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Aus der schönen neuen Welt. Expeditionen ins Landesinnere von Günter Wallraff

Broschiert von Kiepenheuer & Witsch Verlag
Angebote bei Amazon: ab EUR 2,29

ISBN: 3462040499, Erscheinungsdatum: Oktober 2009, Auflage: 1., Auflage
Produktgruppe Bücher
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Produktbeschreibung

Expeditionen ins Landesinnere
Erscheinungsjahr: 2009
m. Fotos.
Gewicht: 363 gr / Abmessung: 21,5 cm
Von Wallraff, Günter

Günter Wallraff ist wieder da - Reportagen aus einem reichen, armen Land.
Ganz unten, Günter Wallraffs Reportage über den menschenverachtenden Handel mit Leiharbeitern, war mit über fünf Millionen verkauften Exemplaren einer der größten Erfolge in der deutschen Buchhandelsgeschichte. Jetzt ist Wallraff wieder undercover unterwegs ...
Niemand hat mehr Missstände aufgedeckt als er. Millionen haben seine Bücher gelesen, junge Journalisten nehmen sich an ihm ein Vorbild, wenn sie in Rollen schlüpfen, um die dunklen Seiten der gesellschaftlichen Realität aufzudecken - eine Vorgehensweise, die im Schwedischen wallraffa genannt wird. Doch Günter Wallraff hat sich nicht zur Ruhe gesetzt. Seit einiger Zeit ist er wieder undercover unterwegs.
Als Michael G. recherchierte er den Alltag in deutschen Callcentern - das Echo auf die in der Zeit veröffentlichte Reportage war gewaltig: Wallraff war Gast in Fernseh- und Hörfunksendungen; zahlreiche Callcenter-Mitarbeiter meldeten sich, die ihm von eigenen Erlebnissen berichteten. Der zweite Coup: Als Niedriglöhner arbeitete Wallraff in einer Fabrik, die für Lidl Brötchen backt, bis zur Erschöpfung, erlitt mehrfach - wie auch seine Kollegen - Brandverletzungen. Dem Lidl-Aufsichtsratschef Klaus Gehrig schlug Wallraff in der Sendung Kerner vor, gemeinsam mit ihm zwei Tage lang unter diesen Straflager-Bedingungen zu arbeiten - was dieser ablehnte. Und im Winter 2008/2009 hat Günter Wallraff am eigenen Leibe erfahren, wie Obdachlose in Deutschland leben. Er quartierte sich in Obdachlosenheimen ein und verbrachte die kältesten Tage des Winters auf der Straße, bei Temperaturen bis zu minus 20 Grad.

Aus der Amazon.de-Redaktion

Grimmig dreinblickende Männer tragen Bomberjacken mit dem Aufdruck ?Deutschland? in Frakturschrift. So sehen die Fußballfans aus, zu denen Günther Wallraff in den Zug steigt ? und zwar als Schwarzer verkleidet. Zügig erleben Leser, warum der Enthüllungsjournalist nur kurze Zeit später ?noch nie so innige Gefühle für Polizeibeamte? hegte.

Um zu erfahren, wie sich ?von oben angeheizter Rassismus im Alltag bemerkbar macht?, geht Günther Wallraff wieder verdeckt auf Recherche. Seine Erlebnisse auf der Straße, in Kneipen oder Vereinen untermauern, wie Schwarzen hierzulande immer wieder ein normales Leben verwehrt wird. Wallraff spricht dabei von einer ?modernen Spielart des Rassismus?, die die Würde von Menschen nur achtet, solange sie auf Distanz bleiben.

Wallraffs Erlebnisse als verkleideter Schwarzer sind der Aufmacher des Buches. Zeitgleich machte der mutige Mahner diese Legende im Zeit-Magazin publik. Weitere Recherchen hatte Wallraff bereits vorher im selben Medium etappenweise offenbart. Im Vergleich zu früher sind die Resultate seiner Arbeit jedoch weniger spektakuläre Enthüllungen, vielmehr die Dokumentation bestehender Missstände. Denn dass das Leben als Obdachloser bei Minustemperaturen hart ist, wussten wir bereits.

Des Weiteren lernen Leser, wie Callagenten in einem schleichenden Prozess zu routinierten Betrügern werden, dass für Lidl keine großen Brötchen gebacken werden ? oder dass in Küchen und im Servicebereich teils verdammt lange Schichten gefahren werden. Zudem deckt das verkörperte schlechte Gewissen der Nation auf, wie verkaufswillige Unternehmer mittels skrupelloser Paragraphenreiter gegen eigene Mitarbeiter vorgehen. Eine zusätzliche Bahn-Doku stammt noch aus Zeiten von Hartmut Mehdorn.

Ideen zu den Recherchen kamen teils von Hilfe suchenden Landsleuten, und ein Paar Mal wurde der ?verdeckte Ermittler? erkannt. Dennoch trägt Wallraffs Arbeit gestern wie heute dazu bei, Licht in die dunklen Ecken unserer Gesellschaft zu bringen. Trotz zu erwartender hoher Verkaufszahlen wird Aus der schönen neuen Welt allerdings nicht an den Millionenerfolg von Ganz unten aus den achtziger Jahren herankommen ? weniger, weil Wallraff an Schlagkraft eingebüßt hat, vielmehr, weil wir in den letzten zwanzig Jahren viele Illusionen verloren haben, wozu der mutige Journalist immer wieder entscheidend beigetragen hat.
? Herwig Slezak

© 1998-2012 Amazon Inc. und Tochtergesellschaften

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Produkt-Bild: Ganz unten. Erweiterte Neuauflage: Mit einer Dokumentation der Folgen

Ganz unten. Erweiterte Neuauflage: Mit einer Dokumentation der Folgen von Günter Wallraff

Taschenbuch von Kiepenheuer & Witsch
Angebote bei Amazon: ab EUR 1,15

ISBN: 3462019244, Erscheinungsdatum: 1992, Auflage: Erw. Neuaufl.
Produktgruppe Bücher
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Produktbeschreibung

1983 verkleidet sich Wallraff als türkischer Arbeiter Ali Levent Sigirliogluund hält diese Rolle zwei Jahre lang durch. Er arbeitet als ungelernteHilfskraft bei McDonald's, auf einer Großbaustelle und in einer Leiharbeiter-Kolonne.Bei verschiedensten Gelegenheiten - etwa auf einer CDU-Feier, auf der ersich als türkischer Abgeordneter ausgibt, oder bei dem Versuch, sich katholischtaufen zu lassen - erlebt er hautnah, dass Türken beschimpft, bedroht undnicht akzeptiert werden. Seine erste längere Anstellung hat Wallraff beiMcDonald's. Er bekommt einen sehr geringen Stundenlohn und muss unter Zeitdrucksowie ohne Sicherheitsvorkehrungen zwischen siedendem Frittierfett undHeizplatten arbeiten. Auf dem Bau verrichtet er Schwerstarbeit, wird ausgelachtund von den >>Kollegen<< schikaniert. Schlimmer noch ist die Situationbei einem Subunternehmen, das für Thyssen und das Atomkraftwerk WürgassenArbeiter zur Verfügung stellt. Keiner der Arbeiter hat Papiere oder istsozial- und krankenversichert, der Lohn ist gering. Im Atomkraftwerk werdendie Arbeiter gefährlich hohen Strahlendosen ausgesetzt; bei Thyssen mussWallraff bei Minusgraden, ohne Schutzkleidung und ausreichendes Gerät festgefroreneSchlacke entfernen. Viele Arbeiter werden gezwungen, Doppel- oder Mehrfachschichtenzu fahren; Unfälle wegen Übermüdung werden von den Vorarbeitern in Kaufgenommen. Wehren können sich die Arbeiter nicht - einige sind illegal inDeutschland, andere von der Ausweisung bedroht.

Aus der Amazon.de-Redaktion

Dunkle Kontaktlinsen, ein schwarzes Haarteil und gebrochenes Deutsch reichen aus, um das Ausmaß der beruflichen und gesellschaftlichen Diskriminierung zu erfahren, die Millionen sogenannter Ausländer täglich widerfährt. Zwei Jahre lang (von 1983 bis 1985) war Günter Wallraff Ali Levent, ein Türke, der kein Türkisch spricht. In seiner Odyssee durch die Arbeitswelt fängt er zu sieben Mark die Stunde in einem Reitstall bei Köln als "Drecksarbeiter" an, wird bald des Diebstahls bezichtigt und kündigt wegen der andauernden Repressalien. Auf einem Bauernhof wird er wie ein Nutztier gehalten, darf nicht in die Stadt, um den Hof nicht in Verruf zu bringen. Um seinen Lebensunterhalt zu finanzieren, nimmt er jede Arbeit an. Er besucht Kneipen -- wo ihm Haß und Ablehnung entgegenschlagen -- und den politischen Aschermittwoch der CSU: Als Türke Ali Levent wird er von den "gemütlichen" Bayern zwar nicht zum Bier eingeladen ("Geh, schleich dich, aber hurtig!" -- "Wißt ihr net, wo ihr hiegehört?"), als angeblicher Vertreter des türkischen Faschisten-Chefs Türkes ("Tod allen dreckigen Juden, kommunistischen Hurensöhnen und griechischen Hunden!") bekommt er jedoch von Franz-Josef Strauß persönlich einen unterschriebenen Bildband ("Für Ali mit herzlichem Gruß"). Man muß eben unterscheiden zwischen erwünschten und unerwünschten Ausländern, wie es ein CSU-Politiker kürzlich formulierte.

Bei einem Fußball-Länderspiel verleugnet Wallraff alias Levent seine Scheinexistenz, da er sonst um sein Leben fürchten muß -- Neonazis grölen "Sieg heil", "Deutschland den Deutschen", "Türken raus" und werfen "Ali" Zigaretten ins Haar und gießen ihm Bier über den Kopf, obwohl der plötzlich Hochdeutsch spricht und nur noch die deutsche Mannschaft anfeuert. Als Bulettenbrater bei McDonald's sieht er zu, wie mit Toilettenputzlappen die Tische gewischt werden bzw. mit dem Grillschaber ein Klo gereinigt wird. Als Illegaler auf der Baustelle arbeitet er zehn Stunden am Tag unter ständigen Diskriminierungen und Ausgrenzungen und miserablen Arbeitsbedingungen. Er bemüht sich als bekehrungswilliger Moslem um die katholische Taufe, doch nur ein Priester in einer abschüssig gelegenen armseligen Dorfkirche gibt ihm den Segen -- unter Scheinargumenten versuchen die übrigen Pfarrer, ihn desto heftiger abzuwimmeln, je höher sie in der kirchlichen Hierarchie stehen. Beim Arzneimittelversuch stellt "Ali" am eigenen Leib fest, daß Marktzwänge auch Menschenversuche möglich machen.

Und seine schlimmsten und ausführlichsten Erfahrungen sammelt Wallraff als Lohnsklave, als Leiharbeiter bei Thyssen, vermittelt durch eine dubiose Vermieterfirma, die den Großteil seines Lohns einsackt und ihn unter erbärmlichen Bedingungen tage- und nächtelang schuften läßt. Die Schichten seiner Kollegen dauern bis zu 72 Stunden lang -- ohne Schlaf. Seine Gesundheit leidet aufgrund des ständig eingeatmeten Drecks, und er sieht sich gezwungen, mit einer List zum Chauffeur des Chefs der Leiharbeiterfirma aufzusteigen, wo er den Alltag eines modernen Sklaventreibers aus erster Hand beobachten kann.

Ganz unten ist erschütternd, es ist bewegend und sehr aufschlußreich. Spannend und provokant schildert Wallraff Praktiken, die normal und gängig waren und es teilweise heute noch sind, beschreibt eine Gesellschaft, in der die Diskriminierung in Wirtschaft, Medien und Politik fast schon institutionalisiert ist. Wer sich abseits einer Medienberichterstattung, die zumindest teilweise mit Fug und Recht als tendenziös bezeichnet werden kann, über die tatsächliche Arbeits- und Lebenswelt "ganz unten" informieren will, der muß dieses Buch gelesen haben. --Erik Möller

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Produkt-Bild: Der Aufmacher: Der Mann, der bei Bild Hans Esser war

Der Aufmacher: Der Mann, der bei Bild Hans Esser war von Günter Wallraff

Taschenbuch von Kiepenheuer & Witsch
Angebote bei Amazon: ab EUR 2,89

ISBN: 3462026631, Erscheinungsdatum: 1997
Produktgruppe Bücher
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Produktbeschreibung

Der Mann, der bei ''Bild'' Hans Esser war
Erscheinungsjahr: 2009
10. Aufl.
m. Abb.
Gewicht: 204 gr / Abmessung: 19 cm
Von Wallraff, Günter

Vor zwanzig Jahren erschien zum ersten Mal Gunter Wallraffs inzwischen legendärer Bericht aus dem Innern der "Bild"-Zeitung "Der Aufmacher", in dem Wallraff beschreibt, was er in drei Monaten als "Bild"-Reporter Hans Esser erlebte. In einer immer stärker und immer unkontrollierbarer von den Medien beherrschten Öffentlichkeit ist dieses spannende, faktenreiche und entlarvende Buch von bestechender Aktualität.

Aus der Amazon.de-Redaktion

Deutschlands einflußreichste Zeitung lügt, fälscht und hetzt -- das ist das Ergebnis der Recherchen des bekannten Enthüllungsjournalisten Günter Wallraff, der sich unter dem Namen Hans Esser 1977 für vier Monate bei Bild in Hannover einschlich. Sein Äußeres paßte er den Gepflogenheiten an: Höhensonnengebräunt, in Anzug und Krawatte, mit Siegelring und Herrenparfüm sprach "Esser" beim Redaktionsleiter Schwindmann (Name geändert) vor -- und wurde genommen. Ein ehemaliger Werbetexter, leistungsorientiert und kapitalbewußt -- daraus könnte man ein funktionierendes Gewinde machen, ein unscheinbares Schräubchen in der gigantischen Meinungsmache-Maschinerie des Axel Springer Verlags. So glaubte man zumindest.

Das Prinzip der Bild-Zeitung bzw. der Boulevard-Zeitung schlechthin ist denkbar einfach und wird von Wallraff gekonnt aufgezeigt: Innerhalb einer strengen Hierarchie müssen schlecht bezahlte Redakteure vor Superlativen strotzende Geschichten abliefern, die nur dann politisch sein dürfen, wenn diejenigen, die Bild unterstützen, es wollen. Soziale Mißstände passen nicht ins Bild und werden spätestens auf dem Schreibtisch des Redaktionsleiters wegredigiert, was nicht sensationell genug ist wird verfälscht oder "aktualisiert" -- auch Sachverhalte, die sich vor Jahren ereigneten, sind in Bild immer brandaktuell.

Daß bei dieser täglichen Volksverdummung, der Freakshow zum Mitnehmen, Menschen in den Tod gehetzt werden, wird bedenkenlos hingenommen. Wallraff berichtet von einem Selbstmörder, der noch nicht den Schneid für den letzten Schnitt hat. Der Redakteur versucht am Telefon, doch noch seine Geschichte zu bekommen: "Sie reden doch nur so, Sie trauen sich das ja doch nicht richtig." Ein weiterer Dialog: "Da haben sich zwei Kinder mit Kleinkalibergewehren beschossen." -- "Dufte, prima. Tot?!" -- "Nee, nur schwer verletzt." Redaktionsalltag.

Wallraff erfuhr auch, wie Bild sich im Wahlkampf engagiert, verbal auf die sogenannten Linken einprügelt und den Populisten zur Macht verhilft. Da wird posiert und in Szene gesetzt, wird positive Publicity gegen ständige Verfügbarkeit und gewisse Gefälligkeiten getauscht, wird ganz nebenbei ein konservativ-reaktionäres Weltbild der arbeitenden Bevölkerung vermittelt.

Ist all dies vergangen und vergessen, gibt's das nicht mehr? Schauspieler, die von Bild in den Selbstmord getrieben wurden, jugendliche Kriminelle, die wochenlang als Stereotyp für den ausländischen Straftäter hinhalten müssen, anhaltende hysterische Berichterstattung über Kindesmißbrauch, religiöse "Wertevermittlung" im aufklärerischen Gewand -- angesichts dieser heutigen Realität von Bild und der weitestgehend gleich funktionierenden Konkurrenz möchte man es bezweifeln. Doch Wallraffs Buch, dem weitere nicht minder lesenswerte folgten, hat sicher zur Verbesserung der Zustände beigetragen und gehört auch heute noch zur politischen Pflichtlektüre für jedermann. --Erik Möller

© 1998-2012 Amazon Inc. und Tochtergesellschaften

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Produkt-Bild: 13 unerwünschte Reportagen

13 unerwünschte Reportagen von Günter Wallraff

Taschenbuch von Kiepenheuer & Witsch
Angebote bei Amazon: ab EUR 2,42

ISBN: 3462031740, Erscheinungsdatum: 2009, Auflage: 2
Produktgruppe Bücher
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Produktbeschreibung

Erscheinungsjahr: 2002
Gewicht: 192 gr / Abmessung: 19 cm
Von Wallraff, Günter

Pressestimmen:
"Unter denen, die in der Bundesrepublik publizieren, nimmt Günter Wallraff mit seinen Reportagen eine Ausnahmestellung ein.
...Er dringt in die Situation, überdie er schreiben möchte, ein, unterwirft sich ihr und teilt seine Erfahrungen und Ermittlungen in einer Sprache mit, die jede ''Überhöhung'' vermeidet, sich nicht einmal des Jargons bedient, der ja als poetisch empfunden werden könnte.
... Betrachtet man seine Berichte genau, so wird in Ihnen allen Herrschaft entlarvt." (Heinrich Böll)
"Das Schreiben kritischer Sozialreportagen hat hierzulande kaum eine große und wirksame Tradition. Insofern ist Günter Wallraff eine Ausnahmeerscheinung." (Süddeutsche Zeitung)

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Produkt-Bild: Der Mann, der Günter Wallraff ist: Eine Biographie

Der Mann, der Günter Wallraff ist: Eine Biographie von Jürgen Gottschlich

Gebundene Ausgabe von Kiepenheuer & Witsch
Angebote bei Amazon: ab EUR 3,99

ISBN: 3462039261, Erscheinungsdatum: August 2007
Produktgruppe Bücher
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Aus der Amazon.de-Redaktion

Im Schwedischen gibt es das Verb ?wallraffa?, das das gesellschaftliche Durchleuchten von Missständen bezeichnet. Es zeigt, wie stark die Undercover-Tätigkeit des Journalisten Günter Wallraff auch (und vor allem) im Ausland wahrgenommen wurde und wirken konnte. Immer wieder ist Wallraff in Masken geschlüpft, um Ungerechtigkeiten zu demaskieren. Als Hans Esser arbeitete er bei der Bild-Zeitung und deckte in Büchern wie Der Aufmacher deren Praktiken auf. Als ?Türke Ali? war er Ganz unten im Arbeitsalltag von Industriekonzernen und Fast-Food-Ketten und machte sensibel für die beizeiten verbrecherische Ausbeutung der Konzerne.

Wie stark Wallraff unser demokratisches Leben noch immer unterschwellig bestimmt, zeigte die Politiker- und Medienreaktion auf Vorwürfe gegen den Autor wegen seiner vermeintlichen Arbeit als Stasi-Spitzel 2003, die der Autor, wohl zu Recht, als ?Pressehysterie? bezeichnete. Da wurde man auch als neutraler Beobachter den Verdacht nicht los, dass viele dankbar waren für die Gelegenheit, endlich nachtreten zu können. Umso wichtiger ist diese gut geschriebene (und blendend recherchierte) Biografie aus der Feder des taz-Mitbegründers Jürgen Gottschlich, die rechtzeitig zum 65. Geburtstag des Autors von der Kölner Kindheit angefangen über dessen prägende Bundeswehrzeit bis zu seiner journalistischen ?Wiedergeburt? für Reportagen in der Zeit 2007 ausführlich aufzeigt, wie aus Günter Wallraf der Mann der tausend Masken wurde -- und wie es ihm gelang, die deutsche Demokratie und den deutschen Journalismus für immer zu verändern.

Nun ist es nie unproblematisch, wenn die Biografie eines Autors im Hausverlag eben jenes Autors, in diesem Fall also, wie alle Bücher Wallraffs, bei Kiepenheuer & Witsch erscheint. Es ist auch psychologisch schwierig, sich dem Leben eines Menschen unbefangen zu nähern, der -- wie Gottschlich in seiner Danksagung am Ende seines Buches schreibt -- ?mir einen großen Vertrauensvorschuss gegeben und sich viel Zeit genommen hat, um in intensiven Gesprächen Auskunft über sein Leben zu erteilen?. Ist da nicht die Versuchung groß, Biografisches zu beschönigen, um den doch so freundlichen und zuvorkommenden Autor nicht zu enttäuschen? Gottschlich ist dieser Versuchung nicht erlegen. Auch Kritisches, etwa zum Schreibstil Wallraffs, hat er nicht ausgespart. So ist das ausgewogene Porträt eines im besten Sinne investigativen Journalisten entstanden, der für hehre Ideale auch Anfeindungen von Rechts (und Links!) in Kauf genommen hat -- auch wenn sie ihn bisweilen mit einer gewissen Naivität überraschten. Der Mann, der hinter seinen vielen Masken Günter Wallraff ist, kommt mit vielen seiner Züge zum Vorschein. -- Thomas Köster, Literaturanzeiger.de

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ISBN: 3462022067, Erscheinungsdatum: 1992
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ISBN: 3462015400, Erscheinungsdatum: 1982
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ISBN: 3837501469, Erscheinungsdatum: Februar 2009
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Ich - der andere: Reportagen aus vier Jahrzehnten von Günter Wallraff

Taschenbuch von Kiepenheuer & Witsch
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ISBN: 3462031678, Erscheinungsdatum: 2002
Produktgruppe Bücher
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Audiobook-Rezensionen

Günter Wallraff repräsentiert den engagierten Schriftsteller wie kaum ein anderer. Er ist eine Institution, wenn es um die gesellschaftliche Moral geht. Seine Bücher wie ?Ihr da oben ? wir da unten?, ?Der Aufmacher? oder ?Ganz unten? sorgten allesamt für Furore. Die kritischen Sozialreportagen, die er in vier Jahrzehnten geschrieben hat, sind in Deutschland eine Ausnahme und gerade deshalb auch so wichtig. Mit seinen politischen Texten deckte er gesellschaftliche Missstände in Deutschland, aber auch im Ausland auf. Die hier zu hörenden Reportagen las der streitbare Autor anlässlich seines 60. Geburtstags.

?Ich- der Andere? ist das Programm von Günter Wallraff. Er ist in unzählige Rollen geschlüpft, hat sich getarnt und konnte so mitten im Geschehen beobachten. 1963 wurde Wallraff zur Bundeswehr eingezogen, seine Kriegsdienstverweigerung wurde abgelehnt; statt dessen hat man ihn in einer psychiatrischen Abteilung beobachtet und als untauglich eingestuft. Um die Situation einigermaßen zu meistern, schrieb er Tagebuch. War Wallraff in diese ?Rolle? noch unfreiwillig geschlüpft, so spielte er von nun an ?Rollen? ganz bewusst. Für seine Industriereportagen (1970) kroch er in die verdreckte Haut eines Sinter-Arbeiters bei Thyssen in Duisburg. Die Reportage über sein Dasein als Portier und Bote im Gerling Konzern (1973) muss man tragikomisch nennen.

Mit zu seinen bekanntesten Arbeiten zählt seine Rolle als Hans Esser, in der er die skrupellosen publizistischen Praktiken von ?Bild? aufdeckte. Das war 1977, seine Überlegungen zum 50.Geburtstag des Blattes zeigen, dass Rufschädigung, Sensationsmache und der permanente Verstoß gegen das Grundgesetz, das die Würde des Menschen schützt, bei ?Bild? noch immer an der Tagesordnung sind.

Als Türke Ali arbeitete Wallraff bei einer Subfirma, die Leiharbeiter anstellt und sie an Thyssen vermietet. ?Ganz unten? verdeutlicht, dass Ali am Rande der Gesellschaft lebt! Autorenlesung, Spieldauer: ca. 140 Minuten, 2 CDs. Auch als MC erhältlich. -- culture.text

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