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Europäische Geschichte im 20. Jahrhundert: Geschichte Italiens im 20. Jahrhundert von Hans WollerBroschiert von C.H. BeckAngebote bei Amazon: ab EUR 22,99 ISBN: 3406601588, Erscheinungsdatum: März 2010, Auflage: 1 |
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Der Infant von Parma: oder Die Ohnmacht der Erziehung von Elisabeth BadinterGebundene Ausgabe von C.H. BeckAngebote bei Amazon: ab EUR 13,50 ![]() 4 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 340660093X, Erscheinungsdatum: März 2010, Auflage: 1 |
Eine Kundenrezension:Hier finden Sie keine einfachen Erklärungsversuche. 4 von 5 PunktenFerdinand von Bourbon (1751-1802), Herzog von Parma, Piacenza und Guastalla von 1765 bis 1802. Seine Erziehung und Ausbildung ist Thema dieses Buches. Vorab aber erst ein paar geschichtliche Informationen. Seine Mutter war Louise Elisabeth von Frankreich (1727-1759), die älteste Tochter des französischen Königs Ludwig XV. Von acht Mädchen war sie die Einzige, die verheiratet wurde. Mit zwölf Jahren verließ sie Frankreich, um zu ihrem Mann an den spanischen Hof zu ziehen. Mit 14 Jahren bekam sie ihr erstes Kind, die älteste Tochter Isabella. 1748 erfolgte im Rahmen des Friedens von Aachen, der den österreichischen Erbfolgekrieg beendete, die Berufung ihres Gemahls Don Felipe zum Herzog von Parma und Piacenza. Don Felipes Mutter war Elisabetta Farnese aus dem italienischen Herzogshaus von Parma, Piacenza und Guastalla. Sein Vater der spanische König Philipp V. Ferdinand selber ist zwar nur eine Randfigur in der europäischen Geschichte, dennoch lohnt die Lektüre dieses Buches. Elisabeth Badinter konzentriert sich zunächst auf die Jugendjahre, die Erziehung durch den Hofmeister Keralio und den Hauslehrer, den Abbé Condillac. Nachdem Ferdinand offiziell von seinen Lehrmeistern befreit ist, gerät er unter den Einfluss seiner Ehefrau Maria Amalia von Österreich. Der Konflikt zwischen ihm und seinem Premierminister Du Tillot eskaliert. Des Weiteren beschreibt die Autorin die Entwicklung von Ferdinands religiösen Neigungen, die auch dazu führen, dass der junge Herrscher die Inquisition wieder einführt. Die Zeit nach Du Tillots Abreise im Jahre 1771 wird nur oberflächlich beschrieben. Die Frage "Wer hat Schuld?" ist nicht einfach zu beantworten. Ist es die Verleugnung der Kindheit, die allzu große Strenge? Der frühe Verlust vor allem von der Mutter und der älteren Schwester, die 1760 den späteren Kaiser Joseph II. heiratet? Oder sind es die pädagogischen Exzesse, denen er unterworfen wurde, im Rahmen seiner Ausbildung zu einem aufgeklärten Fürsten? Elisabeth Badinter macht es sich nicht einfach. Akribisch und faktenreich diskutiert sie die verschieden Erklärungsversuche. Sie zitiert Zeitzeugen, überlässt es dem Leser sich eine Meinung zu bilden. Ehrlich gesagt, es wäre schön, wenn jemand, der mehr von Erziehung versteht als ich, jemand mit pädagogischen Hintergrund, die dargestellten Fakten kommentieren könnte. Alles in allem bleibt festzuhalten, dass dieses Buch keine einfachen Lösungen und Erklärungsversuche anbietet. Der Leser ist aufgefordert mitzudenken und sich seine eigene Meinung zu bilden. Persönlich hätte ich mich über mehr Informationen zur Abstammung Ferdinands sowie über eine ausführlichere Darstellung des geschichtlichen Hintergrundes gefreut. |
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Festungskrieg im Hochgebirge: Der Kampf um die österreichischen und italienischen Hochgebirgsforts in Südtirol im 1. Weltkrieg von Rolf HentzschelGebundene Ausgabe von AthesiaAngebote bei Amazon: ab EUR 22,98 ![]() 5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 888266516X, Erscheinungsdatum: April 2009, Auflage: 2., Aufl. |
2 Kundenrezensionen:Anmerkung von Wolfgang Martin 5 von 5 PunktenDer Autor beschreibt in seinem Buch sehr umfangreich und ausführlich die Baugeschichte der österr. Befestigungsanlagen im Raum Lavarone-Folgeria sowie die kriegerischen Ereignisse in diesem Gebiet. Auführlich wird auch der heutige Zustand der Festungswerke beschrieben. Nach meinem Eindruck ist es das beste und umfangreichste deutschsprachige Buch für diesen Bereich. Ich möchte hier allerdings auch auf einen, nach meinem Eindruck sachlichen Fehler hinweisen. Auf der Seite 270 gibt er eine Beschreibung der ital. 28 cm Küstenbatterie. Zu den Typenbeschreibungen folgender Hinweis: Typ 280 K war die ursprüngliche Haubitze - basierend auf einen Entwurf der Fa. Krupp, Rohrlänge 12 Kaliber. Typ 280 C (corte = kurz)abgewandelte Version der Fa. Armstrong, Rohrlänge 9 Kaliber mit gusseisernem Geschützrohr, siehe hierzu Abb. auf den Seiten 270,271. Typ 280 A (accazio = Stahl) eine weitere Version der Fa. Armstrong, allerdings mit einem stählernem Geschützrohr, Rohrlänge 9 Kaliber. Das Geschützrohr war hierbei gegenüber dem Typ 280 C deutlich schlanker ausgebildet, siehe hierzu Abb. auf Seite 93. Ein starkes Stück hochalpiner Militärgeschichte 5 von 5 PunktenAm 23. Mai 1915 brach das Königreich Italien den 33 Jahre zuvor geschlossenen "Dreibund", als es auf Seiten der "Entende" in den Ersten Weltkrieg eintrat. Als die Italiener am darauffolgenden Tag das Feuer eröffneten, war der einstige Verbündete Österreich-Ungarn jedoch gut gerüstet. Bereits im Januar 1908 hatte der Generalstabschef des österreichisch-ungarischen Heeres, Feldmarschall-Leutnant Conrad von Hötzendorf, ein Memorandum vorgelegt, in dem er die Verteidigungskraft Südtirols u.a. durch den Bau einer grenznahen Linienbefestigung propagierte. Seine Einschätzung, dass der südliche Nachbar infolge der Irredenta-Bewegung als unzuverlässiger Bündnispartner eingestuft werden musste, sollte hatte sich nunmehr bestätigt..... Nirgends an der gesamten Hochgebirgsfront waren die Sperrbefestigungen so stark ausgebaut wie zwischen Folgaria und Lavarone. Zu Beginn des Waffenganges lagen sieben moderne österreichische vier italienischen Fortifikationen auf Kanonenschussweite gegenüber. Die anfängliche Dominanz italienischer Festungsgeschütze die, unterstützt durch schwere Belagerungsartillerie, sieben österreichische Festungen unter Beschuss nahmen, sollte jedoch nur wenige Wochen währen. Denn im Juni 1915 fügte die österreichische Belagerungsartillerie dem Fort Verena katastrophale Schäden zu und erzwang die Entwaffnung der meisten anderen italienischen Forts. Die Maioffensive 1916 führte zu einer Frontverschiebung zu Gunsten der Donaumonarchie, bei der die (infolge des einjährigen Beschusses) zum Teil zu Ruinen gewordenen Bergfestungen schließlich aus der Schusslinie kamen. Bereits das Inhaltsverzeichnis, welches zugleich eine Gliederung in Unter- und Unterunterpunkte ist, bezeugt die übersichtliche Systematik mit der Rolf Hentzschel dem Thema gerecht wurde. Den Schwerpunkt des Buches hat der Autor auf die österreichischen Sperrwerke gelegt, denen er die ersten 21 Kapitel gewidmet hat. Der Leser erfährt hier nicht nur Einzelheiten über die Geschichte der Forts, wie Planung, Erprobung, Bauzeit und Baukosten, sondern auch über technische Ausrüstung, Bewaffnung und Beschussschäden. Daneben werden die leiden der Besatzungen, das Schicksal der Zivilbevölkerung und Kriegerfahrungen in einer Zusammenfassung und anhand der Fälle Giebermann und Nebesar dargelegt. Das 22. Kapitel befasst sich mit der Geschichte und Ausstattung der italienischen Forts Casa Ratti, Punta Corbin, Campolongo und Verena. Auch hier gibt es jeweils eine Beschreibung des gegenwärtigen Zustandes und, wenn auch viel kürzer gefasst, eine Zusammenfassung der Kriegserfahrung und Hinweise auf die Forts nach dem Krieg. Das letzte, 23. Kapitel stellt die Geschütze der italienischen Belagerungsartillerie derjenigen der Doppelmonarchie (Mörser, Haubitzen, Küstenhaubitzen) gegenüber. Es werden Begriffe wie Kasematten- und Batterieblock erläutert. U. a. erfährt der Leser auch, warum die optische Zentral-Signalstation Monte Rust im Soldatenjargon als "Pissoir der Hochfläche" bezeichnet wurde (Seite 233) und die Heilige Barbara auch die "Schutzpatronin der Artillerie" ist (S. 277). Das im Südtiroler Athesia Verlag erschienene Buch ist mit zahlreichen Landkarten, Tabellen und Synopsen ausgestattet. Die trotz Detailreichtum übersichtlichen Grafiken wurden vom Autor auf der Grundlage verschiedener historischer Quellen und eigenen Vermessungen (!) an den Festungsruinen gefertigt. Zum Teil wurde hierbei von der Graphik der Originaldokumente zugunsten einer einheitlichen Darstellung, die auch technischen Laien verständlich ist, abgewichen. Neben den zahlreichen Aufrissen, Querschnitten und Funktionszeichnungen sind es vor allem die historischen (schwarz-weiß) und die gegenwärtigen (farbigen) Fotos die beim Leser einen bleibenden Eindruck hinterlassen. So erinnern die pilzförmigen Panzerkuppeln an die 300.000 - 700.000 Bunker, die während er "Hoxha-Ära" in ganz Albanien entstanden sind und dort noch heute die Umwelt verschandeln. In seinem Nachwort stellt der promovierte, im Referat 10815 des Rheinland Pfälzischen Ministeriums für Umwelt, Forsten und Verbraucherschutz beschäftige, Autor fest, das der am 10. September 1919 im Schloss von Saint-Germain-en-Laye unterschriebene Friedensvertrag, sämtliche Mühen der Erbauer und die Leiden der Besatzungen sinnlos machte. Südtirol wurde Italien zugeschlagen. Obwohl die zu Beginn des Krieges noch unangreifbaren Beherrscher des Kampffeldes ihren eigentlichen Zweck nicht erfüllen konnten, zogen spätere Festungsbauer keinesfalls den Schluss, dass permanente Befestigungsanlagen das Wettrennen mit der Angriffsartillerie stets verlieren müssten. Den im Europa der 1930er und 1940er Jahre in einem Bauboom entstandenen Festungsanlagen und Sperrgürtel (z. B. "Maginot-Linie", "West- und Atlantikwall" und "Tschechoslowakischer Wall") sollte es jedoch nicht gelingen den Ansturm der Gegner standzuhalten. Die albanischen 1-3 Mannbunker wurden gar nicht benötigt. In der heutigen Zeit spielen beständige Befestigungen keine Rolle mehr.... .....der militärhistorisch Interessierte kann noch heute auf engstem Raum die hart umkämpften Festungen auf über 2000 m hohen Berggipfeln oder am Abgrund von 1000 m tiefen Schluchten besichtigen. Hilfreich sind hier die im Abschnitt 20.1 aufgeführten "Touristischen Hinweise" und die darauffolgenden in denen die Abschnitte in denen die Geschichte und der heutige Zustand des Posten Vezzena, der Panzerwerke Verle, Lusern, Gschwent, Sebastiana, Serrada, sowie des Zwischenwerks Sommo genauer beschrieben werden. Jedem militärischen Objekt ist eine Übersicht mit Informationen zu Parkplatz, Weg, Entfernung und Höhenunterschied vorangestellt. Diverse Anhänge, wie ein Glossar, ein Abkürzungenverzeichnis, ein Literaturverzeichnis (gedruckte Literatur, Archivalien & Bildnachweise) und 65 Endnoten. 5 Amazonsterne! |
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Die Ndrangheta: Der geheime Aufstieg der kalabrischen Mafia von Gudrun DietzTaschenbuch von Wiley-VCH Verlag GmbH & Co. KGaAAngebote bei Amazon: ab EUR 19,95 ISBN: 3527504559, Erscheinungsdatum: November 2010, Auflage: 1. Auflage |
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Die Frontsoldaten von Monte Cassino von Wolfgang WallendaBroschiert von TrigaAngebote bei Amazon: ab EUR 22,27 ![]() 4 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3897747170, Erscheinungsdatum: November 2009, Auflage: 5., Auflage 2009 (UXP). |
5 Kundenrezensionen:Ein spannender Lebensbericht eines Frontsoldaten! 5 von 5 PunktenIch grübelte lange ob ich eine Rezension veröffentlichen soll oder nicht. Aufgrund der meines Erachtens nicht angebrachten massiven negativen Kritik (wie gesagt - lediglich meines Erachtens, denn jede Meinung ist subjektiv und individuell - auch meine!) habe ich dann doch beschlossen ein paar Zeilen niederzuschreiben. Der Erzählstil (oder auch die Schreibweise) des Autors ist relativ einfach gehalten. Sie ist dem Protagonisten angepaßt! Einem einfachen Mann, der 1939 zwangsweise in den Krieg ziehen mußte. Das Leben der einfachen Landser ist hervorragend beschrieben, wie es auch von Veteranen bestätigt wurde. Sie benutzten eben nun einmal die einfach Sprache. Es waren die Menschen "von nebenan", die in den Gräben lagen und litten. Da gab es nun mal keine Fremdwortakrobatik. Man spürt die Ängste, erhält einen Einblick in die Gefühlswelt und begreift, wie schrecklich es damals gewesen sein muß! Auch die Meinung Einzelner, daß andere Waffengattungen "niedergemacht" werden, ist subjektiv. Das war wohl die wiedergegebene, gängige Anschauung der Landser, nicht die des Autoren (meine Unterstellung - so habe ich es aus dem Buch gelesen und umgesetzt - und auch heutzutage besteht bei diversen Waffengattungen Konkurrenzkampf und/oder Abneigung zueinander). Es herschte nun einmal nicht gerade Sonnenschein zwischen den verschiedenen Truppen. So sagte einmal ein Afrika-Veteran zu mir: "Wir konnten schon damals die Scheißer von der......nicht leiden!" (ich habe die Waffengattung extra weggelassen um keinen Unmut zu erzeugen. Ich wollte nur die Sichtweise des Einzelnen begreifbar machen. Manches scheint tatsächlich an den "Haaren herbeigezogen" zu sein, doch immerhin wird die erlebte und weitergetragene Geschichte eines Mannes erzählt, der den Krieg überlebt hat, und alles verlor was er besaß. Und selbst vor unseren Gerichten heißt es: In dubio pro reo! (Im Zweifel für den Angeklagten!) Ob nun eine der Erzählungen ein bißchen wahrer oder ein bißchen hinzuerfunden ist, weiß wohl nur der Verfasser - dennoch ist alles gut und plastisch erzählt und vor allem sehr spannend! Möglicherweise wurde alles nur für den Leser dramatischer verpackt, als es sich tatsächlich zugetragen hat. Egal! Es kommt allemal gut rüber und hat nicht nur den einen oder anderen Veteranen (und das ist für mich maßgeblich, denn sie können es wohl von allen Lesern am besten beurteilen)sondern auch mich überzeugt. Ich finde es immer wieder lustig, wenn Menschen, die damals nicht gelebt haben, versuchen die vergangene Geschichte anders zu erzählen als sie von Menschen, die es erlebt haben, wiedergegeben wird. Mathias Wallenda, ein einfacher Mann vom Land, leistete gerade seinen Wehrdienst (als Deutscher) beim tschechischen Militär ab, als der Zweite Weltkrieg ausbrach. Er wurde rekrutiert und zur Wehrmacht eingezogen. Als einfacher Soldat erlebte er an verschiedenen Fronten (Frankreich, Balkan, Afrika und schließlich in Italien) das Grauen des Krieges. Er sah das "Weiße im Auge des Gegners", verlor Kameraden und wurde zum "Frontschwein". Bei der Schlacht am Monte Cassino zeichnete sich der Soldat aus und wurde hierfür in Berlin hoch dekoriert. Beim anschließenden Heimaturlaub traf er auf einen flüchtigen Juden und half bei dessen weiterer Flucht. Doch nachdem der Landser vom Holocaust erfahren hat, kehrte er verändert an die Front zurück. Letztendlich überlebte Wallenda den Krieg. Seine Heimat sah er dennoch nie wieder. Ein Kriegsbericht, wie er intensiver nicht geschrieben werden kann. Kleinere Fehler übersieht man gern. Nichts ist perfekt. Ob die geschriebene Geschichte letztendlich zu 100 Prozent korrekt ist, oder ob ein paar Begebenheiten einfach nur "gut erzählt" werden, ist vollkommen egal. Mathias Wallenda hat eine Reise durch die Hölle gemacht, überlebt und seine Geschichte als Mahnmal gegen Kriege weitergegeben. Für mich eines der besten Bücher über den Zweiten Weltkrieg, wenngleich man es nicht mit Spitzenbüchern u. Bestsellern vergleichen kann. Das Buch ist allemal lesenswert und sehr beeindruckend. Ich werde es definitiv noch ein zweites Mal lesen und kann es bedenklos weiterempfehlen. Dadurch, dass sich das Buch seit mehr als zehn Jahren auf dem Markt hält und unter dem Titel: "Vojáci od Monte Cassina" auch ins fremdsprachige Ausland verkauft wurde, zeigt mir, dass ich mit meiner Meinung nicht allein da stehe. Geschichte wird eben erlebt, nicht frei nach eigenen Vorstellungen gestaltet! Fazit: Ein spannender Lebensbericht eines Frontsoldaten! Sehr Empfehlenswert! 5 von 5 PunktenDas Buch ist sehr empfehlenwert! Wenn man einmal anfängt zum Lesen, kann man nicht mehr aufhören! Für mich ist das bewundernswert wie die Soldaten damals den Druck u. die schrecklichen Erlebnisse überstanden haben! Hohe Erwartungen nicht bestätigt! 1 von 5 PunktenSeit Jahren beschäftige ich mich intensiv mit dem Thema 2.WK und habe bereits auch einiges an Erlebnisberichten darüber gelesen. Doch bei diesem Buch wurde ich bereits im Vorwort schwer enttäuscht, als ich lesen musste, dass außer historischen Personen, nur der Vater des Autors eine reale Person und der Rest frei erfunden ist! Spätestens der Satz "Der Großteil! des Romans! ist war" ließ mich mehr als stutzig werden! Nach den ersten Seiten störte mich bereits die mehr als schlechte Wahl der Begrifflichkeiten: So werden militärische Begriffe, die sehr selten auftauchen, schlichtweg falsch benutzt! Außerdem störend ist die dauernd hervorgehobene Landsersprache, die gar keine ist! So werden von den Soldaten Begriffe und Redensarten genutzt, die zur damaliger Zeit im Deutschen bzw. im Landserjargon überhaupt nicht bekannt waren. Bestes Beispiel: "abchecken", um nur ein Wort zu nennen. Auch sehr unglaubwürdig ist, dass der "Held des Romans" ein erfolgreicher Fluchthelfer eines Juden ist, Vergewaltigung, Mord und Folter verhindert und den ganzen Tag von nationalsozialistischen Vorgesetzten umgeben ist und als einer der wenigen gegen diese ordentlich Stimmung macht! Klingt alles sehr unglaubwürdig und im Sinne des modernen Zeitgeistes geschrieben und das nervt unbeschreiblich! Man merkt eindeutig, dass der Autor 1963er Geburtsjahr ist, nicht dabei war und nur aus mündlicher Überlieferung seine Geschichte aufbaut. Für Einsteiger oder Romanleser eine ganz gute, teilweise auch spannende Geschichte, wer aber im Bereich 2.WK interessiert ist, der sollte die Finger davon lassen! Kinderbuch! 1 von 5 PunktenEins vorweg: Wäre dieses Buch mein erstes zum Themenkreis "Erlebnisberichte 2. WK" gewesen, hätte ich es sicher nicht ganz so schlecht bewertet. Da ich aber bereits das große Vergnügen hatte, folgende (der Hochwertigkeit nach sortierte) Meisterwerke lesen zu dürfen, kann ich Wallenda's Buch nur als äußerst mangelhaft einstufen: 1. "Vergiss die Zeit der Dornen nicht" (Koschorrek) 2. "Im Auge des Jägers" (Wacker) 3. "Saat in den Sturm" (Brunnegger) 4. "Zwischen Nichts und Niemandsland" (Hartmann) ... Warum also nur ein Stern? 1. Würde ich hier 2 Sterne vergeben, müssten o.g. Bücher mind. 10 Sterne bekommen! 2. Als Leser hatte ich eine permanent, unterbewusst spürbare, das Lesevergnügend merklich störende Distanz zum (teils durchaus spannenden) Geschehen. Auch erinnerten Schreibstil und Tiefgang eher an die Darbietung in einem Laientheater: Man sieht zwar zu, glaubt aber keine Sekunde an das, was zuhöchst fragwürdig dargeboten wird. In o.g. Werken war ich stattdessen von der ersten bis zur letzten Seite mitteldrin und konnte die Emotionen der Erzählenden problemlos miterleben. Hier war es mir im Gegensatz dazu fast egal, was aus den Figuren wird, eben weil sie alle so künstlich wirkten und weil sie, wie der Autor im Vorwort ja auch zugibt, frei erfunden sind. Zahlreiche sachliche Fehler konnten das natürlich auch nicht wettmachen: Seit wann sind Marokkaner "Schwarze" und wann trugen Gurkhas jemals Turbane? Am meisten gestört haben mich die grenzenlose Rechtschaffenheit und der einzigartige Edelmut des Protagonisten, genau wie die zahlreich geschilderte abgrundtiefe Verderbtheit und Dummheit sämtlicher SS-Männer und höherer Wehrmachtsdienstgrade; platter geht es einfach nicht! Ich ärgere mich nun höllisch, den unzähligen, mir im Nachhinein absolut unverständlichen positiven Bewertungen geglaubt und die wenigen überaus berechtigten negativen Bewertungen ignoriert zu haben. Fazit: Wer seinem halbwüchsigen Kind das Leben einfacher Frontsoldaten im 2. WK näherbringen will, ist mit diesem Buch wahrscheinlich ganz gut bedient. (Dafür sollten allerdings die billigen und dazu noch völlig unnötigen Pornoszenen geschwärzt werden.) Wer es aber etwas hautnaher und glaubwürdiger mag, der sollte unbedingt die Finger von lassen und lieber zu o.g. Literatur greifen! Mehr als unglaubwürdig 1 von 5 PunktenSS-Soldaten waren alle Kriegsverbrecher, die Wehrmachtssoldaten haben hingegen nur ihren Job an der Front verrichtet. Wer diese Auffassung teilt kann dieses Buch kaufen. Der Schreibstil - naja. Die Story schon mehr als unglaubwürdig. Da wird eine Frau von einem deutschen Soldaten fast vergewaltig und der Titelheld kann sie noch retten. Viel später gerät der Held selbst in die Hand von Partisanen und wenn trifft er dort wieder die Frau die er Jahre vorher vor der Vergewaltigung gerettet hat, Ihr Vater ist zufällig auch noch der Kommandant der Partisanen, sodass die Partisanen ihn laufen lassen. Natürlich hilft unser Held auch den verfolgten Juden. Auf Heimaturlaub trifft er zufällig 3km vor dem zu Hause auf einen Juden, der gerade der SS auf einem Zugtransport entkommen ist (Klar sowas passiert) und jetzt von dieser gejagt wird. Er versteckt ihn unter seinem Mantel und sagt den SS Soldaten er sei der Neffe von Goebbels. Also wer ein gutes Buch über diese Zeit lesen will der greift besser zu "Saat in den Sturm" oder aber zu meinem Lieblingsbuch "Im Auge des Jägers" beide Bücher sind meiner Meinung nach wesentlich Spannender und vor allem authentischer geschrieben. |
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Kleine italienische GeschichteTaschenbuch von Reclam, DitzingenAngebote bei Amazon: ab EUR 6,11 ![]() 3 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3150170362, Erscheinungsdatum: Mai 2001 |
3 Kundenrezensionen:Einseitig aufgeladen 2 von 5 PunktenDas Buch bietet einen ersten Einblick in die Geschichte Italiens. Sehr nützlich finde ich die zahlreichen Literaturhinweise zu den jeweiligen Epochen. Was mich allerdings sehr gestört hat ist das letzte Kapitel zur neuesten Geschichte (seit 1946) von Rudolf Lill, die mir sehr einseitig und populistisch erschienen ist, so dass man den Eindruck gewinnt, der Autor ist weniger an einer wissenschaftlichen Darstellung der Fakten, als an der Meinungsbildung des Lesers interessiert. übersichtlich 3 von 5 Punktengenau richtig, um sich über die ital. geschichte zu informieren. hat mir für meine klausur in ital kulturwissenschaft geholfen. Italienische Geschichte übersichtlich, aber auf dem Stand der Forschung 4 von 5 Punkten(Bemerkung voran: ich hatte den Band bei der Bundeszentrale für politische Bildung bestellt, doch er dürfte mit diesem Reclam-Band bis auf den Umschlag identisch sein) 'Kleine italienische Geschichte' - der Band folgt dem Reclam-Konzept, 'National'geschichten auf ein überschaubares Format einzudampfen und dabei doch mit Fachleuten als Autoren für ein hohes Niveau zu sorgen. Herausgeber sind hier Wolfgang Altgeld - er beschreibt das Risorgimento traumwandlerisch sicher - und Rudolf Lill. Bei dessen Texten freilich hätte der Lektor einschreiten müssen. Die im Buch wiederholt variierte fixe Idee einer kulturellen 'linken Hegemonie' in der gesamten Nachkriegszeit etwa wird schlichtweg nicht hinreichend belegt und scheint einer offenen Sympathie mit dem politischen konservativem Katholizismus geschuldet. Was ja auch in Ordnung ist, nur sollte es halt nicht die Geschichtswissenschaft trüben. Teile des Buchs: - Italien im Mittelalter (Thomas Frenz) - Italien der Hoch- und Spätrenaissance (Rudolf Lill) - bis zum Risorgimento (Angelica Gernert, Michael Groblewski) - Risorgimento (Wolfgang Altgeld) und ab da in drei Teilen bis 2004 (Rudolf Lill) Die frühen Teile sind stark papstlastig, was sich mit dessen Einfluss, vielleicht aber auch damit erklären lässt, dass die Quellen einfacher zu erschließen waren. Modernere Ansätze von Wirtschafts- und Sozialstukturgeschichte werden erst ab Altgelds Risorgimento-Teil genutzt. Eingeschoben sind Literaturhinweise und Übersichtsdarstellungen. Am Ende findet sich ein Namensregister. Angenehm ist, dass im Buch kaum Insider-Jargon verwendet wird. Das Niveau ist gymnasiale Oberstufe bis Proseminar Universität und ist auch für den interessierten Laien eine gute, anregende Einführung in die italienische Geschichte mit vielen weiterführenden Impulsen. Mille grazie! |
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Die Staufer und ItalienGebundene Ausgabe von TheissAngebote bei Amazon: ab EUR 59,90 ISBN: 3806223661, Erscheinungsdatum: Sept. 2010 |
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Langenscheidt Praxiswörterbuch Textil und Mode: Englisch-Deutsch-Französisch-Italienisch von Gerhard RebmannBroschiert von Langenscheidt FachverlagAngebote bei Amazon: ab EUR 16,50 ISBN: 3861173123, Erscheinungsdatum: August 2010, Auflage: 1., Auflage 2010 |
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Der italienische Faschismus 1919-1945 von Wolfgang SchiederBroschiert von BeckAngebote bei Amazon: ab EUR 8,95 ISBN: 3406607667, Erscheinungsdatum: August 2010, Auflage: 1 |
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Die Fiktion der wahrscheinlichen Realität (edition suhrkamp) von Elena EspositoTaschenbuch von Suhrkamp VerlagAngebote bei Amazon: ab EUR 8,49 ![]() 5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3518124854, Erscheinungsdatum: April 2007, Auflage: 2 |
Eine Kundenrezension:Der Wille zum Schein: Über fiction und Wahrscheinlichkeit. 5 von 5 Punkten"Was erstaunt ihr, was erschreckt euch, / Wenn ein Traum mein Lehrer war" (Calderon; 1600-1681 in: Das Leben ist ein Traum) "Denn das Leben ist nur ein um ein Weniges weniger unbeständiger Traum." (Blaise Pascal; 1623-1662 in: Gedanken / Penseés) Traum und Leben ist die Gegenüberstellung, wie es die Begriffe fiction und Realität sind. Die moderne Frage dazu lautet: Warum gewinnt das Irrationale immer mehr Wirkung auf das Rationale? Oder wie "brand eins" in der Mai Ausgabe 2010 LOTTERhaft postulierte: "Der Sieg des Irrationalen". Die zweite Frage der Modernen stellt sich so: Inwieweit sind Umfragen mit statistischer Wahrscheinlichkeit ein hinreichendes "Als ob" zur Bestimmung der Realität? Diesen Fragen geht Elena Esposito (1960-) nach, nicht in der Erklärung, sondern aus der Herkunft, der Erforschung der Ursache dieser veränderten Denk- und Verhaltensweisen. Dabei entfaltet sie ein systemtheoretisches Konzept der Realitätsverdopplung. Fiktion und Wahrscheinlichkeit erzwingen neue Auffassungen, die Folgen auf die zusammenhängenden Prozesse werden im sozialen Wandeln tiefgreifend im Diskurs behandelt. Die bei Anton Tschechow noch geltende Maxime: "Das Leben bekommst du nicht zweimal" scheint in der Neu-Fassung systemtheoretischer Methodik außer Kraft gesetzt. Nun, wenn schon von einer Veränderung die Rede ist, muss vor dieser "Fiktion der wahrscheinlichen Realität" etwas gestanden haben, was zur Unterscheidung beiträgt, ja gerade Auslöser einer neuen Welt sein musste. Fündig wird man gerade in jenem Jahrhundert von Calderon und Pascal, sicher auch noch im 16. Jahrhundert. Die bis dato eindeutige Gegenüberstellung von Erscheinung und Substanz (siehe auch Spinozas Ethik) wird aufgehoben und in die Welt tritt etwas, was mit dem Begriff 'Kontingenz' gut beleuchtet ist. Die barocken Strukturen der Architektur, verwirrende Elemente und Formen der Täuschung, Veränderungen von Perspektiven und Paradoxa sind Elemente in Literatur und Kunst. Cervantes, einer der großen Romanciers, hat diese Vielfalt der Möglichkeiten von Fiktion und Realität bestens in seinem Helden und seinem Begleiter positioniert. Fiktion und Traum sind jene Irrealen, die auf das Reale treffen. In dieser Zeit stellen sich eben jene Fragen neu und das Mögliche gewinnt an Bedeutung, so dass Traum wie Fiktion Lehrer sein konnten. "Die Dinge sind nicht alle so faßbar und sagbar, als man uns meistens glauben machen möchte; die meisten Ereignisse sind unsagbar, vollziehen sich in einem Raume, den nie ein Wort betreten hat, und unsagbarer als alles sind die Kunst-Werke, geheimnisvolle Existenzen, deren Leben neben dem unseren, das vergeht, dauert", so Rilke in den Briefen an den jungen Dichter und so sind die Dinge auf Erden in der Hamletschen Sichtweise in ihrem Verstehen begrenzt. In diese Veränderung, in diese Auflösung der klaren Gegenüberstellung von Substanz und Erscheinung tritt nun auch der Mathematiker Pascal, insbesondere im Briefwechsel mit Fermat wurde die Frage des Wahrscheinlichen erstmals, wenn auch nicht explizit gestellt. Im Jahre 1654 erhält Fermat von Pascal einen Brief mit der vieldiskutierten Frage, wie der Gewinn eines Glücksspiels aufzuteilen sei, wenn beim Abbruch des Spiels dem einen Spieler noch eine Partie, dem anderen zwei Partien zum Gesamtsieg fehlten. Die Geburtsstunde der modernen Wahrscheinlichkeitsrechnung ist hier gegeben, das Wissen über Entscheidungen angesichts ungewisser Ereignisse will erweitert werden. Im damaligen Geschäftsleben spielte der "aleatorische Vertrag" eine wichtige Rolle, der Tausch eines gegenwärtigen sicheren Wertes gegen einen zukünftigen unsicheren Wert. Ähnliche Fragen stellen sich beim Glücksspiel: welchen Einsatz soll man leisten, wenn der Gewinn unsicher ist? Die Pascalsche Wette beinhaltet diese Methode so gar in Glaubensfragen. In dieser Zeit wird der Blick darauf geschärft, dass aus dem "Chaos der Willkür" und der "grenzenlosen Kontingenz" sich Kriterien der Regelmäßigkeit ableiten lassen. Diese aus dem Dickicht der Unsicherheiten entstandenen neuen Regeln zeigen sich in der Literatur wie in der Wissenschaft gleichermaßen. Es ist nun nicht mehr verwunderlich, festzustellen, dass fiction in der Literatur und die Geburt der Wahrscheinlichkeit zeitgleich verliefen. Aus den Schriften von Cervantes, Pascal, Fermat, Leibniz entstand eben jene neue Schichtung der von Kontingenz geprägten Ordnung, die dann später bei Parson / Luhmann als "funktionale Differenzierung" in die Systemtheorie Einzug nahm. Nun zu wissen, dass fiction als fiktive Realität in der Literatur nicht folgenlos für die reale Realität bleiben konnte und auch zu begreifen, dass Wahrscheinlichkeit (das, was man für wahrscheinlich hält) subjektiv oder aber verschiedene Wahrscheinlichkeiten zueinander objektiv wahrscheinlich sein können, ist großes Anliegen der Autorin. Gleichzeitig ist die Auswirkung bzw. Wechselwirkung von Gegenwart und Zukunft von hoher Brisanz. Nämlich dort, wo zeitliche wie soziale Kontingenz aufeinander treffen, entsteht eine wechselwirksame Zirkulation. Auch wenn man im Rahmen der Entropie meint, es erhalte sich alles, wird gerade auf der Basis der Unsicherheiten durch Entscheidungen in sozialen Systemen mit Rückwirkung auf die eigene Situation die Unsicherheit in der Zeit erhöht. Die Zukunft bleibt damit trotz aller Berechnungen offen, weil man nicht weiß, was der andere tut oder wie er entscheidet. Oder anders formuliert: die Zukunft ist kein Widerstand für Imagination oder Fiktion. Die Wahrscheinlichkeit ist fiktional und! nützlich, weil sie als eine Orientierungshilfe auf die reale Realität zurückwirkt, die diese nicht bieten kann. Es entsteht eine kohärente Welt auf Basis imaginärer Prämissen. Im Lichte betrachtet, heißt es zu bedenken, was subjektive Wahrscheinlichkeit für die Kommunikation (Watzlawick) bedeutet und was objektive Wahrscheinlichkeit als a priori Information für die Realität zu bewirken vermag. Die Akzentverschiebung, in der das Irreale den Platz des Realen einnimmt, ist eben auch der Sieg des Irrationalen über das Rationale. Damit ist auf die Semantik der Modernen besonderer Wert zu legen, ebenso auf die Botschaften fiktionaler Literatur. Denn mit Aristoteles wissen wir, dass "das glaubwürdig Unmögliche dem unglaubwürdig Möglichen vorzuziehen" ist. Dieses gilt in der Poetik sicher, doch in der Übertragung auf das Leben wird damit auch das Vorübergehende verbindlich. Die Mode mag dafür ein gutes Beispiel sein, aber es muss auch für Meinungen, Sicherheiten etc gelten. Denn nicht umsonst steckt in der Ursache der Finanzkrise jenes Quentchen Kontingenz, jene Hoffnung auf den möglichen Sieg, der den Augenblick der Entscheidung zum Bezugspunkt aller abgeleiteten Wahrscheinlichkeiten macht. Eine interessante und lesenswerte Erörterung aus dem Bereich der Soziologie liegt hier vor. Sie macht deutlich, dass die Sicherheit, die die Welt nicht mehr gewährleisten kann, nun auf der Seite des Beobachters gesucht wird. Aber der Beobachter ist ein Teil der Welt, man landet in der gleichen Dimension. Der interessierte Leser entdeckt so, dass dieses nicht reicht, sondern wie im Falle Ödipus dazu führt, die Welt so zu konstruieren, vor der wir uns schützen wollen. Im Gegensatz zu Ödipus wissen wir jedoch, dass wir unser Schicksal uns selbst zuschreiben müssen - von Anfang an. (vgl Luhmann) Wenn also der Beginn des Wahrscheinlichen und der literarischen fiction nahezu gleichzeitig aus dem Geiste des neuen Denkens außerhalb der Dualität von Substanz und Erscheinung entstehen konnte, liegt die Frage der Postmodernen, der Jetztzeit nicht viel anders auf dem Tisch. Virtuelle Welten mit kreativen Freiheiten unter einer Cloud scheinen noch in konfusen Debatten ins Leere zu laufen. Vielleicht ist es dringender denn je, das Verhältnis von Realität und Unsicherheit in allen Dimensionen dieser zunehmend virtuellen Gesellschaft neu zu überdenken. ~~ |
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