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Produkt-Bild: Die Bibliothek bei Nacht

Die Bibliothek bei Nacht von Alberto Manguel

Manfred Allié (Übersetzer), Gabriele Kempf-Allié (Übersetzer)
Broschiert von Fischer Taschenbuch Verlag GmbH
ISBN: 359615944X, Erscheinungsdatum: Sept. 2009, Auflage: 1., Aufl.
Produktgruppe Bücher
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Produktbeschreibung

DIE BIBLIOTHEK BEI NACHT
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Produkt-Bild: Eine Stadt aus Worten

Eine Stadt aus Worten von Alberto Manguel

Markus Kessel (Übersetzer), Myriam Alfano (Übersetzer)
Broschiert von Fischer (Tb.), Frankfurt
ISBN: 3596184290, Erscheinungsdatum: Juni 2011, Auflage: 1
Produktgruppe Bücher
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Eine Stadt aus Worten
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Produkt-Bild: Eine Geschichte des Lesens: Illustrierte Neuausgabe

Eine Geschichte des Lesens: Illustrierte Neuausgabe von Alberto Manguel

Gebundene Ausgabe von Fischer, S., Verlag GmbH
ISBN: 3100487524, Erscheinungsdatum: Oktober 2008, Auflage: 1
Produktgruppe Bücher
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Aus der Amazon.de-Redaktion

Intime, körperliche Beziehung

Vorab ein Geständnis: Eine Geschichte des Lesens stand fast fünf Monate in einem kleinen Regal, das Büchern vorbehalten ist, die ich nicht beabsichtige zu lesen. Es erschien mir einfach anmaßend eine Lesegeschichte zu verfassen, zu groß das Vorhaben, zu groß die Wahrscheinlichkeit eines jeden Autors daran zu scheitern. Zumal momentan alles mögliche historiographiert wird. Das Ende der Geschichte mag längst erreicht sein, für den Büchermarkt gilt das nicht. Von der "Geschichte des Reißverschlußes" bis zur "Geschichte der Toilette", alles schon dagewesen und gnadenlos zwischen zwei Buchrücken gepreßt. Noch länger ist die Liste der Bücher, die in ermüdend wohlmeinender Weise das Hohelied auf die Buchkultur singen, die den Untergang des Lesens, den Verlust der Literalität etc. beklagen (eine posititive Ausnahme ist dabei natürlich Daniel Pennacs "Von der Lust am Lesen", das auch an dieser Stelle besprochen wurde). Trotzdem, na klar, griff ich mir irgendwann den schweren mit einem besinnlichen Gemälde von G.A. Henning geschmückten Band und begann zu schmöckern. Aus reinem Oportunismus allerdings. Immer größer wurde die Zahl der hymnischen Elogen; zum Sachbuch des Monats wurde es gewählt, die Kollegen, ansonsten eine beinahe pathologisch uneinige und zwieträchtige Zunft, schrieben von "Sternstunden der Lektüre", von einer "anrührenden Liebesgeschichte zwischen den Menschen und den Büchern." Und? Haben sie recht? Sie haben.

Denn Manguel nimmt sich seines Themas nicht auf eine enzyklopädäische Weise an, er sucht vielmehr das Anekdotische, erzählt, was Autoren und Leser mit und durch Literatur erlebt haben. Sich selbst spart Manguel dabei nicht aus. Überhaupt ist vielleicht Manguel Biographie selbst Ursprung der "Geschichte des Lesens". Die Subjetivität der eigenen Leseerfahrung wird nie unterschlagen: Der Leser, sagt Manguel, das bin ich. Nicht umsonst fehlt dem Buchtitel der bestimmte Artikel. Der polyglotte Manguel arbeitete eine Weile als Vorleser des erblindeten argentinischen Autors von Weltruhm Jorge Luis Borges. Es ist irritierend und spannend zugleich, wie Manguel schildert, wie er lernte "nichts als das Notizbuch zu sein, daß der blinde Mann brauchte, um seine Ideen zusammenzutragen". 1989 fährt Manguel in den Irak, um die Ruinen Babylons und das zu besichtigen, was man für die Reste des Turmbaus zu Babel hält. "Ich hatte eine Penguin Anthologie von Short Stories bei mir, und nachdem ich die Spuren dessen besichtigt hatte, was mir für den abendländischen Leser, der Ursprung aller Bücher war, setzte ich mich in den Schatten eines Oleanderbusches und las."

Das Buch will keine Chronik einer "Kulturtechnik" oder gar der Literatur sein, sondern ein Spaziergang durch "den Park der Lesefreuden", voller faktischer und fiktiver Berichte.

Berichte wie die vom berühmtesten Bücherdieb der Weltgeschichte, den Grafen Guglielmo Libri, der im 19. Jahrhundert ganze Bibliotheken zusammenstahl. Und so ganz nebenbei erfährt der Leser auch etwas über die Rolle der Brille, die sich im Laufe des 14. Jahrhunderts einbürgerte und die für die Etablierung des Buches gewiß keine unwichtige Rolle spielte: So wurde einem lesenden Doktor auf einem Gemälde des Marientodes aus dem 11. Jahrhundert später noch eine Brille aufgemalt, weil sie im 14. und 15. Jahrhundert als Symbol der Gelehrsamkeit galt.

Manguels Buch macht Lust auf die Lektüre der Bücher, die er erwähnt, denn es geht ihm auch um die

intime, körperliche Beziehung zum Buch..., an der alle Sinne teilhaben: Die Augen sammeln die Wörter von der Seite auf, in den Ohren hallen die Geräusche der gelesenen Laute wider, die Nase inhaliert den vertrauten Geruch von Papier, Leim, Tinte, Pappe oder Leder, die Fingerkuppen streichen zärtlich über das rauhe oder glatte Papier....

Natürlich erfährt man auch viel Kluges über die großen Zusammenhänge der Leseentwicklung, der gesellschaftlichen und sozialen Bedeutung des Lesens in den unterschiedlichen Epochen. Aber eben über die Hintertreppe, auf leisen Sohlen, die Anekdote als stiller Motor des Verstehens. Was gibt es dort nicht alles zu bestaunen: die mesopotanische Tontafel, die Schriftrolle in der Bibliothek von Alexandria, dem Roman einer japanischen Hofdame umd das Jahr 1000 bis zum ersten Reclam-Buch. Und was die Geschichte des Lesens mit der Geschichte von Geschlechterdifferenzen zu tun hat, dokumentiert folgende Warnung eines mittlealterlichen Moralisten: "Es schickt sich nicht für Mädchen, Lesen und Schreiben zu lernen, falls sie nicht Nonnen werden wollen, da sie sonst ab einem bestimmten Alter an Liebesbriefe schreiben und empfangen können." Und natürlich widmet sich Manguel auch dem Stellenwert, den das Lesen heute hat: "Es ist interessant, wie oft ein rein technologischer Fortschritt dem Überkommenen, statt es zu verdrängen, eher neue Impulse verleiht und uns Reize bewußt macht, die wir früher übersehen oder nicht für wesentlich erachtet hätten. Wer den Fortschrit der Computertechnik als bücherfeindliches Teufelswerk ansieht, huldigt der Nostalgie auf Kosten der Erfahrung. "Und das ist die zum Programm erhobene Hoffnung in Manguels Buch: Die elektronischen Medien werden das Buch nicht ersetzen können."

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Produkt-Bild: Tagebuch eines Lesers

Tagebuch eines Lesers von Alberto Manguel

Chris Hirte (Übersetzer)
Broschiert von Fischer (Tb.), Frankfurt
ISBN: 3596159431, Erscheinungsdatum: Oktober 2007, Auflage: 1
Produktgruppe Bücher
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Tagebuch eines Lesers
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Eine Geschichte des Lesens. von Alberto Manguel

Taschenbuch von Rowohlt Tb.
ISBN: 3499229080, Erscheinungsdatum: 2000
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Intime, körperliche Beziehung

Vorab ein Geständnis: Eine Geschichte des Lesens stand fast fünf Monate in einem kleinen Regal, das Büchern vorbehalten ist, die ich nicht beabsichtige zu lesen. Es erschien mir einfach anmaßend eine Lesegeschichte zu verfassen, zu groß das Vorhaben, zu groß die Wahrscheinlichkeit eines jeden Autors daran zu scheitern. Zumal momentan alles mögliche historiographiert wird. Das Ende der Geschichte mag längst erreicht sein, für den Büchermarkt gilt das nicht. Von der "Geschichte des Reißverschlußes" bis zur "Geschichte der Toilette", alles schon dagewesen und gnadenlos zwischen zwei Buchrücken gepreßt. Noch länger ist die Liste der Bücher, die in ermüdend wohlmeinender Weise das Hohelied auf die Buchkultur singen, die den Untergang des Lesens, den Verlust der Literalität etc. beklagen (eine posititive Ausnahme ist dabei natürlich Daniel Pennacs "Von der Lust am Lesen", das auch an dieser Stelle besprochen wurde). Trotzdem, na klar, griff ich mir irgendwann den schweren mit einem besinnlichen Gemälde von G.A. Henning geschmückten Band und begann zu schmöckern. Aus reinem Oportunismus allerdings. Immer größer wurde die Zahl der hymnischen Elogen; zum Sachbuch des Monats wurde es gewählt, die Kollegen, ansonsten eine beinahe pathologisch uneinige und zwieträchtige Zunft, schrieben von "Sternstunden der Lektüre", von einer "anrührenden Liebesgeschichte zwischen den Menschen und den Büchern." Und? Haben sie recht? Sie haben.

Denn Manguel nimmt sich seines Themas nicht auf eine enzyklopädäische Weise an, er sucht vielmehr das Anekdotische, erzählt, was Autoren und Leser mit und durch Literatur erlebt haben. Sich selbst spart Manguel dabei nicht aus. Überhaupt ist vielleicht Manguel Biographie selbst Ursprung der "Geschichte des Lesens". Die Subjetivität der eigenen Leseerfahrung wird nie unterschlagen: Der Leser, sagt Manguel, das bin ich. Nicht umsonst fehlt dem Buchtitel der bestimmte Artikel. Der polyglotte Manguel arbeitete eine Weile als Vorleser des erblindeten argentinischen Autors von Weltruhm Jorge Luis Borges. Es ist irritierend und spannend zugleich, wie Manguel schildert, wie er lernte "nichts als das Notizbuch zu sein, daß der blinde Mann brauchte, um seine Ideen zusammenzutragen". 1989 fährt Manguel in den Irak, um die Ruinen Babylons und das zu besichtigen, was man für die Reste des Turmbaus zu Babel hält. "Ich hatte eine Penguin Anthologie von Short Stories bei mir, und nachdem ich die Spuren dessen besichtigt hatte, was mir für den abendländischen Leser, der Ursprung aller Bücher war, setzte ich mich in den Schatten eines Oleanderbusches und las."

Das Buch will keine Chronik einer "Kulturtechnik" oder gar der Literatur sein, sondern ein Spaziergang durch "den Park der Lesefreuden", voller faktischer und fiktiver Berichte.

Berichte wie die vom berühmtesten Bücherdieb der Weltgeschichte, den Grafen Guglielmo Libri, der im 19. Jahrhundert ganze Bibliotheken zusammenstahl. Und so ganz nebenbei erfährt der Leser auch etwas über die Rolle der Brille, die sich im Laufe des 14. Jahrhunderts einbürgerte und die für die Etablierung des Buches gewiß keine unwichtige Rolle spielte: So wurde einem lesenden Doktor auf einem Gemälde des Marientodes aus dem 11. Jahrhundert später noch eine Brille aufgemalt, weil sie im 14. und 15. Jahrhundert als Symbol der Gelehrsamkeit galt.

Manguels Buch macht Lust auf die Lektüre der Bücher, die er erwähnt, denn es geht ihm auch um die

intime, körperliche Beziehung zum Buch..., an der alle Sinne teilhaben: Die Augen sammeln die Wörter von der Seite auf, in den Ohren hallen die Geräusche der gelesenen Laute wider, die Nase inhaliert den vertrauten Geruch von Papier, Leim, Tinte, Pappe oder Leder, die Fingerkuppen streichen zärtlich über das rauhe oder glatte Papier....

Natürlich erfährt man auch viel Kluges über die großen Zusammenhänge der Leseentwicklung, der gesellschaftlichen und sozialen Bedeutung des Lesens in den unterschiedlichen Epochen. Aber eben über die Hintertreppe, auf leisen Sohlen, die Anekdote als stiller Motor des Verstehens. Was gibt es dort nicht alles zu bestaunen: die mesopotanische Tontafel, die Schriftrolle in der Bibliothek von Alexandria, dem Roman einer japanischen Hofdame umd das Jahr 1000 bis zum ersten Reclam-Buch. Und was die Geschichte des Lesens mit der Geschichte von Geschlechterdifferenzen zu tun hat, dokumentiert folgende Warnung eines mittlealterlichen Moralisten: "Es schickt sich nicht für Mädchen, Lesen und Schreiben zu lernen, falls sie nicht Nonnen werden wollen, da sie sonst ab einem bestimmten Alter an Liebesbriefe schreiben und empfangen können." Und natürlich widmet sich Manguel auch dem Stellenwert, den das Lesen heute hat: "Es ist interessant, wie oft ein rein technologischer Fortschritt dem Überkommenen, statt es zu verdrängen, eher neue Impulse verleiht und uns Reize bewußt macht, die wir früher übersehen oder nicht für wesentlich erachtet hätten. Wer den Fortschrit der Computertechnik als bücherfeindliches Teufelswerk ansieht, huldigt der Nostalgie auf Kosten der Erfahrung. "Und das ist die zum Programm erhobene Hoffnung in Manguels Buch: Die elektronischen Medien werden das Buch nicht ersetzen können."

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Produkt-Bild: Bilder lesen. Eine Geschichte der Liebe und des Hasses.

Bilder lesen. Eine Geschichte der Liebe und des Hasses. von Alberto Manguel

Taschenbuch von Rowohlt Tb.
ISBN: 3499231999, Erscheinungsdatum: 2002, Auflage: 2., Aufl.
Produktgruppe Bücher
Zoom ± Produkt-Bild: Bilder lesen. Eine Geschichte der Liebe und des Hasses.
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Produkt-Bild: Eine Geschichte des Lesens.

Eine Geschichte des Lesens. von Alberto Manguel

Broschiert von Rowohlt Tb.
ISBN: 3499226006, Erscheinungsdatum: 1999
Produktgruppe Bücher
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Intime, körperliche Beziehung

Vorab ein Geständnis: Eine Geschichte des Lesens stand fast fünf Monate in einem kleinen Regal, das Büchern vorbehalten ist, die ich nicht beabsichtige zu lesen. Es erschien mir einfach anmaßend eine Lesegeschichte zu verfassen, zu groß das Vorhaben, zu groß die Wahrscheinlichkeit eines jeden Autors daran zu scheitern. Zumal momentan alles mögliche historiographiert wird. Das Ende der Geschichte mag längst erreicht sein, für den Büchermarkt gilt das nicht. Von der "Geschichte des Reißverschlußes" bis zur "Geschichte der Toilette", alles schon dagewesen und gnadenlos zwischen zwei Buchrücken gepreßt. Noch länger ist die Liste der Bücher, die in ermüdend wohlmeinender Weise das Hohelied auf die Buchkultur singen, die den Untergang des Lesens, den Verlust der Literalität etc. beklagen (eine posititive Ausnahme ist dabei natürlich Daniel Pennacs "Von der Lust am Lesen", das auch an dieser Stelle besprochen wurde). Trotzdem, na klar, griff ich mir irgendwann den schweren mit einem besinnlichen Gemälde von G.A. Henning geschmückten Band und begann zu schmöckern. Aus reinem Oportunismus allerdings. Immer größer wurde die Zahl der hymnischen Elogen; zum Sachbuch des Monats wurde es gewählt, die Kollegen, ansonsten eine beinahe pathologisch uneinige und zwieträchtige Zunft, schrieben von "Sternstunden der Lektüre", von einer "anrührenden Liebesgeschichte zwischen den Menschen und den Büchern." Und? Haben sie recht? Sie haben.

Denn Manguel nimmt sich seines Themas nicht auf eine enzyklopädäische Weise an, er sucht vielmehr das Anekdotische, erzählt, was Autoren und Leser mit und durch Literatur erlebt haben. Sich selbst spart Manguel dabei nicht aus. Überhaupt ist vielleicht Manguel Biographie selbst Ursprung der "Geschichte des Lesens". Die Subjetivität der eigenen Leseerfahrung wird nie unterschlagen: Der Leser, sagt Manguel, das bin ich. Nicht umsonst fehlt dem Buchtitel der bestimmte Artikel. Der polyglotte Manguel arbeitete eine Weile als Vorleser des erblindeten argentinischen Autors von Weltruhm Jorge Luis Borges. Es ist irritierend und spannend zugleich, wie Manguel schildert, wie er lernte "nichts als das Notizbuch zu sein, daß der blinde Mann brauchte, um seine Ideen zusammenzutragen". 1989 fährt Manguel in den Irak, um die Ruinen Babylons und das zu besichtigen, was man für die Reste des Turmbaus zu Babel hält. "Ich hatte eine Penguin Anthologie von Short Stories bei mir, und nachdem ich die Spuren dessen besichtigt hatte, was mir für den abendländischen Leser, der Ursprung aller Bücher war, setzte ich mich in den Schatten eines Oleanderbusches und las."

Das Buch will keine Chronik einer "Kulturtechnik" oder gar der Literatur sein, sondern ein Spaziergang durch "den Park der Lesefreuden", voller faktischer und fiktiver Berichte.

Berichte wie die vom berühmtesten Bücherdieb der Weltgeschichte, den Grafen Guglielmo Libri, der im 19. Jahrhundert ganze Bibliotheken zusammenstahl. Und so ganz nebenbei erfährt der Leser auch etwas über die Rolle der Brille, die sich im Laufe des 14. Jahrhunderts einbürgerte und die für die Etablierung des Buches gewiß keine unwichtige Rolle spielte: So wurde einem lesenden Doktor auf einem Gemälde des Marientodes aus dem 11. Jahrhundert später noch eine Brille aufgemalt, weil sie im 14. und 15. Jahrhundert als Symbol der Gelehrsamkeit galt.

Manguels Buch macht Lust auf die Lektüre der Bücher, die er erwähnt, denn es geht ihm auch um die

intime, körperliche Beziehung zum Buch..., an der alle Sinne teilhaben: Die Augen sammeln die Wörter von der Seite auf, in den Ohren hallen die Geräusche der gelesenen Laute wider, die Nase inhaliert den vertrauten Geruch von Papier, Leim, Tinte, Pappe oder Leder, die Fingerkuppen streichen zärtlich über das rauhe oder glatte Papier....

Natürlich erfährt man auch viel Kluges über die großen Zusammenhänge der Leseentwicklung, der gesellschaftlichen und sozialen Bedeutung des Lesens in den unterschiedlichen Epochen. Aber eben über die Hintertreppe, auf leisen Sohlen, die Anekdote als stiller Motor des Verstehens. Was gibt es dort nicht alles zu bestaunen: die mesopotanische Tontafel, die Schriftrolle in der Bibliothek von Alexandria, dem Roman einer japanischen Hofdame umd das Jahr 1000 bis zum ersten Reclam-Buch. Und was die Geschichte des Lesens mit der Geschichte von Geschlechterdifferenzen zu tun hat, dokumentiert folgende Warnung eines mittlealterlichen Moralisten: "Es schickt sich nicht für Mädchen, Lesen und Schreiben zu lernen, falls sie nicht Nonnen werden wollen, da sie sonst ab einem bestimmten Alter an Liebesbriefe schreiben und empfangen können." Und natürlich widmet sich Manguel auch dem Stellenwert, den das Lesen heute hat: "Es ist interessant, wie oft ein rein technologischer Fortschritt dem Überkommenen, statt es zu verdrängen, eher neue Impulse verleiht und uns Reize bewußt macht, die wir früher übersehen oder nicht für wesentlich erachtet hätten. Wer den Fortschrit der Computertechnik als bücherfeindliches Teufelswerk ansieht, huldigt der Nostalgie auf Kosten der Erfahrung. "Und das ist die zum Programm erhobene Hoffnung in Manguels Buch: Die elektronischen Medien werden das Buch nicht ersetzen können."

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Produkt-Bild: Die Bibliothek bei Nacht

Die Bibliothek bei Nacht von Alberto Manguel

Manfred Allié (Übersetzer), Gabriele Kempf-Allié (Übersetzer)
Gebundene Ausgabe von Fischer (S.), Frankfurt
ISBN: 3100487508, Erscheinungsdatum: Oktober 2007, Auflage: 1
Produktgruppe Bücher
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Produkt-Bild: Alle Menschen lügen: Roman

Alle Menschen lügen: Roman von Alberto Manguel

Susanne Lange (Übersetzer)
Gebundene Ausgabe von Fischer (S.), Frankfurt
ISBN: 3100487575, Erscheinungsdatum: August 2010, Auflage: 1
Produktgruppe Bücher
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Produktbeschreibung

Roman
Erscheinungsjahr: 2010
Aus d. Span. v. Susanne Lange
Gewicht: 365 gr / Abmessung: 21 cm
Von Manguel, Alberto / Übersetzt v. Lange, Susanne

Bevilacqua rettet sich aus dem falschen Leben in Buenos Aires nach Madrid. Aber im Exil regieren statt der Zwänge der Diktatur nur Verdacht und Zwietracht. Da hilft es nichts, dass man in seinem Koffer ein mysteriöses Manuskript findet, das ein "Lob der Lüge" verspricht. Bei dessen Erscheinen erntet Bevilacqua statt Ruhm und Ehre bloß Scham und Untergang.
Raffiniert stellt Alberto Manguels Roman der Lüge eine Falle. Vor Augen und Ohren des Lesers entsteht ein spannender Roman über die schmale Linie zwischen Liebe, Lüge und Verrat, eine melancholische Komödie über das wahre Falsche und das falsche Wahre: "Ein Meisterwerk", urteilte El País.

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Produkt-Bild: Homer, Ilias und Odyssee: Bücher, die die Welt veränderten

Homer, Ilias und Odyssee: Bücher, die die Welt veränderten von Alberto Manguel

Gottwalt Pankow (Übersetzer)
Taschenbuch von Deutscher Taschenbuch Verlag
ISBN: 3423345691, Erscheinungsdatum: Oktober 2009
Produktgruppe Bücher
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Produktbeschreibung

HOMER, ILIAS UND ODYSSEE
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