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Griechische Geschichte: Von den Anfängen bis zum Hellenismus von Detlef Lotze

Taschenbuch von C.H.Beck
Angebote bei Amazon: ab EUR 3,45

4 Punkte, empfehlenswert.
4 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
ISBN: 3406450148, Erscheinungsdatum: März 2007, Auflage: 7., überarb. u. erw. A.
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5 Kundenrezensionen:

Geschichtswissen, so trocken wie die Ebene von Marathon
4 Punkte 4 von 5 Punkten
Informativ, aber so trocken wie die Ebene von Marathon

"Als Grundlage für Studenten", so will Detlef Lotze den Inhalt seines Geschichtsbuchs definiert wissen.
Nun werden in der Beck'schen Wissensreihe auch so "hochgeisteswissenschaftliche" Themen wie "Die Geschichte der Schule", "Biowetter" oder "Mutter Theresa" angeboten. Insofern kann der Leser nicht von vorne herein wissen, dass es sich hierbei und ein Fachbuch für Universitätsabsolventen handelt. Vielleicht wäre hier eine eindeutigere Betitelung hilfreich.

Kommen wir zum Inhalt: Hier kann man Detlef Lotze keine Fehler vorwerfen. Stilistisch einwandfrei reiht er ein geschichtliches Ereignis an das andere und jongliert mit Zahlen, Namen und Fakten. Dieses jedoch in einer derart komprimierten Art und Weise, dass ein geschichtlicher Laie bereits nach wenigen Kapiteln überfordert ist.

Fazit: Um den Wert des Buches von Detlef Lotze zu verstehen, sollte man unbedingt über geschichtliches Vorwissen verfügen. Unterhaltung in Form netter Geschichtsanekdoten oder spannender Beschreibungen von Schlachten lässt der Autor aus Platzgründen gänzlich unter den Tisch fallen. Wer nicht vorher bereits ein Geschichts- Fan ist, der wird es auch nicht durch dieses Buch. Wer allerdings seine Wissenslücken auffüllen möchte, dem kann dieses Werk durchaus empfohlen werden.
informativ, aber wenig fesselnd
3 Punkte 3 von 5 Punkten
Das im Beck-Verlag in der Reihe ?Wissen" erschienene Buch ?Griechische Geschichte" von Detlef Lotze behandelt die Geschichte der griechischen Staaten von ihren Anfängen im 7 Jh. v. Chr. bis kurz vor Beginn des ersten Jahrtausends n. Chr..
Das Werk ist in vier Hauptabschnitte gegliedert, die der historischen Abfolge folgen (in Stichworten: Vorgeschichte der Griechen - Polisstaaten - Abwehr der Perser - Peloponnesischer Krieg - Alexanders Feldzug nach Asien - Untergang durch Einverleibung in das römische Reich). Es folgen ein kurzes Nachwort, Literaturhinweise und abschließend ein Personenregister.
Lotze beschreibt die Geschichte leider wenig fesselnd und gut lesbar, sondern richtet sich eher an den Studenten der Geschichte, als an den einfach allgemeingeschichtlich interessierten Leser. Es ist nicht wirklich einfach, den Stoff ?in einem Zug" durchzulesen, statt dessen muß man sich sehr konzentrieren und gegebenenfalls Notizen machen, um die verschiedenen Personen nicht durcheinanderzubekommen. Als ?Nachschlagewerk" für einzelne Episoden der griechischen Geschichte ist das Buch für den Durchschnittsleser eher gebräuchlich. Positiv ist, daß Lotze auch auf unterschiedliche Meinungen heutiger Forscher eingeht und diese darlegt.
Für wissenschaftlich Arbeitende mag dieses Buch mehr Sterne wert sein, ich gebe jedoch aufgrund der ?nur" durchschnittlichen Lesbarkeit 3 Sterne. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
Sehr gelungener Überblick
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Lotzes Buch zählt zu den gelungensten Beiträgen der Reihe, dem Verfasser gelingt das fast Unmögliche, nämlich eine - sehr wohl lesbare - Kurzfassung der griechischen Geschichte zu liefern, die die meisten Themen und Fragestellungen zumindest kurz anspricht und dabei in der Regel jedem wissenschaftlichen Anspruch genügt, soweit es unter den gegebenen Umständen möglich ist, ohne daß das Buch nur für Fachleute lesbar wäre. Als erster Überblick über das Thema oder zur Auffrischung des Wissens um die groben Züge der griechischen Geschichte ist das Buch wirklich zu empfehlen, wenngleich man natürlich kein stilistisches Feuerwerk, sondern "nur" sehr sachliche und konzentrierte Prosa erwarten darf. Im Regal eines Geschichtsstudenten jedenfalls sollte Lotzes Überblick nicht fehlen. In derselben Reihe sind inzwischen übrigens auch gelungene gesonderte Darstellungen der griechischen Frühzeit (Welwei) und des Hellenismus (Heinen) erschienen. Wer einen insgesamt guten Überblick über die Alte Geschichte in einem Band sucht, sollte sich vielleicht die "Geschichte der Antike" von Gehrke/Schneider ansehen.
Zu viel Zeit auf zu wenig Raum
3 Punkte 3 von 5 Punkten
Dieses Büchlein ist, nach Angaben des Verfassers, vor allem für Studenten konzipiert, um so des öfteren in Seminaren zum Vorschein tretenden elementarsten Wissenslücken vorzubeugen. Also rast Lotze auf nur knapp mehr als 100 Seiten durch 2000 Jahre griechischer Geschichte, beginnend mit der minoischen Kultur, endend mit dem Tod Kleopatras 30 v. Chr.
Es stellt sich aber die Frage nach dem Sinn eines solchen Unterfangens. Zwangsläufig kann jedes Thema nur äußerst grob angerissen werden, so daß es zumeist bei der Erwähnung einiger Jahreszahlen und der wichtigsten Namen bleibt. Diese Methodik führt schlechterdings nicht zu einem soliden Faktengerüst, sondern, eher umgekehrt, zu noch mehr Verwirrung auf Seiten des Lesers. Nun mögen ihm oder ihr die Namen Drakon, Solon oder Kleisthenes zwar bekannt vorkommen, jedoch fehlt es an einem tiefergehenden Wissen über Taten und Wirken dieser Personen.
Niemand sollte sich also verleiten lassen zu denken, nach der Lektüre dieser Darstellung auch nur einen ungefähren Überblick über die griechische Geschichte bis zum Jahr 30 v.Chr. zu haben. Vielmehr wirft Lotzes Versuch mehr Fragen auf, als er letzendlich beantwortet. Aber auch dieses Ergebnis hat ja was für sich und kann, bei genügend Eigenmotivation und intensiverer Beschäftigung mit der Thematik, zum gewünschten Ziel eines kompakten Überblickswissen führen.
Natürlich nur ein Überblick, aber als solcher nicht schlecht
4 Punkte 4 von 5 Punkten
Wenn man die gesamte Griechische Antike auf gerade einmal 112 Seiten präsentiert bekommt, kann man davon ausgehen, dass die Ereignisse nicht wirklich vertieft werden und man nach der Lektüre kein Experte für die Griechische Antike ist. So eignet sich Detlef Lotze`s Werk auch in erster Linie als Einführung und bietet die Möglichkeit, sich z.B. vor Beginn des Geschichtsstudiums in die Materie einzulesen. Für alle, die schon viele Kenntnisse zum Thema haben, eignet sich ?Griechische Geschichte - Von den Anfängen bis zum Hellenismus" hervorragend als Zusammenfassung, die zwar keine neuen Informationen bietet, aber beim lernen recht hilfreich sein kann. Es bleibt festzuhalten, dass Detlef Lotze völlig auf detaillierte Betrachtungen verzichtet, daher werden die wichtigsten Personen der Epoche nur erwähnt, aber nicht näher vorgestellt und auch auf unterhaltsame Anekdoten wird gänzlich verzichtet. Kurzum: Detlef Lotze`s ?Griechische Geschichte - Von den Anfängen bis zum Hellenismus" bietet einen kurzen, bündigen und schnörkellosen Überblick über die Griechische Antike. Wer sich das handliche Büchlein ausschließlich mit dieser Erwartung kauft, wird sicher nicht enttäuscht werden.
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Der Peloponnesische Krieg von Thukydides

Taschenbuch von Reclam, Ditzingen
Angebote bei Amazon: ab EUR 3,19

5 Punkte, sehr zu empfehlen!
5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
ISBN: 3150183308, Erscheinungsdatum: April 2005
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5 Kundenrezensionen:

Nach 2400 Jahren immer noch aktuell: praktischer zweisprachiger Auszug aus Thukydides/ Komplettausgabe auf Deutsch
5 Punkte 5 von 5 Punkten
(Für die zwei verschiedenen Ausgaben darf ich hier anscheinend keine getrennten Rezensionen abfassen, also zunächst zur zweisprachigen Reclamausgabe, dann zur rein deutschen Komplettausgabe:)

Publiziert wurde Thukydides' Werk nach dem Ende des Peleponnesischen Kriegs, den er so mustergültig beschrieb. Als Kampf um Athens Hegemonieanspruch, aber auch als Gleichnis allgemeingültigerer Prinzipien wie Kampf um die Macht, Recht, ... . Jeder wird hier seine eigenen Parallelen finden und ziehen.
Viele Philosophen, Staatskundler, Erforscher der Internationalen Beziehungen haben daher immer wieder auf Thukydides Bezug genommen. So lässt sich über ihn sein eigener Satz zitieren: andrôn gàr epiphanôn pâsa g^ä táphos, als hervorragender, strahlender Mann ist ihm die ganze Erde Grabmal.

Etwa der so genannte Melierdialog (S. 52-73) gilt wohl zu Recht als der klassische Text zum "Recht des Stärkeren" und zu Neutralität im staatlichen Miteinander. Die Auswahl des im kompletten Original Der Peloponnesische Krieg, dt. Reclam durchaus umfangreichen Werks ist nachvollziehbar - das Zentrale ist enthalten.

Links ist der Text in Griechisch, leider ohne Fußnoten, Kommentare oder Erklärung ungewohnter Vokabeln. Dennoch kann man sich mit Altgriechisch-Kenntnissen durchaus dem Text im Original nähern.

Rechts steht "Der Peleponnesische Krieg" in der Übersetzung von Helmut Vretska und Werner Rinner. An die knapp 70 Seiten zweisprachigen Textes schließen minimale Erläuterungsanmerkungen und ein ausführlicheres Nachwort von 16 Seiten plus Literaturliste an.
Irgendwie scheint derzeit (2009) das Reclambändchen nicht bei A' selbst enthalten zu sein - doch lesenswert ist es sehr: klare fünf Sterne.
Rezension noch speziell zur Reclam-Komplettausgabe in Deutsch

Alles schon mal da gewesen? Liest man Thukydides und seine Darstellung des innergriechischen Kriegs vor 2400 Jahren, so kommt dieser Gedanke fast automatisch. Thukydides ist noch heute Standardlektüre für Internationale Beziehungen. Lässt sich diese umfangreiche Reclam-Komplettausgabe eigentlich auch einfach "nur so" lesen? Ja, denn "Der Peleponnesische Krieg" ist flüssig, aktuell und frei genug ins Deutsche übersetzt, von Helmut Vretska und Werner Rinner. Wer der Übertragung nicht blind vertrauen möchte, wird ansonsten ja auch verschiedene Ausgaben im Original finden (z.B. s.o.).

In der Tat ist der Reclam-"Peleponnesische Krieg" ein durchaus umfangreiches Werk, das locker selbst eine längere Bahnfahrt hin und zurück begleiten kann.

Anmerkungen zu Wörtern und Ereignissen sind reichlich enthalten (und sinnvoll).
Tolle Quelle
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Thukydides' "Der Peloponnesische Krieg" ist nicht nur eines der ersten erhaltenen historischen Werke der Welt, es ist auch ein ausgesprochen modern anmutendes Werk. In der Ausgabe des Reclam Verlages wurde das umfangreiche Originalmanuskript zurecht gekürzt und dadurch einem größeren Leserkreis zu einem sehr erschwinglichen Preis (wie immer bei Reclam) zugänglich gemacht. Thukydides schildert den Krieg der Athener gegen Sparta, der durch seine zermürbende Wirkung und lange Dauer die Vormachtstellung der Stadtstaaten de facto beendete und den Weg frei machte für Alexander den Großen. Dem Band steht eine kurze Einleitung in die Zeit und die äußeren Umstände Griechenlands und in die Vorgeschichte des Krieges voran, die den unbedarften Leser einführt. Dem folgt ein längerer Artikel zum Werk selbst, seiner Überlieferung und seiner Bedeutung. Thukydides wagt mit seiner Geschichtsschreibung etwas für die damalige Zeit recht neues: die Gegenwartsgeschichte. Gerade das macht es für den heutigen Leser interessant, dem eine solche Geschichtsschreibung vertraut ist. Nicht allein durch diese Herangehensweise, auch durch die Betrachtung des Staates als ganzem und den Umgang mit dem geschichtlichen Raum ist das Werk für uns heute noch sehr aktuell und hat nichts von seiner Spannung verloren. Es ist ein eindrucksvolles Dokument der Geschichtsschreibung und bleibt in vielen Aussagen zum Krieg auch heute uneingeschränkt aktuell. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
Pathologie der Macht. Athen und das Ende einer Hegemonie.
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Thukydides hat Konjuktur, keine Frage. Immer wieder wird in diesen Tagen auf den großen Historiker Thukydides verwiesen wenn es darum geht, die gegenwärtige amerikanische Politik zu bewerten (so z.B. der bekannte Politologe Münkler u.a.). Thukydides, den nicht wenige für den größten aller Historiker halten (wenigstens auf die Antike bezogen, ohne Herodot zu nahe treten zu wollen), ist also keineswegs "von gestern". Thukydides Werk ist vor allem eine Untersuchung der Macht und des Machtstrebens, einem der Markenzeichen der Menschheit (leider möchte man anfügen). Die "größte Erschütterung, die Hellas und ein Teil der Barbaren je erlebt hatten" (so in der freien Übersetzung), der Peloponnesische Krieg eben, war ein Wendepunkt in der Griechischen Geschichte. Dies haben keineswegs alle Griechen so aufgefasst. Aber Thukydides tat dies und zeichnete ein detailiertes Bild des Kampfes, den sich Athen und Sparta sowie ihre Verbündeten lieferten. Ziel war die Macht des anderen zu brechen und die eigene Hegemonie zu bewahren bzw. neu zu begründen. Es war die "größte aller griechischen Tragödien" (so D. Kagan).
In acht Büchern beschrieb Thukydides diesen "antiken Weltkrieg", der sich über einen Raum von Kleinasien bis nach Sizilien erstreckte. Das Werk bricht im Jahr 411 v. Chr. plötzlich ab und wurde von Xenophon in seiner Hellenika fortgesetzt - allerdings ohne die Brillianz des Thukydides zu erreichen. Dieser unterschied streng wissenschaftlich zwischen dem vorgeschobenen Anlässen für den Krieg und den wahren Hintergründen. Diese sah er in der Hegemonie Athens, die viele Griechen nicht mehr akzeptieren wollten und konnten.
Höhepunkte wie der berühmte Melierdialog (Thuk. V 85 ff) oder die "Pathologie des Krieges" (Thuk. III 82 ff.) sind auch heute noch faszienierend. Die Lehre, dass eine Hegemonie zusammenbricht, wenn sie nur auf ihre egoistischen Motive beharrt, ist in Teilen durchaus noch gültig. Aber der Sinn ist nicht, das antike Athen auf die modernen USA zu projezieren - das ist unsinnig, aber die Lehren des Thukydides geben gute Beispiele ab, wie man damit umgehen kann. Lehrreich und anregend zugleich - solche Literatur ist heute sehr, sehr selten. Kurz: Kaufen, lesen, nachdenken, verstehen. Daraus kann man schon Gewinn ziehen. Thukydides war eben nicht nur Historiker eines Krieges (weshalb er oft verpöhnt wurde), sondern auch ein brillianter Beobachter der Politik und ihrer Mechanismen. Es sei angemerkt, dass diese Ausgabe m.E. etwas näher am Originaltext ist als die Landmanns.
2400 Jahre alt und aktueller denn je!
5 Punkte 5 von 5 Punkten
"Tote und Sterbende lagen übereinander, halbtot wälzten sie sich auf den Straßen und bei allen Brunnen und verlangen nach Wasser. Die Tempel, in denen sei hausten, lagen voller Leichen der dort Verstorbenen. Völlig überwältigt vom Leid und ratlos, was aus ihnen werden solle, kehrten sie sich nicht mehr an göttliches und menschliches Gebot" (39).

Thukydides Werk über den peloponnesischen Krieg gilt bis heute als der Beginn der Geschichtswissenschaft. Das Werk des Historikers, der selbst am "antiken Weltkrieg" zwischen Athen und Sparta teilgenommen hat, liefert mehr als nur einen chronologischen Ablauf der Auseinadersetzung. Vielmehr werden die Pathologie des Krieges und die Auswirkungen auf Psyche und Moral des Menschen untersucht. Thukydides Erkenntnisse haben Gültigkeit bis heute. Durch seine äußerst anschauliche Beschreibung der 430 v.Chr. in Athen herrschenden Pest (siehe Zitat) verdeutlicht der Autor, als was er den Krieg sieht: Eine Krankheit.

In der vorliegenden Reclam-Ausgabe finden sich die bekanntesten Auszüge aus dem Geschichtswerk. Den Anfang macht die Trauerrede des Perikles, in der er Athen als ein perfektes Idealbild, die "Schule von Hellas" (19) darstellt. Direkt im Anschluss folgt die Beschreibung der Pest, die dem vorher dargestellten Ideal widerspricht. In der "Pathologie des Krieges" verdeutlicht sich das negative Menschenbild des Autors, der in der universellen Herrschaftssucht des Menschen die Hauptgründe von Kriegen sieht. Exemplarisch wird diese Hybris am Beispiel der Insel Melos gezeigt. Aus purem imperialem Machtwillen will Athen die Insel dazu zwingen, ihre Neutralität aufzugeben. Die von den Athenern nach Thukydides vorgegebene Begründung spricht Bände: "Wir glauben nämlich, dass die Götter wahrscheinlich, der Mensch ganz sicher allezeit nach dem Zwang der Natur überall dort, wo er Macht hat, herrscht" (65). Dies ist das Recht des Stärkeren in Reinform.

Fazit: Spannend zu lesende Darstellung über das Wesen des Krieges und die Natur des Menschen. 2000 Jahre alt und aktueller denn je.
Klassiker der Geschichtsschreibung
5 Punkte 5 von 5 Punkten
das Werk von Thukydides hat nach fast zweieinhalb Jahrtausenden nichts von seiner Brisanz verloren.
Beschrieben wird der Peloponnesische Krieg zwischen Sparta und Athen. Erklärt werden die politischen Ränke und die Vorgeschichte des Konfliktes. Beleuchtet wird auch wie sich die Stadtstaaten in diesem Krieg erschöpften und ihre Bedeutung einbüßten.

Der Preis ist unschlagbar und Geschichtsinteressierte sollten es gelesen haben.
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Produkt-Bild: Athen in klassischer Zeit

Athen in klassischer Zeit von Peter Funke

Broschiert von C.H.Beck
Angebote bei Amazon: ab EUR 3,50

5 Punkte, sehr zu empfehlen!
5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
ISBN: 3406445748, Erscheinungsdatum: Oktober 2007, Auflage: 3., aktualisierte Auflage.
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4 Kundenrezensionen:

Glänzende Einführung!
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Knapp 170 Jahre auf nur 120 Seiten. Wie alle Beiträge aus der Beck-Wissen Reihe, führt auch Peter Funkes "Athen in klassischer Zeit" in die Grundzüge der Epoche ein.

In sechs Kapiteln skizziert der Autor den Aufstieg Athens zu einer antiken Weltmacht, beginnend mit den Reformen von Kleisthenes 508 v.Chr. bis hin zum Aufstieg des Makedonenkönigs Alexander 336 v.Chr. Im Zentrum der Darstellung steht die Etablierung der radikalen Demokratie unter Perikles und der Peloponnesische Krieg von 431-404 v.Chr., der mit der totalen Niederlage Athens endete und die hegemoniale Stellung dieser Polis beendete.

Funke schreibt klar und präzise und handelt souverän und gut nachvollziehbar die großen Ereignisse der Epoche ab. Dabei beschränkt er sich in weiten Teilen auf die Ereignisgeschichte und die Entwicklung der Demokratie. Kulturellen Aspekte wie die Entwicklung der griechischen Tragödie, zum Beispiel, werden fast vollständig außen vor gelassen. Eine kurze Literaturliste am Ende der Darstellung erwähnt die wichtigsten Standardwerke zu den verschiedenen Themengebieten der Epoche.

Fazit: Als erster Einstieg ins Thema uneingeschränkt zu empfehlen. Wer mehr erfahren will, dem sei Christian Meiers erzählerisches Meisterwerk "Athen" empfohlen.
Gute Zusammenfassung
4 Punkte 4 von 5 Punkten
Funke gibt in seinem Buch eine gut geschriebene Zusammenfassung der Geschichte des klassischen Athens von den Perserkriegen bis zum Makedonischen Reich. Dabei untersucht er sowohl die demokratische Entwicklung Athens als auch die Expansion des athenischen Machtbereiches. Leider kommen die Hinweise auf antike Autoren etwas zu kurz. Ein empfehlenswertes Buch für jeden, der eine kurze Darstellung der Geschichte des klassischen Athens sucht.
Das klassische Athen auf 120 Seiten
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Mit dem Büchlein "Athen in klassischer Zeit" legt der Historiker Peter Funke ein ganz erstaunliches Werk vor, denn es gelingt ihm, die 150 Jahre währende Blütezeit Athens zwischen den Perserkriegen und der Schlacht von Chaironeia auf gerade einmal rund 120 Seiten darzustellen. Den Schwerpunkt legt der Autor dabei auf die politische Geschichte der Polis und die Verfassungsentwicklung des attischen Stadtstaates. Gleichwohl streift er auch die so bemerkenswerte Kulturgeschichte der Stadt, der die Nachwelt von der Idee der Demokratie bis zur Kunstform der Tragödie so unendlich viel zu verdanken hat, und widmet ihr nicht wenige Seiten. Auf diese Weise begegnet der geneigte Leser historischen Figuren wie Solon, Kleisthenes, Miltiades, Themistokles, Perikles, Aristoteles, Platon und Demosthenes wieder, und es ist ihm ganz nebenbei möglich, im Rahmen der täglichen U-Bahn-Lektüre seine klassische Bildung aufzufrischen. Das Buch wird freilich insbesondere Abiturienten mit dem Leistungsfach Geschichte erfreuen, denn es deckt in konzentrierter Form den Prüfungsstoff der Klasse 12 ab, soweit er das antike Athen betrifft. Auch für Andere aber, selbst solche, die sich sonst nicht für Geschichte interessieren, ist der schnell gelesene und vorzüglich geschriebene Band ein Gewinn.
Hochwertige Einführungslektüre
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Es handelt sich bei dem sowohl fachlich präzise wie allgemeinverständlich geschriebenen Buch des Althistorikers Funke um eine für den Zugriff auf das Thema sehr gut geeignete Abhandlung. Der Münsteraner Hochschullehrer bietet eine auf das historisch-politische Geschehen konzentrierte, aber soziale und kulturelle Entwicklungen in diesem Rahmen angemessen berücksichtigende Darstellung, die jedem, der in diese Geburtsphase des demokratischen Denkens und direktdemokratischer Bürgerpartizipation samt ihren Begleiterscheinungen einzusteigen interessiert ist, ausdrücklich empfohlen werden kann.
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Griechische Mythologie: Quellen und Deutung von Robert von Ranke- Graves, Robert von Ranke-Graves

Taschenbuch von rororo
Angebote bei Amazon: ab EUR 6,59

3,5 Punkte.
3,5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
ISBN: 3499554046, Erscheinungsdatum: April 1984, Auflage: 17
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5 Kundenrezensionen:

Einerseits einzigartig im Überblick, andererseits veralteter Ansatz
3 Punkte 3 von 5 Punkten
Als Leser ist man hin und her gerissen:

Robert Graves(*) behauptet Allwissen einfach; er schreibt, als wäre er damals selbst dabeigewesen und hätte alles mitbekommen. Das war schon 1955 kein besonders wissenschaftlicher Ansatz.
Mythen zeichnen sich überdies doch gerade durch ihre Vielschichtigkeit und verschiedenen Richtungen aus.

Und doch liest sich das Buch gut, und ist auch ein praktisches Nachschlagewerk für daheim über diese oder jene mythologische Figur: wo wird sie erwähnt, welche Texte gibt es dazu, ... dafür ist Graves' Buch schon sehr praktisch. Dafür gibt es auch die drei Sterne.

P.S. Wenn jemand einfach ein nett lesbares Mythenbuch für Kinder oder sich sucht, dann sei doch besser der Gustav Schwab oder eine andere Umdichtung empfohlen.

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(*) das mütterliche "von Ranke" setzte er nur fürs deutsche Publikum dazu.
sehr ausführlich,ein muss fuer wissbegierige,wissenschaftlic
3 Punkte 3 von 5 Punkten
griechische mythologie ist in erster linie sehr ausführlich gehalten.es beinhaltet 171! mythen.da stellt sich die frage,ob es überhaupt noch andere mythen gibt?der autor behandelt die mythen sehr ausführlich.es stellt sich die frage ob in diesem fall nicht weniger mehr gewesen wäre.die deutungen des autors sind in einer noch kleineren schrift als der übliche text abgedruckt,was das lesen erheblich erschwert.der leser wird von diesem komprimierten wissen erschlagen und das positive mystische gefühl,das beim lesen der griechischen sagen sonst aufkommt, geht ein stück weit verloren.ich kann nur raten,sich nur die für einen selbst interessanten geschichten auszuwählen und sich nicht von der flut abschrecken zu lassen,denn dann lohnt sich diese lektüre
Die griechische Mythologie - Geschichten und Geschichte
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Hier macht sich ein Dichter auf die Suche nach den Ursprüngen von Geschichten, und findet - Geschichte. Präzise untersuchte von Ranke Graves tausende von Bildern auf antiken griechischen Keramiken und spürte den Ereignissen nach, die in späterer Zeit "Mythos" genannt wurden. Das Ergebnis ist die wohl umfassendste und genaueste Studie über die griechische Mythologie, die in neuerer Zeit erschienen ist, faszinierend aber nur für Leute, denen Sinn und Bedeutungen wichtig sind.
Wer "Gute-Nacht-Geschichten" sucht, wird hier nicht fündig.
Veraltet, ungenau - zu vergessen
1 Punkte 1 von 5 Punkten
Ein nur noch aus historischen Gründen interessantes Buch aus dem Jahre 1955, mit einer aus heutiger Sicht geradezu peinlichen Fixiertheit in der Mytheninterpretation auf die Unterdrückung der Frau, resp. das Entstehen des Patriachats.

Sicher wissenschaftshistorisch interessant (auch im Vergleich mit Ernest Bornemanns "Patriachat"), aber nach 50 Jahren Entmythologisierungsdebatte inhaltsleer und irrelevat.

Geradezu herzig sind die Seitenhiebe gegen die damals entstehende tiefenpsychologische (jungjanische) und theologische (Bultmann und Freunde) Mythenrezeption!
Mythen um eine Dimension erweitert
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Mythen sind schöne Erzählungen - hier kommen noch Ursprünge und Bedeutungen hinzu. Nicht nur erhalten sonst altbekannte Geschichten hierdurch faszinierende neue Seiten, sondern oftmals stößt man auch auf neue Informationen, die zum weiteren, selbstständigen Recherchieren anregen.
Zunächst wird in Kurzform der Mythos erzählt (evtl. mit Varianten), dann folgen Ranke-Graves' Bemerkungen (in kleinerer, aber nicht unlesbarer Schrift, ich hatte als Brillenträgerin keine Probleme).
Die von einem Vorrezensenten so bespöttelte 'Verschwörung' stellt Ranke-Graves lediglich als Umdeutung bekannter Geschichten und Sachverhalte aus matriarchaler Zeit durch das Patriarchat nach dem 'Machtwechsel' dar. Wie die Geschichte des Christentums und seines Umgangs mit heidnischen Geschichten und Glaubensinhalten zeigt, ist dies ein durchaus realistisches Szenario - sogar ohne Internet.
Sicherlich sind einige Erkenntnisse inzwischen vom wissenschaftlichen Fortschritt überholt worden. Als Ausgangspunkt und als reines Lesevergnügen kann ich das Buch jedoch uneingeschränkt empfehlen.
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Alexander der Grosse von Hans-Joachim Gehrke

Taschenbuch von C.H.Beck
Angebote bei Amazon: ab EUR 3,00

4 Punkte, empfehlenswert.
4 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
ISBN: 340641043X, Erscheinungsdatum: November 2008, Auflage: 5., aktualisierte Auflage
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5 Kundenrezensionen:

Die beste Kurzdarstellung
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Das Büchlein von Gehrke stellt meines Erachtens die beste Alexanderbiographie dar, die ich kenne. Dass es sich hierbei um eine kurze Darstellung handelt, sollte nicht als Negativkriterium bewertet werden. Dagegen muss man es Gehrke hoch anrechnen, wie es ihm gelingt auf nur etwa 100 Seiten ein m. E. sinnvolles und realistisches Bild Alexanders zu entwickeln, ohne dabei wichtige Gebiete der Alexanderforschung außer Acht zu lassen. Das Büchlein liefert nicht bloß eine Aneinanderreihung der Ereignisse, sondern vermittelt auch wichtige Hintergründe, die für die wissenschaftliche Beschäftigung mit Alexander wichtig sind. Sprachlich bleibt Gehrke auch für ein breiteres Publikum sehr gut lesbar.

Ich persönlich habe dieses Buch als Student bereits mindestens fünf mal gelesen, zum Einstieg in das Thema, als Sekundärliteratur in Hausarbeiten und zur Vorbereitung von Prüfungen. Aus persönlicher Erfahrung kann ich dieses Buch also weiterempfehlen. Dass für eine wissenschaftliche Beschäftigung mit Alexander dem Großen natürlich noch weitere Literatur notwendig ist, sollte klar sein. Hierfür liefert das Büchlein eine kleine aber feine Bibliographie aus etwa 60 Titeln.
Kurz und gut
4 Punkte 4 von 5 Punkten
Auf 95 Textseiten gibt dieses Buch einen guten Überblick über die wichtigsten geschichtlichen Daten, gedanklichen und kulturellen Hintergründe und die Motive des Eroberers und Gründers Alexander.
Kurzbiographie über einen der größten Männer der Geschichte.
3 Punkte 3 von 5 Punkten
Alexander der Große...alleine die Tatsache,dass man Alexandros III.,König der Makedonen und Hegemon des Korinthischen Bundes,den Beinamen "der Große" als Ersten in der Geschichte gab (Kyros II. wurde der Titel erst später zugedichtet),sagt einiges über diesen Mann aus.
Der Schüler des Aristoteles,ein hochgebildeter Mann,der die Illias verschlang,hatte wie kaum ein Zweiter in der Geschichte ein "zweites Gesicht".Er erschlug seinen Freund Kleitos,der ihm am Granikos das Leben gerettet hatte,im Rausch.Er ließ Parmenion,einen seiner besten Generäle umbringen und war jähzornig und oft auch mehr als nur anmassend.Und dennoch: er erschuf ein wahres Weltreich,welches zwar kurz nach seinem Tode zerfiel,aber eine kulturelle Leistung vollbrachte,die man seit Gustav Droysen schlicht als "Hellenismus" bezeichnet.Ohne ihn hätte es wohl kein Imperium Romanum gegeben,welches sich vieler griechischer Errungenschaften bediente,kaum ein Christentum in der heutigen Form,da das Crhistentum nach Paulus sich der griechischen Philosophie (siehe Gott näher zu kommen) bediente,und dies fruchtete vor allem im östlichen Mittelmeerraum,eben da,wo der Hellenismus die Einwohner "hellenisiert" hatte,sei es auch nur oberflächlich.
Zu meiner Zwischenprüfung informierte ich mich u.a. anhand dieses Buches über weiterführende Litertur.Insgesamt eine gute EINFÜHRUNG..mehr ist und mehr kann es auch nicht sein,dazu ist der Raum zu beschränkt.Siegfried Lauffer bietet bessere Informationen,Bengtson's "Philip und Alexander" ist ebenfalls zu empfehlen.In meinen Augen unerreicht ist Nicholas Hammond's "Alexander der Große - Feldherr und Staatsmann".
Dennoch: wer sich weiter über diesen genialen Mann (denn das war er ohne jeden Zweifel,wie man auch sonst zu Ihm stehen mag) informieren will,sollte daher zu den genannten greifen.Dieses Büchlein bietet jedoch eine aussreichende Einführung,auf die man als Laie nicht verzichten sollte.
Solide Kurzbiographie
4 Punkte 4 von 5 Punkten
Trotz seiner verhältnismäßig kurzen Lebenszeit scheint es fast unmöglich, das komplexe Bild Alexanders d. Gr. auf unter 100 Seiten darzustellen. Hans-Joachim Gehrke ist dies sicher so gut gelungen, wie es gelingen konnte. Die Kurzbiograhie ist als Einstieg in die Materie oder einfach zum Nachlesen für historisch Interessierte geeignet, Studenten, die sich näher mit ALexander befassen sollten lieber auf eines der bekannten Standardwerke zurückgreifen.
Knapp und Gut.
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Hans-Joachim Gehrkes Buch ist eine gelungene Vorstellung eines komplexen Themas. Eine Arbeit dieser Dimension (knapp unter 100 Seiten) hat keinen Anspruch auf Detailtreue oder Vollständigkeit. In einer schönen Sprache formuliert und entdeckt Gehrke die wichtigsten Stationen aus dem Leben Alexanders neu. Die Blickwinkel und Ergebnisse sind nicht revolutionär, aber ideal für den Einstieg in das Thema. Dies ist auch der Anspruch den man an ein Buch dieser Reihe stellen kann.
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Produkt-Bild: 50 Klassiker, Mythen: Die bekanntesten Mythen der griechischen Antike

50 Klassiker, Mythen: Die bekanntesten Mythen der griechischen Antike von Gerold Dommermuth-Gudrich

Taschenbuch von Gerstenberg Verlag
Angebote bei Amazon: ab EUR 7,97

5 Punkte, sehr zu empfehlen!
5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
ISBN: 3806725128, Erscheinungsdatum: Mai 2007, Auflage: 10. Auflage
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Aus der Amazon.de-Redaktion


Wussten Sie, dass der Tartarus ein noch viel schlimmerer Ort war als der Hades? Oder dass Amazone "die Brustlose" heißt, weil sich die kriegerischen Amazonen die rechte Brust ausbrannten, um besser mit dem Bogen schießen zu können? Und wer löste noch gleich das Rätsel der Sphinx über das Wesen, das morgens auf vier, mittags auf zwei und abends auf drei Beinen geht? Dies sind nur wenige der unzähligen Fragen, die in diesem außergewöhnlichen Buch von Gerold Dommermuth-Gudrich beantwortet werden.
Lebendig und mit viel Witz erzählt der Autor die 50 wichtigsten Mythen des klassischen Altertums nach. Auf jeweils ein paar Seiten werden alle Geschichten -- von der Ferse des Achilles bis zu den Zyklopen -- erklärt und mit heutigen Redensarten (Eulen nach Athen tragen, zur Furie werden oder Tantalusqualen erleiden), politischen Geschichten (Stichwort: Antigone) und religiösen Bräuchen (das Paradies der Bibel ist dem Goldenen Zeitalter der Griechen äußerst ähnlich!) in Zusammenhang gebracht. Die Vermischung der griechischen und römischen Mythologie -- die sich oft nur in der Namensgebung der einzelnen Götter unterscheidt -- wird ebenso erläutert wie die enorme Fülle sexueller Taten und Triebe der antiken Gestalten. Ob Ehebruch, Inzest, Verführungskünste, Homosexualität (männliche und weibliche), Betrug oder Eifersucht: all dies ist vorhanden. Und einer der Wildesten war Zeus, der Göttervater selbst! So genau hat man die familiären Zusammenhänge bei den jugendfreien Schönsten Sagen des klassischen Altertums von Gustav Schwab nie kennen gelernt.
Bereichert wird dieser Band zusätzlich durch über 300 Farbabbildungen meist klassischer Kunstwerke, eine Zeittafel, die die Geschichte der griechischen Mythen ab ca. 6000 vor Christus beschreibt, eine "Umrechnungstabelle" der deutschen, griechischen und lateinischen Namen der wichtigsten mythischen Gestalten und ein ausführliches Schlagwortregister, das das Auffinden der einzelnen Personen, Götter etc. zu einem Kinderspiel macht.
Dieses Buch -- für das man keine Vorkenntnisse braucht -- ist der ideale Einstieg in die Welt der klassischen Mythen. Es ist so lebhaft und dynamisch, so tragisch und unterhaltsam wie die Geschichte(n) der Mythologie selbst. --Sandra Neumayer
© 1998-2010 Amazon.com, Inc. und Tochtergesellschaften

5 Kundenrezensionen:

Präsentiert die Mythen in neuer, prägnanter und höchst informativer Form.
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Gerold Dommermuth-Gudrichs Buch "50 Klassiker Mythen" macht deutlich, dass die Erzählungen über die Götter und Helden der griechischen Antike alles andere als langweilig und veraltet sind. Der Autor präsentiert die Mythen in neuer, prägnanter und höchst informativer Form. Jedes der 50 Kurzessays wird bereichert durch verschiedenste Abbildungen wie Bilder, Statuen oder Vasen, auf denen die griechischen Sagenhelden verewigt wurden. Dazu gehören aber auch Fotos von Filmszenen, die eine der antiken Mythen, oft auch in aktualisierter Form, zum Thema haben. Ergänzt werden die Geschichten außerdem durch eingeschobene, farblich abgesetzte Abschnitte, die zusätzliche Erläuterungen bieten.

Bei der Lektüre von "50 Klassiker Mythen" kann der Leser feststellen, wie viele Spuren der antiken Mythen noch heute in unserer Alltagssprache wieder zu finden sind. Ein schöner Mann ist ein "Adonis", "Amors Pfeil" trifft einen mitten ins Herz, man muss "Tantalusqualen" erleiden oder eine "Sisyphusarbeit" verrichten. Die mythologische Herkunft dieser und vieler anderer Redewendungen wird im Buch erklärt. So erfährt man zum Beispiel, dass die Bezeichnung "Hermaphrodit" auf "Hermaphroditos", das zweigeschlechtliche Kind der Göttin Aphrodite und des Götterboten Hermes, zurückzuführen ist. Und der Begriff "Prokrustesbett" für etwas, das mit Gewalt passend gemacht wird, geht zurück auf den Mythos von Prokrustes, der angeblich alle Gäste, denen sein Bett zu groß war, streckte und von allen, denen es zu klein war, abschnitt, solange bis sie es richtig ausfüllten.

Jedes Kapitel schließt mit einer Faktenseite, die die Quellen des Mythos sowie die Werke aus den Bereichen Musik, Literatur und bildende Kunst, in denen er weiterlebt, angibt. Darüber hinaus werden Lese-, Hör- und Filmtipps geliefert. Außerdem gibt der Autor seine persönliche Bewertung nach den Kategorien Bildung, Unterhaltung, Aktualität und Wirkung ab. Vervollständigt wird das Buch "50 Klassiker Mythen" durch ein ausführliches Personenregister, eine Zeittafel sowie einen einleitenden Text, der sich mit dem Thema "Lebendiger Mythos" beschäftigt.

"50 Klassiker Mythen" trägt durch die abwechslungsreiche und informative Aufbereitung der Mythen, die nie den aktuellen Bezug verlieren, auf unterhaltsame Art zur Bildung des Lesers bei!
Ein guter Einstieg in die Welt der Mythen
4 Punkte 4 von 5 Punkten
Fuer Leute ohne Vorwissen moechte ich dieses Buch gerne empfehlen. In kurzen Geschichten (jeweils ca. 3 - 4 Seiten) und reichlich bebildert werden verschiedene Mythen erzaehlt. Bei jedem "Helden" werden die familaeren zusammenhaenge erklaert und so fuegen sich die Geschichten nach und nach zu einem Gesamtbild. Auch der aktuelle Bezug wird nicht vernachlaessigt. Mit weiteren Literaturempfehlungen sowie Quellenhinweisen und Querverweisen zur Kunst und Musik werden die einzelnen Geschichten ergaenzt. Gut gefaellt mir auch, dass im Anhang eine Namensliste der Goetter (Deutsch/Griechisch/Lateinisch) nicht fehlt, da die Namensvielfalt zunaechst doch verwirrend sein kann. Ein Personeregister am Schluss macht das Nachschlagen einfach. Ein ganz einfacher und unterhaltsamer Einstieg in die Goetterwelt der Griechen und Roemer, der Lust auf mehr macht.
Gelungene Zusammenfassung
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Dieses Buch ist eine gelungene Zusammenfassung der klassischen Mythen. Jahrelang sind mir diese Figuren in der Schule im Unterricht von Latein und Alt-Griechisch immer wieder begegnet, aber erst nach dem Lesen dieser Lektüre, kann ich sie richtig einordnen.
Ein Buch, das dazu animiert, sich tiefer mit einzelnen Mythen zu beschäftigen. Die reichhaltigen Literaturverweise machen dabei vieles leichter.
Absolut klasse!
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Ausgehend von Wendungen, die auf Antike Mythen hinweisen, stellt der Autor 50 verschiedene antike Figuren und deren Geschichten vor: Von der Ferse des Achilles über Pegasus hin zu Hektor und Andromache.
Auf den 311 Seiten findet man über 300 (!) farbige Abbildungen ? alle mit Angaben zu Maler und Entstehungsjahr versehen.

Blaue Kästchen auf den jeweiligen Seiten beinhalten zusätzliche Hintergrundinformationen und weisen z. B. auf ähnliche Mythen bei anderen Völkern oder in der Bibel hin.

Auf einer Überschauseite wird zunächst beschrieben, welche Quellen für den Mythos vorliegen, d. h. welcher Schriftsteller den Stoff zuerst behandelt hat.
Des Weiteren findet man unter der Überschrift ?Literatur? alle Autoren, die irgendwann einmal ein Stück zu diesem Thema verfasst haben und in welcher Epoche das ganze war. Praktischerweise wurden alle Autoren noch mit Geburts- und Sterbedatum versehen.
Zusätzlich dazu wurden noch die Rubriken ?Musik? und ?Bildende Kunst? eingerichtet. Hier steht zum Beispiel, ob das entsprechende Stück für den Komponisten ein Erfolg war oder in welchem Museum die Bilder der antiken Helden denn heute hängen.
Rechts daneben kann man unter ?Lesenswert? und ?Hörenswert? gleich nachschauen, welcher Verlag das Buch/Musikstück denn heute in seinem Programm führt.

Für alle, die sich noch nicht so mit der antiken Welt auskennen, ist es sicherlich hilfreich, dass eine Art ?Wichtigkeitsskala? beigefügt wurde: Hier wird unterschieden, wie wichtig der Mythos in Bezug auf Bildung, Unterhaltung, Aktualität und Wirkung ist.

Zur Übersicht trät außerdem eine große Zeittafel bei.
Im Anhang findet man noch ein ausführliches Register. Damit man nicht lange herumsuchen muss, sind zusätzlich die ?Haupteinträge? zu den jeweiligen Figuren dick hervorgehoben.
Weiterhin ist eine Tabelle abgedruckt, in der die Namen der mythischen Gestalten auf Deutsch, Griechisch und Lateinisch abgedruckt sind. Dies verleiht große Sicherheit, da man so z. B. herausbekommt, dass die lateinischen Furien auf Griechisch schlicht und einfach Erinnyen genannt werden.

Erfreulich ist auch, dass das Buch auf schön festem Papier gedruckt. So hat man wenigstens etwas Gescheites zwischen den Fingern.

Sprachlich ist auch alles souverän geschildert und man liest es fast wie einen Krimi. Sein Geld ist das Buch auf jeden Fall wert.

Fazit: So macht griechische Mythologie Spaß! Hier vergibt man gerne 5 Sterne.
Unser kulturelles Gedächtnis kennenlernen
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Die Reihe "50 Klassiker" aus dem Gerstenberg Verlag verfolgt konsequent ein Bildungskonzept, das mich überzeugt. Kluge Auswahl der Personen oder Objekte, umfangreiches und oft überraschendes Bildmaterial, schönes Layout, nützliche Hinweise auf weiterführende Informationen, Register und verständlich formulierte Texte. Selbst den Preis finde ich angesichts der gebotenen Leistung überzeugend.

Der Band über Mythen aktualisiert ein Bildungsgut, das die Neuzeit noch immer stärker beeinflusst, als dies viele wahrhaben wollen. Nur kennen wir es eben meist in den Versionen von Hollywood, was ja nicht schlecht sein muss. Jedenfalls ist es kein Zufall, dass die großen Drehbuchschreiber und Regisseure über die wichtigsten Mythen besser Bescheid wissen als etliche Lehrkräfte an Gymnasien. Gerold Dommermuth-Gudrich macht es Neugierigen leicht, sich schnell einen Überblick zu verschaffen und in die Welt der Götter und Helden einzutauchen. Nach der Zeittafel folgt eine zehnseitige Einführung in das Thema, die das Wesentliche gut verdichtet und den Leser auf die Darstellung der einzelnen Mythen einstimmt.

Bei der Auswahl der 50 Mythen gab der Autor denen Priorität, die vielen bekannt sind und am häufigsten in Varianten erscheinen. Ausgezeichnetes Bildmaterial und leicht verständliche Texte führen den Leser in die einzelnen Mythen ein. Und zu jedem Topos gibt es auf einer Extraseite zusätzliche Informationen zur Überlieferung, zur Literatur, Musik und bildenden Kunst. Zum Konzept dieser Reihe gehörten zudem Empfehlungen zu Büchern und Audios-CDs. Und ganz zum Schluss erfolgt noch eine Wertung des besprochenen Mythos' mit ein paar Sätzen und Sternchen zur Bildung, Unterhaltung, Aktualität sowie Wirkung. Wie die griechischen Namen auf Deutsch und Lateinisch übersetzt werden, erfahren wir im Anhang, der auch ein ausführliches Register enthält.

Mein Fazit: Ein weiteres Schmuckstück dieser empfehlenswerten Reihe, das zu Recht schon zehn Auflagen erlebte und dazu beiträgt, dass nicht nur Akademiker wissen, was sich hinter einem Mythos verbirgt und wie er unser Denken beeinflusst.
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Kultur, um der Freiheit willen: Griechische Anfänge - Anfang Europas? von Christian Meier

Gebundene Ausgabe von Siedler Verlag
Angebote bei Amazon: ab EUR 12,90

5 Punkte, sehr zu empfehlen!
5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
ISBN: 3886809234, Erscheinungsdatum: Januar 2009, Auflage: 2
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4 Kundenrezensionen:

Exoten als Urahnen Europas?
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Es ist eines der Grundbedürfnisse des Menschen wissen zu wollen und danach zu fragen, wer man eigentlich ist; oder als Gruppe, wer wir eigentlich sind. Vor allem seit dem Zusammenwachsen der Staaten Europas in der europäischen Staatengemeinschaft wurde und wird die Identitätsfrage in kollektiver Form immer wieder gestellt. Gibt es hinter der politischen und wirtschaftlichen Zweckgemeinschaft und dem geographisch abgegrenzten Raum Europa auch kluturelle Elemente und Werte, die für das moderne Europa eine gemeinsame Wurzel bilden, gar eine gemeinsame Identität verleihen können? Wo fängt die Geschichte Europas an und was macht Europa aus? Diese Fragen würden uns in die Irre führen, würden wir eine monokausale Antwort auf sie erwarten. Wer oder was Europa eigentlich ist, lässt sich immer nur schemenhaft aus einem hochkomplexen Geschichtsprozess heraus beantworten, gleich mit dem Zusatz, dass eine solche Frage aus der Perspektive vergangener Kulturen wie die der Griechen anachronistisch wäre. Wer sich der Frage nach der gegenwärtigen und zukünftigen Identität stellt, muss fragen wer "unsere" Vorfahren waren, ohne aber anzunehmen, dass diese sein wollten oder werden wollten, wer oder was wir sein wollen. Dafür ist ein sachlicher und historisch kritischer Blick auf vergangene Kulturen und Menschen nötig, den auch Christian Meier hier anstrebt.

Die Griechen waren aus der Sicht Meiers seit ihren Anfängen (9. / 8. Jh. v.Chr.) ein exotisches Volk, so ganz anders als die sie umgebenden Hochkulturen. Sie bildeten keine klaren Herrschaftsstrukturen aus, die ja politische Organisation, Mentalität, Mythen, Denkweisen, Religion, Kunst und Wissenschaft anderer Völker stark beeinflusste. Zentrales Anliegen des Autoren ist es dehalb, zu fragen, wie die Griechen ihre so andersartige Kultur hervorbrachten. Während es in der Regel die Herrschenden waren, die den Zusammenhalt ihrer Kultur sicherten, waren es bei den Griechen ein "breiter Kreis von Freien in vielen Städten, die sich herausgefordert sahen, ihre freien Lebensformen gegen alle davon ausgehenden Zumutungen zu befestigen und zu erhalten." Das Streben nach Freiheit und deren Kultivierung ist für Meier eine bedeutsame und folgenreiche Leistung der frühen griechischen Geschichte, die Eingang in das Erbe der europäischen Kultur gefunden hat. Damit beginnt für Meier die Geschichte Europas nicht etwa erst mit dem christlichen Mittelalter, sondern schon in der griechischen Antike. Wenn wir also heute fragen, wer wir waren und was wir sind, dann müssen wir danach fragen, wie es zu den Griechen kam. Diesem Werden der Griechen geht Meier also im Hauptteil seiner Schrift nach. Als Zeitraum hierfür veranschlagt er in etwa die Zeitspanne vom 8. bis ins 5. vorchristliche Jahrhundert, in der die vielfältige griechische Poliswelt entsteht, sich Machtverhältnisse zwischen den einzelnen Poleis entwickeln, es zur griechischen Kolonialisierung großer Teile des Mittelmeerraumes kommt und sich vor allem das politische Denken der Griechen entwickelt. Der Autor bleibt mit seiner Darlegung am Vorabend der persischen Kriege und der sich entwickelnden Vormachtstellung Athens stehen. Wie schon in anderern Rezensionen erwähnt, lohnt ab hier inhaltlich und literarisch die weitere Lektüre seines älteren und umfangreicheren Werkes "Athen". Wie dieses zeichnet sich auch das "aktuelle" durch eine große Leserfreundlichkeit aus und widmet sich an ein breiteres Publikum. Auf einen umfangreichen Anhang verzichtet der Autor, diskutiert aber im Epilog weiterführende Literatur und offenbart dem Leser, vor welchen Schwierigkeiten der Historiker bei der Behandlung des Themas steht, da vor allem die Quellenlagen für die Anfänge der griechischen Kultur eher spärlich ist. Dennoch gelingt es Meier mit seinem Buch, das von tiefer Kenntnis der Quellen sowie wie von großem Einfühlungsvermögen mit Blick auf den Leser zeugt, einen faszinierenden Blick auf die Anfänge der griechischen Kultur zu werfen.
Homines maxime homines
5 Punkte 5 von 5 Punkten
"Menschen, die im höchsten Sinne Menschen sind" nannte der römische Senator Plinius um 100 n. Chr. die Griechen. War es "dieses merkwürdige, dieses exotische Volk", das das heutige Europa hervorbrachte? Ein Volk, "das eine Kultur bildete, die so anders war als all die andern großartigen Hochkulturen, die vor und neben ihm in der Weltgeschichte entstanden sind"? Denn es erreichte dies ohne den Motor Herrschaft, sondern einzig ihre Freiheit oder besser ein breiter Kreis von Freien in vielen Städten. Vielleicht ist es dadurch zu erklären, dass Europa verglichen mit anderen Kulturen der Welt einen Sonderweg eingeschlagen und über weite Strecken zurückgelegt hat, dass "auf diesem Erdteil nach und nach ungeheuerliche Möglichkeiten freigelegt worden sind, eine Kapazität sondergleichen des Handelns, Erkennens, Gestaltens, des Aufgreifens und Veränderns sich erschloß."

Christian Meier, emeritierter Professor für Alte Geschichte und einer der bekanntesten Historiker Deutschlands legt im Rahmen einer mehrbändig erscheinenden Reihe über die Geschichte Europas ("Die alte Welt") seine ersten beiden Kapitel vor, die sich der Vor- bzw. Frühgeschichte der Griechen und ihrem möglichen Einfluss auf die Bildung Europas widmen.
Schon Hegel sprach vom europäischen Geist, der "in Griechenland seine Jugend zugebracht" hat. Meier versucht gleichfalls die Anfänge Europas in den Ägäisraum zu implizieren.

Gerade heute beleben sich Diskussionen über das Werden und die Eigenart Europas und ganz speziell sein Verhältnis zum Orient. Da lohnt es sich, einen tieferen Blick auf die Entstehung von Kulturen zu werfen, sich einen Zutritt zu ihnen zu verschaffen.
Wo fängt Europa überhaupt an?
Dass Europa als Erdteil verstanden wird, hat keine geografischen, sondern historische Gründe. Und eben die Griechen waren es wohl, die den Namen und vor allem die Aufteilung der Erde in Erdteile geprägt haben. Griechische Lebensart, Feste, Sport, Theater, Philosophie und Wissenschaft verbreiteten sich bis weit in den Osten hinein und sind auch heute noch allerorts spürbar.

Entstanden ist ein spannendes Buch, das einem breiten Leserkreis verständlich und interessant und ohne irgendetwas Wesentliches auszulassen oder ungebührlich zu vereinfachen, die Geschichte der Griechen und ihren wahrscheinlich erheblichen Einfluss auf die Entstehung und Entwicklung Europas erzählt. Christian Meier hat den schwierigen Parcours der Geschichtsschreibung meisterlich bewältigt: "Wie bei einem Bild müssen auch hier mannigfache Teile in Beziehung zueinander gesetzt werden. Das ist ein eigenständiges Unternehmen, denn allein von den einzelnen Teilen aus der beschränkten Auskunft, die sie über sich geben, ist es niemals durchzuführen. Die historische Synthesis ist deshalb eine besondere Leistung, eine konstruktive Leistung." (Alfred Heuß, deutscher Althistoriker)
Und eben diese Komplexität, dieses Verzahnen aller Kapitel, das beziehungsreiche Ineinandergreifen und Analysieren Meiers erklärt für den Leser letztendlich selbstredend, warum das Volk der Griechen so frei sein und bleiben konnte und Europas Anfänge durchaus bei ihnen zu suchen sind.

Frei von Fachtermini und wissenschaftlichem Jargon, aber trotzdem äußerst tiefgreifend, substantiell und fundiert berichtet Meier von dieser einzigartigen Kultur. Er ist nicht versucht, Begründungen für seine Darstellung ausufern zu lassen, sondern beschränkt sich darauf, die eigene Argumentation nur leicht anzudeuten. "Das Bestreben, die fernen, fremden Gegenstände heutigen Lesern nahezubringen (ohne ihre Fremdheit zu vertuschen), der Wunsch, sie vorstellbar, verstehbar zu machen in der Alltagssprache" ist ihm aufs Vortrefflichste gelungen.
Manche seiner Aussagen sind sicherlich gewagt, doch stets markiert er einen vermutenden Charakter und wird durch diese genau bezeichneten Ungenauigkeiten der Forderung nach Genauigkeit am ehesten gerecht.

Fazit:
Die Entstehung und Geschichte Europas ist unzweifelhaft mit dem antiken Griechenland verbunden, wenn sie nicht gar ihren Ursprung in der Ägäis hat. Christian Meier versucht die Fragen nach dem Anfang zu klären. Gleichzeitig zeigt er auf, "wie es zu den Griechen kam, wie diese höchst ausnahmsartige, so ungemein stark und breit nachwirkende Kultur zustande kommen, sich tragen, sich behaupten konnte und wie sie beschaffen war."
"Kultur, um der Freiheit Willen" offenbart eine äußerst interessante, fundierte und glänzend geschriebene Kulturgeschichte aus der Feder des 80jährigen Althistorikers.

"Wir werden das Altertum nie mehr los, solange wir nicht wieder Barbaren werden." (Jacob Burckhardt, Schweizer Kulturhistoriker)
Bildung einer "Kultur nicht um der Herrschaft, sondern um der Freiheit willen" (57)
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Christian Meier ist einer der renommiertesten und literarische begabtesten Historiker Deutschlands. Geschichtsschreibung in "erzählerischer Absicht" (Meier, in: Caesar, S. 580) ist der Maßstab, an dem Meier sich in seinem beiden bekanntesten Darstellungen Caesar (1982) und Athen: Ein Neubeginn der Weltgeschichte (1993) orientiert hat, sprich: Geschichtsschreibung auch als spannendes Lesevergnügen ohne dabei die Maßstäbe der Wissenschaft zu vernachlässigen. So ist es ihm gelungen, ein breites Publikum an historisch Interessierten für die Antike zu begeistern. In seinem neuen Buch "Kultur, um der Freiheit willen: Griechische Anfänge - Anfang Europas?" geht Meier der Fragestellung nach, inwieweit das heutige Europa mit seinen Werten und Idealen seine Wurzeln im antiken Griechenland hat.

Was passierte in Griechenland beginnend im 8. Jhdt. v. Chr.? Wie kam es zur Entstehung der zahlreichen Poleis i.e. Stadtstaaten, in denen Herrschaft teilweise nicht durch einen Mann, sondern einer breiten Schicht der (freien, männlichen) Bevölkerung ausgeübt wurde? Welche Rolle spielte dabei die griechische Kultur (Homer, Sophokles, die olympischen Spiele), die auch heute noch das kulturelle Fundament unseres Gemeinwesens bildet? Obwohl er einer der erfahrensten Experten auf diesem Gebiet ist, hat sich Meier seinen Sinn für das "sich wundern", die Akzeptanz des Geheimnisvollen, ins hohe Alter hinein bewahrt. In Bezug auf die griechischen Poleis schreibt Meier: "Einmal jedoch lief es ganz anders. Da war es keine Monarchie und kein herrschaftsgeübter Adel, sondern eine relativ breite, über hunderte von selbstständigen Gemeinden sich verteilenden Schicht von Freien, von 'Bürgern', die sich ihre Welt formte" (18). Wie lässt sich dieses damals revolutionär Neue aus heutiger Sicht beschreiben? Wie kam es dazu und was trieb die Menschen an? Um dieses Phänomen zu bezeichnen, wählt Meier den Begriff der Freiheit: "Will man die Eigenheit dieser frühen griechischen Gemeinden in einem Wort bezeichnen, so bietet sich Freiheit an. Sie hatten den Begriff nicht, die Sache war ihnen eher selbstverständlich, eine Eigenschaft der Grundeigentümer, der Zugehörigen. Freiheit von Herrschaft, Freiheit des Gründers im Eigenen, insofern Unabhängigkeit, auch als Bewegung nach außen. Freiheit zugleich des Selbst-Seins, Selbst-das-Gemeinwesen-Seins" (73).

Die Darstellung ist in zwei Abschnitte unterteilt. Im einleitenden Abschnitt "Die Frage nach dem Anfang" beschreibt Meier die strukturellen Grundbedingungen für den griechischen Neubeginn im 8. Jhdt. v. Chr. nach dem Zusammenbruch der mykenischen Kultur 400 Jahre zuvor und den darauf folgenden "Dark Ages", so bezeichnet, weil aus dieser Zeit keine Quellen erhalten sind und sich die Lebenswirklichkeit der Menschen daher nur anhand von Vermutungen rekonstruieren lässt. Der zweite Abschnitt "Entstehung der Poliswelt" nimmt den Großteil der Darstellung ein. Hier gibt Meier einen Abriss griechischer Geschichte beginnend mit der Formierung der Polisgemeinschaften irgendwann in den "Dark Ages", der griechischen Kolonisation, sowie der Entwicklung in den beiden größten griechischen Poleis Athen und Sparta. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf den zahlreichen Begegnungen und Auseinandersetzungen der Griechen mit dem Orient, vor allem dem Perserreich, sowie dessen Einfluss auf die griechisch-europäische Welt. Dabei orientiert sich Meier konsequent an der Leitfrage, aus welchen Gründen sich die antik-griechische Welt in eine bestimmte Richtung entwickelt hat. Seine Antwort lautet, dass die Griechen hier "dazu kamen, eine Kultur nicht um der Herrschaft, sondern um der Freiheit willen auszubilden" (57).

Die Darstellung schließt mit einer Beschreibung der Entwicklung der attischen Demokratie gegen Ende des 6. Jhdt. v. Chr. Damit schließt Meier an sein Buch Athen: Ein Neubeginn der Weltgeschichte an, im dem er sich auf die Geschichte Athens im 5. Jhdt. v. Chr., des klassischen Zeitalters, konzentrierte. Dabei entwickelt er ein spannend zu lesendes Panorama der griechischen Politik- und Kulturgeschichte und inwieweit diese unser heutiges Europa beeinflusst hat. Im Nachwort kündet Meier noch weitere Bände in der Reihe "Siedler Geschichte Europas" an. Es bleibt zu hoffen, dass wir nicht allzu lange auf die kommenden Bände warten müssen. Gerade in einer immer schneller zusammenwachsenden Welt gewinnen die Fragen nach unserem Ursprung, unserer Identität, an Bedeutung und Wichtigkeit.
Erzählung von den kulturellen Wurzeln Europas
5 Punkte 5 von 5 Punkten
In den Jahrhunderten vor den Perserkriegen (5. Jhdt. v.Chr.) entstand und verfestigte sich im Ägäisraum eine Kultur, die Vorbild wurde für eine viel spätere Kultur, die im Mittelalter und der Neuzeit in jenem Raum entstand, den wir heute Europa nennen. Wie kam es, dass die griechische (und die römische) Kultur massstabgebend wurde für Generationen, die erst Jahrhunderte später aus dem Dunkel der Völkerwanderung hervortraten, wo doch andere, machtvolle Kulturen vergingen, ohne Spuren zu hinterlassen? Christian Meier ortet den Grund für dieses Phänomen in der Freiheit, die sich die Griechen zu verschaffen wussten - die Freiheit, sich als ganze Menschen entfalten zu können, und die politischen Voraussetzungen für diese Möglichkeit, die in den Besonderheiten der Poliswelt und den Verfassungen der einzelnen Polis bestanden.

Doch war dieser Weg alles andere als notwendig, gerade und sicher. Christian Meier berichtet von der Entstehung der Poliswelt ausgehend vom Niedergang der mykenischen Kultur. Er erzählt von den wichtigen und prägenden, trotz der dünnen Quellenlage noch heute deutlich erkennbaren, Entwicklungen. Dabei folgt er nicht nur den historisch zu erhärtenden Fakten, den Kriegen und Friedenschlüssen, Tyrannen und Tyrannenmord, er nimmt sich auch ausführlich Zeit, von Homer und Hesiod zu berichten, von den vorsokratischen Philosophen und der archaischen Lyrik. Er beschreibt das für das damalige Griechenland so wichtige Agonale, und Symposion oder die Tragödie finden im flüssig geschriebenen Text ihren Platz in der Entwicklungsgeschichte der griechischen Kultur. Meier verfolgt den Sonderweg Spartas in eine Kultur des permamenten Belagerungszustands. Und er zeigt schliesslich den Aufstieg Athens zur führenden Macht auf der Peloponnes.

Nichts in der Geschichte der Menschheit ist zwingend. Doch gelingt es Christian Meier aufzuzeigen, welche Kräfte trotz aller Gegenkräfte, die in Kriegen und Tyrannis immer wieder erwuchsen, die griechische Kultur zum Massstab für spätere Zeiten machten. Diese Kräfte unter dem Begriff Freiheit zu bündeln darf trotz der für unsere heutigen Massstäbe nicht unbedingt als freiheitlich zu bezeichnenden Gesellschaft der Griechen als hilfreicher Faden durch die Geschichte von 800 - 500 v.Chr. gelten. Denn schliesslich waren es nicht wie an anderen Orten und zu anderen Zeiten Monarchie oder Adelsherrschft, die die Klutur prägten, sondern die Gemeinschaft von einer verhältnismässig breiten Schicht von Männern, denen es auferlegt war, sich als ganze Menschen auszubilden, körperlich, geistig und künstlerisch, um sich auch als ganze Menschen in diese Gemeinschaft einzuordnen - bis hin zum Kampf in der Phalanx.

Christian Meier versteht es, seine Geschichte in fliessenden, wohlgeformten Sätzen zu erzählen. Hier ist ein grosser Meister der Sprache am Werk, dessen Schulung an den klassischen Vorbildern spürbar ist. Das vorliegende Buch ist auch in dieser Hinsicht eine Wohltat: Es berichtet nicht nur von den Wurzeln europäischer Kultur, es macht diese Kultur in der verwendeten Sprache vorbildlich greifbar. Historische Quellen sind in den Text derart eingeflochten, dass dem Leser das Zitat meist entgeht, die Darstellung aber fast plastisch wird. Meier nimmt den Leser genauso in die Räumlichkeiten eines Symposions mit wie auf die blutgetränkten Schlachtfelder jener Zeit. Besonders zu empehlen ist (vor allem für eilige Leser) das einleitende Kapitel, in dem Meier seine Perspektive auf das Thema zusammenfassend darstellt.

Im Nachwort wird versprochen, dass es sich bei diesem Buch um die beiden ersten Kapitel einer Reihe von Büchern handelt, die der Entstehung Europas nachforschen. Gespannt ist zu erwarten, wie die begonnene Erzählung fortgesetzt wird. Es wird zu zeigen sein, weshalb das klassische Griechenland keinen Bestand haben konnte, und weshalb der Freiheitsbegriff sich doch durch die Geschichte mit ihren zahlreichen Niedergängen hindurch retten liess.
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Der Peloponnesische Krieg von Bruno Bleckmann

Broschiert von Beck
Angebote bei Amazon: ab EUR 8,95

4,5 Punkte, empfehlenswert.
4,5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
ISBN: 3406553885, Erscheinungsdatum: Februar 2007, Auflage: 1
Zoom ± Produkt-Bild: Der Peloponnesische Krieg

2 Kundenrezensionen:

Exzellenter Einstieg!
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Unglaublich, aber wahr! Bruno Bleckmanns Darstellung "Der Peloponnesische Krieg" ist die erste wirkliche Einführung in die Geschichte dieses "antiken Weltkrieges". Bislang musste sich der interessierte Leser die entsprechenden Stellen aus den einschlägigen Handbüchern über die Antike heraussuchen oder sich gleich an den Bericht des Zeitzeugens und Historikers Thukydides wenden. Nun endlich gibt es einen knappen Überblick über den poloponnesischen Krieg in Buchform.

Der Autor legt seinem Buch den Bericht von Thukydides zu Grunde, der nach einhelliger Meinung die Geschichtswissenschaft begründete. Im ersten Kapitel behandelt Bleckmann die Ursachen des Krieges, also die Entstehung des Dualismus Athen-Sparta. Im Anschluss wird die erste Phase des Krieges, der archidamische Krieg (431-421), bis zum Abschluss des Nikias-Friedens behandelt. Im nächsten Abschnitt analysiert Bleckmann die Zeit des brüchigen Friedens bis hin zur für Athen katastrophal verlaufenden Expedition nach Sizilien (421-413) um abschließend die letzte Phase der Auseinandersetzung, den dekleischen Krieg (413-404), unter die Lupe zu nehmen.

Bleckmann konzentriert sich voll und ganz auf die militärische und politische Geschichte des peloponnesischen Krieges. gesellschaftliche, kulturelle oder philosophische Aspekte spielen kaum eine Rolle. Dies ist von einer Einführung, die mit nur knapp 100 Seiten auskommen muss, aber auch nicht zu erwarten. Die Darstellung dürfte sich zu einem Standardwerk entwickeln und allen denen, die einen ersten Einstieg in die Materie suchen, eine große Hilfe sein.
Ansprechende Darstellung des Peloponnesischen Krieges
4 Punkte 4 von 5 Punkten
Mit diesem Band wird endlich ein knapper, aber sehr gut lesbarer Überblick über den Peloponnesischen Krieg vorgelegt. Positiv ist vor allem die gute, bisweilen geradezu unterhaltsame Lesbarkeit des Textes anzuführen. Angemessen wird der Athenozentrismus in der Geschichtsschreibung vermerkt, da man für die Kriegsgeschichte vor allem auf den athenischen Historiker Thukydides angewiesen ist. Bleckmanns Buch ist denn auch sehr eng an Thukydides' Darstellung orientiert, auch und vor allem in der historischen Beurteilung - es wird aber stets korrekt darauf hingewiesen.
Ansprechend ist auch die im Verhältnis recht ausführliche Besprechung der Vorgeschichte des Krieges und der Kriegsgründe sowie der Periodeneinteilung (Archidamischer Krieg - Nikiasfriede - Dekeleischer Krieg). Gewicht legt Bleckmann auch auf den wichtigen Arginusenprozess von 406. Kampftechnik, Heeresteilen und Taktik wird erfreulicherweise ein eigener Abschnitt gewidmet. Der Band liefert also mehr als pure Ereignisgeschichte.
Was, bis auf eine kurze Bemerkung in der Einleitung, völlig fehlt, ist eine Betrachtung zur Kunst- und Kulturgeschichte Athens in der Zeit des Krieges, obwohl mit der kleinen Titelvignette "Aufbruch eines Kriegers" (Vasenbild) doch so schön auf die Kunst der Zeit verwiesen wird. Die Auswirkungen des Krieges, die Erfahrungen und Nöte der Athener haben sich auch im zeitgleichen "Reichen Stil" niedergeschlagen. Eine vergleichende Kunst- und kriegshistorische Analyse der Zeit bleibt damit nach wie vor ein Desiderat der Forschung.
Trotz dieses Einwandes und kleinerer Druckfehler und Doppelungen liegt hiermit nun ein echtes Vademekum zu diesem wichtigen antiken Großereignis vor.
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Produkt-Bild: Geo Epoche, Nr.13 : Das antike Griechenland: 13/2004

Geo Epoche, Nr.13 : Das antike Griechenland: 13/2004 von Michael Schaper

Broschiert von Gruner + Jahr AG & Co., Druck- und Verlagshaus
Angebote bei Amazon: ab EUR 19,99

3,5 Punkte.
3,5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
ISBN: 3570194493, Erscheinungsdatum: Sept. 2004, Auflage: 1., Auflage
Zoom ± Produkt-Bild: Geo Epoche, Nr.13 : Das antike Griechenland: 13/2004

3 Kundenrezensionen:

Bunt und Wirr, nichts für "Gelegenheits Historiker"
2 Punkte 2 von 5 Punkten
Die Aufmachung mit Bildern und Text ist gewohnt Geo-profesionell. Auch die Auswahl an Themen passt.
Leider ist der Inhalt aber recht wirr. Es wird sehr viel gesprungen und man kann die Texte, glaube ich, nur verstehen, wenn man in der Materie schon sehr gut drin ist.
Ich lese das Heft parallel zur entsprechenden Vorlesung an der Yale Uni (ITunes University) und so ergänzen die beiden sich sehr gut.
Wer nur mal kurz seine Griechenland-Geschichts-Fakten auffrischen will, dem sei jedoch klar abgeraten!

Bern, 6.4.2010
Stephan Wiesner
Von Marathon zu Alexander
4 Punkte 4 von 5 Punkten
Geo Epoche begeistert auch hier mit der Vielzahl und Vielfalt der Beiträge.
Die große Anzahl der Verfasser macht die Geschichte lebendig und abwechlungsreich.
Im "dunklem"Zeitalter um 100O v.Chr. wurden die Grundlagen des Hellinismus gelegt, die dann später in die Besiedlung des östlichen Mittelmeerraumes, den ersten olympischen Spielen und der Etablierung der Vorreiter griechischer Kultur Sparta und Athen ca. 500 v.Chr. mündeten.Um 490 v.Chr. wehrte Athen dann mit seinen Bundesgenossen den Angriff der Perser bei Marathon ab, 480 dann den zweiten Eroberungszug der Perser bei Salamis und Platäa. Die Persergefahr wurde dann erst durch Alexander den Großen 334 bis 331 v. Chr. entgültig gebannt. Dazwischen lag über 1O0 Jahre des Kampfes in dem einmal Athen, dann wieder Sparta die dominierende Kraft war. Nachdem Sparta durch Theben ausgeschaltet wurde, erlangte letztendlich Makedonien unter Philipp II. und seinem Sohn Alexander dann die Vorherrschaft.
Nach dem Tode Alexanders, manche meinen wegen Trunksucht, die anderen wegen Fieber, zerfällt das Reich in drei Diadochenreiche, eines in Ägypten, das zweite in Asien das dritte das Stammland Makedonien. Letztlich gingen diese dann mit dem Auftreten der neuen Weltmacht Rom in dieser auf.
Neben den geschichtlichen Fakten legt Geo Wert auf die Schilderung der Kultur, der Literatur, der Wissenschaft und Gesellschaft.
Rundum eine gelungene Rekonstruktion über das antike Griechenland, das seine 8,- wert ist.
Griechisches Barock
4 Punkte 4 von 5 Punkten
Allein schon die Fotos von Berthold Steinhilber, die von ihm zelebrierte und im Bild festgehaltene phantastische Ausleuchtung antiker griechischer Stätten - dem Apollo-Tempel in Delphi, dem Theater von Epidauros, dem Stadion in Olympia, um nur einige zu nennen - geben dem GoeEpoche-Band "Das antike Griechenland", dem dreizehnten in seiner Reihe, einen besonderen Wert, Wert zu Besorgung, Betrachtung, und Befassung ...
mit den Helden, den Philosophen, den Poeten, Sängern, Tragödien- und Komödiendichtern, den Politikern, den Wissenschaftlern und - auf keinen Fall vergessen und übergangen - den Göttinnen und Göttern.

Die unzusammenhängenden - will heißen: über den ganzen Band verteilten - Vorstellungen der antiken Literaten, von Homer (selbstverständlich) ["Singe, oh Göttin, den Zorn des Peliaden Achilles"], über Aischylos ["Erz, Spiegel der Gestalt, Wein aber der des Geistes"], bis hin zu dem weniger bekannten Abenteurer und Polarkreisreisenden Pytheas ["Weiter über Thule hinaus stoßen wir auf das träge und geronnene Meer"] lockern das Geschichtsmagazin zum Vorteil auf. Allerdings vermisst man - wenn schon, denn schon - einen: Wo um alles in der Welt des Altertums ist - "Nicht mitzuhassen, mitzuleiden bin ich da." - Sophokles? Er fehlt vollster!

Doch es besteht - wenn auch nur scheinbar - Hoffung; denn siehe: Gegen Ende des Bandes gibt es eine Abhandlung "Porträts: Dichter, Denker, Demagogen". Wir finden dort, hier allerdings nur in Kurzvorstellungen, u.a. die Dichterin Sappho, den Historiker Herodot - wiederum jedoch keinen Sophokles.

Würdevoll aufbereitet - und zusammenhängend - präsentieren sich die Philosophen. Der Reigen wird durch die großen Drei eröffnet: dem "Ich-weiß-dass-ich-nichts-weiß"-Sokrates, dem "Das-Denken-ist-das-Selbstgespräch-der-Seele"-Platon und dem "Das-Ganze-ist-mehr-als-die-Summe-seiner-Teile"-Aristoteles. Diogenes, Epikur und Zenon vervollständigen die Runde.

Der Historiker Wolfgang Schuller führt ins Altertum der Antike, den beginnenden Anfang der europäischen Kultur in kleinen Städten rund um die Ägäis, ein: "Freies Land und freier Geist".

Den Kampf um die Volksherrschaft" schildert Cay Rademacher, ebenfalls Historiker und redaktionell mitverantwortlich für das vorliegende GeoEpoche-Heft. Schön die Ausschnitte aus altertümlichen Vasenmalereien, die Rademachers ausführlichen Aufsatz begleiten.

Auftritt: die Spartiater. Ihre Gesellschaftsform ("Zwei Könige befehlen das Heer"), ihr militärisches Gehabe ("Spartas Ruf als Streitmacht hallt derweil durch den Mittelmeerraum"), ihre Sklavenhalterei, ihre Rivalitäten mit Athen, stellt Lars Abromeit vor.

Staatskunst, Unbestechlichkeit, Urteilskraft, aber auch Selbstdarstellung und Reichtum, darüber hinaus Religion und Wagemut, das sind - nach Rademacher - die Eckpfeiler, die "Das Goldene Zeitalter" ausmachen, in das Perikles sich und seine Stadt Athen führte. So wurde in jenen fernen Tagen ein gewaltiges Bauprogramm durchgezogen, "das unter anderem die Akropolis in ein architektonisches Schatzhaus" verwandelte.

(Griechische) Vasen, Reliefs (als öffentliche Kunst), Mosaiken (als private Kunst, vornehmlich auf den Böden der Häuser, "weshalb ihre Besucher die Wirkung (...) aus farbigen Steinen ungestört bewundern können"), Statuetten aus Terrakotta, die Steinplastiken: eine reiche Auswahl der darstellenden Künste des alten Griechenlands. In exzellenten Abbildungen finden sie im Epoche-Band ihre Aufnahme. Ganz groß - immer wieder gerne bewundert (und wenn's nur in Kunstbänden ist) - die Laokoon-Gruppe. "Der Mensch ist das Maß" und Marmorstein "das Material für die Ewigkeit."
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Produkt-Bild: Die athenische Demokratie (Uni-Taschenbücher S)

Die athenische Demokratie (Uni-Taschenbücher S) von Jochen Bleicken

Taschenbuch von UTB, Stuttgart
Angebote bei Amazon: ab EUR 16,90

4,5 Punkte, empfehlenswert.
4,5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
ISBN: 3825213307, Erscheinungsdatum: Januar 1995, Auflage: 4., völlig überarb. u. wesentl. erw. A.
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2 Kundenrezensionen:

Etwas weniger wäre mehr gewesen!
4 Punkte 4 von 5 Punkten
Jochen Bleickens "Die athenische Demokratie" ist das bedeutenste Standardwerk zur Thematik. 1986 erstmals erschienen und seit 1995 in vierter Auflage erhältlich, behandelt die Darstellung auf 750 Seiten nahezu alle Aspekte des Themas.

Die ersten 500 Seiten analysieren in 16 Kapiteln geschichtliche, politische, institutionelle sowie kulturelle Eigenschaften der athenischen Demokratie. Nach einleitenden Abschnitten über die Ereignisgeschichte von Solon bis zum Ende der Demokratie durch die Eroberungen des Makedonenkönigs Alexander sowie den wirtschaftlichen Grundlagen der Zeit, analysiert Bleicken u.a. die Institutionen der antiken Demokratie und deren Funktionswandel im Lauf der Zeit, die theoretischen Grundlagen der Demokratie und die Eisntellung der Athener zu ihrer Staatsform. Der zweite Hauptteil der Darstellung führt zu jedem Kapitel in die wichtigste Literatur sowie in der Forschung kontrovers diskutierten Themenkomplexen ein.

Bleickens Buch ist zwar in weiten Teilen gut lesbar, aber irgendwie hat man das Gefühl, dass es 200 Seiten weniger auch getan hätten. Vieles wiederholt sich an der einen oder anderen Stelle, was der Übersichtlichkeit nicht gerade zu Gute kommt. Zur Entstehung der Demokratie gibt es einen hervorragenden Aufsatz von Jochen Martin mit dem Titel "Von Kleisthenes zu Ephialtes", der an dieser Stelle allen Interesierten wärmstens empfohlen sei.
(Zu) opulentes Standardwerk. Trotz Umfangs geringe Prägnanz
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Dass Bleickens von überragendem Fleiß zeugendes Standardwerk in Deutschland und soweit ich sehe in seiner Art auch weltweit einzigartig dasteht, muss eingehend gesagt sein.
Die enorme Vermehrung des Stoffes in den Neuauflagen haben der Lesbarkeit des Werkes aber geschadet. War der systematische Zugriff schon bei der Erstauflage von beträchtlichem Umfang, so fügt Bleicken - stets spiralförmig die Vermassung der politischen Entscheidungen in der antiken Polis in all ihren Aspekten umkreisend - ein paar Umdrehungen hinzu, die aber mitnichten in größere Höhen führen. Gerade als Einsteiger gerät man leicht in Gefahr, den Überblick zu verlieren. Vieles wiederholt sich und wird unter unterschiedlichen Fragestellungen hin- und hergewendet. Bleicken hat alles berücksichtigt, aber das reine Ausmaß seiner Äußerungen läßt die Prägnanz und Luzidität vermissen, die z.B. Wehlers Gesellschaftsgeschichte auszeichnet.
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