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1945 und wir: Das Dritte Reich im Bewußtsein der Deutschen von Norbert Frei

Taschenbuch von Deutscher Taschenbuch Verlag
ISBN: 3423345365, Erscheinungsdatum: April 2009, Auflage: Neuauflage. erweiterte Taschenbuchausgabe.
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Produktbeschreibung

1945 und wir

Aus der Amazon.de-Redaktion

Wenn am 10. Mai 2005 in Berlin das Denkmal für die ermordeten Juden Europas eingeweiht wird, geschieht etwas symbolpolitisch bislang einmaliges, dass nämlich "eine Nation im Zentrum ihrer Hauptstadt ihr größtes geschichtliches Verbrechen bekennt".

Tatsächlich, so die These Norbert Freis in seinem dem Buch den Titel gebenden Aufsatz "1945 und wir", leben wir auch in einer ganz profanen, gleichwohl ebenso folgen- und chancenreichen Weise in einem erinnerungspolitischen Gezeitenwechsel. Denn: "Die Zeit des 'Dritten Reichs' entschwindet der Zeitgenossenschaft", der Nationalsozialismus verabschiede sich "aus dem in unserer Gesellschaft päsenten Vorrat persönlicher Geschichtserfahrung". Wer, gleichsam um das Unvermeidbare aufzuhalten, eine Pflicht des Erinnerns postuliere, unterliege einer Selbsttäuschung, schließlich könne schon bald niemand mehr von dieser Zeit sagen: "Ich erinnere mich!"

Was von uns Heutigen, der Zeit von Naziherrschaft, Holocaust und Zweitem Weltkrieg Nachgeborenen zu leisten ist, ist die Gewinnung eines eigenen Standpunkts, von dem aus wir die Gegenwart der Vergangenheit in den eigenen Blick nehmen und danach fragen, welche Lehren, aber auch welche Fragen uns die hinterlassene Geschichtserfahrung aufgibt. Eben dies versucht Frei für einzelne Aspekte dieser historischen Hinterlassenschaft in den folgenden, durchweg lesenswerten Essays des Bandes beispielhaft vorzuführen. Dazu beleuchtet er "die Rückkehr des Rechts" oder den "Mythos Stalingrad" ebenso, wie "das Epochenjahr 1933", den Begriff der "Volksgemeinschaft", den "Erinnerungskampf" um den 20. Juli 1944 in den Bonner Anfangsjahren oder die Diskussion der Kollektivschuldthese in der Nachkriegszeit. Den Schlusspunkt setzt er mit mit einem Aufsatz über "Auschwitz und die Deutschen". Sehr empfohlen! -- Andreas Vierecke

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Produkt-Bild: Hitlers Eliten nach 1945: Das Buch zur ARD-Fernsehserie

Hitlers Eliten nach 1945: Das Buch zur ARD-Fernsehserie von Norbert Frei

Taschenbuch von Deutscher Taschenbuch Verlag
ISBN: 3423340452, Erscheinungsdatum: Dezember 2003
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Hitlers Eliten nach 1945. Das Buch zur ARD-Fernsehserie.

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Als Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg aus den Albträumen erwachte, die ihm die nationalsozialistische Terrordiktatur bereitet hatte, war das Land ein einziger Trümmerhaufen. Doch auf dessen westlichem Teil blühte bald schon die Demokratie der Bundesrepublik Deutschland. Die Welt war des Lobes voll. Auf die Wiedergeburt der Demokratie folgte das Wirtschaftswachstum, Adenauer verankerte das Land fest in der westlich-demokratischen Werte- und Verteidigungsgemeinschaft und alle waren glücklich. Was aber war aus den ganzen Nazis geworden, die vor 1945 die deutsche Kulturnation in die tiefste Barbarei gestürzt hatten? Alle tot? Oder aus lauter Scham in der Versenkung "verschwunden"? Keineswegs. Viele setzten ihre unter und mit dem Nationalsozialismus begonnene Karriere nach dem Krieg im Dienste der Demokratie fast bruchlos (und nur zu oft ganz ohne Scham) fort. Widerwärtig!

In fünf sehr aufschlussreichen Einzeluntersuchungen über Nachkriegskarrieren von Medizinern, Unternehmern, Offizieren, Juristen und Journalisten sowie einer Bilanz des Herausgebers geht der Band der Frage nach, was aus der Elite des "Führers" nach 1945 geworden ist. Eine alles in allem sehr ernüchternde Bilanz, die man heute nur deshalb mit nur mäßigem Grausen lesen kann, weil die verstrichene Zeit dafür gesorgt hat, dass wir diese teils erbärmlichen Gestalten, von denen hier berichtet wird, am Ende doch noch losgeworden sind. Soweit sich dies beurteilen lässt, beruhen die aufschlussreichen Beiträge allesamt auf sorgfältigen Recherchen, sind dabei aber wohltuend ungeschwätzig. Was allerdings leider ausgeblendet bleibt, ist die Frage, was eigentlich aus den Eliten in der anderen Hälfte Deutschlands (oder auch in Österreich) nach dem Krieg geworden ist. Eine sicherlich nicht minder interessante Frage! Further research is necessary. --Andreas Vierecke

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1968: Jugendrevolte und globaler Protest von Norbert Frei

Taschenbuch von Deutscher Taschenbuch Verlag
ISBN: 3423246537, Erscheinungsdatum: März 2008, Auflage: Orig.-Ausg.
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1968 Jugendrevolte und globaler Protest
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Der Führerstaat: Nationalsozialistische Herrschaft 1933 bis 1945 von Norbert Frei

Martin Broszat (Herausgeber)
Taschenbuch von Deutscher Taschenbuch Verlag
ISBN: 3423307854, Erscheinungsdatum: Juni 2001
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Produktbeschreibung

In der politischen, sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen Entwicklungdes Dritten Reiches von der Machtergreifung bis zum Untergang lassen sichdrei Phasen ausmachen die Formierung des Regimes, die mit dem 'Röhm-Putsch'blutig abgeschlossen wurde, die Konsolidierung im Zeichen des sich entfaltenden'Führer-Mythos' und einer zeitweilig durchaus Realität gewordenen 'Volksgemeinschaft',schließlich die tiefgreifende Radikalisierung nach dem Beginn des ZweitenWeltkrieges. Der Autor hat das Standardwerk zur inneren Geschichte desDritten Reiches von Grund auf aktualisiert, ergänzt und um ein Kapitelzur Verfolgung der Juden erweitert.

Aus der Amazon.de-Redaktion

Studieren Sie einmal das Begleitmaterial einer Universitätsvorlesung zum Thema Nationalsozialismus oder schauen Sie in eine x-beliebige Bibliografie zu diesem Thema: Ein Buch, das Sie garantiert immer finden werden, ist Norbert Freis Der Führerstaat. Mit diesem 1987 erstmals erschienenen Band zur inneren Entwicklung des NS-Systems gelang dem Historiker Frei ein international anerkanntes Grundlagenwerk, auf das gerne und häufig verwiesen wird.

Was nicht erstaunt, erfüllt diese Arbeit doch alle Erwartungen an ein gutes Geschichtsbuch: Sie ist inhaltlich umfassend, ohne ausschweifend zu sein; lesbar, ohne populistisch daherzukommen; analytisch genau, wissenschaftlich fundiert und nennt stets ihre Quellen.

Dabei sind der NSDAP-Wahlsieg 1933, der Reichstagsbrand, das Ermächtigungsgesetz, die Entmachtung der "gigantischen braunen Parteiarmee" SA, Hitlers daraus resultierende "Omnipotenzstellung als Staatsoberhaupt, Regierungschef, Oberster Parteiführer und Oberbefehlshaber" sowie der weitere Weg Deutschlands in Terror und Weltkrieg bekannte Fakten. Doch Frei setzt diese historischen Ereignisse gewandt miteinander in Beziehung und zeichnet dadurch drei "Phasen nationalsozialistischer Herrschaft: Formierung, Konsolidierung, und Radikalisierung". Er belegt die "in die radikale Realisierung drängende Dynamik der NS-Weltanschauung" wie auch ihre "etatistische Machtentfaltung".

Der Buchtitel kündigte es bereits an: Frei widmet sich insbesondere auch der Wirkungsweise des "Mythos Hitler" auf die Deutschen. Die tödlichen Folgen der NS-Rassenideologie auf die jüdische Bevölkerung Europas umreißt Frei in einem eigenen, neuen Abschnitt, der dem Band in dieser (nunmehr sechsten) Auflage hinzugefügt wurde. (Wie es überhaupt erfreulich ist, dass sein Buch durchgängig, das heißt wo nötig, aktualisiert wurde).

"Zerstörung stand am Beginn der nationalsozialistischen Ära und Selbstzerstörung an ihrem Ende", so Norbert Frei. Den unheilvollen Weg des NS-Staates dazwischen beschreibt er mit einer bestechenden Präzision, die nur wenige Autoren aufweisen können. --Joachim Hohwieler

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Vergangenheitspolitik: Die Anfänge der Bundesrepublik und die NS-Vergangenheit von Norbert Frei

Taschenbuch von Deutscher Taschenbuch Verlag
ISBN: 342330720X, Erscheinungsdatum: April 1999
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Bitte genau zu lesen: Nicht die "Bewältigung der Vergangenheit" wird hier untersucht -- ein ebenso belasteter wie diffuser Begriff -- sondern der offizielle Umgang mit der vor 50 Jahren gerade erst gewesenen Vergangenheit. Es geht um die Politik der allerersten Bonner Jahre. Was, so lautete die Frage, sollte mit den Millionen von Nazis geschehen, den großen und den kleinen, den mitgelaufenen, den Tätern, den Opportunisten? Welche Gesetze sollten gelten?

Die Versuche der Sieger, dem Nationalsozialismus per Justiz beizukommen, stießen auf wenig Verständnis; nicht einmal Nazi-Gegner billigten die Ergebnisse. Die öffentliche Meinung war für einen Schlußstrich, und das junge Parlament trug dem Rechnung: bis zum Januar 1951 waren bereits fast achthunderttausend Verfahren eingestellt.

Mit dem berühmt-berüchtigten § 131 wurde rund einer Million nazistisch belasteter Staatsdiener Entschädigung dafür zuerkannt, daß sie nach 1945 hinausgeworfen worden waren.

Selbst die Wiedereingliederung von Kriegsverbrechern sah man unproblematisch und nur unter dem Gesichtspunkt möglichst zügiger Rückkehr zu normalen Verhältnissen. Frei dokumentiert zum Beispiel den persönlichen Einsatz eines Mannes wie Carlo Schmid von der SPD für einen Massenmörder, der ihm aus Universitätstagen als Jurist bekannt war, und der während des Krieges in Estland ein paar Hundert Leute hatte erschießen lassen.

Eine von Freis interessanten Schlußthesen: Der schon las hysterisch zu bezeichnende Wille der Allgemeinheit zur Amnestie für alle und jeden könne verstanden werden "als eine unbewußte Anerkennung -- und entsprechend vehemente Abwehr -- der Kollektivschuldthese."

Freis differenzierte, auf die Quellen zurückgehende Untersuchung ist ein wichtiges, hochaktuelles Buch, das uns zeigt, welch weiten Weg Staat und Gesellschaft in dieser Frage seit 1949 zurückgelegt haben. --Michael Winteroll

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Produkt-Bild: Den Holocaust erzählen: Historiographie zwischen wissenschaftlicher Empirie und narrativer Kreativität

Den Holocaust erzählen: Historiographie zwischen wissenschaftlicher Empirie und narrativer Kreativität

Norbert Frei (Herausgeber), Wulf Kansteiner (Herausgeber)
Broschiert von Wallstein
ISBN: 3835310771, Erscheinungsdatum: August 2012
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Produktbeschreibung

Historiographie zwischen wissenschaftlicher Empirie und narrativer Kreativität
Erscheinungsjahr: 2012
Hrsg. v. Frei, Norbert; Kansteiner, Wulf

Ein interdisziplinärer Dialog über die Grenze zwischen literarischem und historischem Erzählen.

Geschichtsschreibung ist Erzählung, und Erzählungen sind sprachliche Kunstprodukte. Deshalb erfindet, wer Geschichte schreibt. Mit diesem verblüffend einfachen Argument fordert Hayden White die Geschichtswissenschaft seit rund vier Jahrzehnten heraus. Sein Klassiker "Metahistory" hat viel Furore gemacht, wurde aber nur selten mit Blick auf die historiographische Praxis diskutiert. Die Autoren setzen diese vor über zwei Jahrzehnten in Los Angeles begonnene Diskussion über die Grenzen der Geschichtsschreibung fort: Anhand der Werke von Saul Friedländer und Christopher Browning, die sich beide dem interdisziplinären Dialog stellten.Mit Beiträgen und Kommentaren von:Christopher Browning, Dan Diner, Norbert Frei, Saul Friedländer, Daniel Fulda, Raphael Gross, Wulf Kansteiner, Birthe Kundrus, Chris Lorenz, Matías Martínez, Birgit Neumann, Gabriele Rosenthal, Jörn Rüsen, Wolf Schmid, Sybille Steinbacher, Bernd Weisbrod, Harald Welzer und Hayden White

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Produkt-Bild: Die Globalisierung der Wiedergutmachung: Politik, Moral, Moralpolitik

Die Globalisierung der Wiedergutmachung: Politik, Moral, Moralpolitik

José Brunner (Herausgeber), Constantin Goschler (Herausgeber), Norbert Frei (Herausgeber)
Gebundene Ausgabe von Wallstein
ISBN: 3835309811, Erscheinungsdatum: Sept. 2012
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Vergangenheitspolitik: Die Anfänge der Bundesrepublik und die NS-Vergangenheit von Norbert Frei

Broschiert von Beck
ISBN: 3406636616, Erscheinungsdatum: August 2012, Auflage: 1
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Bitte genau zu lesen: Nicht die "Bewältigung der Vergangenheit" wird hier untersucht -- ein ebenso belasteter wie diffuser Begriff -- sondern der offizielle Umgang mit der vor 50 Jahren gerade erst gewesenen Vergangenheit. Es geht um die Politik der allerersten Bonner Jahre. Was, so lautete die Frage, sollte mit den Millionen von Nazis geschehen, den großen und den kleinen, den mitgelaufenen, den Tätern, den Opportunisten? Welche Gesetze sollten gelten?

Die Versuche der Sieger, dem Nationalsozialismus per Justiz beizukommen, stießen auf wenig Verständnis; nicht einmal Nazi-Gegner billigten die Ergebnisse. Die öffentliche Meinung war für einen Schlußstrich, und das junge Parlament trug dem Rechnung: bis zum Januar 1951 waren bereits fast achthunderttausend Verfahren eingestellt.

Mit dem berühmt-berüchtigten § 131 wurde rund einer Million nazistisch belasteter Staatsdiener Entschädigung dafür zuerkannt, daß sie nach 1945 hinausgeworfen worden waren.

Selbst die Wiedereingliederung von Kriegsverbrechern sah man unproblematisch und nur unter dem Gesichtspunkt möglichst zügiger Rückkehr zu normalen Verhältnissen. Frei dokumentiert zum Beispiel den persönlichen Einsatz eines Mannes wie Carlo Schmid von der SPD für einen Massenmörder, der ihm aus Universitätstagen als Jurist bekannt war, und der während des Krieges in Estland ein paar Hundert Leute hatte erschießen lassen.

Eine von Freis interessanten Schlußthesen: Der schon las hysterisch zu bezeichnende Wille der Allgemeinheit zur Amnestie für alle und jeden könne verstanden werden "als eine unbewußte Anerkennung -- und entsprechend vehemente Abwehr -- der Kollektivschuldthese."

Freis differenzierte, auf die Quellen zurückgehende Untersuchung ist ein wichtiges, hochaktuelles Buch, das uns zeigt, welch weiten Weg Staat und Gesellschaft in dieser Frage seit 1949 zurückgelegt haben. --Michael Winteroll

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Vergangenheitspolitik. Die Anfänge der Bundesrepublik und die NS-Vergangenheit von Norbert Frei

Gebundene Ausgabe von C.H.Beck
ISBN: 3406413102, Erscheinungsdatum: August 1996, Auflage: 2
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Bitte genau zu lesen: Nicht die "Bewältigung der Vergangenheit" wird hier untersucht -- ein ebenso belasteter wie diffuser Begriff -- sondern der offizielle Umgang mit der vor 50 Jahren gerade erst gewesenen Vergangenheit. Es geht um die Politik der allerersten Bonner Jahre. Was, so lautete die Frage, sollte mit den Millionen von Nazis geschehen, den großen und den kleinen, den mitgelaufenen, den Tätern, den Opportunisten? Welche Gesetze sollten gelten?

Die Versuche der Sieger, dem Nationalsozialismus per Justiz beizukommen, stießen auf wenig Verständnis; nicht einmal Nazi-Gegner billigten die Ergebnisse. Die öffentliche Meinung war für einen Schlußstrich, und das junge Parlament trug dem Rechnung: bis zum Januar 1951 waren bereits fast achthunderttausend Verfahren eingestellt.

Mit dem berühmt-berüchtigten § 131 wurde rund einer Million nazistisch belasteter Staatsdiener Entschädigung dafür zuerkannt, daß sie nach 1945 hinausgeworfen worden waren.

Selbst die Wiedereingliederung von Kriegsverbrechern sah man unproblematisch und nur unter dem Gesichtspunkt möglichst zügiger Rückkehr zu normalen Verhältnissen. Frei dokumentiert zum Beispiel den persönlichen Einsatz eines Mannes wie Carlo Schmid von der SPD für einen Massenmörder, der ihm aus Universitätstagen als Jurist bekannt war, und der während des Krieges in Estland ein paar Hundert Leute hatte erschießen lassen.

Eine von Freis interessanten Schlußthesen: Der schon las hysterisch zu bezeichnende Wille der Allgemeinheit zur Amnestie für alle und jeden könne verstanden werden "als eine unbewußte Anerkennung -- und entsprechend vehemente Abwehr -- der Kollektivschuldthese."

Freis differenzierte, auf die Quellen zurückgehende Untersuchung ist ein wichtiges, hochaktuelles Buch, das uns zeigt, welch weiten Weg Staat und Gesellschaft in dieser Frage seit 1949 zurückgelegt haben. --Michael Winteroll

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1945 und wir. Das Dritte Reich im Bewußtsein der Deutschen von Norbert Frei

Gebundene Ausgabe von Beck
ISBN: 3406529542, Erscheinungsdatum: Februar 2005, Auflage: 1
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Produktbeschreibung

Für das Selbstverständnis der Bundesrepublik wurde der kritische Rückbezug auf die Erfahrungen des "Dritten Reiches" seit den sechziger Jahren wichtig. Nach einem langen Jahrzehnt der Verdrängung setzte damals ein, was als "Vergangenheitsbewältigung" die politische Kultur unseres Landes prägte. Diese Epoche geht nun zu Ende - nicht jedoch die Politik mit der Vergangenheit Im Gange ist, vorangetrieben von der Generation der Kriegskinder, den späteren Achtundsechzigern, nichts weniger als eine Neujustierung unserer Geschichtsverhältnisse. In die Gedächtniskultur einer globalisierten Holocaust-Erinnerung drängt jetzt - und das ist augenscheinlich ein Problem - die intensive Verlebendigung von Bombenkrieg, Flucht und Vertreibung.

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Wenn am 10. Mai 2005 in Berlin das Denkmal für die ermordeten Juden Europas eingeweiht wird, geschieht etwas symbolpolitisch bislang einmaliges, dass nämlich "eine Nation im Zentrum ihrer Hauptstadt ihr größtes geschichtliches Verbrechen bekennt".

Tatsächlich, so die These Norbert Freis in seinem dem Buch den Titel gebenden Aufsatz "1945 und wir", leben wir auch in einer ganz profanen, gleichwohl ebenso folgen- und chancenreichen Weise in einem erinnerungspolitischen Gezeitenwechsel. Denn: "Die Zeit des 'Dritten Reichs' entschwindet der Zeitgenossenschaft", der Nationalsozialismus verabschiede sich "aus dem in unserer Gesellschaft päsenten Vorrat persönlicher Geschichtserfahrung". Wer, gleichsam um das Unvermeidbare aufzuhalten, eine Pflicht des Erinnerns postuliere, unterliege einer Selbsttäuschung, schließlich könne schon bald niemand mehr von dieser Zeit sagen: "Ich erinnere mich!"

Was von uns Heutigen, der Zeit von Naziherrschaft, Holocaust und Zweitem Weltkrieg Nachgeborenen zu leisten ist, ist die Gewinnung eines eigenen Standpunkts, von dem aus wir die Gegenwart der Vergangenheit in den eigenen Blick nehmen und danach fragen, welche Lehren, aber auch welche Fragen uns die hinterlassene Geschichtserfahrung aufgibt. Eben dies versucht Frei für einzelne Aspekte dieser historischen Hinterlassenschaft in den folgenden, durchweg lesenswerten Essays des Bandes beispielhaft vorzuführen. Dazu beleuchtet er "die Rückkehr des Rechts" oder den "Mythos Stalingrad" ebenso, wie "das Epochenjahr 1933", den Begriff der "Volksgemeinschaft", den "Erinnerungskampf" um den 20. Juli 1944 in den Bonner Anfangsjahren oder die Diskussion der Kollektivschuldthese in der Nachkriegszeit. Den Schlusspunkt setzt er mit mit einem Aufsatz über "Auschwitz und die Deutschen". Sehr empfohlen! -- Andreas Vierecke

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