen Zenith. Oth beschreibt ein geistiges Band der Chavin-Menschen zu den mesoamerikanischen Olmeken, die beide in Michael Coe's Buch als "Kinder des Jaguars" bezeichnet werden. Der nächste Abschnitt befasst sich mit der Gründung der "Ewigen Stadt am Titicaca-See", die nach Ansicht mancher Forscher als "Initi Hiahan Haque" (Ort der Söhne der Sonne) gegründet wurde und der Überlieferung nach erst vom Inka Mayta Capac als Tiahuanaco bezeichnet wurde. Der drei Meter hohe Ponce-Monolith und dass ebenso hohe und 3,80 breite Sonnentor zeugen von einer Steinmetzkunst, die riesige Monolithen neue Formen gab. Im Zentrum des Kultes stand der Schöpfer der Welt und Kulturbringer Kon-Tiki Viracocha. Faszinierend sind die Mumien, die in einer Nekropole auf der Halbinsel Paracas gefunden wurden. In der Zeit zwischen 900 bis 200 v. Chr. beherrschten dort Chirurgen Altamerikas die erfolgreiche Trepanation von Schädeln (S. 43 ff.).

Als nächstes gibt der Autor eine plausible Erklärung für die monumentalen Bodenzeichnung der Nazca-Kultur (S. 46) und verweist die Thesen Erich von Dänikens ins Reich der Phantasie. Nach einer Inka-Legende und alten Darstellungen baute der Pilot Jim Woodman einen Heissluftballon, den er über der Nazca-Ebene aufstiegen ließ. Dem Foto des spektakulären Fluggerätes (S. 49) folgen spannende Beiträge zu vorinkanischen Reichsbildungen: Die Sican-Kultur (S. 53) und das Geheimnis ihrer Fürstengruft, die Mochica mit ihren keramischen Bilderbüchern. Der Aiapaec (der Schöpfer), ein Jaguargott in Menschengestalt mit furchtbaren Reißzähnen, wird als Ansatz zu einem Monothesimus der Mochica gedeutet (S. 60). Beeindruckend sind auch die aus mehr als 50 Millionen Lehmziegel errichtete, 41 Meter hohe Sonnenpyramide und ihr Pendant, die 21 Meter hohe Mondpyramide im Moche-Tal, nahe der peruanischen Stadt Trujillo. Im Anschluss werden die Chimu als "Verehrer des bleichen Mondes", die Chiribaya und ihre "verdorrten Zeitzeugen", sowie die Wolkenmenschen (Chachapoya) im Urwaldgebiet Perus zwischen den Flüssen Maranon und Huallaga vorgestellt. Mehrere Abschnitte beschreiben schließlich die Inka als Römer Altamerikas, ihre Zeitgenossen und Erben. Ein Besuchder - in 2.360 Meter über dem Meeresspiegel gelegenen - Ruinenstadt Machu Picchu (=alter Gipfel; S. 95 ff.) ist sicherlich der Höhepunkt einer Südamerikareise.Die Araukaner (Mapuche) sind ein Beispiel dafür, welchen Widerstand den Spaniern entgegengesetzt wurde. Oth bezeichnet sie, als die "Comanchen Südamerikas" (S. 120). Unter Anführern wie Lautarou, Caupolicán u. a.. stellten sie eine eigene Kavallerie auf und konnten sich bis in die 1860er Jahre ihre Unabhängkeit bewahren. Dem französischen Abenteuer Antoine Orélie de Tounes gelang es dort im Jahre 1861 das Königreich Neufrankreich auszurufen und sich selbst als König Orélie-Antoine I. einzusetzten.

Kapitel vier beschäftigt sich mit der. 3600 westlich der chilenischen Pazifküste gelegenen, Osterinsel und ihren steinernen Moai. Neben Thor Heyerdals "Kon-Tiki" (1947) führt Oth weitere Indizien für einen Kontakt der Inkas zu den Rapa Nui (S. 139) an. Mit nur acht Seiten ist das fünfte Kapitel auch das kürzeste. Der Autor führt den Leser zu den steinzeitlichen Indianern im Amazonas-Regenwald. Bereits die Chronisten der Inka bezeichneten die Waldindianer jenseits der Ostkrodilleren als Auka, was mit "kriegerisch, wild und feindlich" zu übersetzen ist. Nach der Beschreibung ihrer Materialkultur und dem Tötungszwang ihrer Speergesellschaft schließt das Foto eines verrotteten, teilweise weiß getünchten, Kirchturms in der nordchilenischen Atacama Wüste das letzte Kapitel ab. Danach gibt es noch einen Anhang mit einer Zeittafel (8500 v. Chr. - 2005 n. Chr.), einer etwas knapp geratenen Liste mit Literaturhinweisen,und ein Namens- und Ortsregister.

"Völker der Sonne" ist aufgrund seiner spannenden und infomativen Texte, sowie einer Vielzahl beeindruckender Fotos für einen Einstieg in die Thematik bestens geeignet und deshalb auch mit 5 Amazonsternen zu bewerten.
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