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Geschichte in Augenblicken: Merkwürdigkeiten, die die Welt bewegten von Fanny FrohmeyerGebundene Ausgabe von KiepenheuerAngebote bei Amazon: ab EUR 3,00 ![]() 4 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3378010894, Erscheinungsdatum: März 2007, Auflage: 1., Aufl. |
Eine Kundenrezension:Informativ und witzig 4 von 5 PunktenDas Buch schildert gekonnt geschichtliche Ereignisse aus einem anderen Blickwinkel. Da die einzelnen Kapitel so kurz sind, liest man schnell eins nach dem anderen. Besonders als Einschlaf- ud Vorleselektüre geeignet |
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Politische Korrektheit: Das Schlachtfeld der Tugendwächter von Jörg SchönbohmGebundene Ausgabe von Manuscriptum Verlagsbuchhandlung Thomas Hoof KGAngebote bei Amazon: ab EUR 7,80 ![]() 5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3937801561, Erscheinungsdatum: April 2009, Auflage: 1., Aufl. |
4 Kundenrezensionen:endlich 5 von 5 PunktenNüchtern, sachlich, wahrhaftig, mutig, hervorragend - endlich ein klares Wort zur, die Freiheit des Geistes knebelnden "political correctness". Dem Autor sei ein herzliches Dankeschön gesagt. Pfarrer Wolfgang Scheffold An alle Deutschen und Deutschinnen! 5 von 5 PunktenJörg Schönbohm zeigt uns in diesem kleinen Büchlein, wie sehr man uns die Sprache im Mund verdreht, bis daraus nur noch ein nichtssagender Brei geworden ist und was unsere Politiker, unsere Kommentatoren, unsere Journalisten für Sprachregelungen beachten müssen, wenn sie nicht von einer lautstarken und ständig wachsenden Schar von Gutmenschen zur Ordnung gerufen oder gar vor den Kadi gezerrt werden wollen. Natürlich ist Nigger ein Schimpfwort, das man als höflicher Mensch vermeiden sollte - ich würde mich auch dagegen wehren, wenn mich ein Engländer oder Amerikaner als Kraut, oder ein Franzose als Boche bezeichnen würde (was haben wir eigentlich im Deutschen für herabwürdigende Worte für einen Franzosen oder einen Menschen aus dem englischen Sprachbereich? Tommy oder Franzmann vielleicht, aber schlimmer wirds da nicht). Aber warum das Wort Neger nun eine Serie von euphemistischen Verschlimmbesserungen mitmachen musste ist mir völlig unerfindlich. Das erinnert mich immer an ein Schild am Landratsamt einer kleinen Stadt in Schlesien, das uns in meiner Kindheit ermahnte Der Deutsche grüßt Heil Hitler. Die erzieherischen Mittel sind seitdem verfeinert worden, erregen in mir aber den gleichen Widerwillen, daher: Bravo, Herr Schönbohm! Politische Korrektheit von jörg Schönbohm 5 von 5 PunktenDas leider sehr kurze Buch prangert mit drastischen Worten unseren Zeitgeist in Bezug auf das übersteigerte Gutmenschentum, "Gendering" und die lächerlichen Auswüchse unserer heutigen Sprache im Dienste des Feminismus an (Beispiele: Das furchtbare "Binnen-I" oder die verquasten Anreden "Liebe Zuhörerinnen und Zuhörer" etc. "Mensch" muss es gelesen haben! 5 von 5 PunktenJörg Schönbohm präsentiert hier in (sehr) kompakter Form die Auswüchse des Einflusses von Gutmenschen und Gutmenschinnen in aller Welt auf die Sprache. Viele tlw. abstrus anmutende Beispiele veranschaulichen, wie peinlich die sprachlichen Verenkungen sind, die jede Minderheit auf dieser Welt vor Denunzierungen und Benachteiligungen schützen sollen. Natürlich entwickelt sich Sprache weiter, keine Frage, aber ich selbst konnte erst kürzlich auf einer Veranstaltung einer der großen Volksparteien in Hamburg mit dem Titel "Was brachten die 68er?" erleben, wie ca. 20 Minuten diskutiert wurde, ob "Farbige" noch gesagt werden dürfe. Es ging dann hin- und her zwischen "Afroamerikanern", "Afrikanern" und "stärker pigmentierten Menschen". Hier konnte ich gut sehen, was uns die 68er (oh, fast hätte ich die 68erinnen vergessen!) neben der Friedens-, Frauen-, Antikriegs-, Antiatom- und Gegen-Rechts-Bewegung noch gebracht haben: Duckmäusertum, freiheitliche und geistige Einschränkungen auf Grund zu erwartender "Sanktionen". Aber letztendlich ist man (mensch), ähnlich wie die provozierende Polizei bei Demonstrationen, ja selbst schuld, wenn der erste Stein auf einen (oder eine) zufliegt. |
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D-Day: Die Schlacht um die Normandie von Antony BeevorGebundene Ausgabe von C. Bertelsmann VerlagAngebote bei Amazon: ab EUR 23,80 ![]() 5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3570100073, Erscheinungsdatum: April 2010 |
2 Kundenrezensionen:Gewohnte Qualität 5 von 5 PunktenAntony Beevor hat verschiedene Bücher zur neuen Zeitgeschichte verfasst (Spanischer Bürgerkrieg, Stalingrad, der Untergang). Es gelingt dem Autor immer wieder in seinen Werken neue Aspekte einzubauen und in seinen verschiedenen Werken einen hohen Standard einzuhalten. Auch dieses Werk entspricht den Qualitätsansprüchen, die von seinen Werken grundsätzlich erwartet werden. Auch dieser neueste Band ist leicht lesbar, aber trotzdem nicht oberflächlich. D-Day oder Der längste Tag 5 von 5 PunktenLange Tage und Nächte gibt es mit diesem Buch gewiss auch. Antony Beevor, eine der besten Autoren historischer Bücher, zeichnet hier eine umfangreiche Abhandlung zur Landung der Alliierten in der Normandie. Angefangen bei den Vorbereitungen (die evtl. noch etwas ausführlicher hätten sein können); über die Landung aus der Luft wie zu Wasser; über die Ausbruchskämpfe in der Normandie; bis hin zur Befreiung von Paris folgt der Leser Beevors Ausführungen. Beevor verliert dabei keineswegs den Blick für den einfachen Soldaten, der übermenschliches leisten muss, dabei aber Todesängste aussteht. Auch das Leid der Zivilbevölkerung, die, wie in jedem Konflikt, am Meisten zu ertragen hat, wird nicht vergessen zu erwähnen. Detailliert beschreibt Beevor die Landung an den einzelnen Stränden, aber auch folgende Kämpfe, wie die Schlacht um Caen oder die Operation Cobra", mit der schließlich der Ausbruch aus der Normandie gelang und dadurch den Weg nach Osten Richtung Paris und Deutschland ebnete. Besonders hervorzuheben sind die genauen Schlachtenverläufe, an denen der Leser das oft verbissene hin und her genau verfolgen kann. Ergänzt wird das Ganze durch umfangreiches Kartenmaterial und durch Zitate oder Tagebucheintragung von Soldaten und Offizieren, sowohl auf deutscher, wie auch auf alliierter Seite. D-Day - Schlacht um die Normandie" ist nicht nur deshalb ein sehr gutes Buch, weil es hervorragend und interessant geschrieben ist. Sondern auch, weil es nichts beschönigt, heroisiert oder unter den Teppich kehrt, wie zum Beispiel Kriegsverbrechen denen sich die Deutschen, insbesondere die SS, schuldig machte, aber auch auf Alliierter Seite in den ersten Woche häufig vorkamen. Fazit: Beevor hat ein sehr wertvolles Buch geschrieben, das man unbedingt lesen sollte. Denn zu diesem Thema wird zur Zeit nichts vergleichbar gutes zu finden sein. D-Day: Die Schlacht um die Normandie |
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Im Dienst des Diktators: Leben und Flucht eines nordkoreanischen Agenten von Ingrid Steiner-Gashi, Dardan GashiGebundene Ausgabe von UeberreuterAngebote bei Amazon: ab EUR 19,95 ![]() 3,5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3800074508, Erscheinungsdatum: März 2010 |
5 Kundenrezensionen:Unserioes reisserrischer Sensationsjournalismus 1 von 5 PunktenIch lebe als einer der wenigen Auslaender seit mehreren Jahren in Nordkorea. Ich habe dort ein Auto und anders als Journalisten kann mich im Umkreis der Hauptstadt frei bewegen und habe durch meine Arbeit nicht nur mit Stasi-Leuten und Funktionaeren, sondern auch mit ganz normalen Buergern zu tun. Die Erlebnisse und Einblicke von Kim Jong Ryul haetten einen aufschlussreichen Einblick in die Denk- und Funktionsweise der Nordkoreanischen Elite geben koennen. Frau Steiner-Gashi hat jedoch es geschafft, die Erlebnisse dieses Mannes so sehr mit Informationen, die sie nur vom Hoerensagen oder aus dem Internet kennt, "aufzuhuebschen", dass fuer den Leser nicht mehr erkennbar ist, was Tatsachenbeschreibung und was Fiktion ist. Vieles was in diesem Buch steht koennte wahr sein und kann einen schaudern lassen. Staendig jedoch stolpere ich ueber Saetze und Nebensaetze, die ich aufgrund meiner persoenlichen Erfahrung irgendwo zwischen haarstraeubender Uebertreibung, voelliger Tatsachenverdrehung und komplettem Unsinn einordnen muss. Hinzu kommt ein absolut reisserischer Sprachstil der jede Distanz zum komplexen Thema vermissen laesst und dem Sachlichkeit voellig fremd ist. Insgesamt laesst mich mich dieses Buch nicht nur durch seinen Inhalt, als durch seine mangelhafte journalistie Qualitaet schaudern. Wer ein gutes Buch ueber Nordkorea lesen will, sollte sich besser "Nordkorea: Einblicke in ein rätselhaftes Land" von Christoph Moeskes kaufen. Allen anderen empfehle ich die "Bildzeitung". Sein und Schein 4 von 5 PunktenFür mich war die Veröffentlichung des Buches insoferne interessant, da ich selbst über zwei Jahre lang in der Nähe der nordkoreanischen Grenze (in China) gelebt habe. Nach der Lektüre des Buches habe ich keine wesentlichen neuen Erkenntnisse gewonnen. All die Eskapaden dieser dynastischen Diktatur sind bekannt, wobei einige Details in dieser Klarheit interessant sind. Was mich an der Geschichte mehr interessiert hat, war die Art und Weise, wie Menschen "funktionieren", die ein solches System stützen. Hierarchische Systeme, aufgebaut aus einer Mischung von Brutalität, Angst und Loyalität sind seit Anfang der Menschheitsgeschichte bekannt. Doch trotz all des Wissens heutzutage, wie diese System funktionieren, können sie sich immer noch entfalten. Und das ist vielleicht das Beklemmende an diesem Buch. Es zeigt uns überdeutlich, wie relativ einfach es ist, eine Gesellschaft in Geiselhaft zu nehmen, wenn sich ein Machtvakuum bildet. Dies sollte uns in Zeiten der Politikverdrossenheit ein Weckruf sein, unsere erworbenen Rechte nicht einfach gering zu schätzen. Herr Kim war einer der wenigen Privilegierten, die Vorteile aus dem politischen System zogen. Er hat die Konsequenzen gezogen, als ihm klar wurde, dass er diese Privilegien bald verlieren würde. Er hat opportunistisch gehandelt. Trotzdem ist es wichtig, seine Flucht publik zu machen. Je mehr in der Öffentlichkeit die Fälle von "Fahnenflucht" hoher Funktionäre präsent sind, desto mehr erodiert das Paradies des neurotischen Diktators. Leider spielen alle die Mächte, die Einfluß nehmen können, immer noch ein zynisches Spiel. China blockiert weitergehende Maßnahmen, obwohl dort einflußreiche Leute laut vor den Gefahren, die von Nordkorea ausgehen, warnen. Eine Zustimmung zu Maßnahmen ist ein guter Unterpfand, sich bei einem anderen Thema mehr herauszuschlagen. Aber China steht mit dieser Taktik bei Weitem nicht alleine da. Andererseits steht man vor dem (im Buch kurz angesprochenen) Dilemma, dass man es sich nicht leisten kann, diese Diktatur einfach kollabieren zu lassen ohne einen Nuklearschlag zu riskieren. Hier ist keine "sichere" Option in Sicht, das macht mir Angst. Ich wünsche Herrn Kim, dass er die strenge Prüfung seines Asylansuchens durch das bekanntermaßen humanistisch gesinnte Innenministerium gut übersteht und aus dem Verkauf des Buches für die nächste Zeit sein Auskommen findet. Er weiß, im Gegensatz zu manchen hier Geborenen, die Segnungen unserer Demokratie zu schätzen. Einblicke im Leben eines Nordkoreaners 2 von 5 PunktenDas ist ein interessantes Buch über das Leben von Kim Jong Ryul, ein nordkoreanischer Agent bzw. Beamte, der in Westeuropa Geschäfte für die Diktatoren Nordkoreas erledigt hat. Allerdings ist das Buch sehr einfach geschrieben; viele Sachen werden mehrmals wiederholt und man sucht umsonst nach einem roten Faden im Buch. Kaum zu lesen begonnen isses auch schon vorbei 3 von 5 PunktenIch bin auf das Buch durch einen spiegel.online Artikel gestossen. Das Buch ist nicht als Biographie zu verstehen, sondern es ist vielmehr so, dass die Entwicklung des Landes Nordkorea anhand des Lebens des Agenten beschrieben wird. Man erfährt nicht unbedingt neues über dieses total abgeschottete Land. Aber man versteht dieses Regime, die Teilung und den fehlenden Wiedervereinigungswillen besser nach der Lektüre. Das Leben des Agenten wird nicht durchgehend beschrieben. Mal geht es um das Land, mal um die Diktatoren, mal um den Agenten. Es fehlt in der Tat ein roter Faden. Mir scheint auch die Flucht schnell hingeschrieben zu sein, kaum beginnt sie im Buch, ist sie auch schon vorbei. Im Grunde bin ich doch etwas enttäuscht. Mehr Details und mehr Geschichten hätten dem Buch gut getan. Ein Mann der 60 Jahre in und für Nordkorea gelebt hat, hatte sicher mehr zu erzählen. Es bleiben mir auch Fragen. So wird z.B. nicht erklärt, warum die Nordkoreaner zu dem Schluss kamen, ihr Mitarbeiter sei ermordet worden. Das Buch bleibt stets oberflächlich und erklärt die Vorgänge nicht befriedigend. Makabrer Einblick in ein Verwahrlostes Land 5 von 5 Punkteneinen erschütternden einblick über dieses völlig isolierte land vermitteln die autoren mit hilfe eines agenten aus nordkorea. ein land das ihre einwohner bewusst dumm und quasi an der kurzen leine hält. für westliche und zivilisierte menschen vermittelt das buch einen "bericht" der einen den kalten schweiss ausbrechen lässt wenn man sich nur ansatzweise versucht sich in die lage der menschen dort hineinzuversetzen. dort fehlt es an allem (essen, strom, heizung wasser, medizinische versorgung) und der "geliebte" präsident geniesst dort ein unglaubliches luxusleben von denen sogar westliche präsidenten nur zu träumen wagen. einfach unglaublich wie mann ein volk dumm halten und einen personenkult um Kim Jong-Il dort aufrechterhalten kann. wer nur ein wenig gerechtigkeitssinn in sich trägt dem kommt beim lesen dieses buches der blanke hass gegen dieses regime hoch. ich wünsche diesen armen und gedemütigten volk nur eines: das es vielleicht irgenwann schafft dagegen anzukämpfen und aufzubegehren. möglich wäre es zwar (siehe ostblockzerfall) aber so recht glauben kann ich es nicht, solange westliche staaten einfach wegschauen und nichts dagegen unternehmen. aber leider gibts dort nichts zu holen (öl etc) was westliche staaten dazu bringen würde gewaltsam (den ich befürchte anders wirds dort wirklich nicht gehen) dagegen vorzugehen und die menschen von ihrem elend zu befreien. absolut empfehlenswert. ich wünsche dem co autor und ex-nordkoreanischen agenten kim Jong Ryul das allerbeste für ihn und sein land und das er es schafft weiterhin unentdeckt zu bleiben. |
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Markt ohne Moral: Das Versagen der internationalen Finanzelite von Susanne SchmidtGebundene Ausgabe von Droemer/KnaurAngebote bei Amazon: ab EUR 14,40 ![]() 4,5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3426275414, Erscheinungsdatum: April 2010 |
5 Kundenrezensionen:Markt ohne Moral 3 von 5 PunktenLiebe Leute, hier handelt es sich um ein zeitgenössisches Machwerk - immer rückblickend - wie der Vater, so die Tochter. Der Vater beerdigte ja auch das KURSBUCH ohne Echo. Erklärung: Das KURSBUCH war der Schaum der deutschen Journalistik und der Schriftsteller im Zeitgeist. Genau so verhielt er sich bei der Einführung des EURO - und im Gefolge auch die FAZ! Für die deutschen Bürger? Der Euro ist für uns alle ein riesiger Reinfall, auch eine echte Inflation. KEIN Politiker hat gegen den Kaufkraftverlust in Deutschland auch nur das Mindeste geleistet! Endlich zum Buch: Der "Markt" hatte noch nie Attribute - wie "Moral"! Die Moral von heute kann man in einem Satz ausdrücken: "Es ist alles erlaubt, was einem nicht ins Gefängnis bringt!" Und an den Börsen wird mehr verdient denn je - gleich ob es eine Frau Schmidt, einen Herrn Schmidt oder einen Kunz oder Deutschen Michel gibt! Aber vom EURO kommen wir nie mehr los! Setzt Fachwissen voraus 4 von 5 PunktenAufmerksam geworden auf dieses Buch bin ich durch eine TV-Sendung mit Susanne Schmidt. Die bisherigen sehr positiven Rezensionen haben mich verleitet, dieses Buch zu erwerben. Als vielseitig interessierter Mensch allerdings mit technischer Vorbildung und mit zu wenig allgemeinen finanzpolitischen und finanzfachlichen Vorkenntnissen, war ich etwas enttäuscht von diesem Buch. Trotz Glossar und Erläuterungen von Fachbegriffen aus der Welt der Finanzen bleiben für mich große Abschnitte dieses Buches unverständlich. Man/frau braucht schon umfangreiche Kenntnisse aus der gehobenen Finanzwelt um in verschiedenen Kapiteln die Zusammenhänge zu verstehen. Oder stelle ich zu hohe Ansprüche an die Leser? Dennoch gibt dieses Buch viele Einblicke in die (moralfreie) Welt der globalen Finanzen. Dort wo S.Schmidt persönliche Erlebnisse aus ihrem Berufsleben schildert ist dieses Buch fast so spannend wie ein Krimi. Kurzum ein Buch für beinahe Insider oder solche, die es werden möchten oder solche, die sich nicht daran stören, wenn sie so manches nicht verstehen. Für "Fachleute" 5 Sterne. Ich muss wegen mangelnder Vorkenntnisse mindestens 1 Stern abziehen, also 4 Sterne Markt ohne Moral 5 von 5 PunktenDas Beste, was ich zu dem Thema gelesen habe. Man lernt die Hintergründe der Verbrechen besser kennen und die korrupten Produkte verstehen. Die Verbrecher in den Banken und Rating-Agenturen betrogen und betrügen schon wieder nicht nur ihre Kunden sondern auch Ihre Unternehmen und damit deren Eigentümer und Mitarbeiter. Ich würde sie und die Aufsichtspersonen durch Geldbußen und Freiheitsentzug zügig zur Verantwortung ziehen und den gesetzlichen Handelsspielraum voll ausnutzen. Alphabetisierungskurs in Bankwesen 5 von 5 PunktenInformation über Finanzmärkte von A bis Z, also von Anleihen bis Zocken. Übersichtlich, informativ und leicht zu lesen. Man lernt und staunt - und ist froh, weniger naiv zu sein als vor der Lektüre dieses Buches, das alle lesen sollten, die sich für Weltwirtschaft interessieren. Super ! Kritik ohne Zeigefinger 5 von 5 PunktenGut verdauliche Lektüre, die einen äußerst komplexen Sachverhalt exellent darstellt, insbesondere auch aus britischer Sicht. In einem Punkt allerdings würde ich Frau Dr. Schmidt widersprechen: Man muss die US-Subprime-Hypotheken durchaus als Ursache und nicht nur als Auslöser der Krise sehen. Die 1995 von Clinton initiierte Novelle des Community Reinvestment Act (CRA), welcher ursprünglich von Roosevelt 1977 eingeführt wurde, erlaubte es erst eigentlich mittellosen Menschen, Hypotheken aufzunehmen. Daraus enstanden die NINJA-Kredite (No Income, No Jobs or Assets), deren mehrstufige Verbriefung am Ende nichts als heiße Luft überließ (vgl. Hans-Werner Sinn, Kasion-Kapitalismus, S. 116ff, Berlin 2009). Aber ungeachtet dessen ist dieses für die Schmidt-Familie typische Buch absolut empfehlenswert. |
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Eichmann in Jerusalem: Ein Bericht von der Banalität des Bösen von Hannah ArendtBroschiert von PiperAngebote bei Amazon: ab EUR 9,49 ![]() 4,5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3492248225, Erscheinungsdatum: Juli 2010, Auflage: 5 |
Aus der Amazon.de-RedaktionDer Prozeß gegen SS-Obersturmbannführer Adolf Eichmann 1961 in Jerusalem war neben den Nürnberger Kriegsverbrecherprozessen die wichtigste Gerichtsverhandlung gegen Schergen des NS-Regimes. Spätestens mit der Vollstreckung des Todesurteils gegen Eichmann begann auch eine Diskussion um die Sinnhaftigkeit der Aufarbeitung der Nazi-Verbrechen durch juristische Mechanismen. Hannah Arendt hat den Prozeß selbst miterlebt und seine Unterlagen dazu genutzt, ihr eigenes Resümee über den Holocaust und die Person Adolf Eichmann mit seiner Rolle bei der Judenverfolgung zu ziehen. Heraus kam dabei ein Buch, das bis zum heutigen Tag nichts an Gültigkeit oder Bedeutung verloren hat. Eichmann steht prototypisch für viele der verbrecherischen Nazi-Gefolgsleute, die mit oder ohne ideologischer Verblendung, dafür aber immer mit voller Obrigkeitshörigkeit doch stets nur Befehle ausführten. Irgendeine Form der Reue geht ihm ab, denn "Reue ist etwas für kleine Kinder", so Eichmann in den Verhören. Dabei ist Reue und die daraus resultierende Selbsterkenntnis der vielleicht wichtigste Punkt einer sinnvollen Aufarbeitung. Hinter der Maske des vermeintlichen Normalos Eichmann verbirgt sich tausendfacher Schrecken -- ein Schrecken, den man auch heute noch an so manchen Stellen des Erdballs in den Personen scheinbar normaler Bürger wiederfinden kann. Arendts Buch ist zudem eine über die persönliche Ebene hinausgehende Zusammenfassung des Holocaust, von den ersten Vertreibungen bis hin zur fürchterlichen Endlösung, denn all dies war Gegenstand des Prozesses. Bei aller berechtigter Kritik -- so gibt es heute sicherlich ausführlichere Bücher über die Historie des Holocaust -- darf man ihr eigentliches Anliegen nicht übersehen. Es ging ihr gerade um die im Untertitel aufgeführte Banalität des Bösen, um die Betrachtung der Person, die das Töten verwaltet und plant. Und genau diese Betrachtungsweise packt den Leser, denn bei der Analyse der Ereignisse im Dritten Reich sollte man immer auch die einzelnen Täter berücksichtigen. Die Erkenntnis, daß normale Menschen zu Greueltaten solchen Ausmaßes fähig sind, darf nie in Vergessenheit geraten, und so behält dieses Buch auch in Zukunft seinen Stellenwert als Warnung wie auch als Mahnmal. --Joachim Hohwieler 5 Kundenrezensionen:Eine etwas andere Sichtweise auf die nationalsozialistische Vernichtungspolitik 5 von 5 PunktenDer Prozess gegen Adolf Eichmann (1906-62) steht im Mittelpunkt, nimmt jedoch eine eher untergeordnete Stellung in diesem Buch ein. Der Autorin, Hannah Arendt, geht es vielmehr um eine Darstellung des Holocausts, unter Einbeziehung der Mithilfe der Juden bei ihrer eigenen Vernichtung sowie natürlich Eichmanns Rolle bei selbiger. Hans Mommsen schrieb ein 35-seitiges Vorwort. Es wird bereits zu Beginn klar, dass Arendt gewisse Ressentiments gegenüber dem leitenden Staatsanwalt Gideon Hausner nicht zu unterdrücken vermochte. Sie sieht in ihm eine Marionette des damaligen israelischen Ministerpräsidenten, David Ben Gurion (1886-1973), der den Prozess dazu nutzen will, die Leiden des jüdischen Volks der Welt zu präsentieren (inwiefern damalige Verhandlungen über Reparationszahlungen der BRD an Israel eine Rolle spielten, bleibt unklar). Hausner gibt während des Prozesses Interviews, nimmt Eichmann ins Kreuzverhör, obgleich Eichmann auf jede Frage ohnehin nur mit Lügen antworte, auch wenn es ihm natürlich nicht gelingt, Eichmann diesbezüglich bloß zu stellen. Das Ganze werde der Autorin zufolge besonders dadurch ins lächerliche gezogen, dass die Anklage obgleich anders lautender Dokumente und Zeugenaussagen an der Auffassung festhalte, Eichmann habe nicht Befehle ausgeführt sondern sei sein eigener Chef gewesen, ja gar der eigentliche Drahtzieher des Holocausts [wenn diese Beschreibung auf einen zutrifft, dann auf Reinhard Heydrich]. Dieser Trugschluss sei dadurch zustande gekommen, dass die Angeklagten der Nürnberger Prozesse - von denen übrigens keiner die nationalsozialistische Weltanschauung zu verteidigen bereit gewesen sei - den schwarzen Peter gerne Abwesenden zuschoben sowie Eichmanns Hang zur Prahlerei. Kurzum, der gesamte Prozess sei eine Farce. Einzig die Richter, insbesondere der Gerichtsvorsitzende Landau, hätten versucht, dem entgegenzuwirken. Insgesamt ist dieses Buch sehr lesenswert, auch wenn es teilweise etwas durcheinander ist und die Autorin eine leichte Tendenz hat, die Dinge nur in hellen oder dunklen Farbtönen zu sehen. Auch wenn Hans Mommsen das ein oder andere per Endnote korrigierte, so liefert das Buch doch einen eher ungewöhnlichen Blick auf die Ereignisse dieser Zeit. Eichmanns Umwertung des kategorischen Imperativs 5 von 5 PunktenIn bestürzender und erschreckender Weise hat Adolf Eichmann Kants katagorischen Imperativ umgewertet und zur Rechtfertigung seiner "Pflichterfüllung" herangezogen. Aber konnte Kant sich in seiner Zeit den Massenmenschen der modernen Gesellschaft vorstellen? Der eigentliche Bruch ist nicht der Nationalsozialismus, sondern der moderne Massenmensch, der seiner persönlichen Verantwortung und Individualität enthoben, zum Verwaltungsmassenmörder werden kann. Das ist meines Erachtens die neue Banalität des Bösen und Eichmann als Person ist dabei austauschbar. Das macht dieses Buch so erschreckend aktuell und löst nicht wieder gut zu machende Bestürzung und Wut aus. Es ist das Bewußtwerden der eigenen Lage. Sehr gut - bis auf das Essay 4 von 5 PunktenDas Werk von Hanna Arendt ist epochal für die deutsche Nachkriegshistorie. Es kann als eine Initialzündung für die Studentenrevolution der 60er Jahre gelten. Der enthaltene Bericht sollte jedoch als ein subjektives historisches Dokument seiner Zeit aufgefaßt werden, denn einige Darstellungen von Hannah Arendt wurden nach dem Prozeß wissenschaftlich widerlegt bzw. tiefergehend untersucht. Herr Mommsen stellt diese Fakten in seinem vorangestellten 36-seitigen Essay dankenswerterweise richtig. Ob dieses jedoch so ausufernd mit seinen persönlichen Wertungen geschehen muss, bleibt das Geheimnis des Verlages. ...you see, we like our Nazis in uniforms. 5 von 5 PunktenEs ist nun schon eine Weile her, dass ich Hannah Arendts Bericht "Eichmann in Jerusalem" gelesen habe. Zwischen damals und heute liegt Quentin Tarantino's Meisterwerk "Inglourious Basterds", und dies will ich zum Einstieg in meine Rezension nutzen. Ein Kernthema von "Ingourious Basterds" ist die Aussage, dass man Nazis kaum erkennen kann, wenn sie keine Uniformen tragen. Genau das ist auch ein wichtiger Punkt für Hannah Arendt, denn auf Adolf Eichmann hätte im Adenauer-Deutschland ganz bestimmt eine solide Beamtenkarriere gewartet, wenn er sich nicht nach Südamerika abgesetzt hätte. Es ist faszinierend zu lesen, wie Arendt in gewohnter Klarheit den Eindruck beschreibt, den dieser Mann auf sie machte. Eichmann war für sie ein Hanswurst, und ähnlich wie Tarantino's Hans Landa hätte man ihm den skrupellosen Massenmörder schlicht und einfach nicht zugetraut. Wo der von allabendlichen Kinderschreckspektakeln Marke "Hitlers linkes Auge - in Großaufnahme, unterlegt von schrillen Kreischtönen" vorgeprägte Leser einen furchteinflößenden Schlächter erwartet, findet sich ein Typ, wie man ihn auch heute noch in den unterschiedlichsten Varianten trifft und der für manche Kreise sogar eine Art Idealbild darstellt: nüchtern und strebsam, dienstbeflissen und engagiert. Alles Weitere sollte man in diesem Buch nachlesen. Anmerken möchte ich noch, dass auch Arendts Ausführungen zu den unterschiedlichen Abläufen des Holocausts in verschiedenen Regionen Europas eine echte Bereicherung sind. Hier arbeitet sie sehr präzise heraus, dass es kein lineares "Schema F" gab, sondern dass das Verhalten der örtlichen Bevölkerung einen ganz erheblichen Einfluss darauf hatte, ob und wieviele Menschen abtransportiert wurden oder überlebten. Auch das widerspricht auf erfrischende Weise dem allgemeinen Einheitsbrei, den man ansonsten in der multimedialen Aufarbeitung des Holocausts serviert bekommt. Ich habe nun schon einige Bücher von Hannah Arendt gelesen. "Eichmann in Jerusalem" fand ich von allen am besten. Es ist super geschrieben und bringt eine Fülle wichtiger Einsichten haargenau auf den Punkt. Ich kann es uneingeschränkt empfehlen. "Reue ist etwas für kleine Kinder" (97). 5 von 5 Punkten1960 gelang es dem israelischen Geheimdienst den nach Ende des Zweiten Weltkrieges nach Argentinien geflohenen Adolf Eichmann festzunehmen und nach Israel zu verschleppen. Dort wurde der Bürokrat, der maßgeblich an der Organisation der Shoa beteiligt war, vor Gericht gestellt, nach achtmonatiger Verhandlung zum Tode verurteilt und am 31. Mai 1962 durch Erhängen hingerichtet. Hannah Arendt verfolgte für den "New Yorker" den Prozess. Ihre Aufzeichnungen sprengten schon bald den Rahmen einer Zeitungsreportage und wurden 1964 in Buchform unter dem Titel "Eichmann in Jerusalem - Ein Bericht von der Banalität des Bösen" veröffentlicht. "Ich habe nie einen Juden getötet, aber ich habe auch keinen Nicht-Juden getötet. Ich habe auch nie einen Befehl zum Töten eines Juden gegeben, auch keinen Befehl zum Tötet eines Nichtjuden, auch das habe ich nicht" (326). Das besondere am Eichmannprozess war es, dass zum ersten Mal ein Tätertypus vor Gericht stand, der von sich behauptete (wohl zu Recht), niemals einen Menschen mit eigener Hand getötet zu haben, niemals aus eigener Initiative Maßnahmen zur Ermordung von Menschen getroffen zu haben und immer nur das ausführende Organ Befehle höherer Instanzen gewesen zu sein. Doch ist es gerade dieses permanente Abweisen von Verantwortung verbunden mit der zentralen Funktion, die Eichmann in diesem gigantischen "Verwaltungsmassenmord" (58) innegehabt hat, was nach Arendt das Bösartige am Täter nach dem Typ ausmacht. Exemplarisch an Eichmann verdeutlicht sie, mit welcher Perfektion es den Nazis gelungen ist, ein moralisches Wertesystem zu schaffen, welches der instinktive Tötungshemmung eines Menschen zuwider läuft: "Im Dritten Reich hatte das Böse die Eigenschaft verloren, an der die meisten Menschen es erkennen - es trat nicht mehr als Versuchung an die Menschen heran. Viele Deutsche und viele Nazis [...] haben wohl die Versuchung gekannt, nicht zu morden, nicht zu rauben, ihre Nachbarn nicht in den Untergang ziehen zu lassen [...]. Aber sie hatten, weiß Gott, gelernt, mit ihren Neigungen fertigzuwerden und der Versuchung zu widerstehen" (249). Auf der Werteskala der Nazis wurde der absolute Gehorsam gegenüber Höhergestellten zum neuen kategorischen Imperativ des Systems, egal, welche Konsequenzen dieser Gehorsam mit sich brachte. "Böse" war es nun nicht mehr, Menschen zu töten. "Böse" war es, Befehlen nicht zu gehorchen, die massenhaftes Morden anordneten: "Seine Schuld war sein Gehorsam, und Gehorsam werde doch als Tugend gepriesen. Seine Tugend sei von den Regierenden missbraucht worden" (365). Eichmanns Rechtfertigung lässt sich nur verstehen, wenn man sich die Werteskala der Nazis verdeutlicht. Und genau darin liegt das banal-böse, worin zumindestens ein Schlüssel zum Verständnis des Nationalsozialismus liegt. Das Sich-aus-der-Verantwortung ziehen wurde mit Hinweis auf die neue Kardinaltugend so einfach gemacht. Doch diesen Punkt lässt Arendt zur moralischen Absolution Eichmanns nicht gelten und hält dagegen: "Das Verantwortlichkeitsausmaß wächst vielmehr im allgemeinen, je mehr man sich von demjenigen entfernt, die die Mordwaffe mit seinen Händen in Bewegung setzt" (364). Fazit: Hannah Arendt wurde für ihr Buch heftig angefeindet. Zu kritisch sei ihr Umgang mit der Verantwortung jüdischer Organisationen bezüglich der Shoa während des Zweiten Weltkrieges, anmaßend ihre Frage, warum die Juden sich nicht mehr gegen ihre eigene Vernichtung gewehrt haben. Und auch die Widerständler des 20. Juli werden von Arendt heftig attackiert (vgl. S. 193). Doch ist es gerade der provokante und durchaus auch unwissenschaftliche Stil, der die Klasse von Arendts Büchern ausmacht. Somit bleibt "Eichmann in Jerusalem" bis heute eines der ganz wichtigen Bücher, wenn es darum geht, moralische und psychologische Grundlagen des Naziregimes zu offenbaren. Grundlegendere Überlegungen zum "Bösen" finden sich in Arendts hervorragender Vorlesungsreihe Über das Böse. |
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Die Herren des Geldes. Wie vier Bankiers die Weltwirtschaftskrise auslösten und die Welt in den Bankrott trieben von Liaquat AhamedGebundene Ausgabe von FinanzBuch VerlagAngebote bei Amazon: ab EUR 22,50 ![]() 5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3898795780, Erscheinungsdatum: Juni 2010 |
2 Kundenrezensionen:"Durch die Vermeidung einer sofortigen Krise ... (wurde) die Grundlage einer noch schlimmeren Krise in der Zukunft geschaffen." 5 von 5 PunktenDieses außergewöhnlich gut geschriebene und deshalb leicht lesbare Buch beleuchtet die Rolle der Zentralbanken der damaligen vier wichtigsten Industriestaaten bei der Entstehung der sogenannten Großen Depression. Warum sollte eine solche Untersuchung für uns heute noch interessant sein? Es mag merkwürdig klingen, aber die Antwort lautet: Weil wir uns heute aus monetärer Sicht in einer prinzipiell ähnlichen Situation befinden wie zu Anfang des 20. Jahrhunderts. Darüber hinaus kann man viel über die Rolle von Zentralbanken und über politische Dummheit lernen. Schließlich bietet diese Zeit auch zahlreiche Hinweise darauf, dass der Goldstandard von Währungen vielleicht im Inland den Schuldenirrsinn verhindern, dafür aber zu enormen Spannungen in der Weltwirtschaft führen kann. Die Herren des Geldes waren: Benjamin Strong, der Chef der New York Federal Reserve Bank, Montagu Norman, der Präsident der Bank of England, Hjalmar Schacht von der deutschen Reichsbank und Emile Moreau von der Banque de France. Im Buch werden die Schicksale und die persönlichen Beziehungen dieser Herren zueinander sehr ausführlich beschrieben. Gerade diese intensive persönliche Sichtweise macht das Buch interessant. Sie führt aber auch dazu, dass andere Aspekte weniger ausführlich beleuchtet werden und man sich manchmal fragt, wie denn gewisse im Kontext angerissene Probleme letztendlich gelöst wurden, weil sie im Buch nicht zu Ende diskutiert werden. Der Text beginnt mit dem 1. Weltkrieg. Bereits hier bemerkt man, dass es eine große Stärke des Autors ist, sehr detailliert historische Stimmungen wiederzugeben. Der Krieg schuf eine Schuldenkrise in Europa und führte zu einer heftigen monetären Kräfteverschiebung zugunsten des Dollars. Das ist die Ausgangssituation. Verschärft wurde diese Lage noch durch extreme Reparationsforderungen an Deutschland (nach heutigem Wert über 2,4 Billionen Dollar), die vor allen Dingen von Frankreich betrieben wurden. Obwohl wir keinen Krieg hinter uns haben, ist die heutige Schuldenlage fast aller Industriestaaten weit dramatischer als die damalige. Im ersten Teil des Buches werden uns zunächst die oben genannten Herren und die Ausgangslage in aller Ausführlichkeit vorgestellt. Der zweite Teil befasst sich vor allem mit den unsinnig hohen Reparationsforderungen an Deutschland. Der Text folgt wie im gesamten Buch der Chronologie der Ereignisse. Um die Reduzierung der Reparationsforderungen zu ermöglichen, hatte die Reichsbank die Hyperinflation von 1923/24 in Gang gebracht. Davon und von den völlig unterschiedlichen Situationen in Großbritannien, Frankreich und den USA handelt der dritte Teil. Die Bank of England hatte den Weg der Deflation gewählt und war auf verhängnisvolle Weise zum Goldstandard zurückgekehrt, indem der Kurs des Pfundes viel zu hoch angesetzt wurde. Die Banque de France dagegen hatte ihre Währung bewusst niedrig bewertet und riesige Mengen an Pfund Sterling gehortet. Damit hätte sie enorme Mengen an Gold bei der britischen Zentralbank eintauschen und Großbritannien aus dem Goldstandard drängen können, was zu heftigen Spannungen zwischen Frankreich und Großbritannien führte. In den USA hatte sich dagegen während des Krieges viel zu viel Gold angesammelt. Geld kam ins Land, und es entstand eine gigantische Spekulationsblase an der Wall Street, die in den folgenden Jahren immer größer wurde. Die Fed vergrößerte diese Blase auch noch durch eine unsinnige Zinssenkung und sah danach dem Treiben, nach dem Tod von Strong 1928 tief gespalten, tatenlos zu. Davon berichtet der vierte Teil, der die Jahre 1928-33 beschreibt. Die Aktien-Spekulationsblase in New York machte es durch ihre monetäre Sogwirkung insbesondere den deutschen Dollar-Schuldnern, zu denen zahlreiche Kommunen gehörten, immer schwerer sich zu refinanzieren. Deshalb beklatschte besonders Schacht den New Yorker Crash von 1929. Dies zeigt allerdings auch, dass er, wie die meisten anderen Experten, Schwierigkeiten hatte, die Aktienmärkte und ihren weitreichenden Einfluss auf die Realwirtschaft zu verstehen. Sehr interessant aus heutiger Sicht ist das Wirken des neuen Fed-Chefs Harrison in dieser Krise. Genau wie 89 Jahre später Ben Bernake bei der Lehman-Pleite, schaufelte er in einer einsamen Entscheidung massiv Geld zu den Banken um den Super-Gau des Finanzsystems zu verhindern. Nimmt man an, die Gesellschaft wäre tatsächlich demokratisch organisiert, dann sollte man vielleicht doch stutzig werden, wenn man sieht, dass ein kleiner Zirkel oder gar ein einziger Mensch in den Zentralbanken planwirtschaftliche Zinsentscheidungen trifft oder anders in extremer Weise in den Wirtschaftskreislauf eingreift, ohne dass auch nur die geringste Rechenschaftspflicht oder gar Kontrolle besteht. In den folgenden Abschnitten zeigt der Autor wie der damalige Goldstandard der Währungen und die Verknappung des Edelmetalls bei vielen Zentralbanken zum Zusammenbruch der Rohstoffpreise, in eine weltweite Kreditklemme und zu zahlreichen Bankenzusammenbrüchen führten, was besonders in Deutschland drastische Folgen hatte. Bald darauf bewirkten zunehmende Goldabflüsse aus der Bank of England, dass sich Großbritannien aus dem Goldstandard verabschieden musste. Da viele andere Zentralbanken das Pfund als Reserve hielten, brachte ihnen diese britische Währungsabwertung enorme Verluste, die sie durch den Eintausch ihrer Dollarreserven in Gold ausgleichen mussten, was das amerikanische Finanzsystem ins Wanken brachte. Das Fed-System, das angeblich dafür installiert wurde, solche Situationen zu verhindern, versagte nicht nur, es hatte auch zur Entstehung der misslichen Lage erheblich beigetragen. Mit der detaillierten Beschreibung dieser Ereignisse endet der vierte Teil des Buches. Im letzten Teil des Buches geht der Autor kurz auf einige währungspolitisch bedeutende Entwicklungen in den Jahren 1933-44 ein. Nach Großbritannien verließen auch die USA einer Eingebung ihres neuen Präsidenten folgend den Goldstandard und begannen danach den Dollar über die Manipulation des Goldpreises zu schwächen. Tatsächlich gelang es dadurch aus der Deflationsfalle zu entkommen. Der letzte Abschnitt dieses Teils gibt Auskunft über die persönlichen Schicksale der verbliebenen drei Herren des Geldes und das des britischen Starökonomen John Maynard Keynes, der immer wieder wegen seiner realistischen Voraussagen und Einschätzungen im Buch zitiert wird. Schließlich werden am Ende noch einmal die Geschehnisse zusammengefasst und Analogien zu unserer Zeit benannt. Fazit. Dass der Autor für dieses Buch den Pulitzer-Preis erhielt, verwundert mich nach dem Lesen nicht mehr. Ich habe selten ein so unterhaltsames Sachbuch über Wirtschaftsgeschichte gelesen. Das Herunterbrechen historischer Ereignisse auf eine gewisse persönliche Ebene der Beteiligten macht sie viel verständlicher. Mit ein wenig Abstraktionsvermögen erkennt man erschreckende Parallelen zur heutigen Situation. Am Beispiel des bankrotten Griechenlands sieht man, dass genau wie damals Probleme verschleppt werden. Doch wie vor achtzig Jahren werden sie später mit viel größerer Gewalt zurückkehren. So ist eben auch damals aus einem eigentlich beherrschbaren Problem ein Riesenunglück geworden. Hochinteressante, wirtschaftshistorisch fundierte Zeitreise in die ökonomische Katastrophe 5 von 5 PunktenAls Ironie des Schicksals muss man es wohl schon bezeichnen, dass der Präsident der britischen Zentralbank Norman Montagu im August 1931 ausgerechnet in der Zeit einen Nervenzusammenbruch erleidet, in der die Welt (auch aufgrund seiner Fehlsteuerungen) auf die große wirtschaftliche Depression zusteuert -. Wie diese größte aller Weltwirtschaftsdepressionen entstehen konnte, welche politischen und gesellschaftlichen Folgen dies hatte und was man daraus lernen kann, das sind die zentralen Fragen des vorliegenden Buches. Der Autor blickt auf die Zeit der großen weltweiten Wirtschaftsdepression mit dem Fokus auf die wichtigsten Protagonisten dieses Weltfinanzkrimis: Benjamin Strong (New York Federal Reserve Bank, USA), Hjalmar Schacht (Reichsbank, Deutschland), Émile Moreau (Banque de France, Frankreich). Zusammen mit dem Zentralbänker Norman Montagu war es dieses Quartett - so der argumentative Ausgangs- und Endpunkt von Ahameds Darstellung -, das zunächst Stabilisierung und zuletzt Zerstörung der globalen Finanzmaschinerie nach dem Ersten Weltkrieg auslöste. In chronologischer Reihenfolge schildert Ahamed die politischen, gesellschaftlichen und ökonomischen Entwicklungen und beschreibt die weltwirtschaftlichen Zusammenhänge und Ereignisse im Zeitraum von 1919-1944. Gerade die konzentrierte Perspektive auf die vier maßgebenden Personen gibt den gesamten Ereignissen ein zutiefst menschliches Gesicht. Akribisch und in einer nahezu unerschöpflichen Ausführlichkeit analysiert Ahamed auf nahezu 600 Seiten die dramatischen Ereignisse und stellt Bezüge zum Handeln der vier "Zentralbänker" her. Die ökonomische Katastrophe, die im Bankrott der Welt kulminiert, wird mit dem Agieren der vier Personen des "exklusivste[n] Club[s] der Welt" (S. 15) interessant und lesenswert verwoben, sodass alles durch einen bestens nachvollziehbaren roter Faden zusammengehalten wird. Dabei zeigt der Autor sehr anschaulich, wie der globale Währungskollaps und Unternehmenspleiten in gigantischem Ausmaß zusammen mit wirtschaftslichen Fehlentscheidungen die Gesellschaften dieser Welt an den Rand des Zusammenbruchs führten. Durchgängig gelingt es ihm, ein konkretes Bild von Panik, Angst, Verzweiflung und Hoffnung der Menschen in einer schwierigen Zeit zu zeichnen. Stets besticht er durch wirtschaftshistorisch fundierte Sachkenntnis, beste Quellenkunde und bildreiche Darstellungsfähigkeit, die mich begeistert hat. Diese niveauvolle Version der Darstellung des Zusammenbruchs des internationalen Bankensystems, seiner Gründe und dramatischen Folgen wirkt gerade in der aktuellen Lage manchmal bedrückend - und beruhigend, zugleich. Bedrückend, weil wir selbst an der neuest zurückliegenden Bankenpleite gesehen haben, wie fragil das Wirtschaftssystem auch heute ist. Beruhigend, weil wir in der aktuell brisanten Situation aber auch sehen konnten, dass globales, besonnenes politisches Handeln (anders als in den Zeiten der Großen Depression) das Schlimmste zu verhindern in der Lage war. Dies ist insgesamt: eine gut recherchierte, finanzgeschichtlich höchst interessante Analyse der größten Krise des Kapitalismus, die geradezu als Finanzkrimi in ihren Bann zieht. Hier wird Wirtschaftsgeschichte im besten Sinne lebendig. Die Geschichte von Boom, Prosperität, Rezession und Wirtschaftsdepression, Vollbeschäftigung und Massenarbeitslosigkeit, florierenden Städten und Slums an den Rändern der Gesellschaft könnte wohl kaum besser erzählt werden! Und: Ein Buch, das vom Aufstieg und Fall eines Wirtschaftssystems handelt, könnte wohl auch kaum besser aufgebaut sein. Daher meinerseits fünf Sterne. |
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Mathematik - anschaulich dargestellt - für Studierende der Wirtschaftswissenschaften von Peter DörsamGebundene Ausgabe von Pd-VerlagAngebote bei Amazon: ab EUR 8,33 ![]() 5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3867070148, Erscheinungsdatum: November 2008, Auflage: 14., überarbeitete und erweiterte Auflage. |
Aus der Amazon.de-RedaktionDas Lehrbuch stellt und beantwortet die gar nicht so einfache Frage: Was muss ich bis zum Vordiplom wissen? Und dies ist für angehende Wirtschaftswissenschaftler vor allem die Lineare Algebra, Folgen und Reihen, Funktionen, Integralrechnung sowie Differenzial- und Differenzgleichung. Seit 1993 gibt es sie nun, die Mathematik für Studierende der Wirtschaftswissenschaften. Da bereits in den vorangegangenen Auflagen z.B. das Kapitel zum Newton-Verfahren eingefügt und das zur linearen Optimierung sowie Integralrechnung ergänzt wurden, hat man zuletzt nur mehr kleinere Änderungen vorgenommen. Übrigens: Es werden nur geringe Vorkenntnisse erwartet. Sicherlich weiß Dörsam durch seine Dozententätigkeit nur zu gut, dass nicht jeder "WiWi" einen Mathematikleistungskurs belegt hat und die Schulzeit einiger Studierender auch ein paar Jahre zurück liegt. Studenten, die bis dato wenig Leidenschaft für die Mathematik entwickelt haben, werden sich freuen, dass Dörsam vor allem mit Beispielrechnungen operiert und auf mathematische Beweise weitgehend verzichtet. Layout und Struktur sind bewährt, vielleicht auch konventionell -- die Didaktik manifestiert sich hier nicht in Merksätzen, Kontrollfragen oder zahlreichen Boxen. Insgesamt ist der Text aber übersichtlich gesetzt, enthält zahlreiche Grafiken und ermöglicht das systematische Erarbeiten des Stoffes; mit etwas Fleiß, aber ohne Übermaß an Disziplin. Der Preis ist dabei mehr als fair und durchaus ungewöhnlich angesichts der Summen, die für vergleichbare Lehrbücher inzwischen verlangt werden. --Carsten Hansen 5 Kundenrezensionen:Damit konnte ich arbeiten... 5 von 5 PunktenDas Buch ist top! Super verständlich, perfektes Preis-Leistungs-Verhältnis und (trotz schwarz-weiß, Farbe war aber auch meineserachtens nicht nötig) ansprechend gestaltet, dass einem das Lesen leichtfällt. Ich hatte mir aus der Bibliothek 3 Mathebücher für WiWi's ausgeliehen und das hat mir am meisten zugesagt - schon beim ersten Aufblättern... Ich durfte nach etlichen Jahren Mathe-Abstinenz mein Abi-Mathewissen ausgraben für die erste Mathe-Prüfung und der von der Hochschule empfohlene Studienbrief war einfach nur Mist - ich hab nur Bahnhof verstanden, dabei war ich mal in Mathe recht fit (so vor über 10 Jahren...). Ich habe mir das Buch von Herrn Dörsam innerhalb eines 1/2 Tages intensiv durchgelesen (wirklich!) und das Wissen war wieder ausgekramt und ich war fit. Irre! Was ich für Zeit mit dem Studienbrief davor verschwendet habe. Kann es nur empfehlen, er erklärt Schritt für Schritt und einfach nachvollziehbar. Daher auch für Leute zu empfehlen, die mit Mathe nicht so viel am Hut haben, die können sich schön Stück-für-Stück langsam durcharbeiten. Perfekt zum Einstieg, TOP-Preis/Leistungsverhältnis 5 von 5 PunktenIch habe das Buch direkt zum Anfang meines Studiums der BWL beschafft. Dort hatte ich nach meinem Wehrdienst leichte Probleme mich wieder in die Mathematik hineinzufinden. Andere Werke waren mir am Anfang zu umfangreich und zu verwirrend. Mit dem Buch ist der perfekte Wiedereinstieg gelungen. Bei mir hat es im Diplomstudiengang an der Uni den kompletten Stoff der Mathe I Klausur abgedeckt. In der Mathe II Klausur war allerdings noch andere Literatur erforderlich. Von der Verständlichkeit ist das Buch besser, als jedes andere Buch, das ich in den Fingern hatte. Ich kann das Buch uneingeschränkt empfehlen, insbesondere auch, weil der Preis absolut unschlagbar ist. effektiv, aber..? 3 von 5 PunktenContra -Buch mit gut- bis schlechter Erklärung, da das Buch komplett in schwarz/weiß gedruckt, ist es nicht besonders leicht verständlich, wie bei Lehrbüchern, bei denen die Grafiken farblich dargestellt sind. -Dennoch braucht man jemanden, der einem den Inhalt besser erklärt (Nachhilfe), von selbst lernt man in diesem Buch vieles nicht selber, da vieles zum Teil unverständlich dargestellt. -Die Blätter sind sehr anfällig für Licht, die nach geraumer Zeit vergilben. Fatzit: Wer auf Farbliche Darstellung verzichten- und gute bis sehr gute Mathematische vorkentnisse hat, der wird wohl seine Freude an neuen Aufgaben haben. Gut für das BWL Studium 4 von 5 PunktenIch hab mir das Buch nach Empfehlung des Mathe Profs am Anfang des 1. Semesters gekauft und komme damit wirklich gut zurecht. Man findet alle Themenbereiche, die man für das Grundstudium braucht und auch noch einiges mehr. Empfehlenswert ist das zusätzliche Übungsbuch, weil da alle Aufgaben mit Lösungen gut dargestellt werden. Dieses Buch ist gut verständlich und auch geeignet für Mathe Neulinge, die den Mathematikstoff selber nachbereiten möchten, ohne viel Vorwissen zu haben. Bestanden! 5 von 5 PunktenIm Laufe meines Studiums musste ich mich auch durch "Mathematik für Wirtschaftswissenschaftler" quälen. Die Vorlesung brachte mir nicht viel. Wegen der vielen guten Rezensionen habe ich mir dann dieses Buch angeschafft und siehe da, statt 5,0 gabs 2,7! |
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Die klassische Welt: Eine Weltgeschichte von Homer bis Hadrian von Robin Lane FoxGebundene Ausgabe von Klett-CottaAngebote bei Amazon: ab EUR 31,75 ![]() 5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3608944672, Erscheinungsdatum: Mai 2010, Auflage: 2., Aufl. |
2 Kundenrezensionen:Geschichte - meisterhaft präsentiert 5 von 5 Punkten"Eine Weltgeschichte von Homer bis Hadrian" kündigt der Verlag an. Ich habe das Buch gelesen und bin begeistert. Sicher werden Studenten sich mit den Massen von Fachwissen im Buch abschindern dürfen, wenn man aber diesen Druck des lernen müssens nicht im Nacken verspürt, dann ist dieses Buch eine spannende Lektüre und Spaziergang durch 1000 Jahre Geschichte zugleich. Dieses Buch hat so ziemlich nichts lehrmeisterliches an sich. Es betrachtet sehr übersichtlich 1000 Jahre, porträtiert wichtige Gestalten der Geschichte und beschreibt den Alltag der einfachen Menschen, aber auch der gehobenen Gesellschaft. Sehr gut wird die römische und die griechische Welt beschrieben. Mal geht es in ganz spezielle Themen wie Sklaverei und Religion, aber auch Militär und Kunst hinein und doch darf sich der Leser vertrauensvoll des gelehrten Autors anvertrauen, er behält den Überblick über das Ganze und verzettelt sich nirgends. Dieses Buch kommt sehr sympathisch rüber. Dazu gehört das rote Lesebändchen, zahlreiche Fotos und Karten und der sehr umfangreiche Anhang, der Möglichkeiten zur weiteren Vertiefung einzelner behandelter Themen anbietet. Wenn man Geschichte erzählerisch so gut präsentiert bekommt, macht es Spaß sich mit ihr zu beschäftigen. Warum lassen sich die Fachleute nur so selten zu solchen Büchern hinreißen ? Nehmen sie sich nicht die Zeit oder haben Sie sie nicht ? Sehr gut lesbare Einführung 5 von 5 PunktenIch habe vor zwei Jahren angefangen, Latein zu lernen. Ich ahnte ja nicht, welche weitreichenden Auswirkungen das zur Folge hat! Es blieb nämlich nicht beim bloßen Spracherwerb, sondern plötzlich wurden mir auch Themen wichtig, die ich bisher eher vernachlässigt hatte. Zum Beispiel die griechische Mythologie, aber auch die griechische und römische Geschichte. Für letzteres ist es schwer, geeignete Darstellungen zu finden, die umfassend, aber nicht trocken geschrieben sind. Zum Glück ist gerade ein Buch erschienen, das diese Kriterien erfüllt und bei mir zu einigen Aha-Erlebnissen geführt hat. Robin Lane Fox hat ein umfangreiches Werk vorgelegt, das sehr gut meine vorhandenen Wissenslücken geschlossen hat und dabei glänzend geschrieben ist. Die griechische und die römische Zivilisation bilden die zwei Stränge dieses Buches, dessen Kapiteleinteilung so übersichtlich ist, dass man es nach dem Durchlesen auch als Nachschlagewerk nutzen kann. Fox stellt die klassische Welt nicht nur dar, er erzählt von ihr, ausgehend von Hadrian, der die klassische Welt ausgiebig bereist hat. Fox versetzt sich in Hadrian hinein und beschreibt, wie dieser die Geschehnisse der 900 Jahre vor seiner Machtergreifung beurteilt hätte. Deshalb liest sich das Buch fast wie ein Roman. Statt lediglich die Ereignisse chronologisch aufzuzählen, konzentriert Fox sich auf die wechselnden Machtbeziehungen und darauf, wie diese durch Ereignisse einschneidend verändert werden und wie sich damit auch Bedeutung und Zusammenhang der Themen und Fragestellungen ändern. Drei Themen und ihre durch die Zeiten unterschiedliche Bedeutungen ziehen sich wie ein roter Faden durch das Buch: Freiheit, Gerechtigkeit und Luxus. Alle drei Begriffe werden nicht nur in den griechischen und römischen Zivilisationen, sondern auch in modernen Zeiten immer wieder anders definiert. Aus den veränderten Konnotationen dieser Begriffe lässt sich viel über die Gesellschaftsstruktur der jeweiligen Zeit ablesen. In diese Erzählstränge eingestreut sind Informationen über die Entwicklung von Kunst, Militärstrategien, Geschlechterverhältnissen, Sklaverei, Homosexualität, Religion und Philosophie. Positiv anmerken möchte ich auch die (für mich immer sehr wichtige) Ausstattung des Buches: Gutes Papier, angenehmes Schriftbild, Lesebändchen, Fototafeln, Kartenmaterial und ein 90seitiger (!) Anhang, der es leicht macht, die Gesichtspunkte, die man besonders interessant findet, weiter zu vertiefen. Ich kann das Buch also allen, die sich mit den geschichtlichen Grundlagen unserer Kultur beschäftigen möchten, nur empfehlen. Für diejenigen, die Latein und/oder Altgriechisch lernen, ist dieses Buch ein besonderer Gewinn. |
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Die Erfindung des jüdischen Volkes: Israels Gründungsmythos auf dem Prüfstand von Shlomo SandGebundene Ausgabe von PropyläenAngebote bei Amazon: ab EUR 20,49 ![]() 4 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3549073763, Erscheinungsdatum: April 2010 |
5 Kundenrezensionen:Gegen den Strom 5 von 5 Punkten"Wir Deutschen haben eben ein besonderes Verhältnis zum Staat Israel". Dieser Satz wird nur zu gerne gebraucht, wenn es darum geht, ethnische Säuberungen, Kriegsverbrechen, Menschenrechtsverletzungen oder die Praxis der "Verwaltungshaft" Israels kleinzureden. Als Nächstes folgt dann unverzüglich der Hinweis auf das Existenzrecht Israels. Als Begründung hierfür wird fast immer die Niederschlagung des Bar-Kochba-Aufstandes im Jahre 135 n. Chr. angeführt, die angeblich zur Vertreibung des jüdischen Volkes aus ihrem Heimatland Judäa führte. Wer etwas anderes zu sagen wagte, der bekam sehr schnell die weltweit reichende Macht der "Anti-Defamation League" zu spüren. Seit einigen Jahren sind es jüdische Wissenschaftler und Gelehrte, die sich mutig mit der eigenen Geschichte zu beschäftigen beginnen. Israel Finkelstein und Neil A. Silberman machten mit ihrem Werk "Keine Posaunen vor Jericho" 2003 den Anfang. Norman G. Finkelstein folgte 2005 mit seinem Buch "On the Misuse of Anti-Semitism and the Abuse of History". Ilsan Pappe veröffentliche 2007 "The Ethnic Cleansing of Palestine". Nun also Shlomo Sand. Akribisch setzt er sich mit dem Dogma von der Vertreibung des jüdischen Volkes auseinander. Er führt es schnell und überzeugend ad absurdum. Die Juden sind kein Volk, sondern eine Religionsgemeinschaft. Man muss kein Prophet sein, um festzustellen, dass Sands Werk keine kurzfristigen Auswirkungen auf den Nahostkonflikt oder auf die bemitleidenswerte Situation der Nichtjuden im Staate Israel haben wird. Bei diesem Buch handelt es sich nämlich "nur" um eine intellektuelle Auseinandersetzung, die an den Grundfesten des Judentums rüttelt. Macht wird heutzutage aber nicht von Intellektuellen ausgeübt, sondern von Medienmogulen und Politikern. Dieses Buch ein Muss für all diejenigen, die an einer sachlichen Diskussion zum Thema Judentum interessiert sind. Interessant, aber... 3 von 5 PunktenIch bin mit diesem Buch noch nicht fertig, kann aber jetzt schon sagen, dass der Klappentext und die ganze Aufmachung nicht dem entsprechen, was der Leser bei der Lektüre vorfindet - das aber gefällt mir besser, als was ich erwartet hatte, macht aber sicherlich nicht jedem die gleiche Freude... Es wird da suggeriert - schon durch den Titel - dass es eine Art Abrechnung mit den Mythen des jüdischen Volkes geben wird, und damit wird ziemlich offensiv geworben, so dass die Leser wohl hauptsächlich solche sind, die eine von vornherein eine israelkritische Haltung einnehmen - und einnehmen wollen. Es gibt in Deutschland einen Markt, scheint mir, von Menschen, die gern lesen, dass die Israelis sozusagen die "dunkle Seite" des Nahostkonfliktes ausmachen, und solche Leute lesen gern Bücher darüber, dass es keinen Grund dafür gibt, dass ein Staat Israel existiert oder dass er von vornherein auf falschen Grundlagen gegründet wurde. Es hilft, seine Existenzberechtigung in Frage zu stellen... Hätte ich das Buch in dieser Erwartung erworben, wäre es mir schwer gefallen, mich durch die ersten 100 Seiten relativ trockene Nationalismus-Theorie durchzukämpfen, die eigentlich die Aussage herausarbeiten, dass Nationalstaaten an sich immer auf Mythen bestehen und keine naturgegebene Tatsache sind. Das jüdische Volk ist insofern keine Ausnahme sondern hat es nur noch schwerer als andere, sich von diesen Grundannahmen zu lösen und zu einem voraussetzungslosen demokratischen Staat für alle Bürger zu werden. Diese Aussage ist mir sehr sympathisch, rechtfertigt aber nicht die Werbung mit einem Titel, Klappentext etc., der suggeriert, dass die Mythenbildung in diesem Fall einzigartig und verwerflich sein könnte... Später eventuell mehr, aber dies scheint mir wichtig, wenn man das Buch mit Erwartungen überhäuft! gemeinsam über Provokationen nachdenken 5 von 5 PunktenGerade wir Deutschen haben es schwer wenn es um Israel geht. Schauen wir uns allein die Biografie des Autoren an. 1946 wurde er als Kind polnischer Juden in Linz geboren. 1949 ging die Familie nach Israel. Shlomo Sand studierte Sozialwissenschaften in Paris und lehrt heute an der Universität in Tel Aviv. In seinem Land Israel gehört er zu den führenden Intellektuellen und zugleich zu den schärfsten Kritikern der israelischen Politik gegenüber den Palästinensern. So widmet der Autor sein Buch allen Flüchtlingen die das Land erreichten, und all jenen, die es verlassen mussten. Allein diese Widmung macht bereits den mächtigen Spannungsbogen spürbar in dem wir uns befinden wenn wir auf die über 3000 - jährige Geschichte des Judentums schauen. Zu Beginn klärt der Autor Begriffe wie Nation und Mythos. Er ist dicht an der Bibel und an Gott und verwundert mich mit revolutionären Gedanken, mit denen er sicher bei vielen nicht gut ankommt. "Ich halte die Juden nicht für ein Volk, denn der heutige Gebrauch des Begriffes zielt auf eine Gruppe von Menschen ab, die ein bestimmtes Territorium bewohnt, auf dem sich eine bestimmte Alltagskultur entwickelt hat . . ." so schreibt der Autor und sieht dies im vorliegenden Falle als nicht gegeben an. Es kommt noch provokativer. Sand stellt in keiner Zeile seines Buches das Existenzrecht des Staates Israel in Frage, aber den Alleinanspruch auf das Gelobte Land schon. Er bezeichnet die Juden als religiöse Gemeinschaft, keinesfalls als ethnische Gemeinschaft. Das birgt Konflikte in sich. Aber Shlomo Sand steht nicht allein mit seiner Meinung im eigenen Land. Und er geht noch einen Schritt weiter in seinen spektakulären Überlegungen. Seiner Ansicht nach sind heute viel eher die Palästinenser die ethnischen Nachkommen der biblischen Israeliten. Wenn der Leser bereit ist mit dem Autoren gemeinsam über solche Provokationen nachzudenken und nachzuvollziehen wie Shlomo Sand zu diesen Überzeugungen gekommen ist, wird er dieses Buch wie einen Krimi verschlingen. Für mich war es das Interessanteste was ich in den letzten Jahren zu diesem Thema auf deutsch zu lesen bekam. Wer über Israel nachdenken will, der kommt an diesem Buch nicht vorbei. Respekt 5 von 5 PunktenIch will nicht viel drum herumreden. Das Buch ist genial und ich bin froh, dass es auch unter den Juden solche mutigen Revisionisten gibt. Der Autor hat Respekt verdient. Die Eltern des Autors sind vor den Nazis geflohen und in Israel wird dieser Mann aufgrund seines Revisionismus als Nazi beschimpft. Wie pervers ist das denn? Möge sich jeder seine eigene Meinung bilden, was auf der Welt hinter den Kulissen passiert. Aber dieses Buch sollte auf jeden Fall zur Meinungsbildung beitragen. Streitschrift statt historisches Werk 1 von 5 PunktenWie stark ist die Kontinuität zwischen den heutigen Juden und speziell den israelischen Juden und den Juden der Antike? Auf diese spannende Frage verspricht Schlomo Steins Buch Antwort zu geben - und scheitert. Der Grund ist simpel: Sand hat über das Thema seines Werkes nie selber geforscht, ist er doch Spezialist für die französische Geschichte des 19. Jahrhunderts. Stattdessen arrangiert er die Früchte einer eher oberflächlichen Recherche in der Sekundärliteratur zu einer gut geschriebenen Streitschrift, die die Kontinuität des Judentums widerlegen soll. Vielleicht ist das so, vielleicht auch nicht. Eine wissenschaftlich fundierte Analyse wie sie ein Universitätsprofessor seinen Lesern schuldet (Sand lehrt Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts an der Universität Tel Aviv) liefert der Autor nicht. Schade, so ist das Buch wertlos, und Zeit und Geld sind vergeudet für ein Pamphlet. |
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