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Basiswissen IT-Berufe, EURO, Einfache IT-Systeme: Lehr-/Fachbuch von Franz-Josef Lintermann, Udo Schaefer, Walter Schulte-Göcking, Walter Schulte- GöckingTaschenbuch von Bildungsverlag EINSAngebote bei Amazon: ab EUR 19,90 ![]() 2,5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3823711407, Erscheinungsdatum: Sept. 2010, Auflage: 6. |
5 Kundenrezensionen:Sehr schlechtes Nachschlagewerk 2 von 5 PunktenIch musste mir das Buch im Zuge meiner Ausbildung zulegen, und habe dementsprechend auch einige Zeit damit verbracht. Kann das Buch in keiner Weise empfehlen, habe mich mehrmals massiv darüber geärgert, weil es zum Teil völlig unlogisch aufgebaut ist. Und hat man dann mal etwas darin gefunden, was man wirklich wissen wollte, war der Bereich sehr knapp beschrieben, oder die Informationen zu dem Thema waren nicht an dem Punkt an dem man gerade war, sondern ohne wirklich erkennbare Logik in weiteren Teilen des Buches verstreut. Wer es für seine Ausbildung "braucht", wird wohl nicht drum herum kommen, allen anderen kann man nur raten die Finger davon zu lassen und auf bessere Nachschlagewerke umzulenken. Stellenweise Lückenhaft und Inaktuell 2 von 5 PunktenHeute haben wir in der Berufsschule dieses Buch in der aktuellen Auflage erhalten. Schon nach kurzem Blättern musste ich das Fehlen bzw. die Inaktualität einiger Informationen feststellen. Im Kapitel über die Datenträger steht z.B., dass CDs immer von innen nach außen gelesen werden (richtig soweit... ein Exot mal aussen vor) und sich hierbei die Umdrehungsgeschwindigkeit konstant verringert, je weiter der Laser nach außen kommt CLV-Verfahren). Das CAV-Verfahren, das bei höheren Geschwindigkeiten angewandt wird, wird in dem Buch anscheinend vollkommen verschwiegen. Das Nächste, was mir auffiel, waren die Informationen zu OS X. Es wird zwar das aktuelle Leopard besprochen, dies aber im Zusammenhang mit völlig veralteten Informationen wie "Rendezvouz", das schon länger "Bonjour" heißt. Sherlock wird als eine von 150 Neuheiten und der Finder als Suchfunktion angepriesen. Mit im Paket befindet sich laut Buch noch immer AppleWorks, das bekanntermaßen schon länger von iLife und iWork abgelöst wurde. Ich nehme mal an, dass Macs laut Buch auch immer noch mit PPCs ausgerüstet werden. Ich habe mir den Windows-Teil des Buches bisher noch nicht durchgelesen (ist halt ein wenig länger), erwarte hier aber ähnliche "Zustände". Für ein aktuelles Lehrbuch ist sowas inakzeptabel! Schlecht recherchiert und mit Fehlern 1 von 5 PunktenAlso ich habe nun 2 Auflagen von diesem Buch gekauft und muss sagen das dieses Buch einfach nur schwer enttäuscht. Es sind nur oberflächliche Erklärungen vorhanden und zudem werden Begrifflichkeiten teilweise völlig falsch definiert. Als Informatiker muss ich sagen das die Begriffe schlicht und einfach Falsch erklärt sind. Beispiel: In dem Buch werden heutige mobile PCs als "Laptops" bezeichnet. Dies ist aber total falsch da laut definition der Laptop eine vorentwicklung der heutigen Notebooks ist. Laptops gibt es definitiv nur noch im Museum. Alle mobilen PCs heissen laut definition Notebook. Daher gibt es für dieses Buch nur einen Stern. Finger weg! 1 von 5 PunktenIch musste mir dieses Buch (5. Auflage) für die Berufsschule kaufen weil unser Lehrer seinen Unterricht darauf aufbaut. Das Buch versucht ein Nachschlagewerk für die IT-Berufe zu sein. Hauptsächlich richtet es sich an Auszubildende in IT-Berufen und soll der Prüfungsvorbereitung dienen. Die einzelnen Themenbereiche werden stellenweise nur sehr kurz und oberflächlich angeschnitten. Tieferen Einblick bietet dieses Buch nicht und viele Bereiche sind auch schon veraltet. Gravierend sind die Fehler in diesem Buch. Begriffe werden falsch verwendet, Schaubilder & Tabellen sind fehlerhaft und bei einigen Rechnungen stimmen die Werte nicht. Außerdem werden bei den Übungsaufgaben Begriffe oder z.B. Rechenmethoden abgefragt, die im entsprechenden Kapital gar nicht behandelt wurden, wodurch man gezwungen wird im Internet nach Informationen zu suchen. Fazit: Gerade bei der schnelllebigen IT Welt macht dieses Buch überhaupt keinen Sinn. Wer zu den Themen wirklich Informationen sucht, der findet diese ausführlicher und kompetenter erläutert im Internet. Das Lehrer an Berufsschulen ihren Unterricht nach diesem Buch ausrichten ist erschreckend. Falsche Auflage bekommen :( 2 von 5 PunktenHallo, zu dem Buch selber, kann ich noch nicht viel sagen, nur habe ich diesen Artikel hier bestellt, der die 5. Auflage sein soll. Erhalten habe ich die 4.... leider ist schon der Firmenstempel drin, da es für die Ausbildung über die Firma lief. Somit kann ich es nicht mehr umtauschen... :( Schade. |
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D-Day: Die Schlacht um die Normandie von Antony BeevorGebundene Ausgabe von C. Bertelsmann VerlagAngebote bei Amazon: ab EUR 24,24 ![]() 4,5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3570100073, Erscheinungsdatum: April 2010 |
4 Kundenrezensionen:D-Day: Die Schlacht um die Normandie. Antony Beevor 5 von 5 PunktenIch bin überzeugt davon, dass dieses Buch auch von jüngeren Generationen gelesen werden sollte. Auch wenn diese enorme Tragödie der militärischen und menschlichen Geschichte ( 2. Weltkrieg vollumfänglich ) schon mehr als 60 Jahre zurückliegen, so wäre es tragisch, wenn dieser grauenvolle Abschnitt des menschlichen Wahnsinns in Vergessenheit geriete.Es ist doch zu betonen, dass diese jungen Menschen bereit waren ihr Leben zu opfern um Europa von diesem unfassbaren Terror zu befreien. Antony Beevor gelingt es in seinem Buch Details zu schildern, die von tiefer Kenntnis über das Geschehene Zeugnis ablegen. Trotz der komplexen Geschehnisse liesst sich das Buch ausserordentlich verständlich, dank dem klaren Schreibstil. Es ist aber zu betonen, dass es notwendig ist die Normandie persönlich zu kennen um den einzelnen taktischen Schritten der Militärs beider Seiten folgen zu können. Ich habe selten so ein gutes Geschichtsbuch in den Händen gehalten. D-Day oder Der längste Tag 5 von 5 PunktenLange Tage und Nächte gibt es mit diesem Buch gewiss auch. Antony Beevor, eine der besten Autoren historischer Bücher, zeichnet hier eine umfangreiche Abhandlung zur Landung der Alliierten in der Normandie. Angefangen bei den Vorbereitungen (die evtl. noch etwas ausführlicher hätten sein können); über die Landung aus der Luft wie zu Wasser; über die Ausbruchskämpfe in der Normandie; bis hin zur Befreiung von Paris folgt der Leser Beevors Ausführungen. Beevor verliert dabei keineswegs den Blick für den einfachen Soldaten, der übermenschliches leisten muss, dabei aber Todesängste aussteht. Auch das Leid der Zivilbevölkerung, die, wie in jedem Konflikt, am Meisten zu ertragen hat, wird nicht vergessen zu erwähnen. Detailliert beschreibt Beevor die Landung an den einzelnen Stränden, aber auch folgende Kämpfe, wie die Schlacht um Caen oder die Operation Cobra", mit der schließlich der Ausbruch aus der Normandie gelang und dadurch den Weg nach Osten Richtung Paris und Deutschland ebnete. Besonders hervorzuheben sind die genauen Schlachtenverläufe, an denen der Leser das oft verbissene hin und her genau verfolgen kann. Ergänzt wird das Ganze durch umfangreiches Kartenmaterial und durch Zitate oder Tagebucheintragung von Soldaten und Offizieren, sowohl auf deutscher, wie auch auf alliierter Seite. D-Day - Schlacht um die Normandie" ist nicht nur deshalb ein sehr gutes Buch, weil es hervorragend und interessant geschrieben ist. Sondern auch, weil es nichts beschönigt, heroisiert oder unter den Teppich kehrt, wie zum Beispiel Kriegsverbrechen denen sich die Deutschen, insbesondere die SS, schuldig machte, aber auch auf Alliierter Seite in den ersten Woche häufig vorkamen. Fazit: Beevor hat ein sehr wertvolles Buch geschrieben, das man unbedingt lesen sollte. Denn zu diesem Thema wird zur Zeit nichts vergleichbar gutes zu finden sein. D-Day: Die Schlacht um die Normandie Gewohnte Qualität 5 von 5 PunktenAntony Beevor hat verschiedene Bücher zur neuen Zeitgeschichte verfasst (Spanischer Bürgerkrieg, Stalingrad, der Untergang). Es gelingt dem Autor immer wieder in seinen Werken neue Aspekte einzubauen und in seinen verschiedenen Werken einen hohen Standard einzuhalten. Auch dieses Werk entspricht den Qualitätsansprüchen, die von seinen Werken grundsätzlich erwartet werden. Auch dieser neueste Band ist leicht lesbar, aber trotzdem nicht oberflächlich. Gutes, aber nicht ueberragendes Buch 3 von 5 PunktenIch habe das Buch gekauft, nachdem ich einige sehr positive Rezensionen darueber gelesen habe. Und soviel zum Einstieg: Ich habe D-Day in einem Zug durchgelesen, so schlecht kann es also nicht sein. Es ist erstens einmal sehr spannend und unterhaltsam geschrieben, ist keinen Augenblick langweilig. Zweitens thematisiert es immer wieder auch alliierte Kriegsverbrechen, teils solche, die in der Hitze des Gefechtes entstandend sind, teils solche, sehr gravierende, die sozusagen angeordnet wurden (Beispielsweise die Bemerkung in einer Rede an Soldaten von General Maxwell Taylor, Kommandeur der 101. Luftlandedivision, anlaesslich der Invasion stoerten Gefangene nur). Dass auch die Alliierten Kriegsverbrechen begangen haben, ist weder neu noch kann es wirklich ueberraschen, aber Beevor behandelt sie hier offener, expliziter und schonungsloser als es bisher in entsprechenden Publikationen uebelich war. Wie auch immer, und hauptsaechlich darum nicht mehr als drei Sterne, sehr viel Neues erfaehrt man aus dem Buch trotzdem nicht, abgesehen vom Umgang mit alliierten Kriegsverbrechen ist das Buch einfach ein weiteres ueber die Invasion in der Normandie und die sich im Anschluss daran entfaltenden Schlachten. Darueber hinaus seien zwei Schwaechen erwaehnt: Erstens sind die Karten weitaus weniger detailiert, als moeglich waere, insbesondere vermisst man oft Orte, die im Buch erwaehnt werden. Um den Verlauf der Auseinandersetzungen verfolgen zu koennen, waere es wichtig, diese Orte miteingezeichnet zu haben. Zweitens, und das war ein Punkt, der mich das ganze Buch ueber genervt hat, scheint mir Beevors Umgang mit dem britischen General Montgomery schlicht unprofessionel zu sein. Kritik und Noergelei an Montgomery findet sich im ganzen Buch schaetzungsweise alle drei Seiten, was dann doch etwas penetrant ist. Beevor haette die kritischen Beerkungen ueber Montgomery reduzieren oder mindestens zusammenfassen koennen, ohne dass sein insgesamt negatives Bild von Montgomery abgeschwaecht worden waere. Dem Leser gegenueber waere die Kritik aber glaubwuerdiger gewesen, weil nicht der Eindruck entstanden waere, Beevor lasse sich von einer persoenlichen Abneigung Montgomery gegenueber leiten. |
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Die Verlorenen: Eine Suche nach sechs von sechs Millionen von Daniel MendelsohnGebundene Ausgabe von Kiepenheuer & WitschAngebote bei Amazon: ab EUR 24,95 ![]() 5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3462041827, Erscheinungsdatum: August 2010, Auflage: 1., Auflage |
Eine Kundenrezension:Ein großes Buch, das lange Bestand haben wird 5 von 5 PunktenTausende von Büchern sind seit 1945 über den Holocaust erschienen. Bücher von Wissenschaftlern, die das eigentlich Unsagbare soziologisch, psychologisch und politologisch erklärten. Bücher von Überlebenden, ohne die wir vielleicht viel weniger wüssten über den Alltag und die Qualen, die Millionen in den KZ`s der Nazis erdulden mussten. Bücher von Nachgeborenen von Überlebenden, hier vor allem haben mich die Bücher von Doron Lizzie und Gila Lustiger beeindruckt, die immer wieder versuchen zu beschreiben, wie der Holocaust sie bis in die dritte Generation betrifft und ihr Leben prägt. Andere, die nicht persönlich betroffen waren, haben dennoch literarisch, einmal mehr, das andere mal weniger gelungen, sich einem Geschehen zu nähern, wie es in der Geschichte einzigartig war. Das vorliegende, in den USA schon 2006 veröffentlichte und dort sehr erfolgreiche Buch von Daniel Mendelsohn ragt unter diesen zahllosen literarischen Näherungen an den Holocaust nicht nur durch seinen Umfang heraus, sondern auch durch die Art und Weise, wie er, ein Nachgeborener von Überlebenden, sich sechs Menschen aus seiner Familie nähert, die im Holocaust starben. Auf "eine Suche nach sechs von sechs Millionen" hat er sich begeben und ein großes, ein bewegendes Buch geschrieben, das immer wieder sich mit der Bibel beschäftigt und hier vor allem auf die Geschichte von Kain und Abel, wo in der Mythologie des Tanach zum ersten Mal ein Mensch seinen Bruder tötet. Sein Buch ist sozusagen die Nacherzählung der Schöpfungsgeschichte mit "ihren ewigen Themen des Ursprung und der Familie, der Versuchung und des Exils, des Bruderverrats, der Schöpfung und der Vernichtung." Ein großes Buch, das lange Bestand haben wird. |
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Kleine Geschichte der DDR von Ulrich MählertBroschiert von BeckAngebote bei Amazon: ab EUR 4,80 ISBN: 3406594646, Erscheinungsdatum: Juli 2009, Auflage: 6., überarbeitete Auflage. |
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WN 62 - Erinnerungen an Omaha Beach Normandie, 6. Juni 1944 von Hein SeverlohTaschenbuch von Hek Creativ VerlagAngebote bei Amazon: ab EUR 9,25 ![]() 4,5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3932922115, Erscheinungsdatum: August 2000, Auflage: N.-A. |
5 Kundenrezensionen:mali 5 von 5 Punktendas buch ist sehr interessant, da aus der sicht des einfachen soldaten geschildert wird. der zweite teil erzählt vom suchen und finden alter kameraden und ehemaligen kriegsgegner sowie von der persönlichen aufarbeitung des erlebten. meiner meinung nach sehr interessant und empfehlenswert. WN62 5 von 5 PunktenEin sehr detaireiches Buch mit vielen Hintergrundinformation für den Leser, aber auch für Interessierte die sich in der Geschichte nicht so auskennen. Es ist leicht zu lesen und durch Bilder veranschaulicht. Für Geschichtsinteressierte bzw Begeisterte ein MUSS. Aufrüttelnd und bewegend! Und das ohne Pathos... 5 von 5 PunktenEin wirklich bewegendes Buch der "Bestie vom Omaha Beach"! Hein Severloh gelingt es in seinem Buch eindrücklich, die Gefühle eines jungen Menschen zu beschreiben, der zu Unrecht als "Bestie" verschrien war, der das Leid und den Schrecken eines Krieges erlebt hat, in dem es letztendlich keine Helden gab. Wohltuend zu lesen, dass Hein Severloh (im Gegensatz zu anderen "deutschen Helden" des zweiten Weltkrieges wie z.B. H.U. Rudel) in der Lage war, die Unmenschlichkeit dieses Krieges zu erkennen und sich jederzeit kritisch mit seinem Tun auseinander zu setzen. Absolut lesenswert, besonders Dank dem Fehlen von jeglicher "Landserromatik"! Dramatisches Thema - dünne Umsetzung 3 von 5 PunktenIn diesem Buch berichtet Hein Severloh (zu Papier gebracht von seinem Freund, Berater und Ghostwriter H. K. Freiherr von Keusgen) über seine Erlebnisse bei der Verteidigung von Omaha Beach in der Normandie an jenem denkwürdigen Tag, aber auch kurz über seinen vorherigen Einsatz als Soldat des Artillerie-Regiments 321 der Infanterie-Division 321 (an der Normandie umbenannt in 352) in Rußland und seine zahllosen Kontakte mit der Presse, die sich durch seine tragische Rolle an jenem Tag 1944 ergaben, und Veteranentreffen nach dem Krieg. Anhand der Inhaltszusammenfassung oben wird schon deutlich, daß es sich nicht um einen reinen Roman handelt, der in spannender Form die dramatischen Erlebnisse zusammenfaßt. So werden die Ereignisse zwar zum Teil im chronologisch zusammenhängenden Faden beschrieben, zum Teil sind es aber eher zusammenhangslose 'Anekdötchen', vom Eier- und Schnapsgläserklauen wird da berichtet. Als Leser ist man dadurch nicht wirklich nah am Geschehen, steht außen vor und kann sich kaum mit dem Autor oder der Situation identifizieren oder mitreißen lassen. Dazu ist die Beschreibung der Ereignisse auch zu kurz und zusammenhangslos. Als Erklärung hierzu dient wohl der Grund für die Herausgabe dieses Buches: Dem Autor diente es dazu sich die letzten für sich behaltenen Geheimnisse über den Tag von der Seele zu Schreiben, damit er endlich Frieden mit der Angelegenheit finden konnte. Die Schuld, die auf ihm lastete, war auch nicht unerhebliche, da er nach eigenen Angaben wohl allein mehrere hundert amerikanische Soldaten an diesem einen Tag erschoß. Zusätzlich ist der Buch ein Versuch mit Hilfe der Aussagen weiterer Zeitzeugen möglichst genau zu rekonstruieren, was an jenem Tag im Abschnitt des WN (Widerstandnest) 62 genau geschah. Zu dieser Aufarbeitung gehört auch sein Gang an die Presse, die ihn in Kenntnis seiner besonderen Rolle anscheinend auch über Jahrzehnte nicht mehr in Ruhe lies. Außerdem arrangierte er sogar Treffen mit ehemaligen Veteranen, u.a. einem Amerikaner, den er damals am Strand mehrmals verwundet hatte. Sehr interessant sind die beigefügten zahlreichen Abbildungen in dem Buch, Photos von beteiligten Soldaten, Freunden, den Örtlichkeiten, Karten und Orginaldokumenten. Sie bringen die Authentizität und Nähe, die dem Text so fehlen. Mein Interesse an diesem Buch war es, den D-Day einmal aus der Sicht eines Soldaten der Wehrmacht zu sehen, in den einschlägigen Filmen, PC-Spielen usw. spielt sich alles immer aus der Sicht der Amerikaner und Briten ab. Zum Teil ist das auch ganz durch die Unterstützung der vielen Abbildungen ganz anschaulich gelungen, aber leider wollten die Autoren zu viel in dieses schmale Bändchen verfrachten, so das letztendlich von allem ein bißchen zusammen kam, aber kein rundes Gesamtwerk, schade! Spannend, Fesselnd und aufklärend zugleich 5 von 5 PunktenFür alle die einen Partner beim Bund haben das passende Geschenk. Mein Freund konnte das Buch garnicht mehr weglegen und hatte es innerhalb kürzester Zeit durchgelesen! |
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Gefühlte Opfer: Illusionen der Vergangenheitsbewältigung von Ulrike Jureit, Christian SchneiderGebundene Ausgabe von Klett-CottaAngebote bei Amazon: ab EUR 21,95 ![]() 5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3608946497, Erscheinungsdatum: Juli 2010, Auflage: 1. Aufl. |
Eine Kundenrezension:Illusionen deutscher Vedrgangenheitsbewältigung 5 von 5 PunktenMit Mut und analytischer Kraft fasst dieses Buch ein heißes Eisen an, an das viele nach wie vor lieber nicht rühren: an die Widersprüche der deutschen Erinnerungskultur seit den 1960er Jahren, d. h. an ihren moralischen Idealismus, ihre Erstarrung zum Ritual und ihre verborgene Entlastungsfunktion, aber auch an ihr historisches Recht, ihre unhintergehbare Leistung. Dass Ulrike Jureit und Christian Schneider aus einer kritischen, zuweilen polemischen Perspektive über die »Vergangenheitsbewältigung« in diesem Lande schreiben, hindert sie nicht daran, die geschichtliche Notwendigkeit des Kritisierten anzuerkennen, noch wo dieses ihnen aktuell als ein Diskurs entgegentritt, der in sich leer läuft. Das Buch richtet sich gegen einen etablierten politisch-medialen Common sense und dessen akademische Väter und Vorbilder (Mitscherlich, Adorno, Habermas, Assmann). Es lebt von der Geste des »Eingriffs« in die Verhältnisse und betreibt zugleich doch Theoriekritik. Seine These besagt, deutsche Erinnerungskultur sei im Kern »opferidentifiziert« und von einer »starken generationellen Aufladung« gekennzeichnet. Alles hängt davon ab, dass man versteht, was das heißt. Zuerst meint »opferidentifizierte Erinnerungskultur« etwas Positives. Die Hinwendung der »zweiten Generation«, der »68er«, zu den Opfern, die Beschäftigung mit ihrem unermesslichen Leid, war ein historischer Schritt in der »Aufarbeitung der Vergangenheit«. Ohne ihn, betont Ulrike Jureit, wäre es nicht möglich gewesen, das Geschehene als einen »Zivilisationsbruch« auszumachen, den das eigene Volk zu verantworten hat. Dieses Engagement hat sich jedoch zu einem »Identifizierungswunsch mit den Opfern« gesteigert. Sich mit jemandem identifizieren heißt, so sein wollen wie er. Der Wunsch freilich, wie die ermordeten Juden zu sein oder stellvertretend für diese zu sprechen, schließt das Phantasma eigener Unschuld mit ein. So entsteht eine »geliehene Identität«, die kraft Anempfindens an die Unschuldigsten der Unschuldigen sich selbst als unschuldig imaginiert und die Täter absolut aus der Erinnerungsgemeinschaft ausschließen muss. Dass wir uns in Deutschland geliehener Identitäten bedienen, wenn wir den Nationalsozialismus erinnern, kehrt zunehmend diese beiden Grundbedeutungen hervor: Wir, die wir gedenken, sind frei von Schuld. Die Täter gehören nicht zu uns. »An deutschen Gedenkorten bleiben die Unschuldigen unter sich« resümiert Jureit trocken den Festakt zur Einweihung des Berliner Holocaust-Mahnmals: »Sechs Millionen Juden werden [...] nicht als Opfer des von Deutschen verübten Massenmords erinnert, sondern als eigene Tote rituell vereinnahmt.« Für die »zweite Generation« war die Identifikation mit den Opfern ursprünglich eine sinnvolle Möglichkeit, der von den Eltern tradierten Gewaltgeschichte zu begegnen und einer verbreiteten Verleugnungsstrategie entgegen zu treten. Heute ist sie zu einer Pose erstarrt, die mit dem Berliner Mahnmal materiell wie normativ in Beton gegossen scheint - ein Deutungsmonopol, aus ew'gem Stein erbauet. Jureits Kritik gilt nicht dem subversiven Zug des Erinnerns, sondern einer Gedenkkultur, die sich den widersprüchlichen und emotional ambivalenten Anteilen von Erinnerung kaum stellt, vielmehr ein auf Identifikation und Versöhnung ausgerichtetes Gedenken in den Mittelpunkt rückt. Richard von Weizsäckers berühmte und verdienstvolle Rede ist dafür beispielhaft: Indem sie dem säkularen System der Vergangenheitsbearbeitung ein religiöses Heilsversprechen beimischt, gibt sie unterschwellig als Botschaft aus: Wer nur intensiv genug an die deutschen Massenverbrechen erinnert, darf auf Erlösung von der überlieferten Schuld hoffen. Gegen diese Neuauflage römischen Ablasshandels artikulieren Jureit und Schneider gleichsam das reformatorische Nein. Für sie erweist sich der deutsche Erinnerungskult selbst als eine Gestalt des Vergessens. Diese These wäre noch überzeugender, hätte man nicht darauf verzichtet, ihre begrifflichen Prämissen zu analysieren und den vermeintlichen Gegensatz von Erinnern und Vergessen aufzulösen. Christian Schneiders Skizze einer psychoanalytischen Theorie der Trauer ist von einer Art, die Lust auf mehr macht. Mit einer Kritik der Mitscherlichs setzt sie ein. Deren berühmtes Buch Unfähigkeit zu trauern trat 1967 mit dem Anspruch auf, die deutsche Seelenlage nach Hitler auf den psychoanalytischen Begriff zu bringen. Sein Erfolg aber beruhte nicht auf einer Reflexion des Trauerbegriffs, sondern auf einem überschaubaren Deutungsangebot für den Zustand der Nachkriegsrepublik: »Erfolgreich war eine moralisch unterfütterte Parole, die sich in den Mantel einer klinischen Diagnose hüllte.« Schneider zeigt drei Dinge. Erstens verkennt die Ineinssetzung von Trauer und Erinnerung bei den Mitscherlichs den »lytischen«, d. h. Erinnerung auflösenden Sinn von Trauer bei Freud. Trauer ist ein Verhalten im Umgang mit Verlust und Trennung - zumal in der Unterscheidung von Leben und Tod. Zweitens wird mit ihr eine auf den Holocaust in toto nicht anwendbare Kategorie eingeführt und diese damit zugleich metaphorisiert und inflationiert. Gerade dies hat - drittens - damals zu dem gewünschten offiziösen Moralergebnis geführt, ist doch »die Unfähigkeit zu trauern« als Parole sukzessiv zur Basis deutscher Erinnerungskultur geworden. In der Frage, ob Trauer nicht doch eine Rolle bei der »Aufarbeitung« der deutschen Gewaltgeschichte spielen kann, bleibt Schneider am Ende mit den Mitscherlichs solidarisch. Sein Modell von Trauer aber setzt auf die Verendlichung und Individualisierung des Gedenkens und den Unterschied von Existenz und kollektiver Geschichte. Von den vielen interessanten Autoren, mit denen er sich dabei auseinandersetzt, ist Norbert Elias, der im deutschen Vergangenheitsdiskurs bislang überhaupt keine Rolle gespielt hat, eine echte Entdeckung. Das Buch insgesamt ist wichtig. Und verdient eine intensive Diskussion. |
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Eichmann in Jerusalem: Ein Bericht von der Banalität des Bösen von Hannah ArendtBroschiert von PiperAngebote bei Amazon: ab EUR 12,24 ![]() 4,5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3492248225, Erscheinungsdatum: Juli 2010, Auflage: 5 |
Aus der Amazon.de-RedaktionDer Prozeß gegen SS-Obersturmbannführer Adolf Eichmann 1961 in Jerusalem war neben den Nürnberger Kriegsverbrecherprozessen die wichtigste Gerichtsverhandlung gegen Schergen des NS-Regimes. Spätestens mit der Vollstreckung des Todesurteils gegen Eichmann begann auch eine Diskussion um die Sinnhaftigkeit der Aufarbeitung der Nazi-Verbrechen durch juristische Mechanismen. Hannah Arendt hat den Prozeß selbst miterlebt und seine Unterlagen dazu genutzt, ihr eigenes Resümee über den Holocaust und die Person Adolf Eichmann mit seiner Rolle bei der Judenverfolgung zu ziehen. Heraus kam dabei ein Buch, das bis zum heutigen Tag nichts an Gültigkeit oder Bedeutung verloren hat. Eichmann steht prototypisch für viele der verbrecherischen Nazi-Gefolgsleute, die mit oder ohne ideologischer Verblendung, dafür aber immer mit voller Obrigkeitshörigkeit doch stets nur Befehle ausführten. Irgendeine Form der Reue geht ihm ab, denn "Reue ist etwas für kleine Kinder", so Eichmann in den Verhören. Dabei ist Reue und die daraus resultierende Selbsterkenntnis der vielleicht wichtigste Punkt einer sinnvollen Aufarbeitung. Hinter der Maske des vermeintlichen Normalos Eichmann verbirgt sich tausendfacher Schrecken -- ein Schrecken, den man auch heute noch an so manchen Stellen des Erdballs in den Personen scheinbar normaler Bürger wiederfinden kann. Arendts Buch ist zudem eine über die persönliche Ebene hinausgehende Zusammenfassung des Holocaust, von den ersten Vertreibungen bis hin zur fürchterlichen Endlösung, denn all dies war Gegenstand des Prozesses. Bei aller berechtigter Kritik -- so gibt es heute sicherlich ausführlichere Bücher über die Historie des Holocaust -- darf man ihr eigentliches Anliegen nicht übersehen. Es ging ihr gerade um die im Untertitel aufgeführte Banalität des Bösen, um die Betrachtung der Person, die das Töten verwaltet und plant. Und genau diese Betrachtungsweise packt den Leser, denn bei der Analyse der Ereignisse im Dritten Reich sollte man immer auch die einzelnen Täter berücksichtigen. Die Erkenntnis, daß normale Menschen zu Greueltaten solchen Ausmaßes fähig sind, darf nie in Vergessenheit geraten, und so behält dieses Buch auch in Zukunft seinen Stellenwert als Warnung wie auch als Mahnmal. --Joachim Hohwieler 5 Kundenrezensionen:Eine etwas andere Sichtweise auf die nationalsozialistische Vernichtungspolitik 5 von 5 PunktenDer Prozess gegen Adolf Eichmann (1906-62) steht im Mittelpunkt, nimmt jedoch eine eher untergeordnete Stellung in diesem Buch ein. Der Autorin, Hannah Arendt, geht es vielmehr um eine Darstellung des Holocausts, unter Einbeziehung der Mithilfe der Juden bei ihrer eigenen Vernichtung sowie natürlich Eichmanns Rolle bei selbiger. Hans Mommsen schrieb ein 35-seitiges Vorwort. Es wird bereits zu Beginn klar, dass Arendt gewisse Ressentiments gegenüber dem leitenden Staatsanwalt Gideon Hausner nicht zu unterdrücken vermochte. Sie sieht in ihm eine Marionette des damaligen israelischen Ministerpräsidenten, David Ben Gurion (1886-1973), der den Prozess dazu nutzen will, die Leiden des jüdischen Volks der Welt zu präsentieren (inwiefern damalige Verhandlungen über Reparationszahlungen der BRD an Israel eine Rolle spielten, bleibt unklar). Hausner gibt während des Prozesses Interviews, nimmt Eichmann ins Kreuzverhör, obgleich Eichmann auf jede Frage ohnehin nur mit Lügen antworte, auch wenn es ihm natürlich nicht gelingt, Eichmann diesbezüglich bloß zu stellen. Das Ganze werde der Autorin zufolge besonders dadurch ins lächerliche gezogen, dass die Anklage obgleich anders lautender Dokumente und Zeugenaussagen an der Auffassung festhalte, Eichmann habe nicht Befehle ausgeführt sondern sei sein eigener Chef gewesen, ja gar der eigentliche Drahtzieher des Holocausts [wenn diese Beschreibung auf einen zutrifft, dann auf Reinhard Heydrich]. Dieser Trugschluss sei dadurch zustande gekommen, dass die Angeklagten der Nürnberger Prozesse - von denen übrigens keiner die nationalsozialistische Weltanschauung zu verteidigen bereit gewesen sei - den schwarzen Peter gerne Abwesenden zuschoben sowie Eichmanns Hang zur Prahlerei. Kurzum, der gesamte Prozess sei eine Farce. Einzig die Richter, insbesondere der Gerichtsvorsitzende Landau, hätten versucht, dem entgegenzuwirken. Insgesamt ist dieses Buch sehr lesenswert, auch wenn es teilweise etwas durcheinander ist und die Autorin eine leichte Tendenz hat, die Dinge nur in hellen oder dunklen Farbtönen zu sehen. Auch wenn Hans Mommsen das ein oder andere per Endnote korrigierte, so liefert das Buch doch einen eher ungewöhnlichen Blick auf die Ereignisse dieser Zeit. Eichmanns Umwertung des kategorischen Imperativs 5 von 5 PunktenIn bestürzender und erschreckender Weise hat Adolf Eichmann Kants katagorischen Imperativ umgewertet und zur Rechtfertigung seiner "Pflichterfüllung" herangezogen. Aber konnte Kant sich in seiner Zeit den Massenmenschen der modernen Gesellschaft vorstellen? Der eigentliche Bruch ist nicht der Nationalsozialismus, sondern der moderne Massenmensch, der seiner persönlichen Verantwortung und Individualität enthoben, zum Verwaltungsmassenmörder werden kann. Das ist meines Erachtens die neue Banalität des Bösen und Eichmann als Person ist dabei austauschbar. Das macht dieses Buch so erschreckend aktuell und löst nicht wieder gut zu machende Bestürzung und Wut aus. Es ist das Bewußtwerden der eigenen Lage. Sehr gut - bis auf das Essay 4 von 5 PunktenDas Werk von Hanna Arendt ist epochal für die deutsche Nachkriegshistorie. Es kann als eine Initialzündung für die Studentenrevolution der 60er Jahre gelten. Der enthaltene Bericht sollte jedoch als ein subjektives historisches Dokument seiner Zeit aufgefaßt werden, denn einige Darstellungen von Hannah Arendt wurden nach dem Prozeß wissenschaftlich widerlegt bzw. tiefergehend untersucht. Herr Mommsen stellt diese Fakten in seinem vorangestellten 36-seitigen Essay dankenswerterweise richtig. Ob dieses jedoch so ausufernd mit seinen persönlichen Wertungen geschehen muss, bleibt das Geheimnis des Verlages. ...you see, we like our Nazis in uniforms. 5 von 5 PunktenEs ist nun schon eine Weile her, dass ich Hannah Arendts Bericht "Eichmann in Jerusalem" gelesen habe. Zwischen damals und heute liegt Quentin Tarantino's Meisterwerk "Inglourious Basterds", und dies will ich zum Einstieg in meine Rezension nutzen. Ein Kernthema von "Ingourious Basterds" ist die Aussage, dass man Nazis kaum erkennen kann, wenn sie keine Uniformen tragen. Genau das ist auch ein wichtiger Punkt für Hannah Arendt, denn auf Adolf Eichmann hätte im Adenauer-Deutschland ganz bestimmt eine solide Beamtenkarriere gewartet, wenn er sich nicht nach Südamerika abgesetzt hätte. Es ist faszinierend zu lesen, wie Arendt in gewohnter Klarheit den Eindruck beschreibt, den dieser Mann auf sie machte. Eichmann war für sie ein Hanswurst, und ähnlich wie Tarantino's Hans Landa hätte man ihm den skrupellosen Massenmörder schlicht und einfach nicht zugetraut. Wo der von allabendlichen Kinderschreckspektakeln Marke "Hitlers linkes Auge - in Großaufnahme, unterlegt von schrillen Kreischtönen" vorgeprägte Leser einen furchteinflößenden Schlächter erwartet, findet sich ein Typ, wie man ihn auch heute noch in den unterschiedlichsten Varianten trifft und der für manche Kreise sogar eine Art Idealbild darstellt: nüchtern und strebsam, dienstbeflissen und engagiert. Alles Weitere sollte man in diesem Buch nachlesen. Anmerken möchte ich noch, dass auch Arendts Ausführungen zu den unterschiedlichen Abläufen des Holocausts in verschiedenen Regionen Europas eine echte Bereicherung sind. Hier arbeitet sie sehr präzise heraus, dass es kein lineares "Schema F" gab, sondern dass das Verhalten der örtlichen Bevölkerung einen ganz erheblichen Einfluss darauf hatte, ob und wieviele Menschen abtransportiert wurden oder überlebten. Auch das widerspricht auf erfrischende Weise dem allgemeinen Einheitsbrei, den man ansonsten in der multimedialen Aufarbeitung des Holocausts serviert bekommt. Ich habe nun schon einige Bücher von Hannah Arendt gelesen. "Eichmann in Jerusalem" fand ich von allen am besten. Es ist super geschrieben und bringt eine Fülle wichtiger Einsichten haargenau auf den Punkt. Ich kann es uneingeschränkt empfehlen. "Reue ist etwas für kleine Kinder" (97). 5 von 5 Punkten1960 gelang es dem israelischen Geheimdienst den nach Ende des Zweiten Weltkrieges nach Argentinien geflohenen Adolf Eichmann festzunehmen und nach Israel zu verschleppen. Dort wurde der Bürokrat, der maßgeblich an der Organisation der Shoa beteiligt war, vor Gericht gestellt, nach achtmonatiger Verhandlung zum Tode verurteilt und am 31. Mai 1962 durch Erhängen hingerichtet. Hannah Arendt verfolgte für den "New Yorker" den Prozess. Ihre Aufzeichnungen sprengten schon bald den Rahmen einer Zeitungsreportage und wurden 1964 in Buchform unter dem Titel "Eichmann in Jerusalem - Ein Bericht von der Banalität des Bösen" veröffentlicht. "Ich habe nie einen Juden getötet, aber ich habe auch keinen Nicht-Juden getötet. Ich habe auch nie einen Befehl zum Töten eines Juden gegeben, auch keinen Befehl zum Tötet eines Nichtjuden, auch das habe ich nicht" (326). Das besondere am Eichmannprozess war es, dass zum ersten Mal ein Tätertypus vor Gericht stand, der von sich behauptete (wohl zu Recht), niemals einen Menschen mit eigener Hand getötet zu haben, niemals aus eigener Initiative Maßnahmen zur Ermordung von Menschen getroffen zu haben und immer nur das ausführende Organ Befehle höherer Instanzen gewesen zu sein. Doch ist es gerade dieses permanente Abweisen von Verantwortung verbunden mit der zentralen Funktion, die Eichmann in diesem gigantischen "Verwaltungsmassenmord" (58) innegehabt hat, was nach Arendt das Bösartige am Täter nach dem Typ ausmacht. Exemplarisch an Eichmann verdeutlicht sie, mit welcher Perfektion es den Nazis gelungen ist, ein moralisches Wertesystem zu schaffen, welches der instinktive Tötungshemmung eines Menschen zuwider läuft: "Im Dritten Reich hatte das Böse die Eigenschaft verloren, an der die meisten Menschen es erkennen - es trat nicht mehr als Versuchung an die Menschen heran. Viele Deutsche und viele Nazis [...] haben wohl die Versuchung gekannt, nicht zu morden, nicht zu rauben, ihre Nachbarn nicht in den Untergang ziehen zu lassen [...]. Aber sie hatten, weiß Gott, gelernt, mit ihren Neigungen fertigzuwerden und der Versuchung zu widerstehen" (249). Auf der Werteskala der Nazis wurde der absolute Gehorsam gegenüber Höhergestellten zum neuen kategorischen Imperativ des Systems, egal, welche Konsequenzen dieser Gehorsam mit sich brachte. "Böse" war es nun nicht mehr, Menschen zu töten. "Böse" war es, Befehlen nicht zu gehorchen, die massenhaftes Morden anordneten: "Seine Schuld war sein Gehorsam, und Gehorsam werde doch als Tugend gepriesen. Seine Tugend sei von den Regierenden missbraucht worden" (365). Eichmanns Rechtfertigung lässt sich nur verstehen, wenn man sich die Werteskala der Nazis verdeutlicht. Und genau darin liegt das banal-böse, worin zumindestens ein Schlüssel zum Verständnis des Nationalsozialismus liegt. Das Sich-aus-der-Verantwortung ziehen wurde mit Hinweis auf die neue Kardinaltugend so einfach gemacht. Doch diesen Punkt lässt Arendt zur moralischen Absolution Eichmanns nicht gelten und hält dagegen: "Das Verantwortlichkeitsausmaß wächst vielmehr im allgemeinen, je mehr man sich von demjenigen entfernt, die die Mordwaffe mit seinen Händen in Bewegung setzt" (364). Fazit: Hannah Arendt wurde für ihr Buch heftig angefeindet. Zu kritisch sei ihr Umgang mit der Verantwortung jüdischer Organisationen bezüglich der Shoa während des Zweiten Weltkrieges, anmaßend ihre Frage, warum die Juden sich nicht mehr gegen ihre eigene Vernichtung gewehrt haben. Und auch die Widerständler des 20. Juli werden von Arendt heftig attackiert (vgl. S. 193). Doch ist es gerade der provokante und durchaus auch unwissenschaftliche Stil, der die Klasse von Arendts Büchern ausmacht. Somit bleibt "Eichmann in Jerusalem" bis heute eines der ganz wichtigen Bücher, wenn es darum geht, moralische und psychologische Grundlagen des Naziregimes zu offenbaren. Grundlegendere Überlegungen zum "Bösen" finden sich in Arendts hervorragender Vorlesungsreihe Über das Böse. |
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Wann tranken die Türken ihren Kaffee vor Wien?: Weltgeschichte - alles, was man wissen muss von Wolfgang SeidelGebundene Ausgabe von EichbornAngebote bei Amazon: ab EUR 19,95 ![]() 4,5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3821865121, Erscheinungsdatum: August 2010 |
2 Kundenrezensionen:Bietet einen interessanten Querschnitt durch die gesamte Kulturgeschichte 5 von 5 PunktenDas vorliegende Buch des Autors Wolfgang Seidel, der schon in der Vergangenheit mit teilweise lustigen, immer jedoch höchst informativen Büchern zur Wortgeschichte ("Woher kommt das schwarze Schaf?") zu überzeugen wusste, versucht an Hand von etwa 650 historischen politischen, kulturgeschichtlichen und wirtschaftlichen Schlüsselbegriffen die Geschichte der Welt begreiflich zu machen. Da es chronologisch angeordnet ist, mit der Steinzeit beginnt und bis in die Moderne des 21. Jahrhunderts reicht, eignet es sich nicht nur als Nachschlagewerk für bestimmte Begriffe, Ereignisse und Personen, sondern bietet auch einen interessanten Querschnitt durch die gesamte Kulturgeschichte. Neben Altbekanntem finden sich immer wieder ganz neue Entdeckungen, Hinweise und Gedanken, und die historischen Querverweise, die er immer wieder gibt, sind zum Teil sehr aufschlussreich. Das Buch eignet sich gut als Geschenk für an Geschichte interessierte Menschen. Alles (?) was man wissen muss 4 von 5 PunktenNun ja, ob man in einem Buch wirklich alles finden kann was man wissen sollte, wage ich zu bezweifeln. Selbst im gesamten Brockhaus findet sich ja viel aber nicht alles. Im Buch WANN TRANKEN DIE TÜRKEN IHREN KAFFEE VOR WIEN von Wolfgang Seidel soll aber sicherlich nicht diesem Anspruch Rechnung getragen werden, denn hier findet sich viel Interessantes und auch tatsächlich Wissenswertes, zum Teil auch Vergnügliches und echte Fakten. Der Kanon der ausgewählten Wissensbibliothek wird ohnehin von jeder Generation neu definiert, dieses Buch gibt auf 444 zumindest den Eindruck, dass jede Seite optimal genutzt wurde. Was ich besonders schön gefunden habe, ist die Weltkarte mit allen wichtigen Orte die namentlich genant sind und sich zudem im Buch als Kapitel wiederfinden. Rückblickend fängt das Buch richtigerweise bei der Steinzeit und der letzten Eiszeit an und bewegt sich dann über die ersten Hochkulturen bis zu dem Zeitpunkt wo der Mensch lernt Metalle zu bearbeiten. Die normale Geschichte startet mit der Welt der Antike, geht über die Welt der Bibel zu den Hochkulturen der Neuzeit und endet mit dem Untergang des Römischen Reiches. Bis zum Mittelalter ist es dann nur ein kurzer Sprung und nach diesem geht es weiter zu den Ständen des Reiches, der Welt im Umbruch am Rande der Industriellen Revolution und der Neuzeit mit ihren Weltkriegen. Das Geschichte mit dem heutigen Tage nicht endet weiß jeder der in die Tageszeitung von gestern blickt, Geschichte wird jeden Tag geschrieben. Das Buch bietet in jedem Kapitel kurze Abschnitte zu multiplen Themen und dies jedes Mal sehr informativ, prägnant und unprätentiös in der Darstellung. Leider hat das Buch keine Abbildungen parat, dies ist ein Manko, es wendet sich also an den Intensivleser. Insgesamt gesehne habe ich ein paar Stunden sehr interessiert hin und her geblättert und durch viel Wissenswertes gefunden und gelesen. Die Texte sind frisch und modern geschrieben und das Buch WANN TRANKEN DIE TÜRKEN IHREN KAFFEE VOR WIEN von Wolfgang Seidel hat mit seiner Vielzahl von Kurzkapiteln immer wieder Wissenswertes parat, das schnell gelesen den eigenen Wissensschatz vergrößert oder das bei generellen Wissensdefiziten Abhilfe schafft. Empfehlenswert |
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Der zweite Weltkrieg: Mit einem Epilog über die Nachkriegsjahre von Winston S. ChurchillBroschiert von Fischer (Tb.), FrankfurtAngebote bei Amazon: ab EUR 8,10 ![]() 4,5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3596161134, Erscheinungsdatum: Sept. 2003, Auflage: 4 |
5 Kundenrezensionen:Eher trockene Lektüre vom Premierminister und Literatur-Nobelpreisträger 5 von 5 Punkten1135 Seiten, ganz ohne Bilder (vom Cover mit der obligatorischen Zigarre abgesehen), lediglich mit einigen Landkarten, ansonsten Churchills Sicht des Zweiten Weltkriegs. Rommel wird gelobt (wegen seines strategischen Geschicks und seiner Abwendung von Hitler), die russische Regierung für ihre Untätigkeit vor der Operation Barbarossa heftigst kritisiert. Überraschend trocken liest sich dieses Buch. Albert Speers Erinnerungen sind deutlich spannender zu lesen. Wenn Churchill über strategische Erfolge schreibt und damit dann die Bombardierung deutscher Städte meint, dann hat das zumindest bei mir für Unbehagen gesorgt. Es gibt relativ wenige Anmerkungen, was den Lesefluss erleichtert. Letztlich werden viele Aspekte des Zweiten Weltkriegs beleuchtet, aber keines ausführlich genug, allein schon Die Luftschlacht um England oder Operation Overlord wären einen eigenständigen Band wert gewesen. 1953 erhielt Winston Leonhard Spencer Churchill (1874-1965) sowohl den Adelstitel als auch den Literatur-Nobelpreis. Letzeres zeigt das dieser Preis hochgradig politisch ist und weit weniger mit der Raffinesse oder Lesbarkeit eines Autoren zu tun haben muss. Zweifellos ein sehr wichtiges, aber spröde zu lesendes Buch. 1135 Seiten, Softcover, s/w-Karten, Register, Übersetzung: Eduard Thorsch u.a. Weitgehend realistische Darstellung 5 von 5 PunktenDas Buch gibt einen sehr guten Überblick über die politischen und militärischen Abläufe im 2. Weltkrieg. Die Leistungen der Engländer erscheinen teilweise etwas glorifiziert! Sehr empfehlenswert, aber mit notwendiger Vorsicht zu lesen 4 von 5 PunktenFür alle Interessierten des zweiten Weltkriegs ist dieses Buch ein "Muss". Chronologisch werden alle Ereignisse und Hintergründe (primär natürlich aus der Sicht des Vereinigten Königreichs) sehr genau dargelegt und ermöglichen einen tiefen Einblick in den Prozess, der zu der Katastrophe führte. Sowohl für Personen mit geringerem wie auch für solche mit höherem Wissensstand sind die Ausführungen sehr spannend, gut nachvollziehbar und informativ. Zudem ist das Buch sehr flüssig und gut geschrieben. Im Gegensatz zu anderen Büchern über dieses Thema spürt man in einem solchen Bericht eines Direktbeteiligten die Nähe und Emotionalität zu den Ereignissen. Dies ist aber auch der kritischste Punkt des Buchs. In der Retrospektive hätte man meiner Meinung nach durchaus auch einen selbstkritischeren Blick auf die Geschehnisse werfen können. Und Kern-Ereignisse, in denen die Rolle Grossbritaniens und Churchills ja sehr kritisch betrachtet werden können, werden kaum erwähnt bzw. werden sehr stark glorifiziert (z.B. warum Grossbritanien Polen beim Deutschen Einmarsch nicht direkt zu Hilfe gekommen ist, eine kritischere Analyse der Serie von Niederlagen bis ins Jahr 1941, die Flächenbombardierung Deutscher Städte etc.). Daher lohnt es sich, neben diesem Buch auch kritischere Bücher über seine Rolle bzw. über diejenige von Grossbritanien zu lesen. Ganz schöner Wälzer 5 von 5 PunktenIn vier Büchern die zusammengebunden 1136 Seiten ergeben, berichtet Churchill den Zweiten Weltkrieg aus Alliierter - Britischer Sicht. Im Ersten Buch versucht er die Ursache des Zweiten Weltkriegs zu beschreiben, die Zwischenkriegszeit bis Mai 1940. Im Zweiten Buch geht es von Mai 1940 bis Juni 1941 wo er den Kampf um Frankreich, den Abzug aus Kontinentaleuropa und verschiedene Operationen berichtet. Das dritte Buch befasst sich mit der Zeit von 1941-1943. Dabei wird über die große Allianz zwischen Briten, Sowjets und Amerikaner gesprochen. Es geht weiters um die U-Boot Schlachten, Niederlage der Deutschen an der Ostfront und der Kampf in Afrika und im Nahen Osten. Im letzten und vierten Buch wird die Zeit von 1943-1945 beschrieben. Es beginnt mit dem Sturz Mussolinis, der Rückeroberung Italiens und geht bis zum Atombombenabwurf Hiroschima und Nagasaki. Im Nachwort spricht Churchill über die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg und den entstehenden Kalten Krieg. Subjektives Insiderwissen, das seinesgleichen sucht 5 von 5 PunktenEin grossartiges Buch für jeden, den das Thema auch nur ein bißchen interessiert. Das Thema lautet allerdings: "Winston Churchill und der Zweite Weltkrieg" - nicht "Der Zweite Weltkrieg". Immerhin war er aber einer der Key Player - mit erstaunlichen, schriftstellerischen Fähigkeiten. Unbedingt lesen, auch wenn ich viele seiner Ansichten nun wirklich nicht teile!!! Man befürchtet wirklich, die 1100 Seiten könnten irgendwann zu Ende sein ... |
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"Mein Kriegsende". Zeitzeugen aus Niedersachsen erinnern sich von Angela Kröger, Kurt Behrendorf, Otto BleeckGebundene Ausgabe von SchlüterscheAngebote bei Amazon: ab EUR 3,83 ![]() 4,5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3899937112, Erscheinungsdatum: April 2005, Auflage: vergriffen, keine Neuauflage |
4 Kundenrezensionen:Empfehlenswert 5 von 5 PunktenIch habe dieses Buch meiner Muter (Jahrgang 1930) geschenkt. Meine Eltern haben es zusammen gelesen und waren alle beide sehr beeindruckt. Sie würden das Buch uneingeschränkt für jeden Interessierten zur Lektüre empfehlen. Unglaublich packend 5 von 5 PunktenDas Buch ist unglaublich packend, ich hätte es am liebsten in einem Stück gelesen! Diejenigen, die das Kriegsende erlebt haben, berichten hautnah von ihren Erlebnissen - von dramatisch bis heiter. Leider ist die Anzahl der Geschichten auf rund 30 beschränkt, da hätten es gerne noch mehr sein können! Zu den Geschichten gibt es zahlreiche Fotos aus der Kriegszeit, die die einzelnen Passagen noch deutlicher wirken lassen. Am Ende einer jeden Geschichte ist ein aktuelles Bild des- bzw. derjenigen, die diese Geschichte erlebt hat - eine schöne Idee! Ich kann "Mein Kriegsende" nur weiterempfehlen! Interessante Sammlung verschiedenster Schilderungen 4 von 5 PunktenDas Buch beinhaltet mehrere kurz gehaltene Erinnerungen von Niedersachsen, die das Kriegsende zumeist als Jugendliche oder gar als Kinder erlebten. Nachdem ich das Buch gelesen habe, war mir schon ersichtlich, warum diese Generation auch als "Hamster-Generation" bezeichnet wird. Viele Geschichten beinhalten neben den Kriegserinnerungen auch auf die Schwierigkeiten bei der Lebensmittelversorgung oder der allgemeinen Versorgung mit den täglich Notwendigen Dingen. Insgesamt ist dies eine sehr interessante Auflistung von Zeitzeugen-Berichten auf dem Weg zum Kriegsende 1945. Mein Kriegsende - von Zeitzeugen berichtet 4 von 5 PunktenEin wirklich spannendes und super anschaulich geschriebenes Buch. Faszinierend wie viele unterschiedliche Menschen ihre Geschichte gesendet haben, um sie der Welt zu präsentieren. Total mitreißend und gefühlvoll, mitleidseregend und unfassbar, ein Gefühlschaos sondergleichen. Es berichtet von einzelnen Schicksalen und Erlebnissen zwischen den letzten Wochen des Zweiten Weltkrieges und nach der Niederlage der Deutschen und Einnahme durch die Siegermächte. Die Zeitzeugen, damals noch Kinder, erzählen so offen von ihren Gefühlen und dem Weltbild, dass sie damals dem Krieg gegenüber hatten. Dabei wird man so sehr von ihren Schicksalen angetan, das ist einfach unglaublich. Ich finde die Briefe teilweise sehr persönlich, als würde dir die Person gegenüber sitzen und es die erzählen. Wirklich toll! Meine Empfehlung! |
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