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Schatten über dem Kongo: Die Geschichte eines der großen, fast vergessenen Menschheitsverbrechen von Adam Hochschild
Gebundene Ausgabe von Klett-Cotta ISBN: 3608919732, Erscheinungsdatum: Mai 2009, Auflage: 8.
Aus der Amazon.de-RedaktionSchatten über dem Kongo erzählt die Geschichte eines vergessenen Völkermords. 1885 setzte die Kongo-Konferenz in Berlin den belgischen König Leopold II. als Herrscher des Kongo-Staates ein. Während der Monarch der Welt den selbstlosen Philanthropen vorgaukelte, verwandelte sich der Kongo in ein riesiges Arbeitslager. Leopolds Gier nach Kautschuk und Elfenbein blutete das Land aus. Als man ihm 1908 den Kongo wieder wegnahm, hatte der belgische König 1,1 Milliarden Dollar Gewinn aus seiner Kolonie gezogen. Schätzungsweise 10 Millionen Menschen mussten dafür mit ihrem Leben bezahlen. Dass Leopold II. seine "private" Kolonie wieder verlor, ist letztlich dem Engagement eines einzigen Mannes zu verdanken: Edmund Morel, ein Kontorist bei einer Liverpooler Schifffahrtslinie, erkannte 1897 das ganze Ausmaß des Terrors im Kongo, und machte den Kampf gegen das Grauen zu seinem persönlichen Kreuzzug. Es war der Beginn der ersten großen internationalen Menschenrechtsbewegung, die das 20. Jahrhundert kannte, der Congo Reform Association. Adam Hochschilds herausragendes Buch Schatten über dem Kongo handelt von dieser Bewegung, von den grausamen Verbrechen, gegen die sie sich richtete, und von der langen Zeit der Forschungsreisen und Eroberungen, die der Kolonisierung des Kongos vorausging. Es handelt aber auch von dem Vergessen, dem die Welt einen der großen Massenmorde der jüngeren Geschichte überantwortet hat. Geschickt konzentriert Hochschild seine fesselnde Erzählung auf ein paar faszinierende Persönlichleiten: König Leopold II. und den Abenteurer Henry Morton Stanley, der in seinem Auftrag den Kongo eroberte; Hauptmann Léon Rom, ein skrupelloser Helfershelfer, der die Kolonie mit unmenschlichen Methoden ausbeutete, und natürlich Edmund Morel, dessen leidenschaftliches Engagement Leopolds Terrorherrschaft schließlich ein Ende setzte. --Stephan Fingerle |
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