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BKA: Die Jäger des Bösen von Michael Jürgs

Gebundene Ausgabe von C. Bertelsmann Verlag
ISBN: 3570100081, Erscheinungsdatum: März 2011
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Produkt-Bild: Seichtgebiete: Warum wir hemmungslos verblöden

Seichtgebiete: Warum wir hemmungslos verblöden von Michael Jürgs

Broschiert von C. Bertelsmann Verlag
ISBN: 357010009X, Erscheinungsdatum: Juli 2009
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Produktbeschreibung

SEICHTGEBIETE

Aus der Amazon.de-Redaktion

Man kann ja nicht behaupten, dass man nicht vorgewarnt gewesen wäre. Bereits im allerersten Absatz seines im Klappentext treffend als ?Pamphlet? charakterisierten Werkes kündigt der Autor Michael Jürgs ein Buch an, ?in dem es um Blöde und Blödmacher? geht. Im Fadenkreuz einmal mehr ? nicht erst seit Marcel Reich-Ranickis vom Zaun gebrochenem Eklat ? das Fernsehen als ?klassische Bedürfnisanstalt der Nation? im Allgemeinen und das Privatfernsehen als Sittenverderber im Besonderen. Weil auch das Recht auf Dummheit zu den unveräußerlichen Menschenrechten zähle, so Jürgs, sei im Kampf zur Befreiung der Blöden von den Blödmachern eine Strategie aus List, Tücke, Witz und Fantasie notwendig, anstatt sich resigniert in die letzten Refugien der Kultur zurückzuziehen (der sich der Autor selbst offenbar gerne zugehörig fühlt).

Doch abgesehen vom holzschnittartigen Inhalt seiner Polemik lassen darob allein schon die Wortwahl und Verbalinjurien zweifeln, derer sich Jürgs bei seiner Suada bedient. Als vorgeschobene Entschuldigung, einmal so richtig kräftig vom Leder ziehen zu können ? oder, um im Jargon zu bleiben: die Sau raus zu lassen ? mutet die scheinheilige Ankündigung an, sich mangels intellektueller Verständigkeit auf das Niveau der Gegenseite herab begeben zu müssen: ?Das schaffen nur die Besten unter den Klugen. Jede Art von Ekel muss zuvor abtrainiert werden, man braucht einen langen Atem, und die Guerilleros müssen lernen, ihre Intelligenz zu verbergen, dass ihnen niemand von den Blöden auf die Schliche kommt.?

Bei aller Ehrenhaftigkeit des Anliegens entbehrt es nicht einer gewissen Dreistigkeit, dass sich hier ausgerechnet einer zum Chefankläger aufschwingt, der sein Handwerk im Boulevardjournalismus gelernt hat, ehe er als Chefredakteur der (zugegebenermaßen bisweilen politisierenden) Po- und Busen-Illustrierten Stern oder beim Sprachrohr der bundesdeutschen Spaßgesellschaft, Tempo, Karriere gemacht hat, die mit Fug und Recht als Vorreiter der kulturellen Verseichtung bezeichnet werden können. Doch damit nicht genug ist Jürgs Buch bei einem Verlag erschienen, dessen gleichnamige Konzernmutter durch Beteiligung an RTL von Anfang an bei dem hier viel gescholtenen Privatfernsehen dabei gewesen ist. Die Übernahme der RTL Group an der Seite von Leo Kirch erfolgte übrigens just, als mit ?Big Brother? im TV die letzten Schamgrenzen fielen und das Leben zur Peepshow vor der Kamera verkam. ? Arnold Abstreiter

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Alzheimer: Spurensuche im Niemandsland von Michael Jürgs

Taschenbuch von C. Bertelsmann Verlag
ISBN: 3570009343, Erscheinungsdatum: August 2006
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Produktbeschreibung

Alzheimer Spurensuche im Niemandsland

Aus der Amazon.de-Redaktion

Als Auguste Deter im April 1906 in der Städtischen Irrenanstalt zu Frankfurt verstarb, konnte noch niemand ahnen, welche Bedeutung die Untersuchungsergebnisse des behandelnden Arztes einmal bekommen würden. Alois Alzheimer stellte den Fall im Herbst desselben Jahres zwar den Teilnehmern einer Konferenz vor, erhielt dafür aber kaum Beachtung. Die Geheimräte sollen sich sogar gelangweilt haben und obwohl das Krankheitsbild wenige Jahre später seinen Namen erhielt, geriet es schließlich völlig in Vergessenheit. Erst als Rita Hayworth in den achtziger Jahren diese heimtückische Reise ins Niemandsland antrat, gelangte der Morbus Alzheimer in den Blick einer weiten Öffentlichkeit.

Es ist schon eindrucksvoll, in welcher Art und Weise sich Michael Jürgs der Alzheimerschen Krankheit nähert. Wer war Alois Alzheimer? Akribisch zeichnet er den Lebensweg Alois Alzheimers nach und dabei gelingt es dem Autor in eindrucksvoller Weise, den langsamen Abschied des eigenen Ich zu schildern, der allein in Deutschland rund 50 000 neue Fälle pro Jahr heimsucht. Der Wissenschaftler, der einerseits besessen war von seinen Forschungen, andererseits aber auch aus vollem Herzen genießen konnte, dessen politisches Desinteresse auch zu nationaler Engstirnigkeit führte und dessen Bescheidenheit für Wissenschaftskreise gänzlich unüblich war.

Wer dieses Buch zur Hand nimmt, wird bald in einem außerordentlich spannenden Stück Wissenschaftsgeschichte gefangen sein und dabei Menschen kennenlernen, die langsam ihre Biographie verlieren. Auch wenn es keineswegs nur für betroffene Menschen und deren Umfeld gedacht ist, so machen die Darstellungen neuester Forschungsergebnisse und die Schilderung der Besuche in Pflegeheimen und Gedächtniskliniken dieses ungewöhnliche Werk doch zu einem der wichtigsten Handbücher über diese Krankheit. Ein umfangreicher Anhang mit Glossar, Literaturverzeichnis und Adressenlisten runden das Bild dieser erstklassigen Arbeit ab. --J. Schüring

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Der Tag danach: Wenn das Leben über Nacht nicht mehr ist, wie es gestern noch war von Michael Jürgs

Taschenbuch von Goldmann Verlag
ISBN: 3442154197, Erscheinungsdatum: November 2006
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Der Tag danach Wenn das Leben über Nacht nicht mehr ist, wie es gestern noch war

Aus der Amazon.de-Redaktion

Es gibt Momente, in denen ändert sich mit einem Schlag alles. Das gilt für die Weltläufte ebenso, wie für das einzelne Leben. Karrieren, Lieben, auch das Leben eines nahen Menschen können jäh zu Ende gehen. "Jeder Mensch reagiert auf seine besondere Weise, wenn auf einmal nichts mehr so ist, wie es gestern noch war. Es gibt für solche Wendepunkte im Leben keine Formeln, es gibt keine Erfahrungen von anderen, denen so etwas schon passiert ist, mit denen sich etwas anfangen ließe in dem Moment, wenn es einem selber passiert."

34 Menschen haben Michael Jürgs von ihren einschneidenden Schicksalstagen erzählt. Sehr private Erinnerungen sind darunter, die berühren. Die Geschichte eines längst entfremdeten Ehepaares etwa, das gleichsam am Vorabend des Todes eines der beiden seine Liebe neu entdeckt ("Der Klavierspieler"). Oder die Geschichte um die schönste Liebeserklärung, die Alida Gundlach in einem Zettelkasten aufbewahrt ("Aufgeben gilt nicht"). Zeitgeschichtlich interessant und deshalb erwähnenswert ist der "Bluff des Moralisten" Egon Bahr, der mit einer ziemlich riskanten Lüge seinen Verhandlungen mit dem sowjetischen Außenminister zum Durchbruch verhalf. Dagegen fallen die Geschichte von der letztmaligen Kohlbewunderung Norbert Blüms nach der Wahlniederlage 1998 oder die Stoiber-Frühstücksverderberei Peter Gauweilers zwar merklich ab, in der Summe aber ist Michael Jürgs mit einer schlichten Idee ein äußerst lesenswertes Buch gelungen! -- Andreas Vierecke

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Produkt-Bild: Wie geht's, Deutschland?: Populisten. Profiteure. Patrioten. - Eine Bilanz der Einheit

Wie geht's, Deutschland?: Populisten. Profiteure. Patrioten. - Eine Bilanz der Einheit von Michael Jürgs

Gebundene Ausgabe von C. Bertelsmann Verlag
ISBN: 357000998X, Erscheinungsdatum: Sept. 2008
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Produkt-Bild: Der Fall Romy Schneider: Eine Biographie

Der Fall Romy Schneider: Eine Biographie von Michael Jürgs

Taschenbuch von Ullstein Taschenbuch
ISBN: 3548372171, Erscheinungsdatum: Sept. 2008, Auflage: Erweiterte Neuausgabe.
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Der Fall Romy Schneider Eine Biographie
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Produkt-Bild: Eine berührbare Frau: Das atemlose Leben der Künstlerin Eva Hesse

Eine berührbare Frau: Das atemlose Leben der Künstlerin Eva Hesse von Michael Jürgs

Taschenbuch von Goldmann Verlag
ISBN: 3442155096, Erscheinungsdatum: August 2008
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Produktbeschreibung

Eine berührbare Frau Das atemlose Leben der Künstlerin Eva H

Aus der Amazon.de-Redaktion

?Haben Sie Taschentücher dabei? Es ist keine Kleinigkeit, mit dreiunddreißig Jahren an einem Gehirntumor zu leiden. Na ja. Mein ganzes Leben war so? ? Eva Hesse in ihrem letzten Interview, einer lakonischen Bestandsaufnahme, wenige Wochen vor ihrem Tod. Keine Spur mehr von der Angst, die sie ein Leben lang einschnürte. Michael Jürgs, hochgradig infiziert von dieser tragischen Figur, die, in Kunstkreisen zwar hochangesehen, einer breiten Öffentlichkeit weitgehend verborgen blieb, hat keine Ruhe gegeben und noch einmal mit dem feinsten Pinsel ein ruheloses Leben nachgezeichnet, das man so leicht nicht wieder vergessen wird.

Abschied von den Eltern auf dem Bahnsteig Altona: An jenem Dezembertag 1938, mutmaßt Jürgs, begann für die Zweijährige der Horror lebenslanger Verlustängste. Einen Monat nach der Pogromnacht entkamen Eva und ihre drei Jahre ältere Schwester Helen per ?Kindertransport? der einsetzenden Judenverfolgung. Den Haag. London, dann mit den Eltern nach New York. ?Evas Leben und ihre Kunst seien nicht zu begreifen ohne das frühkindliche Trauma des Naziterrors?, behaupten Zeitzeugen. Ex-Ehemann und Bildhauer Tom Doyle vesteigt sich gar zu der These, nicht Andy Warhol oder Jasper Johns seien Evas künstlerische Wegbereiter gewesen, sondern ? Adolf Hitler! Es entsteht das Bild einer schönen und charismatischen Manisch-Depressiven ? die nur in ihrer Kunst zur Normalität fand.

Der Freitod der hochdepressiven Mutter. Die verhasste Stiefmutter, verewigt in einer bedrohlichen Gestalt auf dem späteren Gemälde ?Untitled?. Der eitle Künstlerehemann, der dem Whiskey und den Frauen zusprach und Eva mehr als Musenanhängsel denn eigenständige Malerin an seiner Seite betrachtete. Begleitet von Panikattacken, Drinks und Psychopharmaka, begann in der (durchaus machohaft auftretenden) Männerkünstlerwelt SoHos der künstlerische Kampf Eva Hesses. Fast entsprach es ihrem stets wachen Sinn für das Absurde dieser Welt, dass sie just in dem Moment abtreten musste, als diese sie zu entdecken begann. Was blieb, ist ein heute hochdotiertes Skulpturenwerk mit Botschaften wie aus einer fremden Welt. Einer Welt, die Michael Jürgs mit seinem akribisch recherchierten Lebensbild erfahrbar gemacht hat. Man darf dankbar sein! --Ravi Unger

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Produkt-Bild: Der kleine Frieden im Großen Krieg: Westfront 1914: Als Deutsche, Franzosen und Briten gemeinsam Weihnachten feierten

Der kleine Frieden im Großen Krieg: Westfront 1914: Als Deutsche, Franzosen und Briten gemeinsam Weihnachten feierten von Michael Jürgs

Taschenbuch von Goldmann
ISBN: 3442153034, Erscheinungsdatum: Oktober 2005, Auflage: 1.
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Aus der Amazon.de-Redaktion

Es klingt wie ein Märchen, ist aber die unglaubliche Wahrheit: Weihnachten 1914 steigen Soldaten, die gerade zuvor noch alles getan hatten, um sich gegenseitig auszulöschen, aus ihren Gräben, begraben gemeinsam im Niemandsland zwischen den Linien ihre Toten, lachen zusammen, tauschen Geschenke aus, spielen Fußball. Der Irrsinn des "Großen Krieges" wird für zwei kurze Tage vom Wahnsinn des "kleinen Friedens" überboten. Wie kam dieser "Friede von unten" zu Stande? Diese Frage, die ihn fesselte, stand am Anfang des Buchprojekts von Bestseller-Autor Michael Jürgs. Am Ende kam ein Buch heraus, das mit gutem Gewissen als ein überaus gelungenes Stück Antikriegsliteratur bezeichnet werden kann.

Die erste Frontweihnacht im "Großen Krieg" -- der Bewegungskrieg war inzwischen in den Gräben erstarrt und die Zahl der Toten näherte sich der Millionengrenze -- hatte etwas Besonderes: Auf beiden Seiten herrschte eine grundlegende Stimmung, "dass endlich Schluss sein möge", dass das massenweise Krepieren auf den schlammigen Feldern Flanderns, das Dahinvegetieren bei Kälte und ausgemergelt von Seuchen ein Ende haben müsse. Die Weh- und Schwermut erzeugende Weihnachtsstimmung mit Weihnachtsbäumen, Kerzen und vor allem Liedern tat ein Übriges. Doch all dies hätte nicht gereicht, wären da nicht vereinzelt Mutige gewesen, die ihren Graben verließen und dem Feind "Frohe Weihnachten" oder "Merry Christmas" zuriefen.

Was dieses Buch so packend macht, ist nicht nur die Macht der Fakten, sondern vor allem die virtuose Art der Darstellung. Aus vielen Quellen wie Fotos, Briefen, Kriegstagebüchern sowie Zeitungsartikeln hat Jürgs ein Mosaik des Kriegsschreckens zusammengestellt, das mehr ist als nüchterne Geschichtsschreibung. Der Autor war auf den Schlachtfeldern von damals, hat Gedenkstätten besucht, mit Veteranen gesprochen. Sein Ziel ist es, das Unfassbare sowohl des "Großen Krieges" wie auch des "kleinen Friedens" verstehbar und dort, wo dies nicht möglich ist, weil sich der Verstand wehrt, erfühlbar zu machen. Dies ist ihm mit seinem beeindruckenden Buch vollends gelungen.

Übrigens: Die Kriegspause war vorbei, als die Generäle bei drakonischen Strafen den Soldaten verboten, sich zu treffen. Damit wurden die menschlichen Gesichter der Gegenüberliegenden allmählich wieder zu konturenlosen feindlichen Fratzen und damit zum besten Nährboden für den Hass, der zum Kriegführen notwendig ist. --Dr. Manfred Schwarzmeier

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Produkt-Bild: Der Verleger - Der Fall Axel Springer

Der Verleger - Der Fall Axel Springer von Michael Jürgs

Taschenbuch von List Taschenbuch
ISBN: 354860188X, Erscheinungsdatum: Sept. 2001
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Produktbeschreibung

Der Verleger. Der Fall Axel Springer.

Aus der Amazon.de-Redaktion

Einmal Außenminister spielen -- das wär doch was. So dachte auch Springer. Als Adenauer die Wiedervereinigung vergeigte, flog der Zeitungszar halt selbst nach Moskau. Er wollte mit dem Zarennachfolger Chruschtschow verhandeln -- und durfte tatsächlich mit dem Weltmachtführer sprechen.

Das Ergebnis ist bekannt. Der Hamburger hat zwar Deutschland verändert, aber die Wiedervereinigung konnte er nicht höchstpersönlich herbeizaubern. Kaum jemand weiß, woran das lag: an den Sternen -- und an ein paar Stunden Zeitverschiebung. Das dachte jedenfalls Axel Caesar Springer, dessen Caesar nicht vom gleichnamigen Imperator stammt, sondern von einem Dichter, den seine Mutter mochte: Caesar Flaischlen ("Hab' Sonne im Herzen").

Wenn große Dinge anstanden, ließ sich Springer ein Horoskop erstellen. Auch vor seiner Moskaureise. Nur hatte der Astrologe vergessen, die Zeitverschiebung zwischen Deutschland und dem Sowjetreich zu kalkulieren. Deshalb war das Horoskop wertlos, und deshalb misslang das Gipfeltreffen. So dachte Springer.

Die Moskau-Anekdote in diesem Buch ist bizarr, aber typisch für das Leben der deutschen Verlegerlegende. Einerseits mächtiger Medienmagnat -- andererseits ein mächtig schräger Vogel. Auf Letzteres richtet dieses Buch sein Augenmerk und amüsiert so den Leser. Den schwierigen, weil so vielschichtigen Fall Axel Springer löst der Autor mit einem saftigen, sehr persönlichen Porträt.

Was in Springer-Zeitungen unter der Rubrik "Vermischtes" steht, läuft hier über fast jede Seite eines bunten Buchs. Macht nichts, dass es schon sechs Jahre alt ist. Denn so viele Storys über den spleenigen Springer konnte seither niemand mehr sammeln. Autor Jürgs ist ein Topjournalist, Ex-Chefredakteur von stern und Tempo -- und ein exzellenter Spürhund.

Den zehnten Todestag von Springer wartete er ab, dann nahm er die Fährte des missionarischen Verlegers auf. Er fand die spannenden Spuren einer faszinierend zwiespältigen Person. Mit Bild die mächtigste Zeitung Deutschlands gegründet -- doch, so sagte Springer, "ich leide wie ein Hund darunter".

Sein erstes Druckwerk nach dem Krieg war ein Kalender: "Besinnung. Ewige Worte der Menschlichkeit." Konservative Produkte auf der einen Seite, mit denen er Terroropfer und Hassfigur einer ganzen Generation wurde ("Enteignet Springer!") -- aber im Privatleben ein Playboy: fünf Ehefrauen, unzählige Geliebte und Kurtisanen.

Wie bekam der Autor seine teilweise extrem intimen Informationen? Er befragte Medienleute, und die schwatzen besonders gerne. Doch Medienleute wissen auch besonders gut, wie viel Ärger das bringen kann, wenn es gedruckt wird. Deshalb wollten viele anonym bleiben.

Aufgrund der vielen ungenannten Quellen wirkt das Buch streckenweise wie aus der Rubrik "Klatsch und Tratsch". Wer aber keine trockene und tief greifende medienpolitische Analyse erwartet, sondern eine bunte Biografie, der wird dieses Buch lieben. --Frank Rosenbauer

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Seichtgebiete: Warum wir hemmungslos verblöden von Michael Jürgs

Taschenbuch von Goldmann Verlag
ISBN: 3442156416, Erscheinungsdatum: November 2010
Produktgruppe Bücher
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Produktbeschreibung

Seichtgebiete

Aus der Amazon.de-Redaktion

Man kann ja nicht behaupten, dass man nicht vorgewarnt gewesen wäre. Bereits im allerersten Absatz seines im Klappentext treffend als ?Pamphlet? charakterisierten Werkes kündigt der Autor Michael Jürgs ein Buch an, ?in dem es um Blöde und Blödmacher? geht. Im Fadenkreuz einmal mehr ? nicht erst seit Marcel Reich-Ranickis vom Zaun gebrochenem Eklat ? das Fernsehen als ?klassische Bedürfnisanstalt der Nation? im Allgemeinen und das Privatfernsehen als Sittenverderber im Besonderen. Weil auch das Recht auf Dummheit zu den unveräußerlichen Menschenrechten zähle, so Jürgs, sei im Kampf zur Befreiung der Blöden von den Blödmachern eine Strategie aus List, Tücke, Witz und Fantasie notwendig, anstatt sich resigniert in die letzten Refugien der Kultur zurückzuziehen (der sich der Autor selbst offenbar gerne zugehörig fühlt).

Doch abgesehen vom holzschnittartigen Inhalt seiner Polemik lassen darob allein schon die Wortwahl und Verbalinjurien zweifeln, derer sich Jürgs bei seiner Suada bedient. Als vorgeschobene Entschuldigung, einmal so richtig kräftig vom Leder ziehen zu können ? oder, um im Jargon zu bleiben: die Sau raus zu lassen ? mutet die scheinheilige Ankündigung an, sich mangels intellektueller Verständigkeit auf das Niveau der Gegenseite herab begeben zu müssen: ?Das schaffen nur die Besten unter den Klugen. Jede Art von Ekel muss zuvor abtrainiert werden, man braucht einen langen Atem, und die Guerilleros müssen lernen, ihre Intelligenz zu verbergen, dass ihnen niemand von den Blöden auf die Schliche kommt.?

Bei aller Ehrenhaftigkeit des Anliegens entbehrt es nicht einer gewissen Dreistigkeit, dass sich hier ausgerechnet einer zum Chefankläger aufschwingt, der sein Handwerk im Boulevardjournalismus gelernt hat, ehe er als Chefredakteur der (zugegebenermaßen bisweilen politisierenden) Po- und Busen-Illustrierten Stern oder beim Sprachrohr der bundesdeutschen Spaßgesellschaft, Tempo, Karriere gemacht hat, die mit Fug und Recht als Vorreiter der kulturellen Verseichtung bezeichnet werden können. Doch damit nicht genug ist Jürgs Buch bei einem Verlag erschienen, dessen gleichnamige Konzernmutter durch Beteiligung an RTL von Anfang an bei dem hier viel gescholtenen Privatfernsehen dabei gewesen ist. Die Übernahme der RTL Group an der Seite von Leo Kirch erfolgte übrigens just, als mit ?Big Brother? im TV die letzten Schamgrenzen fielen und das Leben zur Peepshow vor der Kamera verkam. ? Arnold Abstreiter

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